09.02.2006 - 6 Bericht der ARGE Hagen zum Geschäftsjahr 2005
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Do., 09.02.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Strüwer
stellt Frau Schmieta von der ARGE und Herrn Waßmuth von der Agendtur für Arbeit
vor, die über diese Themen berichten.
Herr Waßmuth
berichtet zum Thema Jugendarbeitslosigkeit (Integration U25).
Die vorgetragenen Zahlen sind
dem Protokoll als Anlage beigefügt.
Frau Schmieta weist
in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die von Herrn Waßmuth genannten
Zahlen für die SGB II-Empfänger deutlich unterschieden. Bei diesem
Personenkreis hätten 80 % der unter 25jährigen keine abgeschlossene
Berufsausbildung. Rund 36 % dieses Personenkreises hätte keinen Schulabschluss.
Hier existierten zwei Welten
zwischen den SGB II beziehenden Jugendlichen und denen, die entweder SGB
III-Leistungen bezögen oder denen, die nur in der Beratung seien, weil ihr
Lebensunterhalt sichergestellt sei.
Herr Strüwer
stellt fest, dass in dem Conrollingbericht deutlich werde, dass Hagen im
Vergleich zu anderen Kommunen denkbar schlecht aussähe. Er möchte wissen, ob es
bei der Agentur ein Umdenken dahingehend gebe,
die Mittel, die bereitgestellt würden, um Menschen in Arbeit zu bringen,
auch dementsprechend eingesetzt würden.
Frau Schmieta
erläutert die Gründe, die für dieses Ergebnis verantwortlich seien, stellt aber
fest, dass Hagen hier eine Quote belege, die im Durchschnitt liege.
Für das kommende Jahr habe man
sich vorgenommen, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Sie macht deutlich, dass
solange keine Arbeitsplätze für die jungen Menschen zur Verfügung stünden, auch
Fördermittel nichts bewirken könnten.
Herr Schledorn
berichtet, dass in Hagen ca. 22% der unter 15-jährigen Sozialgeld bezögen.
Diese kämen schon als ALG II-Empfänger zur Agentur für Arbeit. Er möchte
wissen, ob diese systematisch erfasst und der Berufsberatung zugeführt würden.
Gebe es viele Jugendliche, die 1 Euro-Jobs machten?
Weiterhin möchte er bezüglich
der Rehabilitationsmaßnahmen für behinderte Jugendliche wissen, ob diese Kurse
stattgefunden hätten und wieviel Jugendliche dort beruflich rehabilitiert
würden.
Frau Schmieta beantwortet
den ersten Teil der Frage.
Es sei so, dass der
Gesetzgeber eine Trennung im Vermittlungsbereich vorgesehen habe, die ihres
Erachtens in der Praxis nicht sinnvoll sei.
Herr Strüwer erklärt,
dass die ARGE von vielen Seiten kritisiert worden sei, was die Zusammenarbeit
mit anderen Stellen anginge und es dadurch immer wieder zu Schwierigkeiten bei
der Vermittlung von Beschäftigungsangelegenheiten gekommen sei.
Frau Schmieta
verdeutlichtet daraufhin die Problematiken, die sich aus der Vermittlungstätigkeit der ARGE ergäben.
Auf Nachfrage von Herrn
Strüwer erklärt sie, dass diejenigen, die
Maßnahmen unbegründet abbrächen, sanktioniert würde. Der Werkhof habe
seine Abbrecherquote beispielsweise mit 40 % angegeben.
Herr Steuber
berichtet, man habe in dieser Woche in der Trägerversammlung mit allen Trägern,
die Arbeit anbieten, zusammengesessen, um auch diesen Vorwurf der
überfrachteten Bürokratie zu diskutieren. Man habe die Situation, in der die
ARGE stecke, zur Kenntnis genommen, bestimmte Arbeitsplätze zuzuweisen und
gleichzeitig die Interessen der jungen Menschen auf einen passgenauen
Arbeitsplatz zu wahren.
Es habe eine Idee in dieser
Runde gegeben, die auch geprüft werden solle, die erste Phase der Zuweisung
sehr global zu organisieren. Nach dieser Idee werde der junge Mensch in ein
Berufsfeld gewiesen, das auch präzise Arbeitsmerkmale enthalte und dann zu
entwickeln, was für ein konkreter Arbeitsplatz bei dem Träger in einem solchen
Berufsfeld angeboten werden könne.
Zum Thema Sanktionen möchte
Herr Steuber wissen, ob es nach erfolgten Sanktionen ein Regelwerk gebe, dass
automatisch die Jugendhilfe eingeschaltet würde.
Weiterhin berichtet er, es
gebe eine Empfehlung aus der
Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe,
Angebote für junge Leute wie z.B. Beratungsmöglichkeiten, Angebote der
Jugendhilfe und Jobcenter für U25-jährige unter einem Dach zu
organisieren.
Er hielte es daher für
sinnvoll, eine optimalere Organisationsform für die U25-jährigen in Hagen zu
finden.
Zum Thema Sanktionen
erläutert Frau Schmieta, dass die Regelleistungen bei Jugendlichen sofort auf
null gefahren werden müssten. Die Kosten der Unterkunft würden aber auch
weiterhin gewährt und direkt an den Vermieter gezahlt.
Bei Bedarf bestünde für die
Jugendlichen die Möglichkeit, Lebensmittelgutscheine und Sachleistungen zu
bekommen. Das werde jedoch relativ wenig in Anspruch genommen.
Eine konkrete automatisierte
Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe gebe es jedoch nicht.
Die Regelungen durch
Sanktionen seien sehr starr, da der Zeitraum von drei Monaten Sperre in jedem
Fall eingehalten werden müssten, auch wenn der Jugendliche Einsicht zeigen
würde.
Herr Haensel
greift die Anregung von Herrn Steuber auf, Kräfte zu bündeln. Inwieweit sei die
ARGE zur Kooperation bereit?
Frau Schmieta
erwidert, dass sie sich eine solche Lösung gut vorstellen könne.
Herr Waßmuth
äußert seine Bedenken dahingehend, dass die Berufsberatung auch einen großen
Teil Nichtarbeitlosengeld II-Empfänger berate. Wo solle da eine Schnittstelle
gezogen werden?
Herr Steuber
stellt fest, dass eine Lösung nicht hier und jetzt gefunden werden könnte. Er
schlägt vor, diesen Arbeitstitel gemeinsam mitzunehmen über die
Trägerversammlung oder über die AG, in
der alle Beteiligten an einem Tisch säßen. Ziel müßte sein, die
organisatorischen Einheiten auch räumlich für die U25-jhrigen in einem Haus zu
bündeln.
Abschließend verteilt Frau
Schmieta den Geschäftsbericht der ARGE.
Herr Strüwer
schlägt vor, die Zahlen, die eingangs von Herrn Waßmuth vorgetragen worden
seien, dem Protokoll als Anlage beizufügen.
Außerdem solle der
Jugendhilfeausschuss in regelmäßigen Abständen wieder auf dieses Thema
zurückkommen. Dies könne zum Anlaß genommen werden, den übersandten
Controllingbericht, der in den nächsten Monaten noch aussagekräftiger sein
werde,
für einen beispielhaften Monat
mitzuversenden, um dann in eine erneute Diskussion einzusteigen. Die
Anregungen, die hier und heute in den Raum gestellt worden seien, könnten dann
auf ihre Umsetzung hin überprüft werden.
