28.02.2007 - 8 Anfragen gem. § 6 Abs. 8 der Geschäftsordnung

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Wortprotokoll

Herr Leisten fragt nach neuen Erkenntnissen bezüglich der Spielplatzsituation in der Nahmer.

 

Herr Dr. Schmidt verweist auf den als Tischvorlage ausliegenden Bericht von Herrn Heckrodt und erläutert dazu einen aushängenden Plan. . Er schlägt vor, die Planung eines Kinderspielplatzes mit in die Planung der Gestaltung des Geländes Koenigsee einzubeziehen.

 

(Anm. der Schriftführerin: Der Bericht ist als Anlage der Niederschrift beigefügt.)

 

Herr Buschkühl erkundigt sich nach dem derzeitigen Sachstand bezüglich der Hohenlimburger Str. 100.

 

Herr Königsfeld berichtet, es sei eine Störung eingetreten. Faktisch sei die letzte Löschungsbewilligung erteilt worden, jedoch sei diese juristisch fehlerhaft gewesen. Man gehe davon aus, dass das Verfahren bis zur Sommerpause beendet sei.

 

Herr Leisten fragt, ob es möglich sei, dass jemand sich bis zur Sommerpause erkundige, ob es tatsächlich richtig sei, dass Pit Krause aufgrund vertraglicher Bindung keinerlei Gelder aus dem Topf „Umgestaltung Koenigsee“ für den Bau eines Spielplatzes verwenden dürfe.

 

Herr Königsfeld sagt zu, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

 

Herr Arnusch fragt, welche Sturmschäden in Hagen durch den Orkan „Kyrill“ entstanden seien. Insbesondere interessiere ihn der Kalkbuchenwald im oberen Bereich des Steinbruchs.

 

Herr Heicappell berichtet über eine Katastrophe in den Wäldern, wie sie Hagen noch nicht erlebt habe. Von 6700 ha Waldfläche seien ca. 700 ha zerstört worden. Von den 700 ha seien 130 ha in städtischem Besitz. Von den Privatbesitzern sei vor allem Fürst Bentheim betroffen,  mit 80.000 – 100.000 Festmetern Holz, die am Boden lägen und vermarktet werden müssten. Dem folge der Privatwald im Süden, der durch das Forstamt Schwerte betreut werde mit ungefähr 50.000 – 70.000 Festmetern, hinzu kämen kleinere Flächen wie der des Freiherrn von Höfeln mit 15.000 Festmetern, der RVR mit 10.000 – 12.000 Festmetern. Beim Stadtwald von Hagen rechne man mit ca. 50.000 Festmetern Holz.

Ungefähr habe man 250.000 m³ Holz auf städtischer Fläche liegen. Derzeit habe man große Probleme, die Stadt Hagen bemühe sich seit Eintritt der Katastrophe vehement, woran vor allem Herr Dr. Schmidt und die Untere Landschafts- und Wasserbehörde beteiligt seien, auf kurzem und unbürokratischem Wege, Wasserlagerplätze zu finden. Das gestalte sich ausgesprochen schwer, man stehe in engster Verhandlung mit Stora Enso, die bereit seien, aus dieser Region 1.000.000 Festmeter Holz zu akquirieren und zu vermarkten. Dies gelinge allerdings nur, wenn Nasslagerplätze eingerichtet seien.

Dies koste viel Geld, die Stadt Hagen sei bereit, ggfs. eine Fläche zu kaufen. Es fehle an Hilfe durch Land und Bund. Diese Hilfe gestalte sich seitens der Landesregierung äußerst schwierig, was nicht nachvollziehbar sei. Man stehe vor einer Katastrophe, die scheinbar bei Herrn Rüttgers und seinem Kabinett noch nicht angekommen sei, obwohl eine Bereisung der Schadensgebiete stattgefunden habe. Es gebe ein Forstschädenausgleichsgesetz von 1969, das nur in Kraft gesetzt zu werden bräuchte. Dann sei der Bund verpflichtet, sich an diesen Kosten zu beteiligen. Darüber hinaus gebe es einen Solidaritätsfond der EU, der mit 5 Milliarden Euro gefüllt sei. Sobald es einen Schaden gebe, der die 3 Milliarden-Grenze überschritten sei, trete er in Kraft. Seines Wissens nach sei diese Grenze überschritten, aber der Innenminister sei nicht bereit, beispielshalber die Summen zu benennen, was der Feuerwehreinsatz in der Nacht vom 18.02. auf den 19.02. und darüber hinaus gekostet habe.

