13.05.2025 - 6.1 Erhaltungssatzung "Hohenhagen"

Beschluss:
ungeändert beschlossen
Reduzieren

Wortprotokoll

Frau Kötter erläutert diesen Tagesordnungspunkt anhand der vorliegenden Vorlage.

 

Herr Rudel möchte gerne wissen, warum der Verkehrsraum des südwestlichen Stirnbands „Goldene Pforte“ heißt.

 

Frau Soddemann sagt zu, die Beantwortung dieser Frage nachzureichen.

 

Anmerkung der Schriftführung: Eine Recherche zu diesem Thema  durch das Stadtarchiv Hagen hat folgendes ergeben: Das Stadtarchiv hat eine Darstellung in dem Buch von Christin Ruppio „Karl Ernst Osthaus und der Hohenhof in Hagen", Berlin 2021, vorgefunden. Da heißt es auf den Seiten 45f. :

 

„Vorbei an der Nordseite der Villa Cuno führt das Stirnband zur Goldenen Pforte, einem zentralen Platz. [...] Der Name goldene Pforte bildet die generelle Zugewandtheit vieler Reformkünstler/-innen zu theologisch-spirituellen Begrifflichkeiten und Themen ab, die für einige in einer Hinwendung zur Theosophie mündete. Osthaus war nicht in der Theosophischen Gesellschaft aktiv und kann [...] auch nicht als besonders spirituell oder religiös bezeichnet werden. Dennoch bediente er sich häufig der im Jugendstil populären religiös-assoziierten Sprachbilder - und hier ist auch die Wahl des Namens Goldene Pforte einzuordnen. Allerdings gab es um 1900 auch eine rege Auseinandersetzung mit der Goldenen Pforte des Freiberger Doms, die Osthaus verfolgt haben dürfte.“

 

Die Autorin spricht die Benennung der Örtlichkeit also ausdrücklich Karl Ernst Osthaus im Zusammenhang mit der konzeptionellen Ausgestaltung seiner angestrebten Reformsiedlung „Hohenhagen" zu. Leider geht aus den Fußnoten nicht hervor, wo dafür der Beleg liegt, so dass immerhin das Risiko besteht, dass es sich hier um eine Überinterpretation bzw. einen vielleicht irrtümlichen Rückbezug auf die zeitgenössischen kulturhistorischen Diskurse und Denkweisen handeln könnte. Da wir aber auch keine Belege für eine andere Namensherkunft haben, spricht viel dafür, dass die These von Frau Ruppio stimmt.

Ein weiteres Rechercheergebnis ergab dass die Benennung „Goldene Pforte“ tatsächlich auf Initiative von Karl Ernst Osthaus im Januar 1909 erfolgte. In einer Stadtverordnetensitzung begründete er seinen Vorschlag damit, dass der Platz

„für den von Osten in die Stadt Eintretenden gewissermaßen den ersten architektonischen Eindruck bedeuten und das Hauptgebäude, dem Herankommenden gegenüber, den ganzen Tag vor der Sonne liegen wird.“

(Hagener Zeitung vom 5. Januar 1909)

 

Reduzieren

Empfehlungsbeschluss:

Die Erhaltungssatzung wird gem. § 172 BauGB in Verbindung mit § 89 BauO NRW in der zuletzt gültigen Fassung beschlossen.

 

Reduzieren

 

Abstimmungsergebnis:

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

Vorsitzender

1

-

-

CDU

4

-

-

SPD

4

-

-

Bündnis 90/ Die Grünen

2

-

-

AfD

1

-

-

Hagen Aktiv

-

-

-

Bürger für Hohenlimburg / Die PARTEI

1

-

-

FDP

1

-

-

Die Linke

1

-

-

HAK

1

-

-

 

 

X

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

16

Dagegen:

-

Enthaltungen:

-

 

 

 

Reduzieren

Anlagen zur Vorlage

Online-Version dieser Seite: https://allris.hagen.de/publicto020?TOLFDNR=1010031&selfaction=print