11.10.2007 - 5.6 Ebene II
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.6
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 11.10.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Vorlage:
-
0635/2007 Ebene II
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Kulturbüro
- Bearbeitung:
- Angelika Josten
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Frau Kramps erklärt, dass es sich bei diesem Projekt um ein Kunstobjekt handele, welches
weit über die Grenzen von Hagen wahrgenommen werde. Dieses Projekt trage unter
anderem zur Migration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger bei, so dass
sich der Rat für den Beschlussvorschlag der Verwaltung aussprechen sollte.
Frau Kingreen unterstützt den Wortbeitrag von Frau Kramps dahingehend, dass es
in der Bevölkerung eine große Zustimmung zur Realisierung dieses Projektes
gäbe. In diesem Zusammenhang zitiert Frau Kingreen aus einem Bericht, in
dem auf die Bedeutung des Projektes hingewiesen werde.
Herr Röspel teilt mit, dass ein Teil seiner Fraktion diese Verwaltungsvorlage
ablehnen werde. Die erforderlichen Kosten zur Realisierung dieses Projektes
würden in keinem Verhältnis zur jetzigen Haushaltslage stehen. Die dauerhafte
Unterhaltung des Projektes sei noch ungeklärt. Hinsichtlich der Migration
bringe dieses Projekt kein Erfolg in Richtung Isolation in den Stadtteilen
sowie keinen Nutzung im Rahmen einer Sprachförderung. Qualifizierungsmaßnahmen,
die Schaffung von Arbeitsplätzen oder eine Sanierung vorhandener Wohnräume
werden durch die Umsetzung des Projektes ebenfalls nicht realisiert.
Herr Hammer teilt für seine Fraktion Bürger für Hagen mit, dass diese die Verwaltungsvorlage
ablehnen werde. Es sei sinnvoller, die für dieses Projekt aufzuwendenden Mittel
bei der Migration von Kindern und Jugendlichen in den Schulen und Kindergärten
zu verwenden.
Herr Thielmann erinnert an die Gründung des Folkwang Museums durch Karl-Ernst Osthaus
in Hagen, welches dann nach Essen verkauft wurde und inzwischen Weltruhm
erlangt habe. Von diesem kulturellen Tiefschlag habe sich die Hagener
Kulturpolitik jahrzehntelang nicht erholt. Nach der erfolgreichen Bewerbung des
Ruhrgebietes als Kulturhauptstadt Europas und der Entscheidung des Rates der Stadt
Hagen sich an der Ruhr 2010 zu beteiligen, müsste heute mit der Entscheidung
des Brückenprojektes eine Wegweisende Entscheidung getroffen werden. Aus
betriebswirtschaftlicher Sicht verursache das Vorziehen der Brückensanierung
zwar Zinskosten in Höhe von rd. 10.000,-- Euro pro Jahr, dem entgegen stehe
aber das im Rahmen der Kulturhauptstadt geförderten Einrüsten der Brücke. Die
notwendigen Einrüstkosten von ca. 300.000,-- Euro müsste Hagen bei der
notwendigen Sanierung in wenigen Jahren aus dem eigenen Haushalt zahlen.
Zusätzlich stehe fest, dass das soziointegrative Konzept der Künstlerinnen weit
mehr sei, als das Anmalen eines Baureliktes aus den sechziger Jahren. Das
Einbinden von Migranten in ein Kunstprojekt zur Ruhr 2010 sei bei der
demographischen Entwicklung Hagens für die Zukunft der Stadt
überlebensnotwendig. Darüber hinaus spreche die Außenwirkung des Projektes für
sich selbst. Die Fehler die seinerzeit in der Entscheidung mit dem Folkwang
Museum begangen wurden, dürften sich nicht wiederholen. Die FDP werde diesem
Leuchtturmprojekt einstimmig zustimmen.
Frau Kingreen entgegnet gegenüber Herrn Röspel, dass mit einer entsprechenden
Mehrheit die Einleitung dieses Projektes zustande gekommen sei. Das Projekt sei
zu 2/3 bereits abgearbeitet, so dass lediglich die handwerkliche Umsetzung noch
ausstehe. Im Zusammenhang mit diesem Projekt seien bereits einige Kleinprojekte
erfolgreich durchgeführt worden. Um die Fördergelder für dieses Projekt zu
erhalten, müsse heute ein positiver Ratsbeschluss gefasst werden.
Herr Flebus merkt an, dass Hagen schöner und bunter gestaltet werden sollte, um dem
demographischen Wandel entgegenzuwirken.
Herr Grothe unterstützt die Auffassung von Herrn Thielmann in der Form, dass ein
Mehrwert durch die Einsparung von Einrüstkosten für die Stadt Hagen gegeben
sei. Darüber hinaus brauche die Brücke im Rahmen einer Sanierung eine
Beschichtung, die sozusagen mit der künstlerischen Beschichtung bereits gegeben
wäre.
Herr Oberbürgermeister Demnitz lässt über den Beschlussvorschlag der Verwaltung
abstimmen.
Beschluss:
Der Rat der Stadt Hagen stimmt der Realisierung
des Projektes „Sehnsucht nach Ebene II“ als Bestandteil der
Kulturhauptstadt 2010 zu. Die Maßnahme wird in 2008 umgesetzt. Grundlage der
Zustimmung ist der aktuelle Kosten- und Finanzierungsplan. Zur Kompensation von
bislang nicht gedeckten Finanzierungsanteilen wird ein Sponsor/eine Stiftung im
Rahmen einer Ausfallbürgschaft aufkommen. Städtische Sonderzahlungen über die
bereitzustellenden Etats des laufenden Haushalts hinaus werden ausgeschlossen.
Anlagen zur Vorlage
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16,3 kB
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