26.04.2007 - 2 Mündlicher Bericht über die Tätigkeit der Wirts...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 26.04.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:27
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Dr. Schmidt informiert darüber, dass die 10. Hagener
Europawochen vom 05.05. bis 24.05.2007 stattfindet. Er dankt Frau Blania für
die geleistete Arbeit.
Unter Bezugnahme auf dem Empfehlungsbeschluss der
Bezirksvertretung Mitte vom 24.04.2007, das Thema "Autohof" nicht
weiter zu verfolgen, äußert Herr Dr. Schmidt als Geschäftsführer der
Wirtschaftsförderung Hagen sein Befremden über das Vorgehen. Er weist darauf
hin, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar ist, ob ein solches Projekt an
dieser Stelle positiv oder negativ zu werten sein wird. Es wurde am 25.04.2007 erstmalig
die Planung seitens der Investoren in einem kleinen Kreis vorgestellt. Diese
ist durchaus so interessant, dass Herr Dr. Schmidt den Vorsitzenden des
Stadtentwicklungsausschusses gebeten hat, die Vorstellung der Planung
voraussichtlich in der Juni-Sitzung zu ermöglichen. Er macht deutlich, dass es
auch bezogen auf andere Investoren kein gutes Signal ist, wenn ohne Unterredung
und ohne jegliche Gelegenheit der Vorstellung eines Projektes sich politische
Mehrheiten dagegen formieren.
Herr Asbeck erklärt, dass sich der Stadtentwicklungsausschuss in der Juni-Sitzung
mit dem Beschluss der Bezirksvertretung Mitte befassen wird und bittet dafür
Sorge zu tragen, dass bei dieser Gelegenheit die Planung seitens des Investors
vorgestellt werden kann, um es den Ausschussmitgliedern zu ermöglichen, eine
ausgewogene Entscheidung treffen zu können.
Der Rat der Stadt Hagen hat beschlossen, dass die
Haßleyer Insel für Gewerbezwecke entwickelt wird. Dies geschah in dem Wissen,
dass Hagen über wenig Gewerbegebiete verfügt, führt Herr Thielmann aus.
Dies hat seiner Ansicht nach der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Hagen
auf der Messe in München zum Anlass genommen, auf entsprechende Anfrage seitens
der potentiellen Betreiber eines Autohofes zu reagieren, indem er die
betreffende Fläche als möglichen Standort in Aussicht gestellt hat. Herr
Thielmann erklärt, dass er keine Notwendigkeit sieht, die Planung für einen
Autohof vorstellen zu lassen, da Autohöfe bereits bundesweit existieren und
betrachtet werden können, so dass eine auf das Grundstück abgestimmte
Darstellung entbehrlich ist. Insofern hält er den Beschluss der
Bezirksvertretung Mitte für richtig, dem Investor möglichst frühzeitig zu
signalisieren, was an diesem Standort nicht gewünscht ist. Er bittet daher, den
Beschluss der Bezirksvertretung Mitte zu respektieren.
Herr Meier erklärt sein Erstaunen darüber, wie in dieser Sache mit Grundstückseigentümern
und Investoren umgegangen worden ist. Sie haben seiner Ansicht nach einen
Anspruch auf eine sachgerechte Diskussion. Diese ist jedoch nur möglich, wenn
die Informationen für eine Diskussion auf dem Tisch liegen. Herr Meier war bei
der Vorstellung der Planung bei der Wirtschaftsförderung Hagen am 25.04.2007
anwesend und war positiv überrascht. Er gesteht zu, dass es sich bei der
Ansiedlung eines Autohofes nicht um eine Ideallösung handelt, weist aber
nochmals darauf hin, dass Grundstückseigentümer und Investoren das Recht haben,
angehört zu werden.
Die Fraktion Bürger für Hagen hat sich bereits
vor Wochen gegen einen Autohof auf der Haßleyer Insel ausgesprochen, teilt Herr
Marscheider mit. Dies bedeutet für seine Fraktion jedoch nicht, dass ein
Autohof in Hagen generell abgelehnt wird. Daher habe seine Fraktion die
Verwaltung gebeten, die Standorte Böhfeld und Staplack alternativ zu prüfen.
Herr Sondermeyer kann die Haltung, die dem Investor hier entgegen
gebracht worden ist, nicht nachvollziehen. Die Stadt Hagen klagt, so Herr
Sondermeyer weiter, über den Weggang von Firmen, den Wegfall von Arbeitsplätzen
und darüber, dass es keine Neuansiedlungen im erforderlichen Umfang gibt. Er
hält es daher für sinnvoll, Gespräche zu führen und sich das Projekt zunächst
anzusehen, bevor man eine Entscheidung trifft.
Aus Sicht von Herrn Riechel geht es sich
hier um den sorgfältigen Umgang mit knappen Gewerbeflächen, deren Entwicklung
beschwerlich war. Er weist darauf hin, dass die Ansiedlung eines Autohofes auch
unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten von vielen Menschen kritisch
gesehen wird, da Autohöfe nur in geringem Umfang Arbeitsplätze schaffen, dafür
aber ein zusätzliches Umweltproblem entstehen lassen, das die Stadt Hagen
gerade versucht, in den Griff zu bekommen. Seiner Ansicht nach sollte für diese
Fläche anderes Gewerbe gesucht werden.
