13.12.2007 - 2 Mitteilungen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 13.12.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Gerbersmann teilt mit, dass die Diskussion zum Einsatz eines
Mentors auf Basis der Verwaltungsvorlage zwar nur im nichtöffentlichen Teil der
Ratssitzung erfolgen könnte, er aber im öffentlichen Teil ein paar einleitende
Worte wiedergeben möchte. Herr Gerbersmann erinnert an die gemeinsame
Besprechung mit den Fraktionsspitzen der Fraktionen, der Verwaltung und dem
Regierungspräsidenten Herrn Diegel. Herr Diegel habe in diesem
Gespräch darauf hingewiesen, dass sich nach Auffassung der Kommunalaufsicht die
Stadt Hagen in einer Haushaltssanierung befinde. Zwar habe die Kommunalaufsicht
die Konsolidierungsmaßnahmen der Stadt Hagen gewertet, aber diese allein würden
zu einer wesentlichen Verbesserung der Haushaltslage nicht ausreichen, so dass
die Bemühungen ausgeweitet werden müssten. In diesem Gespräch wurde von Herrn
Diegel der Vorschlag gemacht, einen sogenannten Mentor bei der Stadt Hagen
einzusetzen. Unterstützung bei einem entsprechenden Förderantrag an das Innenministerium
wurde zugesagt. Die daraufhin erstellte Verwaltungsvorlage in der die
Verwaltung beauftragt wurde, die finanziellen und organisatorischen
Rahmenbedingungen für die Tätigkeit eines Mentors mit der Bezirksregierung
abzustimmen und einen Förderantrag zu stellen, wurde mit Mehrheit im Rat
beschlossen. Im weiteren Verfahren habe es zwischen Verwaltung und
Kommunalaufsicht mehrere intensive Abstimmungsgespräche gegeben. Der
entsprechende Förderantrag wurde im Oktober 2007 eingereicht. Bereits zu diesem
Zeitpunkt habe sich abgezeichnet, dass das ursprünglich vorgesehene Modell ein
förmliches Ausschreibungsverfahren mit einer entsprechenden europaweiten
Veröffentlichung und einem nachgelagerten Verhandlungsverfahren ausgelöst
hätte. Vor dem Hintergrund dieses langwierigen Verfahrens wäre es nicht mehr
möglich gewesen, den ursprünglichen Zeitplan einzuhalten, so dass die
Arbeitsaufnaheme des Mentors frühestens am 01.04. bzw. am 01.05. 2008 möglich
gewesen wäre. Aus diesem Anlass habe Herr Oberbürgermeister Demnitz und Herr
Gerbersmann mit dem Regierungspräsidenten sowie der Kommunalaufsicht in
einem persönlichen Gespräch versucht, verschiedene zu Lösungen finden, um die
vorgegebene Zeitschiene einzuhalten. Herr Diegel habe in diesem Gespräch
den Vorschlag unterbreitet, anstatt eines umfangreichen Beratungsauftrages mit
einem externen Wirtschafts- und Beratungsunternehmen, auf einen Einzelberater
zu setzen und diesen mit den in der Verwaltung vorhandenen Fachkräften zu
verknüpfen. Als Mentor wurde Herr Prof. Dr. Stefan Bajohr von Herrn
Diegel vorgeschlagen. Das vorgesehene Modell wurde dem Ältestenrat sowie
dem Haupt- und Finanzausschuss in einer Power-Point-Präsentation durch die
Kommunalaufsicht vorgestellt. Zur Organisation des Prozesses führt Herr
Gerbersmann aus, dass eine konkrete Vorgehensweise erst nach der
Arbeitsaufnahme von Herrn Prof. Dr. Bajohr vorgestellt werden könnte.
Schon jetzt zeichne sich ab, dass die Arbeit des Mentors nur von Erfolg geprägt
sein werde, wenn dieser ein Teilnahme-, Rede- und Vorlagenrecht gegenüber dem
Verwaltungsvorstand, der Lenkungsgruppe, der Ausschüsse und dem Rat habe. Im
Übrigen sei vorgesehen, dass die Erarbeitung der Sanierungsvorschläge in erster
Linie gemeinsam mit dem Mentor sowie den Fachbereichen und den Ämtern erfolgen
sollen. Grundsätzlich sollten diese bei den Entscheidungsprozessen mitwirken.
Die Entscheidungen über die vorgeschlagenen Maßnahmen liegen bei den
zuständigen politischen Gremien. Die Kommunalaufsicht werde weiterhin in den
Entscheidungsprozess mit eingebunden. Herr Gerbersmann fügt hinzu, dass
aufgrund dieses umfassenden Arbeitsauftrages für den Mentor aus Sicht der
Verwaltung das bisherige Haushaltssicherungskonzept (HSK) für 2008
fortgeschrieben werden sollte. Die grundlegende Überarbeitung des HSK sollte im
Jahr 2008 gemeinsam mit dem Mentor erfolgen, so dass ggf. eine Veränderung des
Ratsbeschlusses nach Rücksprache mit dem Mentor in der nächsten Ratssitzung
erfolgen könnte.
