31.01.2007 - 3.3 Beschäftigungsprojekte der ARGE bei der Werkhof...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.3
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 31.01.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Dr. Schmidt erläutert die mitversandte Mitteilung und die
ausliegende Tischvorlage als Antwort auf die von Herrn Buschkühl am 08.11.06 gestellte
Anfrage.
(Anm. d. Schriftführerin: Die
Tischvorlage ist als Anlage der Niederschrift beigefügt.)
Angesichts der vorliegenden Zahlen könne man durchaus über die
Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen diskutieren. Andererseits bewiesen diese aber
auch, dass wenn jemand die Maßnahmen bis zum Ende durchführe und vom Werkhof
betreut werde, eine Chance habe, auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Arbeitsplatz
zu bekommen. Da sei die Zahl 111 ein sehr gutes Ergebnis.
Herr Buschkühl interessiert, wie viele Personen zwischendurch die
Maßnahme verlassen hätten. Dies relativiere die Erfolgsquote. Zweitens wüsste
er gern, wie teuer die Maßnahme gewesen sei, um zu sehen, ob die
Preis-Leistungs-Relation stimme.
Herr Dr. Schmidt erwidert, ungefähr könne man mit 500,00 € pro
1€-Kraft rechnen. Wenn man dies mit 6 und dann noch einmal mit 111
multipliziere, sei man ungefähr bei der investierten Summe. Hinzu kämen dann
noch die Regelleistungen und die Kosten für die Unterkunft etc. Er halte dies
für gut angelegtes Geld.
Herr Buschkühl erkundigt sich noch einmal nach der Gesamtzahl, die diese
Maßnahme begonnen habe.
Herr Schmidt hat diese Zahlen nicht mitgebracht.
Herr Buschkühl möchte diese dann in der nächsten Sitzung erfahren.
Herr Sondermeyer bedankt sich für die ausführliche Aufstellung. Es sei
toll, dass 111 Menschen einen Arbeitsplatz hätten, auch wenn er diese kritisch
hinterfrage. Generell halte er 1€-Jobs für Unfug, mit dem Geld könne man
sinnvollere Dinge tun. Dr. Schmidt wolle die Kosten für die Unterkunft unter 46
Millionen Euro senken. Das halte er für interessant, da der Bund ja eine
Erhöhung der Kostenbeteiligung in diesem Bereich zugesagt habe. Er frage sich,
ob diese Mehreinnahme dann in den Swap-Ladder-Rechnungen verschwinde.
Herr Dr. Schmidt antwortet, dass Herr Sondermeyer dies als Ratsmitglied
eigentlich wissen müsse und sich diese Frage eigentlich selbst beantworten
könne. Der Rat habe seinerzeit 5 Millionen Euro Konsolidierung in das
Konsolidierungskonzept für die Sozialverwaltung hineingeschrieben. Nach
Gründung der ARGE seien diese auf die ARGE übertragen worden. Dies sei die
Sachlage.
Herrn Leisten stellt sich die Frage, ob die reduzierte Anzahl an
Arbeitskräften lediglich der Realität angepasst worden sei oder ob zu
befürchten sei, dass diese neuen Planzahlen wiederum dazu führten, dass nur ein
Bruchteil dieser neuen Planzahlen dem Werkhof zugeführt würden. Zweitens fragt
er, ob es seitens des Werkhofes eine Reaktion auf diese Entscheidung bezüglich
der eigenen Wirtschaftlichkeit in naher Zukunft gebe.
Herr Dr. Schmidt erwidert, der Aufsichtsrat des Werkhofes habe sich
intensiv mit der wirtschaftlichen Perspektive befasst, es seien daraufhin Leute
entlassen worden. Es würden auch ggfs. weitere Entlassungen anstehen, wenn
nicht das nötige wirtschaftliche Ergebnis erreicht werden könne, was unter
anderem auch von solchen Zuweisungen abhänge. Man wolle versuchen, dass es
dieses Mal nicht zu einem Einbruch komme in dem Zeitraum, in welchem eine
Maßnahme ende und eine neue beginne. Im Jahresergebnis sollten ungefähr 600
Plätze ständig besetzt sein, was zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit
entscheidend beitragen könne.
Herr Strüwer bemerkt, es sei auffällig, dass vergangene Maßnahmen des
Werkhofes in den Nachbargemeinden mit sehr viel Zustimmung aufgenommen und
entsprechend aufgebaut würden, während in Hagen durch die ARGE ein
entgegengesetzter Weg gegangen werde, was enttäuschend sei. Er frage nun Herrn
Dr. Schmidt, wie viele Personen die Beschäftigungsmöglichkeiten nicht nutzten,
weil sie trotz Absprache mit ihrem Arbeitsvermittler gar nicht erst dort ankämen
oder die Maßnahme ohne triftigen Grund abbrächen. Er wolle gern wissen, ob es
in diesen Fällen zu Leistungskürzungen komme.
Herr Dr. Schmidt erwidert, er selbst habe während der letzten
Trägerversammlung exakt diese Frage Herrn Rumberg gestellt und warte derzeit
noch auf Antwort. Sobald er dies wisse, werde er es zusammen mit den anderen
gewünschten Zahlen zur Kenntnis geben.
Herr Dr. Neimeier widerspricht Herrn Buschkühl und Herrn Sondermeyer. Das
Problem, Millionen von Arbeitslosen sinnvoll in Arbeit zu bringen, lasse sich
nicht auf mathematische Spielereien reduzieren. Wenn man 1€-Jobs generell
als unsinnig bezeichne, müsse man die Frage stellen, was Herr Sondermeyer denn
anzubieten habe. Von der PDS brauche man nun wirklich keine Ratschläge in der
Frage, was man mit den Arbeitslosen machen solle.
Frau Sauerwein äußert ihr Verständnis darüber, nicht gern für einen
Euro/Std. arbeiten gehen zu wollen und meint, die Arbeitsagentur sei ja stolz
auf die seit Jahresbeginn vorgenommenen Kürzungen, insoweit brauche sich Herr
Strüwer keine Gedanken zu machen.
Herr Strüwer wirft ein, es gehe ihm darum, dass die
Beschäftigungsangebote angenommen würden.
Frau Sauerwein erwidert, überall gebe es sinnvolle Arbeit, aber das
Problem sei, dass kein Geld für Arbeitskräfte ausgegeben werden wolle oder könne.
Arbeit sei vorhanden.
Sie wolle nun wissen, ob in die zu senkenden Kosten für die Unterkunft
die gestiegenen Energiekosten mit einbezogen worden seien.
Herr Dr. Schmidt antwortet, niemand müsse trotz der
Konsolidierungsvorgabe befürchten, nicht das zu bekommen, was ihm zustehe.
Herr Buschkühl antwortet Herrn Dr. Neimeier, er habe nichts dagegen, dass
Menschen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt würden, im Gegenteil. Trotzdem
müsse die Frage gestattet sein, wie teuer dies sei. Eventuell müssten andere
Maßnahmen vorzuziehen sein.
