01.02.2007 - 6.9 GIS Gesellschaft für ImmobilienserviceGespräche...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.9
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 01.02.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:05
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/BC Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Jürgen Reiß
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Die CDU-Fraktion ist mit dem unter Punkt 2
formulierten Arbeitsauftrag an die Verwaltung grundsätzlich einverstanden,
teilt Herr Röspel mit. Die hier in Rede stehenden Varianten wurden
intensiv diskutiert. Die CDU-Fraktion könnte sich vorstellen, dass es in den
Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung Komponenten geben wird, die zu
einer einvernehmlichen Entscheidungsfindung beitragen werden, um eine Anwendervereinbarung
durchzuführen. Die Verwaltungsvorlage gibt eine Reihe von Einsparmöglichkeiten
wieder. Seine Fraktion hält es jedoch für wichtig, für die Verhandlungen eine
Zielmarke zu setzen und Vergleiche mit privaten Leistungsanbietern anzustellen.
Er schlägt daher als Zielmarke 4,0 ct/m² und die Vergabe von neu hinzu kommenden
Gebäuden, wie z. B. das Haus Deutscher Ring, direkt an Private zu vergeben.
Dies erhebt Herr Röspel zum Antrag.
Herr Weber hält das Setzen einer Zielmarke von 4,0 ct/m² nicht für den richtigen
Weg. Es geht aus seiner Sicht darum, eine Zielmarke beizubehalten, die bereits
gesetzt wurde. Im Rahmen der Konsolidierung wurde festgeschrieben, welche
Konsolidierungspotentiale der Rat der Stadt Hagen erwartet. Dies gilt nicht nur
für den Reinigungsbereich, sondern auch für den der Objektbetreuer und den der
technischen Ingenieurleistungen in der GWH. Einzig den Bereich der Reinigung
zwecks Konsolidierung heranzuziehen, hält Herr Weber nicht für richtig. Für die
SPD-Fraktion teilt Herr Weber mit, dass die Privatisierung der Reinigung
abgelehnt wird. Er schlägt vor, den Beschluss gemäß der Verwaltungsvorlage zu
fassen, weil dies der Verwaltung alle Handlungsoptionen eröffnet. Herr Weber
weist abschließend darauf hin, dass in der Vergangenheit gute Erfahrungen in
den Verhandlungen mit dem Gesamtpersonalrat und der Gewerkschaft gemacht werden
konnten.
Herr Sondermeyer spricht sich für die Sichtweise von Herrn Weber
bezüglich der Privatisierung aus. Er befürchtet, dass hier
"Lohndumping" betrieben werden könnte und hält es für geboten, ein
Mindestmaß an Lohnstandards bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu
berücksichtigen.
Die Gründung der GIS hält die Fraktion Bürger für
Hagen für eine Fehlentscheidung, teilt Herr Marscheider mit. Aus der Sicht
seiner Fraktion wäre diese wieder abzuschaffen.
Vom allgemeinen Grundsatz her ist die
FDP-Fraktion nicht gegen Privatisierungen eingestellt, erklärt Herr
Thielmann. Es konnte jedoch schon in der Vergangenheit bewiesen werden,
dass preiswerte Reinigung auch mit städtischem Personal möglich ist. Hier wird
eine Privatisierung nicht für erforderlich erachtet. Geboten ist es jedoch aus
seiner Sicht, die Zielmarke nicht zu weit herunter zu schrauben. Herr Thielmann
schlägt daher vor, unter Punkt 2 die Formulierung "eine deutliche
Annäherung" durch "die Erreichung" zu ersetzen und erhebt dies
zum Antrag. Sollte dieses Ziel nicht erreicht werden können, kann man darüber
nach Abschluss der Verhandlungen berichten. Den Druck sofort ganz herauszunehmen,
hält er nicht für den richtigen Weg.
Herr Asbeck weist im Zusammenhang mit der Haushaltskonsolidierung darauf hin, dass
bei der seinerzeitigen Diskussion gerade auch von Herrn Thielmann gefordert
wurde, dass Einsparungen so erzielt werden sollten, dass der Bürger davon
möglichst nichts bemerkt. Nach Ansicht von Herrn Asbeck steckt im
Reinigungsbereich ein erhebliches Potential. Dem Bürger sei es nicht wichtig,
ob die Reinigung von städtischem Personal oder von Privaten ausgeführt werde.
