06.09.2007 - 5 Ebene II
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Sitzung:
-
Sitzung des Sozialausschusses
- Datum:
- Do., 06.09.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Vorlage:
-
0635/2007 Ebene II
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Kulturbüro
- Bearbeitung:
- Angelika Josten
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Frau Machatschek stellt
fest, dass dieses Projekt neben dem künstlerischen Inhalt auch einen
sozialpolitischen Hintergrund habe. Daher sei es wichtig, dass sich auch der
Sozialausschuss mit dieser Vorlage befasse.
Herr Hartmann erklärt für
die CDU-Fraktion, dass man dieses
Problem eindringlich diskutiert habe, nicht nur unter kulturellem Aspekt,
sondern vor allem unter finanziellem und natürlich auch unter
sozialintegrativem Aspekt. Man lehne dieses Projekt ab, einerseits wegen der
desaströsen Haushaltslage, aber auch, weil es den Anspruch an ein integratives Projekt nicht erfülle. Man
glaube nicht, dass es möglich sei, durch das Anmalen einer Brückenwanne 25.000
Migranten zu integrieren. Es seien nur
Frauen beteiligt worden. Wer bestimme denn in diesen Familien, ob Integration
stattfinde?
Richtiger sei eine Wohnumfeldverbesserung in Altenhagen. Es gehe nicht um
das Geld, das man ausgebe, sondern um ein vernünftiges Projekt.
Er wiederholt noch einmal, dass die CDU-Fraktion dieses Projekt unter den
genannten Einwendungen ablehne.
Herr Mervelskemper wundert
sich über die Argumentation. Er sei immer davon ausgegangen, dass es im Rat
bisher einen breiten Konsens gegeben habe, was diese Brücke angehe.
Er habe den Verdacht, dass es der CDU-Fraktion nur um den finanziellen Aspekt
gehe.
Die Einwendungen hätte man auch schon früher diskutieren können. Er halte
es für einen schlechten Zeitpunkt, Einwendungen zu erheben, nachdem sich schon
so viele Leute engagiert hätten. Er möchte auf den kulturellen und integrativen
Aspekt hinweisen. Man dürfe keine Chance vertun, diese Stadt liebenswert zu
machen.
Er sei davon überzeugt, dass auch im Nachhinein viele Projekte folgen
würden. Er sei davon überzeugt, dass man es schaffe, die Finanzierung auf eine
solide Basis zu stellen. Man würge sonst Spendengelder ab, die zum Erfolg
beitrügen.
Herr Dücker stellt fest,
dass es immer eine schwierige Sache sei, über Kunst zu diskutieren. Er würde
daher lieber den sozialen Aspekt dieser Maßnahme in den
Vordergrund stellen. Auch in seiner Fraktion gebe es eine kritische
Stimme bezüglich des Projektes. Man versuche, noch Überzeugungsarbeit zu
leisten, dass dieses Projekt sinnvoll sei. Man habe in Altenhagen schon dreimal
eine Wohnumfeldverbesserung durchgeführt. Das habe nicht immer das gebracht,
was man sich gewünscht habe. Was man also brauche, sei ein Mitnehmen der dort
lebenden Bürger. Hier sei zum ersten Mal ein ganz neuer Versuch gestartet
worden, diese Bürger anzusprechen und
mit dem Schlüssel Kultur zu integrieren. Frauen würden hier zum ersten Mal
ernst genommen.
Er bitte, dieser Maßnahme zuzustimmen. Sie würde nur aus Spendengeldern
finanziert und könne nur dann laufen, wenn diese Zuschüsse und Spendengelder
kämen.
Dr. Schmidt ist der
Meinung, dass dieses Projekt inzwischen europäische Dimension bekommen habe. Er
halte es nicht für richtig, zum jetzigen Zeitpunkt eine inhaltliche und künstlerische Diskussion
zu führen und das Projekt abzuqualifizieren.
Dieses werde der politischen Diskussion nicht gerecht. Der
Verwaltungsvorstand habe sich einstimmig dafür entschieden, auch in schwierigen
Zeiten dieses Signal zu setzten und zu bitten, diesem Projekt zuzustimmen und
es zu unterstützen.
Auch Herr Dreiski-Mousset hält Ebene II für ein gutes Projekt. Er
fände es schade, wenn dieses Projekt nicht realisiert werden könne.
Frau Machatschek erklärt,
dass sie sich entschieden gegen die „feministische Scheuklappe“
wehre. Es gebe ganz viele Untersuchungen, die zeigten, dass der Weg zur Integration
nur über die Frauen gehe. Sie bittet auch um die Zustimmung der Ausschussmitglieder.
