25.10.2007 - 3 Mündlicher Bericht zur Haushaltslage
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 25.10.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:05
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Gerbersmann gibt den "Bericht zur Haushaltslage"
ab (Anlage 1 der Niederschrift).
Er weist darauf hin, dass der Förderantrag für
die Finanzierung des Mentors gestellt wurde und mit der Kommunalaufsicht nun
das Findungsverfahren besprochen wird.
Herr Weber greift den Bericht des Kämmerers im Hinblick auf den erheblichen Anstieg
der Gewerbesteuer in anderen Städten auf. Er möchte wissen, ob bekannt ist, warum
Hagen und andere Städte, wie z. B. Essen, nicht in den Genuss deutlich
steigender Gewerbesteuer kommen. Als der Regierungspräsident die vergleichende
Vorstellung der Zahlen der Stadt Hamm vorgenommen hat, haben der
Regierungspräsident und Herr Gerbersmann übereinstimmend festgestellt, dass die
Sachkosten in Hagen - gemessen an Hamm - überdimensional gestiegen sind und Herr
Weber möchte wissen, woraus dies resultiert. Der Regierungspräsident hatte die
Entwicklung der Stadt Hamm wegen ihrer Konsolidierung und der wirtschaftlichen
Entwicklung besonders positiv geschildert. Daher möchte Herr Weber wissen, ob
die Verwaltung mittlerweile Ergebnisse der vergleichenden Prüfung (Hamm -
Hagen) vorliegen hat.
Herr Gerbersmann erklärt, dass die Gründe für die Stagnation der
Gewerbesteuer in Hagen - im Vergleich mit anderen Städten - nicht leicht
auszumachen sind. Es lässt sich feststellen, dass andere Kommunen seit den
neunziger Jahren kaum Veränderungen bei der Gewerbesteuer erfahren. Als
Beispiel nennt er hierfür die Stadt Essen, die kontinuierlich über rd. 300 Mio.
€ Gewerbesteuereinnahmen verfügt und weder den Einbruch, den die Stadt
Hagen und andere Kommunen in 2003/2004 zu verzeichnen hatte, noch die
erhebliche Steigerung in 2005/2006 mit vollzogen hat. Genau wie Hagen, hat
derzeit auch die Stadt Bochum einige Gewerbesteuerabmeldung vorliegen. Läge
Hagen nicht eine Abmeldung in Höhe von rd. 15 Mio. € vor, so würde sie
sich mit rd. 105 Mio. € Gewerbesteuer auf einem für sie verhältnismäßig
hohen Niveau stabilisieren.
Bezüglich des Auseinanderdriftens in der
grafischen Darstellung der Städte Hagen und Hamm am Beginn der Präsentation von
Herrn Regierungspräsident Diegel, bittet er Herrn Koch um entsprechende
Ausführungen.
Herr Koch erläutert, dass es sich um ein Versehen handelt. In den Jahren 1997/1998
wurde eine Umgruppierung von Ausgaben vorgenommen, die im Haushaltsjahr 1997
vom LDS nicht nachvollzogen wurde. 1998 waren die Umgruppierungen dann erfasst.
Wären die Daten direkt in 1997 richtig übernommen worden, so wären auch in
diesem Jahr die Kurven, wie in den anderen Schaubildern, parallel mit denen der
Stadt Hamm verlaufen.
Aufgrund der Tatsache, dass die Gewerbesteuer positiven
und negativen Schwankungen unterworfen ist, hält Herr Thielmann diese
zur Haushaltsfinanzierung für ungeeignet. Er möchte wissen, ob Herr Gerbersmann
seine Auffassung teilt, dass der Gewerbesteueranstieg im ersten Amtsjahr des
Kämmerers zu einer Absenkung der Schlüsselzuweisungen geführt hat und eine
sinkende Gewerbesteuer wiederum die Schlüsselzuweisungen steigen lässt.
Herr Gerbersmann stimmt den Betrachtungen zu den Schlüsselzuweisungen
von Herrn Thielmann zu und führt aus, dass für 2008 mit Schlüsselzuweisungen
von rd. 18 Mio. € gerechnet werden kann. Sollte die Gesamtverteilmasse
des GFG erhöht werden, könnte die Schlüsselzuweisung für Hagen noch etwas höher
ausfallen. Nach 2008 wird die Verwaltung nur noch die Orientierungsdaten des
Landes fortschreiben, da die Gewerbesteuer nicht mehr anders zu prognostizieren
sein wird.
Herr Dr. Schmidt ergänzt, dass man bei entsprechender Betrachtung
zu dem Ergebnis kommt, dass Hagen sich in den letzten Jahren bei der
Gewerbesteuer im Mittelfeld der NRW-Kommunen bewegt hat. Im regionalen
Wirtschaftsförderungsprogramm ist die Stadt Hagen aus der höchsten Förderstufe
herausgefallen, weil es ihr - gemessen am Gewerbesteueraufkommen - zu gut geht.
Gegen diese Vorgehensweise wurde beim Wirtschaftsministerium protestiert, was
jedoch nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat.
Zur Vergleichbarkeit der Finanzentwicklung in
Hagen und Hamm hat Herr Dr. Ramrath auf die Bewertung des Zahlenwerks
durch die Verwaltung gewartet. Er stimmt zu, dass es bei der Betrachtung von
Detailfragen durchaus sein kann, dass eine Vergleichbarkeit gegeben ist, weist
aber darauf hin, dass sich die Stadt Hagen unter dem Strich in einer ungleich
schlechteren finanziellen Situation befindet. Auch der Kassenkreditbedarf Hagens
ist weit von dem der Stadt Hamm entfernt. Er hält es daher nicht für richtig zu
überlegen, warum die Darstellung der Personalkosten falsch aufgebaut war. Es
sollte geprüft werden, worin die Auseinanderentwicklungen begründet liegen, um
hier für eine Veränderung ansetzen zu können. Sollte eine Analyse zeigen, dass
die Stadt Hamm positive Lösungsansätze für die Steuerung ihrer Personalkosten
gefunden hat, so sollte man versuchen, sich diese zu Nutze machen.
Herr Gerbersmann stimmt Herrn Dr. Ramrath bezüglich der von ihm
vorgeschlagenen Vorgehensweise zu. Herr Gerbersmann hatte mit seinen
Ausführungen verdeutlichen wollen, dass die Verwaltung den beim Vergleich der
Haushalte beider Städte festgestellten Unterschieden Stück für Stück nachgeht.
Er sichert zu, dass eine Ursachenanalyse betrieben wird.
Aus personal- und organisatorischer Sicht erklärt
Herr Dr. Bleicher, dass auch in seinem Vorstandsbereich
Ursachenforschung dahingehend betrieben wird, festzustellen, warum die
Personalkosten in Hamm rd. 30 Mio. € niedriger, als in Hagen liegen. Dabei
sollen auch Beispiele gesucht werden, die auf Hagen übertragen werden können.
Er weist darauf hin, dass die Gemeindeprüfungsanstalt derzeit Benchmarks
aufstellt und hält es für sinnvoll, sich auch diesen interkommunalen Vergleich
zu Nutze zu machen.
Anlagen
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(wie Dokument)
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