31.01.2007 - 6.1 Zukunftskonzept Lennebad
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 31.01.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Hulvershorn begrüßt Herrn Grünhagen.
Herr Leisten hofft, dass Herr Grünhagen mehr an Informationen mitbringe,
als die Mitarbeiter von Hagenbad in den vergangenen Sitzungen. In Hohenlimburg
hätte man gern die Gewissheit, auch in Zukunft ganzjährig schwimmen zu können.
Dazu müsste das Hallenbad nicht nur für Schulen und Vereine, sondern auch für
die Öffentlichkeit erhalten bleiben.
Herr Grünhagen bedankt sich für die Einladung und bemerkt, er sei an den
vorangegangenen Sitzungstagen verhindert gewesen. Daher habe in der letzten
Sitzung, als zwei seiner Mitarbeiter anwesend gewesen seien, die Zukunft des
Lennebades eigentlich ausgeklammert bleiben sollen.
Man wolle in Hohenlimburg ein vernünftiges Angebot bieten, unterliege
aber auch politischen Vorgaben und Rahmenbedingungen, die Hagenbad in ein enges
Korsett zwängten. Derzeit habe man einen Zuschussbedarf in Höhe von ungefähr 1
Mio. €, der bis 2009 gedeckt sei. Die jetzige Situation, auch mit den nun
leicht abgeänderten Öffnungszeiten sei die nächsten zwei Jahre tragfähig. Anschließend
werde nur noch ein Zuschuss in Höhe von jährlich 500.000,00 € zugestanden.
Es werde dann schwierig, für die Hälfte des Zuschusses das gleiche Angebot
aufrecht zu erhalten. Man sehe allerdings einen guten Ansatzpunkt in
Zusammenarbeit mit dem HSV und dem Freibad Henkhausen. Man hoffe, mit einer
guten Kooperation zwischen Freibad Henkhausen und dem Lennebad ein gutes
Angebot auch über 2010 hinaus anbieten zu können. Man habe sich zu diesem Thema
schon ein-, zweimal getroffen, prinzipiell bestehe seitens des HSV die Bereitschaft
zur Zusammenarbeit. Bis Mitte des Jahres wolle man zwei oder drei verschiedene
Konzeptvorschläge ausarbeiten, eventuell könne man auch bürgerliches Engagement
mit einbeziehen. Der zentrale Punkt seien die Personalkosten.
Man habe nun zwei bis zweieinhalb Jahre Zeit, über Lösungsmöglichkeiten
zu sprechen. Da die Zeit schnell vergehe, sei es sein Ziel, noch in diesem Jahr
zumindest zu einer Zielrichtung zu kommen.
Herr Strüwer fragt nach möglichen Auswirkungen auf den Vereins- und
Schulsport. Er habe der Presse entnommen, dass in Haspe eine Traglufthalle
entstehen solle, sobald der erste Spatenstich beim Zentralbad erfolgt sei, um
den Vereins- und Schulsport zu kompensieren. Es interessiere ihn, ob auch
Auswirkungen auf die Nutzungszeiten des Lennebades zu erwarten seien. Außerdem
hätte er gern Informationen über eine Nachnutzung des Geländes am
Kirchenbergbades. Als letzten Punkt wolle er gern wissen, ob es seitens des
Aufsichtsrates Signale gebe, das Lennebad in der von Herrn Grünhagen vorgestellten
Weise mit einer Zuschusssumme 500.000,00 € + X auch für die Öffentlichkeit
zu erhalten.
