30.08.2007 - 1 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 30.08.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau T. möchte wissen, welche Tätigkeit Herr Pollex zurzeit innerhalb der
Stadtverwaltung wahrnehme. Nach Auffassung von Frau T. sei Herr
Pollex für den Aufgabenbereich des Schuldenmanagements vorgesehen gewesen.
Herr Gerbersmann klärt Frau T. darüber auf, dass Herr
Pollex nicht für den Aufgabenbereich des Schuldenmanagement zuständig sei,
sondern für den Bereich des Konsolidierungsmanagement. Dazu zähle auch das neue
Kommunale Finanzmanagement.
Herr S. stellt verschiedene Fragen zu möglichen Reisen von Aufsichtsräten, an denen
die Stadt Hagen direkt oder indirekt beteiligt gewesen sein könnte.
Herr Oberbürgermeister Demnitz sichert Herrn S. eine schriftliche
Beantwortung zu.
Frau Dr. E. möchte im Rahmen des Themas „Verbundschule“ wissen, ob Kinder
zur Schaffung einheitlicher Klassengrößen oder zur Einsparung von Lehrkräften
aus Ihrem sozialen Umfeld herausgenommen und an einem rd. 10 km entfernten
Standort eingeschult bzw. umgesetzt werden. Darüber hinaus stehe die verkehrliche
Situation der Bundesstraße 54 zur standortübergreifenden Vertretungssituation
zwischen den beiden rd. 10 km entfernten Grundschulen zur Diskussion.
Herr Dr. Schmidt erinnert an die in der letzten Ratssitzung
gestellten und inzwischen von der Verwaltung beantworteten Fragen der
Fragestellerin. Die Fragen zur Einschulungssituation sowie die Fragen zur
Vertretungsregelung unterliegen nicht der Weisungs- bzw. Organisationsbefugnis
der Verwaltung. Es handele sich um schulinterne Regelungen, auf welche die
Verwaltung keinen Einfluss habe.
Frau Neuhaus wendet ein, dass die Entfernung zwischen den beiden in Rede stehenden
Grundschulen lediglich rd. 5 km betrage. Zur Erteilung des Unterrichtes sei es
den Lehrkräften zuzumuten, diese Distanz zu fahren. Um die Standorte Dahl und
Rummenohl auf Dauer zu sichern, sollten die Eltern der Kinder die Vorteile der
Schulen von Dahl und Rummenohl nach außen darstellen. Die Aufhebung der
Grundschulbezirksgrenzen lasse einen bezirksübergreifenden Schulbesuch zu.
Frau M. teilt mit, dass die Gebühr für die Offene Ganztagsgrundschule in Dahl
wesentlich teurer sei, als in der Nachbargemeinde Schalksmühle. Dadurch würden
sich keine Kinder aus Schalksmühle für die Offene Ganztagsgrundschule in Dahl
anmelden. Frau M. bittet dies zu überdenken. Darüber hinaus möchte Frau
M. wissen, was passieren würde, wenn die Eltern von Ihrem Recht Gebrauch machen,
auf einen ganz bestimmten Grundschulstandort zu bestehen und mit der
Schulleitung keine Einigung erzielen würden.
Herr Dr. Schmidt informiert Frau M. darüber, dass auf der
heutigen Tagesordnung eine zusätzliche Mittelbewilligung für die Offenen
Ganztagsgrundschulen in Höhe von rd. 220.000 Euro jährlich anstehe. Zurzeit
habe die Essensfrage in der Offenen Ganztagsgrundschule vorrangige Priorität.
Die Frage hinsichtlich des Grundschulstandortes werde schriftlich beantwortet.
Zusätzlich möchte Frau M. wissen, ob im
Rahmen einer Verbundschule eine komplette Klasse von Rummenohl auf zwei Klassen
in Dahl verteilt und die Schule in Rummenohl wegen fehlender Auslastung
geschlossen werde.
Herr Dr. Schmidt erklärt, dass ein Standort geschlossen werden
müsste, wenn aufgrund organisatorischer Maßnahmen innerhalb der Verbundschule
die Schülerzahlen abnehmen und die Klassen unterhalb der Einzügigkeit sinken würden.
Herr Strüwer betont, dass innerhalb von Hagen ein dichtes Netz an Offenen Ganztagsgrundschulen
mit einer hohen Qualität geschaffen wurde. Rund 50 % der Kinder in Hagen,
welche die Offene Ganztagsgrundschule besuchen, seien zurzeit von einer Gebühr
befreit. Die finanzielle Belastung der übrigen Familien orientiere sich an den
jeweiligen festgelegten Einkommensgrenzen. Für Familien mit Geschwisterkindern
gäbe es zusätzliche finanzielle tragbare Lösungen.
Frau Herms gibt zu bedenken, dass die Grundschule Rummenohl durch den anstehenden
Verbund erhalten bleibe. Herr Regierungspräsident Diegel habe bei seinem
Besuch in Hagen deutlich gemacht, dass aufgrund rückläufiger Schülerzahlen in
Hagen Schulstandorte geschlossen werden müssen.