Herr Thielmann kritisiert die von Herrn Gerbersmann vorgestellte Verfahrensweise
dahingehend, dass alle Fraktionsvorsitzenden des Rates, zum Zeitpunkt einer
geänderten Verfahrensweise, zu informieren gewesen wären. Die einen Tag später
zugeleitete Information zur neuen Verfahrensweise haben die nicht mit
einbezogenen Fraktionen missbilligend zur Kenntnis genommen. Die FDP-Fraktion
werde aus diesem Grund Herrn Prof. Dr. Bajohr im nichtöffentlichen Teil
der Ratssitzung nicht mit wählen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz weist ausdrücklich darauf hin, dass diese
Vorgehensweise auf ausdrücklichen Wunsch des Regierungspräsidenten und der
Kommunalaufsicht geschehen sei, mit den beiden Vertretern der größten
Fraktionen im Rat der Stadt Vorgespräche zu sondieren, um im Vorfeld
sicherzustellen, dass die weitere Verfahrensweise gewährleitstet ist.
Herr Riechel ergänzt, dass sich seine Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen in gleicher Weise
ausgegrenzt gefühlt haben und macht deutlich, dass seine Fraktion Herrn
Prof. Dr. Bajohr aus formalen und inhaltlichen Gründen nicht mitwählen
werde.
Auf eine Frage von Herrn Finck zur
Aufgabenwahrnehmung von Herrn Prof. Dr. Bajohr erklärt Herr
Gerbersmann, dass dieser keinen externe Mitarbeiterstab mitbringe, sondern
der gesamte Prozess unter Beteiligung der Mitarbeiter der Verwaltung
koordiniert werde.
Herr Sondermeyer erklärt für seine Fraktion Die Linke., dass
diese das angestrebte Verfahren für undemokratisch halte.
Herr Prof. Dr. Bajohr geht auf seine Berufsqualifikationen ein, die im
Bereich Journalismus, Wissenschaftler für Haushalts- und Finanzpolitik sowie
Wirtschafts- und Sozialpolitik, der Unterrichtung als Honorarprofessor an einer
Universität und verschiedenen Tätigkeiten auf Bundes– und Landesebene
liegen würden. Seit sieben Jahren arbeite er im Städtebauministerium und ist
dort zuständig für Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung, Denkmalschutz
und Entwicklungsmaßnahmen. Mit mehr als sechs Jahren Kommunalerfahrung im
Rahmen seiner bisherigen Tätigkeit, weiß Herr Prof. Dr. Bajohr die
Anliegen, Sorgen und Probleme der Gemeinden einzuschätzen und geht davon aus,
diese qualifiziert begleiten zu können. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen
werden, dass eine Gemeinde nicht kaputt gespart werden dürfte. Zunächst einmal
müsse der Abwärtstrend der Verschuldung in überschaubarer Zeit gestoppt werden.
Danach sollte ein Weg zu einem ausgeglichenen Haushalt ohne Kreditaufnahme
gefunden werden. Dabei ist ein besonderes Augenmerk auf die Ausgaben zu
richten, die im Zusammenhang mit dem Abbau von Verpflichtungen zu reduzieren
sind. Für den gesamten Prozess sei insbesondere das persönliche Verhältnis
zwischen Mentor, Verwaltung und Politik wichtig, um die durch den Mentor
angestoßenen Prozesse auch umzusetzen.
Herr Dr. Schmidt teilt mit, dass es seitens der Bezirksregierung
positive Signale gäbe, dass die vom Rat gefassten Beschlüsse in der
Angelegenheit des Werkhofs nicht beanstandet werden müssten, weil es in vielen
Verhandlungen und durch Übersendung von detaillierten Unterlagen der Verwaltung
gelungen sei, Unterstützung für den vorgesehenen Weg in Sachen Werkhof zu
bekommen. Die in diesem Zusammenhang vorgesehen Bedingungen, dass der
Geschäftsbericht 2008 und 2009 des Werkhofs keinen Fehlbetrag ausweisen dürfe,
müsste nach wie vor beachtet werden.
Frau Grebe informiert den Rat der Stadt dahingehend, dass die Mehrwertsteuererhöhung
in Bezug auf das Emil Schumacher Museum möglicherweise nicht ausgeglichen werden
könnte, aber die Gesamtkosten keineswegs den Rahmen sprengen würden. An einer
Vorlage zu den Folge- und Betriebskosten arbeite die Verwaltung zurzeit.
Hinweis des Schriftführers: Als Tischvorlagen
wurden folgende Mitteilungen ausgelegt, die als Anlage Gegenstand der
Niederschrift sind:
Anlage
1: Mitteilung des Fachbereiches für Immobilien, Wohnen und
Sonderprojekte zur
Großsporthalle Ischeland vom 06.12.2007
Anlage
2: Mitteilung des Beteiligungscontrolling zur MVG, hier:
Veräußerung der An teile der Stadt Hagen an die Hagener
Straßenbahn AG vom 06.12.2007
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