Herr Dr. Schmidt weist darauf hin, dass es ihm darum geht, in
Gesprächen mit dem Investor zu bleiben. Stellt sich dabei heraus, dass ein
Autohof für Hagen bzw. an dieser Stelle nicht in Frage kommt, so kann dies auch
ein Ergebnis sein. Bezogen auf den Wortbeitrag von Herrn Marscheider erklärt
Herr Dr. Schmidt, dass er zum jetzigen Zeitpunkt keine anderen Flächen ins
Gespräch bringen wird, um nicht zusätzliche Unruhe in der Bevölkerung zu
schüren. Die Firma Eurorast hat signalisiert, trotz der schwierigen Rahmenbedingungen
an dem Projekt weiter arbeiten zu wollen.
Frau Neuhaus erinnert daran, dass bereits im Beschwerdeausschuss die Thematik angesprochen
wurde, weil Bedarfe für einen Autohof gesehen wurden. Ob dieser zwingend auf
der Haßleyer Insel realisiert werden muss, vermag sie nicht zu sagen, jedoch lehnt
sie es ab, das Thema zu beenden, bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen.
Die Frage pro und contra Ansiedlung eines
Autohofes hat sich bereits früher gestellt, so der Hinweis von Herrn Asbeck.
Es wurde anhand des Böhfelds diskutiert und die Fraktion Bündnis 90 / Die
Grünen hat hier seinerzeit abgelehnt. Er weist darauf hin, dass zum damaligen
Zeitpunkt nicht die Rede davon war, dass mit der Ansieldung eines Autohofes
Gewerbefläche verschwendet werde. Herr Asbeck weist darauf hin, dass die Gesellschaft
von einer funktionierenden Wirtschaft lebt, wozu auch LKW-Verkehr gehört. Er führt
weiter aus, dass er mit seiner Aussage, den Punkt im Stadtentwicklungsausschuss
behandeln zu wollen, noch keine Entscheidung für oder gegen den Autohof auf der
Haßleyer Insel verbunden sei. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass es sich
hier um eine beträchtliche Investition handeln würde. Er sieht in der
Ansieldung die Chance, auch diejenigen Einwohner wieder ins Berufsleben zu
integrieren, die nicht in höher qualifizierten Berufsfeldern gearbeitet haben,
derzeit arbeitslos sind und die einen Großteil der Hagener Bevölkerung ausmachen.
Herr Asbeck kritisiert abermals deutlich, wie hier mit dem Investor umgegangen
worden ist.
Herr Strüwer findet, dass sich die Wirtschaftsförderung Hagen in der Sache richtig verhalten
hat, pflichtet den Aussagen seines Vorredners bei und hält nach entsprechender
Aufbereitung des Sachverhalts eine politische Beratung für sinnvoll. Es ist seiner
Ansicht nach unbestritten, dass Hagen einen Autohof benötigt. Herr Strüwer
weist darauf hin, dass nicht zuletzt auch die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen
die Situation beklagt hat, dass LKW-Fahrer ihre Fahrzeuge entlang der
Landstraßen im Stadtgebiet parken und dass dies von der Bevölkerung als
Belastung empfunden wird. Herr Strüwer hätte sich eine andere
Diskussionsführung gewünscht.
Herr Meier erklärt hin, dass seiner Ansicht nach niemand Widerstand gegen die Errichtung
eines Distributionslagers mit wenig LKW-Verkehr und wenig Arbeitsplätzen leisten
würde. Er weist darauf hin, dass für das Projekt Autohof an dieser Stelle nicht
die Wirtschaftsförderung Hagen aktiv geworden ist, sondern die Eigentümer die
Initiative ergriffen haben.
Herr Thielmann hält einen Autohof in einer Kommune, die sich seiner Ansicht nach nicht
als Flächenkommune auszeichnet, für fehl am Platze. Er weist darauf hin, dass
man mit der Wirtschaft derzeit eine Strategie für die wirtschaftliche
Weiterentwicklung Hagens erarbeitet und hält es nicht für richtig, eine der
wenigen freien Gewerbeflächen in Hagen mit etwas zu belegen, was evtl. nicht in
diese Strategie passt. Daher war ein frühes Signal in punkto Autohof seiner
Ansicht nach durchaus angebracht.
Herr Dr. Schmidt vertritt die Ansicht, dass ein Autohof durchaus
in die Hagener Entwicklungsstrategie passen würde. Er weist darauf hin, dass
der Gewerbeflächenpreis, der hier
erzielbar ist, der Höhe nach nicht jedem Gewerbetreibenden eine Ansiedlung ermöglicht.
Ausgelöst wird der nicht unerhebliche Preis durch den Einstandspreis, die
Entwässerung und die Erschließung. Vor diesem Hintergrund ist es seiner Ansicht
nach notwendig, hier mit Sondernutzungen zu arbeiten, weil der potentielle
Investor finanzkräftig genug sein muss.
In den Kosten für die Fläche sieht auch Herr
Romberg einen wesentlichen Aspekt. Er erinnert daran, dass über die
Ansiedlung von Gewerbe auf der Haßleyer Insel seit langem diskutiert wird. Herr
Romberg plädiert daher dafür, hier nicht von vorneherein den Vorschlag
abzulehnen und hält es für wichtig, aktiv an der Ausweisung weiterer Gewerbegebiete
zu arbeiten.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verweist zum Abschluss der Diskussion auf die zwischen
Herrn Asbeck und Herrn Dr. Schmidt verabredete weitere Vorgehensweise und
sichert ordnungsgemäße Abarbeitung zu.