Herr Grünhagen erwidert, sobald die Traglufthalle am Ischeland
geschlossen sei, benötige man schon allein für den Wasserballsport eine
Ausweichmöglichkeit in ein Schwimmbad mit einer Bahnlänge von mehr als 25m. Theoretisch
bestehe die Möglichkeit, in eine andere Stadt auszuweichen, was aber unter den
Gesichtspunkten Kosten, Aufwand und Identifikation mit einer Stadt nicht die
beste Lösung sei. Aus diversen Gründen käme für eine Tragluftlösung das Freibad
Hengsteysee gar nicht in Betracht, Hestert/Haspe hingegen nur mit Zusatzaufwand,
was jedoch prinzipiell möglich sei. Nach Gesprächen mit dem HSV bevorzuge man
derzeit eine Tragluftlösung in Henkhausen. Gestern habe er die Information
erhalten, dass dies möglich sei. Hagenbad würde dem HSV die Halle zur Verfügung
stellen und die Betriebskosten für den Winter übernehmen, wobei der HSV dann
die technische Betreuung übernehmen müsse. Kooperation sei sehr wichtig, denn
würde das Henkhausener Bad von Hagenbad als Betreiber übernommen, wäre Hagenbad
als kommunaler Betrieb aufgrund seiner Vorgaben gezwungen, auch dieses Bad zu
schließen und zu erneuern wie an anderen Standorten auch. Ein öffentlicher
Betreiber unterliege anderen Auflagen als ein privater Betreiber. Der HSV sei
gern bereit, diesen Anteil beizutragen. Allein die Miete dieses Tragluftzeltes
koste 150.000,00 € pro Wintersaison, wobei die Energiekosten noch nicht
einberechnet seien. Das Thema Lennebad sei fest im Konzept, das Lennebad solle
langfristig fortbetrieben werden. Eventuell bekomme das Zentralbad keinen
Sprungturm, daher bekomme das Lennebad auch im Hinblick auf das Ablegen von
Sportabzeichen eine besondere Bedeutung. Aufgrund von Sturmschäden werde das Boeler
Bad voraussichtlich für 4-6 Wochen geschlossen werden, die Dachkonstruktion
müsse repariert werden. Eventuell müsse das Lennebad aushelfen. Er könne sich
vorstellen, dass es schwierig werde, mit 500.000,00 € Zuschuss
langfristig auszukommen. Eher werde man mehr Geld brauchen. Wenn ein
vernünftiges Konzept vorliege, werde er sich persönlich dafür einsetzen, noch
einmal mit der Hagener Politik zu sprechen und dafür zu werben, noch einen
gewissen Freiraum zu bekommen. Letztlich sei dies jedoch eine politische
Entscheidung.
Herr Niederköppern hält es nicht für günstig, das Lennebad an Samstagen
bereits um 15.00 Uhr zu schließen.
Herr Arnusch ist schon neugierig auf das Konzept, gern würden dann noch
Ideen mit eingebracht.
Frau Fischbach vermisst noch die Antwort auf die Frage nach der
zukünftigen Verwendung des Kirchenbergbad-Geländes.
Herr Grünhagen antwortet, dass alles, was über die derzeitigen
Öffnungszeiten hinausgehe, nicht mehr im Zwei-Schicht-Betrieb zu realisieren
sei. Entweder müsse man dann in drei Schichten arbeiten oder bestimmte Dinge
weglassen. Man könne z.B. länger öffnen, dafür aber die Sauna komplett
schließen, was schade wäre. Aktuell könne man die Leistungen nicht weiter
ausbauen.
Über das Kirchenberggelände sollte im Dialog entschieden werden, das
Gelände gehöre der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft. Ein
Vermarktungserlös sei in keine Konzeption mit hineingerechnet. Aktuelle
Situation sei, dass zunächst ein Rückfallrecht an die Stadt Hagen bestehe, also
ein Rückkaufrecht. Die Stadt Hagen sei angeschrieben worden, es liege derzeit
aber noch keine Antwort vor. Es sei wichtig, die notwendigen Rückbaumaßnahmen
durchzuführen, die bei jedweder Nachnutzung nötig seien. Die entsprechenden
Genehmigungsverfahren seien eingeleitet worden.
Herr Leisten ist positiv überrascht, dass geplante Bitten und Forderungen
an Hagenbad im Vorfeld schon aufgegriffen worden seien. Er sehe hier eine
positive Entwicklung. Er wolle wissen, ob er es richtig verstanden habe, dass
der öffentliche Betrieb im Lennebad fester
Bestandteil der Planung über 2010 hinaus sei.
