24.10.2006 - 4 Masterplan Wohnen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
Sitzung des Sozialausschusses
- Datum:
- Di., 24.10.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Vorlage:
-
0762/2006 Masterplan Wohnen
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Frau Korn erläutert die
Vorlage.
Herr Meier zeigt sich
erfreut darüber, dass der Masterplan Wohnen nunmehr auch im Sozialausschuss
beraten würde. Die Ausschussmitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, denen
er selbst auch angehöre, hätten dieses
Projekt seinerzeit angestoßen, weil festgestellt worden sei, dass zwischen
Verwaltung und Wohnungswirtschaft eine gewisse
Sprachlosigkeit stattgefunden habe.
Die Stadt habe zusammen mit den Wohnungsbaugesellschaften ein
Gutachterbüro beauftragt. Hierbei sei man zu neuen Ergebnissen gekommen. Die
großen Wohnungsbaugesellschaften hätten ihre Bautätigkeit in der Vergangenheit
eingeschränkt und sich auf Sanierungen konzentriert. Im Grunde hätten sie gegen
die Empfehlungen gehandelt.
Eine Kernaussage in diesem Bereich sei für ihn, dass Neubautätigkeiten in
speziellen Segmenten nach wie vor erforderlich seien. In den einzelnen
Ortsteilen müsse man zusammen mit der Verwaltung überlegen, konkret auch über
Abbrüche nachzudenken.
Er erhoffe sich aus diesem Gutachten Handlungskonzepte für die einzelnen
Stadtteile.
Dass der Sozialausschuss hier mit einbezogen sei, halte er für absolut
folgerichtig. Man müsse sich von dem Gedanken frei machen, das in dieser Stadt
alles planerisch zu lösen sei. Man brauche den Flankenschutz vom
Sozialausschuss und vom Jugendhilfeausschuss. Das Ganze sei ein
Querschnittsthema.
Er möchte einen erweiterten Beschlussvorschlag in Richtung Rat machen.
Mit dieser Vorlage sollten sich alle Ratsherren beschäftigen.
Auch unter dem Aspekt Demographie sei dieses Gutachten ein wichtiger
Baustein.
Man wünsche sich als SPD-Fraktion, dass die Verwaltung auch
ressortübergreifend in Arbeitsgruppen tätig werde, um dann stadtteilbezogen
entsprechende Konzepte zu entwickeln.
Er formuliert den erweiterten Beschlussvorschlag.
Herr Röspel schließt sich
den Ausführungen seines Vorredners an und ergänzt den Beschlussvorschlag. Er
möchte die Akteure erweitern und schlägt vor, die Wohlfahrtsverbände mit zu
nennen. Das Wort “auszuloten” solle durch “aufzuzeigen”
ersetzt werden.
Herr Kirchhoff möchte
einen weiteren Grund für die Beteiligung der Wohlfahrtsverbände nennen. In
Hagen gebe es 12.000 Bedarfsgemeinschaften, die nach Hartz IV gefördert würden.
Hier sei ein erheblicher Wohnungsbedarf notwendig für Menschen, die nur sehr
eingeschränkt am großen Wohnungsmarkt teilhaben könnten. Er wünsche sich, dass
die Wohlfahrtsverbände diesen Punkt nicht aus den Augen verlören.
Bezüglich der Kurzfassung der Vorlage fehle ihm der Aspekt der
Infrastruktur. Die Vorteile, die Hagen biete, sollten herausgearbeitet werden.
Dadurch könne versucht werden, die Abwanderungsbewegung zu stoppen. Außerdem
sollten überlegt werden, wie die Modernisierungsmängel behoben werden könnten.
Frau Machatschek hebt den
Aspekt des Gutachtens hervor, dass das Wohnumfeld eine ganz wichtige Rolle
spiele.
Frau Buchholz wünscht sich
bezüglich der Hartz IV – Empfänger, dass man überlege, welche Zielgruppen
es gebe und welche man mit welchen Wohnsegmenten bedienen wolle. Es sei weiterhin
eine soziale Aufgabe, das auf breiter Ebene zu gestalten.
Herr Haensel möchte den
Aspekt von Herr Röspel aufgreifen und fragen, ob wirklich alle die dabeiseien,
die mit hinein gehörten. Hagen habe mit erheblich weniger Einwohnern zu
rechnen. Diese Zahlen seien für die Quartiersplanung von großer Bedeutung. Die
Aspekte “Wohnen, leben und arbeiten”
müsste unter dem Zeichen der
familienfreundlichen Stadt beleuchtet werden.
Herr Kilic sieht einige
Widersprüche in dem Gutachten. Wenn 12.000 Wohnungen in 2020 leerstünden und
jedes Jahr eine hohe Anzahl neugebaut würden, welchen Wohnungsüberschuss werden
es denn dann im Jahr 2020 geben?
Er fragt, ob es eine Statistik darüber gebe, wieviele Altbauwohnungen von
Migranten gekauft würden.
Frau Machatschek geht auf
den Widerspruch der leerstehenden Wohnungen einerseits und der Notwendigkeit
der Neubautätigkeit der Wohnungsbaugesellschaften ein.
Sie bittet Frau Korn um Erläuterung dieses scheinbaren Widerspruches.
Frau Korn erklärt, dass
sich die Nachfrage ja nicht auf die Wohnungen richte, die jetzt leerstünden,
sondern auf neue Wohnungen. Wenn Stadt und Wohnungsbaugesellschaften ein
Konzept erarbeitet hätten, würde man auch mit privaten Eigentümern ins Gespräch
kommen. Dann werde auch die Notwendigkeit klar werden, in welchen Bereichen man
erst einmal an Abbruch von Wohnraum denken müsse.
Der von Herrn Kilic angesprochene Aspekt, statistisch zu erheben, wie
Migranten mit dieser Problematik umgingen, sei ein Thema für die Zukunft.
Herr Kilic hält die angegebene
Zahl der Menschen ,die nach Hagen zögen, für nicht realistisch. Der Bedarf sei
seines Erachtens nicht vorhanden.
Frau Machatschek weist auf
die gemachte Aussage hin, dass es ganz spezielle Wünsche von Menschen gebe in
Bezug auf Wohnqualität, um in Hagen bleiben zu wollen.
Es müssten ganz neue Möglichkeiten des Wohnens für alle
Bevölkerungsschichten geben.
Herr Meier berichtet, dass es zur Zeit 6000 Menschen
gebe, die in Hagen arbeiteten, aber außerhalb wohnen. Wenn es uns gelänge,
diese 6000 Menschen wieder nach Hagen zu holen, hätte man schon viel gewonnen.
Es seien unterschiedliche Interessenlagen von Mietern,
Wohnbaugesellschaften und der Stadt vorhanden. Diese müssten unter einen Hut
gebracht werden.
Abschließend liest Frau Machatschek den erweiterten
Beschlussvorschlag vor und stellt diesen zur Abstimmung.
Beschluss:
Das von dem Bochumer Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft,
Stadt- und Regionalentwicklung InWIS Forschung & Beratung GmbH erstellte
Gutachten Masterplan Wohnen wird zur Kenntnis genommen.
Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den Wohnungsunternehmen und
Akteuren der Wohlfahrtsverbände für die
jeweiligen Quartiere Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Die Verwaltung berichtet im halbjährlichen Zeitraum.
Die Beratungsfolge der Vorlage wird um den Jugendhilfeausschuss und den
Rat der Stadt Hagen erweitert.
