28.02.2007 - 7.1 Haushaltsplanentwurf 2007a) kameraler Haushaltb...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 28.02.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Schierau geht auf die Berichterstattungen in der Tagespresse ein und
thematisiert die dramatische Finanzlage der Stadt Hagen. Das Volumen des
Vermögenshaushaltes betrage 91 Millionen Euro, für dessen Finanzierung ein
Investitionskredit in Höhe von 15 Mio. € benötigt werde. Gemäß Absprache
mit der Bezirksregierung dürfe es zu keiner Netto-Neuverschuldung kommen.
Im Verwaltungshaushalt habe man ein Ausgabevolumen in Höhe von 823 Mio.
€, dem auf der Einnahmeseite ein Volumen in Höhe von 465 Mio. €
gegenüberstehe, was einen Fehlbedarf in Höhe von ungefähr 358 Mio. €
bedeute. Herr Schierau erläutert an dieser Stelle verschiedene Ursachen der
desolaten Finanzlage.
Der derzeitige Kassenkredit betrage 520 Mio. €. Wenn es nicht
gelänge, in den Folgejahren das strukturelle Defizit der laufenden Ausgaben in
Höhe von 100 Mio. € zu vermindern, sei man im Jahre 2012 bei einem
Kassenkredit in Höhe von 1 Milliarde Euro.
So könne und dürfe die Entwicklung nicht weitergehen. Gemeinsam müsse
man, auch in den Stadtbezirken, versuchen, diese Entwicklung abzuwenden.
Die Stadt Hagen habe sich das Ziel gesetzt, nicht erst zum 01.01.2009,
sondern bereits zum 01.01.2008 das kamerale Haushaltssystem auf das Neue Kommunale Finanzmanagement
(NKF) umzustellen, welches eine Art kaufmännischer Buchführung und damit eine
andere Art der Darstellung in den Haushaltsplänen bedeute. An dieser Stelle werden
Frau Schmitz, Herr Danehl und Herr Schwemin vorgestellt, die für Rückfragen
gern zur Verfügung stünden. Er erläutert, in welchen Bereichen der Stadt Hagen
bereits eine Systemumstellung stattgefunden hat und verweist auf die
entsprechenden Hinweise in den Unterlagen. Er schlägt vor, zunächst den Band IV
des sechsbändigen Werkes durchzugehen, um eventuell auftauchende Fragen
besprechen zu können.
Herr Leisten bedankt sich bei Herrn Schierau für die einleitenden Worte
und beschwert sich, die Unmengen von Unterlagen erst so spät zur Verfügung
gestellt bekommen zu haben. In so kurzer Zeit könne man sich nicht vernünftig
und sachgerecht vorbereiten. Am heutigen Tag könne nicht abschließend beraten
werden.
Herr Palsherm schließt sich den Ausführungen von Herrn Leisten an. Er
wolle nachfragen, was Herr Schierau damit gemeint habe, dass die
Bezirksvertretungen in bescheidenem Umfang mitwirken sollten, positiv auf die
Finanzlage einzuwirken. Man habe immer bescheiden gewirtschaftet und habe immer
zurückstecken müssen.
Herr Schierau erklärt, es sei gemeint gewesen, die Bezirksvertretungen
sollten im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen dazu beizutragen, dass der
Haushalt wieder in etwas ruhigere Bahnen geführt werden könne. Er habe
niemandem Unbescheidenheit vorwerfen wollen.
Herr Buschkühl spricht sich ebenfalls dafür aus, den Tagesordnungspunkt
zu schieben.
Herr Schierau erwidert, man habe dies in der Vergangenheit zwar auch
schon anders geregelt, aber er habe durchaus Verständnis für diesen Wunsch.
Eventuell könnten heute schon Fragen gestellt werden. Die nächste ordentliche
Sitzung finde am 18.04.07 statt, an diesem Termin solle in der BV ein
endgültiger Beschluss gefasst werden, damit am 10.05.07 im Rat der Haushalt
2007 abschließend behandelt werden könne. Nur dann könne die weitere
Zeitplanung hinsichtlich der NKF-Umstellung tatsächlich eingehalten werden. Werde
am 18.04.07 in der BV abschließend beraten, könne man die heutige Erörterung
als erste Lesung betrachten.
Herr Leisten meint, am 18.04.07 könne man abschließend beraten. Konkrete
Fragen habe er derzeit nicht.
Herr Arnusch bittet um Beispiele, was sich bei der NKF-Umstellung ändern
wird.
Herr Schierau erläutert die unterschiedliche Art der Darstellung anhand
von einzelnen Beispielen.
Herr Arnusch fragt nach, was sich hinter den Überbegriffen verberge.
Frau Schmitz erläutert die zukünftige Steuerung über Ziele und
Kennzahlen. Nähere Informationen über die einzelnen Bestandteile oder ehemalige
Haushaltsstellen seien weiterhin möglich. Man möge sich jedoch auf einen gemeinsamen
Dialog einlassen, um die neuen Strukturen zu erarbeiten. Man sei darauf
angewiesen, die Bedürfnisse der Bezirksvertretung kennenzulernen, um diese
berücksichtigen zu können.
Herr Dr. Neimeier meint, alle hätten inzwischen glasige Augen. Ihn
interessiere als Bezirksvertreter vor allem der Teilbereich Hohenlimburg und
andererseits auch die Systematik des NKF.
Herr Schierau erwidert, man habe wie in den Vorjahren, die den
Stadtbezirk Hohenlimburg betreffenden Einnahmen und Ausgaben im kameralen
System dargestellt. Gleiches gelte für Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen.
Er müsse aber deutlich sagen, dass das kamerale System endgültig ausgedient
habe, in der nächsten Haushaltsplanberatung werde es dieses nicht mehr geben.
Frau Schmitz ergänzt, selbstverständlich gebe es auch im NKF
bezirksbezogenen Unterlagen, die der Bezirksvertretung zur Beratung vorgelegt
würden. Im Mai werde ein neues Tool der Firma SAP getestet, was diese
bezirksbezogenen Übersichten erzeugen solle. Sie hoffe, dass dies schon
nächstes Jahr zum Einsatz kommen könne.
Herr Hulvershorn bedankt sich für die Ausführungen. Die zweite Lesung
werde dann am 18.04.2007 stattfinden.
Herr Schierau vergewissert sich, dass dies dann auch für die Teile b) und
c) des Tagesordnungspunktes gelte.
Dies sei der Fall.
