26.04.2007 - 6.6 Werkhof gem. GmbH und Hagener Werk- und Dienstl...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.6
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 26.04.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:27
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/BC Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Thomas Schüßler
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Dr. Schmidt erklärt, dass der Aufsichtsrat der Werkhof gem.
GmbH und der eingetragene Verein ihre Zustimmung gegeben haben.
Die Fraktion Die Linke.PDS lehnt den Verwaltungsvorschlag
ab, teilt Herr Sondermeyer mit. Er begründet dies damit, dass er in der
Werkhof gem. GmbH Umstrukturierungsmaßnahmen, z. B. im Geschäftsführerbereich,
nicht erkennen kann. Hauptkritikpunkt seiner Fraktion ist jedoch, dass der
Werkhof eine zu starke Konkurrenz für den ersten Arbeitsmarkt darstellt. Er
weist darauf hin, dass diesbezüglich auch Kritik aus den Reihen der
Handwerkerschaft geäußert wird.
Herr Thielmann weist auf die Erfolge des Werkhofs und seine Verdienste für Hagen (z. B.
Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt) in den letzten
Jahren hin. Er hält es nicht für richtig, hier die vor vielen Jahren geäußerte Handwerkerkritik
erneut ins Feld zu führen, die seit geraumer Zeit bereits verstummt ist. Herr
Thielmann erklärt, dass auch in dem seitens der Politik mit der
Kreishandwerkerschaft geführten Gespräch keine Kritik über den Werkhof laut
geworden ist, zumal das Handwerk auch vom Werkhof dahingehend profitiert, dass
es Aufträge von diesem erhält. Herr Thielmann befürwortet im Namen der
FDP-Fraktion die Eingliederung des Werkhofs in die HVG.
Frau Priester-Büdenbender bestätigt die Aussage von Herrn Thielmann. Es
wurde zwischen Politik und Handwerk vereinbart, weitere Gespräche zu führen und
dabei festzulegen, wie man weiter aufeinander zugehen kann.
Der Werkhof ist ein Instrument der Stadt, um
aktiv Qualifizierungs- und Beschäftigungspolitik zu betreiben, so der Hinweis
von Herrn Strüwer. Er führt weiter aus, dass ein Großteil der Personen
in Hagen, die ohne Beschäftigung sind, schwer vermittelt werden können,
Langzeitarbeitslose sind oder einfach älter. Er hält es für eine Pflichtaufgabe
der Stadt, sich in diesem Bereich zu engagieren. Dieses Engagement ist in den
vergangenen Jahren sehr erfolgreich gewesen. Jetzt gibt es eine große
Unzufriedenheit, die nicht zuletzt mit dem Verhalten der ARGE zusammenhängt.
Herr Strüwer kritisiert hier deutlich, dass die ARGE eine Politik betreibt, die
es ihr ermöglicht, am Jahresende große Beträge an die Bundesagentur für Arbeit
zurück zu überweisen, statt nachhaltig gegen die Arbeitslosigkeit anzuarbeiten.
Er nennt Beispiele, wo sich deutlich die gute Arbeit des Werkhofs zeigt (z. B.
in der Obernahmer) und stellt die Frage, wie die Alternative aussehen würde,
wenn der Werkhof hier nicht tätig wäre.
Frau Machatschek unterstützt die Aussagen von Herrn Strüwer und
untermauert diese mit weiteren Beispielen.
Dem schließt sich Herr Riechel an, der
darauf hinweist, dass der Werkhof nicht für die Zuweisungspolitik der ARGE
verantwortlich gemacht werden kann und dass ihm aus dem Liquiditätsproblem
herausgeholfen werden muss. Gleichwohl mahnt er an, dass eine neue
Grundstruktur gefunden werden muss, damit die Bemühungen des Werkhofs auch
nachhaltig sein können. Er sieht, dass sich durch die hier vorgeschlagene Konstruktion
Chancen für den Werkhof ergeben.
Herr Sondermeyer erläutert zur Klarstellung, dass er nicht den
Werkhof grundsätzlich ablehnt, sondern dass er mit seinem Wortbeitrag die Frage
aufwerfen wollte, zu überlegen, nicht nur auf den Einsatz von 1
€-Arbeitskräften zu setzen. Er hält es für notwendig, die
Eingliederungsmöglichkeiten, die das Sozialgesetzbuch bietet, stärker auszuschöpfen.
Es geht darum, einen neuen, strukturellen Weg für
den Werkhof zu finden, teilt Herr Röspel mit. Das Klientel des Werkhofs
soll befähigt werden, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse
einzugehen. Seiner Ansicht nach muss man sich jedoch bewusst sein, dass nicht
alle Betroffenen auf dem ersten Arbeitsmarkt untergebracht werden können,
weshalb es einen sog. "dritten Arbeitsmarkt" geben muss. Herr Röspel
weist darauf hin, dass der Werkhof Nischen im Holz- und Energiebereich besetzt
und wirbt dafür, alle Akteure bei diesem auf zwei Jahre befristeten Konstrukt
zu unterstützen.
Da es keine weiteren Wortmeldungen gibt, teilt Herr
Oberbürgermeister Demnitz mit, dass Frau Petra Priester-Büdenbender als
stimmberechtigte Vertreterin vorgeschlagen ist.
Weitere Vorschläge gibt es nicht.
Beschluss:
Der Rat der Stadt Hagen beschließt,
I. 26 % der Anteile an der Werkhof gem. GmbH zum Nennwert von 13.293,59 € an die HVG zu verkaufen.
II. Frau Petra Priester-Büdenbender
als stimmberechtigte Vertreterin der Stadt Hagen zu den noch anzuberaumenden Gesellschafterversammlungen der HaWeD GmbH, der Werkhof gem. GmbH sowie der Hagener Versorgungs- und Verkehrs mbH (HVG) zu entsenden.
Sie wird beauftragt,
1. in der Gesellschafterversammlung der HaWeD GmbH dem Verkauf des 51 %- igen Anteils des Werkhof Hohenlimburg e. V. an der HaWeD GmbH zum Nennwert von 12.750,- € an die HVG zuzustimmen,
2. in der Gesellschafterversammlung der HVG dem Kauf des Gesellschaftsanteils des Werkhof Hohenlimburg e. V. an der HaWeD GmbH in Höhe von 51 % zum Nennwert von 12.750,- € zuzustimmen sowie dem Kauf von 26 % Anteilen der Stadt Hagen an der Werkhof gem. GmbH zum Nennwert von 13.293,59 € zuzustimmen. Darüber hinaus wird dem Kauf der 25 %-Punkte der Anteile der Werkhof Hohenlimburg e. V. an der Werkhof gem. GmbH zum Nennwert von 12.782,30 € zugestimmt,
3. in der Gesellschafterversammlung der Werkhof gem. GmbH der Übertragung von 26 % Anteilevon der Stadt Hagen an der Werkhof gem. GmbH zum Nennwert von 13.293,59 € an die HVG zuzustimmen. Darüber hinaus der Veräußerung von 25 % der Anteile der Werkhof Hohenlimburg e.V. an der Werkhof gem. GmbH zum Nennwert von 12.782,30 € ebenfalls an die HVG zuzustimmen.
II. Die Verwaltung wird beauftragt, das erforderliche Anzeigeverfahren bei der Bezirksregierung Arnsberg durchzuführen.
Die Beschlüsse sind bis zum 30.09.2007 umzusetzen.
Anlagen zur Vorlage
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