Frau F. vom Elternrat der Astrid-Lindgren-Schule erinnert an die eingereichte
Unterschriftenliste gegenüber dem Schulausschuss, der sich zusammen mit der
Bezirksvertretung Eilpe-Dahl gegen die Einrichtung einer Verbundschule ausgesprochen
habe. In diesem Zusammenhang möchte Frau F. wissen, warum die Beschlüsse
der beiden vorberatenden Gremien nicht berücksichtigt würden.
Herr Dr. Schmidt weist darauf hin, dass der Rat die Beschlüsse aus
den Fachausschüssen zwar berücksichtige und bewerte, ihm aber die Entscheidung
über die Schulstandorte vorbehalten sei. Die zur Beratung stehende
Verwaltungsvorlage beinhalte die grundsätzliche Frage zu Thema Verbundschule.
Zu jeder einzelnen Verbundlösung werde die Verwaltung einzelne Verwaltungsvorlagen
in die entsprechenden Fachausschüsse einbringen. Die Schulbezirke werden in den
folgenden Monaten sukzessiv überprüft, inwieweit weitere Verbundlösungen in
Frage kommen. Sollte die demographische Entwicklung in der bestehenden Form
voranschreiten, so seien Schulstandortschließungen unvermeidlich.
Herr L. fragt nach, wie hoch die Gesamtsumme an Aufwandsentschädigungen für
Ratsmitglieder und den im Rat vertretenen Parteien seien. Darüber hinaus möchte
Herr L. wissen, welches Ratsmitglied aufgrund der städtischen Finanzsituation
auf einen Teil seiner Aufwandsentschädigung verzichten würde.
Herr Oberbürgermeister Demnitz sichert zu, die Frage zur Gesamtsumme an Aufwandsentschädigungen
schriftlich zu beantworten. Die Frage zum Teilverzicht bezüglich der gezahlten
Aufwandsentschädigungen liege im Ermessen jedes einzelnen Ratsmitgliedes.
Die Fragen von Herrn P. zur Einrichtung
der Baustelle an der Wilhelm-Busch-Schule, zu seiner unbegründet abgewiesenen Fachaufsichtsbeschwerde
sowie zum Einsatz von 1 Euro Arbeitskräften beim Hagener Entsorgungsbetrieb und
Werkhof werden von Herr Oberbürgermeister Demnitz wegen fehlendem
allgemeinem kommunalpolitischem Interesse zurückgewiesen.
Herr Dr. Schmidt informiert den Rat über die von Herrn O.
und Herrn P. eingereichte Strafanzeige mit zwei beigefügten Foto CD`s gegen
den Eigentümer der ehemaligen Krupp Betriebskrankenkasse in Hagen-Hohenlimburg,
den Bauherrn der Wilhelm-Busch-Förderschule in Hohenlimburg, dem Bauleiter, die
Bauaufsicht beim Bauverwaltungsamt der Stadt Hagen und die Leitung der
Jungenwohngruppe in Hagen-Hohenlimburg wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Die
Heimleitung habe bestätigt, dass das Betreten der Baustelle ausdrücklich
verboten sei. Die eigenen Mitarbeiter würden sehr genau darauf achten und bei
einem Verstoß entsprechende Sanktionen gegenüber den Jugendlichen aussprechen. Die
Verhaltensweisen zum Betreten der Baustelle seien den dort ansässigen Kindern
bekannt. Die zwei Foto CD´s zeigen Bilder von Kindern, die auf der Baustelle
positioniert wurden. Die Heimleitung habe bestätigt, dass die Kinder von Herrn
O. und Herrn P. zum Betreten der Baustelle angestiftet wurden. Die
Kinder haben gegenüber der Heimleitung berichtet, dass Sie mit Zigaretten angelockt
und in Gesprächen verwickelt worden seien. Die Verwaltung werde prüfen, ob der
Betrieb für Sozialeinrichtungen in Hagen oder der Werkhof Strafanzeige gegen Herrn
O. und Herrn P. gestellt habe. Wenn nicht, werde die Verwaltung dies
veranlassen. Durch diese Angelegenheit werde deutlich, dass die von Herrn O.
und Herrn P. gestellten Fragen lediglich Ihrem persönlichen Rachefeldzug
dienen und keineswegs von allgemeinem kommunalpolitischem Interesse seien. Die
Verwaltung werde Fragen zu diesen Themenkomplexen zukünftig nicht mehr beantworten.
Die Frage von Herrn O. bezüglich seiner
persönlichen Nutzung zum Informationsfreiheitsgesetz wird von Herrn
Oberbürgermeister Demnitz wegen fehlenden allgemeinen kommunalpolitischen
Interesses nicht zugelassen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz bestätigt auf Nachfrage von Herrn O.,
dass die Nutzungsänderungsgenehmigungen für das „Haus Deutscher
Ring“ zur Unterbringung der ARGE erteilt und die damit verbundenen Vorschriften
und Bestimmungen eingehalten wurden.
Herr Sch. möchte von Herrn Marscheider wissen, ob, gemäß seiner Aussage in
der örtlichen Presse, sich die Stadtverwaltung Hagen von mehreren Tausend
Arbeitsplätzen trennen müsse, um aus der finanziellen schwierigen Situation
herauszukommen. Ergänzend fragt Herr Sch. nach, ob sich Herr
Marscheider mit seiner Wählergemeinschaft an der bestehenden finanziellen
Situation völlig unschuldig fühlen würde.
