14.08.2007 - 3 Zukunftsperspektiven des Kinder- und Jugendthea...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 14.08.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau Kramps begrüßt nun sehr herzlich Herrn Hahn
und bittet um seinen Bericht.
Herr Hahn beginnt den Bericht mit dem Hinweis auf eine
Zeit des Wandels, der alle sehr beschäftige, somit auch die Kunst- und
Kultureinrichtungen und natürlich auch das Theater.
Da auch die Strukturen der Theaterbesucher
diesem Wandel unterliegen, wurde dem vor
einigen Jahren durch die Einrichtung eines
eigenen Jugendtheaters Rechnung getragen,
um das junge Publikum wieder näher an das Theater heranzuführen. Dabei habe man
in der Vergangenheit die gleiche „Bedienkultur“ geliefert, wie sie
auch das Große Haus zur Tradition habe. Mittlerweile habe man aber erfahren,
dass man mit bestimmten sehr spannenden Projekten auch ein jugendliches
Publikum erreichen könne, dem Kunst ansonsten eher fremd sei.
Ein sehr gutes Beispiel sei das Brückenprojekt
„Sehnsucht nach Ebene II“, bei dem man
mit einem Kulturprojekt in eine Stadt
hineingewirkt habe. Es sei möglich geworden, mit Jugendlichen aus Altenhagen,
die dem Theater komplett fern gewesen
seien, ein Projekt zu entwickeln. Ein halbes Jahr später könne man nun sagen,
Theater als Mittel, um Jugendliche in eine Stadt zu integrieren, funktioniere
hundertprozentig.
Auch das Ereignis Kulturhauptstadt 2010 gebe
dem Theater die Möglichkeit, sich nicht nur in der Stadt, sondern auch in der
Region gemeinsam mit der Zukunft auseinanderzusetzen. Dies sei für das Theater
etwas sehr Ungewöhnliches, denn Theater
sei von seiner ganzen Konstruktion her so, dass man reflektiere. Nun habe man
die Möglichkeit, mit allen Kunstrichtungen gemeinsam einen gesellschaftlichen
Prozess aktiv zu begleiten.
In diesem Jahr begleite man mit dem LUTZ drei Projekte im Rahmen des „Kultur und
Schule“ Projektes.
Herr Hahn berichtet auch über ein großes gemeinsames
Theaterprojekt mit Jugendlichen aus Hagen, Bruck und Modi’in. Das Projekt
habe sich überall sehr gut angelassen. Man
könne mit der Kunst, mit dem Theater Projekte entwickeln, die tief in unsere
derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen hineinwirken.
Wenn man hier von Perspektiven spreche,
müsse aber auch das große Ziel klar
sein, irgendwann wieder in das
eigentliche Theater zurückzufinden.
Derzeitig sei die Situation so, dass man die
Lehrer kaum noch bewegen könne, mit ihren Schülern ins LUTZ zu kommen.
Das Theater werde gemieden, weil man keinen Unterricht mehr ausfallen lassen
dürfe. Diese Entwicklung sei fatal. Er habe die große Hoffnung, in einigen
Jahren wieder dahin zu kommen, dass man ganz einfach Theater spielen könne und
die Leute es lieben. Er wünscht sich, dass diese Vision genauso offen und tatkräftig begleitet wird wie bisher.
Frau Kramps bedankt sich und freut sich auf weitere Berichte.