Herr Grünhagen meint, dies sei immer das Ziel gewesen. Ehrlicherweise
könne er keine Zusagen machen, da er derzeit noch keine Lösung vorliegen habe.
Wenn man den Zuschuss auf 500.000,00 € - 600.000,00 € senken wolle,
müsse es zu Einschränkungen kommen. Der Umfang der Einschränkungen hänge vom
Gesamtkonzept ab. Das Hauptproblem seien die Personalkosten.
Herr Sondermeyer fragt, ob das Personal vom Kirchenbergbad nicht im Lennebad
eingesetzt werden könne. Er wolle außerdem wissen, ob Herr Grünhagen den
Fortbestand des Lennebades über 2010 hinaus garantieren könne.
Herr Grünhagen meint, auch wenn man das Personal aus dem Kirchenberg im
Lennebad beschäftigen würde, koste es Geld. Zudem habe man in den letzten 3,5
Jahren bei Hagenbad über 20 Mitarbeiter und parallel dazu noch die
Fremdbeschäftigung abgebaut. Derzeit könne man mit dem vorhandenen Personal das
jetzige Angebot abdecken.
Zusätzliche Saisonkräfte bedeuteten Zusatzaufwand.
Er könne keine Zusage machen, Eigentümerin sei die Stadt Hagen als
Gesellschafterin. Er könne nur sagen, dass das Konzept eine Schließung nicht
vorsehe. Die Frage sei, wie man wirtschaftlich das Beste herausholen könne.
Herr Arnusch meint, vielleicht könne Herr Grünhagen im Rahmen der
Konzepterstellung der BV den Umfang von Personal- und Betriebskosten nennen, um
eine bessere Vorstellung zu bekommen.
Herr Leisten bittet um eine kurze Unterbrechung.
Herr Grünhagen möchte gern, dass der Punkt „Außenbereich
Lennepark“, zu welchem er selbst auch gehört werden sollte, mit diesem
Punkt zusammengezogen werde.
Die Sitzung wird von 19.00 Uhr bis 19.10 Uhr unterbrochen.
Herr Leisten stellt fest, dass man unter den gegebenen Voraussetzungen
Herrn Grünhagens Ausführungen durchaus zustimme. Er fasst Herrn Grünhagens
Aussagen noch einmal kurz zusammen. Herr Grünhagen sehe gute Chancen, noch vor
der Sommerpause einen Sachstandsbericht über die Gespräche mit den
Hohenlimburger Wassersportvereinen zu geben, im Herbst oder frühen Winter könne
man dann über das Konzept befinden. Er fragt, ob hierzu ein Beschluss nötig
sei. Man könne dies auch im Raum stehen lassen.
Herr Königsfeld erläutert, wenn Einvernehmen bestehe und dies im
Protokoll festgehalten werde, sei ein Beschluss nicht notwendig.
Herr Leisten verweist auf ein Problem. Es habe von Hagenbad das Angebot
gegeben, den Außenbereich des Lennebades umzugestalten, was eine
Attraktivitätssteigerung bringen sollte. Durch die Neukonstellation Winterbetrieb/Hallenbad
und Sommerbetrieb/Henkhausen mache eine Ausstattung des Außenbereichs des
Lennebades mit Sommerbetriebsmitteln wenig Sinn. Insofern würde dann der
Lennebad-Innenhofgestaltung im Zuge der Lennepark-Neugestaltung nichts mehr im
Wege stehen.
Herr Arnusch sieht das ähnlich, nun sei die Konzeption abzuwarten.
Herr Grünhagen spricht die unter TOP I.6.5. genannte Verlegung der
Basketballkörbe an. Die Basketballkörbe können zur Verfügung gestellt werden
mit der Bitte, diese durch die GIV aufstellen zu lassen.
Ansonsten bedanke er sich für das konstruktive Gespräch, er hoffe, dass
man nun gemeinsam für Hohenlimburg eine
vernünftige Lösung realisieren könne. Hagenbad werde sich darum bemühen.