Man habe in dieser Region einen Wettlauf gegen die Zeit angetreten, denn aufgrund der milden Temperaturen müsse man in den nächsten Wochen mit einem vermehrten Flug von Baumkäfern rechnen, d.h. alles, was an Resthölzern noch stehe, werde möglicherweise durch Borkenkäferbefall weiter geschädigt werden. Man wisse nicht, was in den nächsten Wochen und Monaten noch an Winden und Stürmen zu erwarten sei, erfahrungsgemäß fielen nach solchen Schadenssituationen noch einmal die gleiche Menge Holz innerhalb der nächsten Jahre. Für die Stadt Hagen könne er sage, dass inzwischen ½ bis 2/3 des liegenden Holzes vermarktet seien. Das Holz gehe in den Fernabsatz, was enorme Transportkosten bedeute. Der Transport gestalte sich schwierig. Die Bahn verfüge über 1400 Waggons, davon seien 800 bis 900 für die Stahlindustrie reserviert, 200 – 300 Waggons seien ständig in Reparatur, d.h. der Forstwirtschaft stünden nur 200-300 Waggons zur Verfügung, das seien 10.000 Festmeter, die abtransportiert werden könnten. Man habe aber landesweit 25 – 30 Millionen Festmeter liegen. Da könne man sich vorstellen, wann unser Wald aufgeräumt sei. Er selbst habe noch 7,5 Jahre Dienst vor sich und hoffe, dass die Zeit ausreiche. Die Folgearbeiten wie z.B. Flächenräumung, Wiederaufforstung oder Wiederherrichtung der Wege und die daraus folgenden Kosten seien seriös noch nicht abschätzbar.

Den Buchenwald Hassley könne er noch nicht beurteilen. Viele Waldflächen seien noch gar nicht begehbar, man kämpfe sich Meter für Meter vor. Erkennbar sei dies in Hohenlimburg vor allem an der oberen Wilhelmstraße, am Tag nach der Sturmnacht hätten seine Mitarbeiter dort ununterbrochen gesägt. Für diesen Einsatz bedanke er sich sehr.

Hier würden außergewöhnliche Arbeitsverfahren nötig, die wieder eingeübt werden müssten. Das ganze Holz stehe unter Spannung. Physisch und psychisch seien Forstmitarbeiter und Feuerwehr an der Grenze.

Derzeit bestehe ein absolutes Betretungsverbot in den Wäldern die Forstbehörde Schwerte habe dies zum 01.02. 07 per Verordnung geregelt. Er versuche, dies lockern zu lassen, damit zumindest die stark frequentierten Waldgebiete auf den Hauptwegen demnächst wieder begehbar sein dürfen.

Man habe eine Fläche der Bahn als Nasslagerfläche in Aussicht, die seit 15 – 20 Jahren brachliege. Die Bahn verlange ca. 600.000 € Pacht pro Jahr, da könne man besser das Holz im Wald liegen lassen. Er wolle damit deutlich machen, mit welchen Schwierigkeiten Herr Dr. Schmidt u.a. zu kämpfen habe. Er bedanke sich an dieser Stelle bei Herrn Dr. Schmidt für seine Unterstützung.

 

Herr Leisten fragt, ob es nicht möglich sei, die Brachflächen der LEG in der Obernahmer als Lagerplätze zu nutzen.

 

Herr Dr. Schmidt erwidert, dies sei eine der ersten Ideen gewesen, man habe auch die Erlaubnis. Das Problem sei, dass die Plätze stark bewässert werden müssten. Aufgrund der Altlasten und der Abflusskapazitäten komme dies erst in Frage, wenn einem gar nichts anderes mehr einfiele.

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Anlagen