Frau Vierhaus erklärt,
dass es noch viele begleitende Projekte geben solle. Dieses Projekt habe einen
hohen Stellenwert bei Kulturhauptstadt
2010. Ganz viele Leute warteten darauf, dass das Projekt endlich starte. Die
Finanzierung sei zu 90 % gesichert. Man benötige jetzt natürlich das politische
Signal, dass man dieses Projekt wolle. Dieses Projekt sei ein Geschenk an die
Stadt Hagen.
Herr Hartmann hält dem entgegen, dass die Stadt Hagen im nächsten Jahr 265.000 € im Haushalt einstellen müsse. Dieses Geld habe man nicht. Es müsste mit hohen Zinsbelastungen aufgenommen werden. Die Bundesmittel „Soziale Stadt“ in Höhe von 312.000 € seien auch noch nicht zugesagt. Insofern sei das Projekt nicht zu 90 % finanziert. Die Stadt müsse sich verschulden. Das sei bei dieser Haushaltslage nicht zu verantworten. Es handele sich schließlich um eine freiwillige Aufgabe.
Herr Brüggemann unterstützt die Ausführungen von Herrn Hartmann. Auch in An-
betracht der Tatsache, dass die Stadt Hagen zukünftig einen Mentor habe, seien solche Projekt nicht mehr realisierbar. Die Verbände leisteten wertvolle Arbeit auf diesem Gebiet und das müsse unterstützt werden. Ihm gehe es um eine intelligente und sachbezogene Kommunalpolitik. Das finde er in der geführten Diskussion nicht wieder.
Herr Dücker hält es gerade zum jetzigen Zeitpunkt für wichtig, Impulse zu geben.
Er weist auf die Tatsache hin, dass diese Hochbrücke in jedem Fall in 3-4 Jahren saniert werden müsse. Das bedeute, dass man diese Sanierungsmaßnahme nur vorziehe.
Für die Beantragung der Bundesmittel Soziale Stadt brauche man einen positiver Ratsbeschluss. Man habe eine Chance vertan, wenn man dieses Projekt nicht durchführe. In der Zukunft werde es darauf ankommen, mit geringem finanziellem Aufwand, aber kreativen Mitteln unsere Migranten in unsere Gesellschaft zu integrieren.
Herr Dreiski-Mousset greift den finanziellen Synergieeffekt auf. Wenn die Brücke sowieso eingerüstet werden müsse, um die Bauschäden zu beheben, dann stehe das Gerüst schon. Außerdem gebe es einen Sponsor, der sich bereiterklärt habe, die Kosten für Farbe zu übernehmen.
Herr Kirchhoff ist der Meinung, dass man mit diesem Projekt für diesen Stadtteil Gutes tun könne. Mit dieser Brücke habe man sich in den Siebzigerjahren versündigt. Der Betrag in Höhe von 265.000 € falle sowieso für die Sanierung an. Hier könne man die Synergieeffekte nutzen und ein Kunstprojekt daraus machen.
Frau Kuschel-Eisermann hat eine Anfrage an die Verwaltung. Sie weist darauf hin, dass in der Vorlage von einer Sanierung in 7 – 10 Jahren die Rede sei.
Wenn die Brücke zur Sanierung vorgezogen würde, wüsste sie gern, welche Projekte dann nach hinten wegfielen.
Außerdem sei in der Vorlage davon die Rede, dass die Finanzierung der Fortsetzungsprojekte durch gesonderte Anträge in 2009 und 2010 auf den Weg gebracht würden. Was sei mit diesen Finanzierungen? Die würden ja als Rattenschwanz hinten drangehängt. Die Stadt habe einen Nothaushalt.
Frau Machatschek stellt
den Beschlussvorschlag zur Abstimmung.
Beschluss:
Der Rat der Stadt Hagen stimmt der Realisierung des Projektes
„Sehnsucht nach Ebene II“ als Bestandteil der Kulturhauptstadt 2010
zu. Die Maßnahme wird in 2008 umgesetzt. Grundlage der Zustimmung ist der
aktuelle Kosten- und Finanzierungsplan. Zur Kompensation von bislang nicht
gedeckten Finanzierungsanteilen wird ein Sponsor/eine Stiftung im Rahmen einer
Ausfallbürgschaft aufkommen. Städtische Sonderzahlungen über die
bereitzustellenden Etats des laufenden Haushalts hinaus werden ausgeschlossen.
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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