Es hätte schon in der Vergangenheit die Vergabe von Gebäuden Zug-um-Zug an
Private erfolgen können. Hier wurden erhebliche Einsparmöglichkeiten nicht
ergriffen, findet Herr Asbeck. Er plädiert dafür, die Zielmarke von 4,0 ct/m²
in den Beschluss mit aufzunehmen.
Aus Sicht von Herrn Weber war die Gründung
der GIS die richtige Entscheidung. Er weist darauf hin, dass anders die
Reinigung bei der Sparkasse nicht hätte übernommen werden können. Ferner
erinnert er daran, dass die bestehenden Vereinbarungen mit dem
Gesamtpersonalrat durch Privatisierungsüberlegungen aufs Spiel gesetzt werden.
Er weist darauf hin, dass neben der Frage der Kosten pro Quadratmeter
Reinigungsfläche noch weitere Parameter eine Rolle spielen, die bei
Nichtbeachtung keinen Spielraum für Kompensationen eröffnen (s. Objektbetreuer
und technische Ingenieurleistungen). Für die SPD-Fraktion teilt Herr Weber mit,
dass der Vorschlag von Herrn Thielmann, "eine deutliche Annäherung"
durch "die Erreichung" zu ersetzen, mit getragen werden kann.
Herr Riechel teilt für die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen mit, dass bei der Gründung
der GIS genau das befürchtet wurde, was hier von Herrn Asbeck angesprochen
worden ist. Er hält es durchaus für wichtig im Auge zu behalten, unter welchen
Bedingungen die städtischen Mitarbeiter arbeiten. Neben der Wirtschaftlichkeit
sind auch die Qualitätsstandards von erheblicher Bedeutung. Herr Riechel weist
darauf hin, dass vor acht Jahren bereits Einsparpotentiale im Reinigungsbereich
gehoben wurden und man im weiteren Verlauf irgendwann auch an Grenzen stoßen
wird. In der Verwaltungsvorlage wird darauf hingewiesen, dass eine
Leistungssteigerung von rd. 30 % erzielt werden soll. Dies hält Herr Riechel
für eine unrealistische Größenordnung. Er kritisiert die heutige Qualität der
Reinigung in Schulgebäuden und weist darauf hin, dass man sich nicht in der
Privatwirtschaft, sondern bei einem öffentlichen Arbeitgeber befindet.
Über den Punkt 1 lässt Herr Oberbürgermeister
Demnitz zunächst abstimmen. Anschließend wiederholt er die Formulierung von
Herrn Röspel und lässt über diesen Antrag zu Punkt 2 abstimmen. Da der
Vorschlag mit Mehrheit abgelehnt wird, lässt er anschließend über den Vorschlag
von Herrn Thielmann zu Punkt 2 abstimmen und kommt anschließend zur Abstimmung
des Punktes 3.
Beschluss:
1. Der Rat der Stadt Hagen nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Abstimmungsergebnis: Einstimmig beschlossen
Dafür: 18
Dagegen: 0
Enthaltungen: 0
2.
Die Verwaltung wird beauftragt, die
Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern fortzuführen, um eine Realisierung des
Modells „GWH zukünftig“ zu ermöglichen. Ziel der Gespräche muss
eine deutliche Annäherung der Summe der Konsolidierungspotentiale an das
GIS-Modell bei gleichzeitiger Sicherung bestehender Qualitätsstandards sein. Die Zielmarke von 4,0 ct/m² ist bei der
Reinigung anzustreben. Die Reinigung neu hinzu kommender Gebäude, wie z. B. von
Haus Deutscher Ring, ist zu vergeben.
Abstimmungsergebnis: Mit Mehrheit abgelehnt
Dafür: 7
Dagegen: 10
Enthaltungen: 1
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern fortzuführen, um eine Realisierung des Modells „GWH zukünftig“ zu ermöglichen. Ziel der Gespräche muss die Erreichung der Summe der Konsolidierungspotentiale an das GIS-Modell bei gleichzeitiger Sicherung bestehender Qualitätsstandards sein.
Abstimmungsergebnis: Einstimmig beschlossen
Dafür: 15
Dagegen: 0
Enthaltungen: 3
3. Das Verhandlungsergebnis ist dem Rat der Stadt Hagen zur Ermöglichung einer abschließenden Entscheidung vorzulegen.
Die Umsetzung der Vorlage erfolgt bis zum 30.06.2007.
