28.11.2006 - 3.7 Bürgerantrag der Frau Sigrid Keppe, Borgenfelds...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Herr Romberg ruft den Bürgerantrag auf und erteilt zunächst der Antragstellerin Frau Köppen das Wort. Frau Köppen erläutert, dass sie beim Oberbürgermeister gewesen sei, um seine Unterstützung für eine Weiterführung des bisher eingeschlagenen Weges in der Taubenfrage zu erlangen. Der Taubenschlag im ehemaligen Stadtarchiv sei sehr effektiv, diese Arbeit sei wertvoll und müsse unterstützt und auf die Bereiche ausgeweitet werden, in denen noch keine Reduzierung der Taubenpopulation stattfinde, zum Beispiel Wehringhausen und der Bahnhofsbereich. Ihr sei daran gelegen, dass eine Arbeitsgruppe gebildet würde, um ein gemeinsames Konzept zur Reduzierung des Taubenbestandes auf die Beine zu stellen. Dabei spiele auch eine Rolle, dass die Tiere, sofern sie auf ein vernünftiges Maß reduziert würden, der Bevölkerung weniger zur Last fielen und daher auch nicht gequält würden. In der Innenstadt sei der Erfolg des Taubenhauses bereits deutlich spürbar, 80 % der Tauben seien im Taubenschlag untergebracht. Sie habe den Oberbürgermeister gebeten, auch den Weg in die Öffentlichkeit zu ebnen, um die Problematik bewusst zu machen und mehr Unterstützung zu erhalten. Herr Bell, Stadttierarzt, führt nach Aufforderung durch Herrn Romberg aus, dass bereits vor 1998 damit begonnen worden sei, ein Stadttaubenkonzept zu erarbeiten. Bestandteil dieses Konzeptes sei die Einrichtung des Taubenschlags im ehemaligen Stadtarchiv, der mittlerweile sehr gut funktioniere. Diese Arbeit sollte am Bahnhof fortgesetzt werden, jedoch fehlten zur Einrichtung eines weiteren betreuten Taubenschlags sowohl personelle als auch finanzielle Mittel. Zudem stehe bisher kein weiterer Standort zur Verfügung. Zurzeit werde gerade das Dach des Hauses Deutscher Ring auf seine Eignung als Standort für einen Taubenschlag geprüft. Ohne Bereitstellung finanzieller Mittel sei die Durchführung dieses Projektes jedoch nicht denkbar, allein mit ehrenamtlicher Arbeit sei dies nicht zu schaffen. Nachdem Herr Bell seine Ausführungen beendet hat, erhält auch die zweite Antragstellerin, Frau Keppe, die Gelegenheit zu einer ergänzenden Stellungnahme. Frau Keppe schildert ihre Erfahrungen im Umgang mit der Taubenproblematik in Hagen. Sie sei seit über dreißig Jahren mit diesem Thema beschäftigt. Seit 1994 gehöre sie der Bundesarbeitsgruppe Stadttauben an. Über diesen Kontakt habe sie vor Jahren nach einjährigen Bemühungen auch das Taubenhormon nach Hagen geholt. Dieses Projekt sei jedoch nach ersten Erfolgen an der fehlenden Zulassung des Medikamentes gescheitert. Um die Stadttauben wirksam zu betreuen sei neben der Einrichtung von Taubenschlägen auch die Einrichtung von Fütterungsplätzen erforderlich, an denen die Tauben, die keine Unterkunft haben, mit geeignetem Futter versorgt werden könnten. Insbesondere am Bahnhof sei es notwendig, die Fütterung weiter durchzuführen, da die Tiere an diesen Standort bereits jahrzehntelang gebunden seien. Es sei nicht nachzuvollziehen, wenn Personen, die sich um die Fütterung der Tauben kümmerten, mit Ordnungsstrafen belegt würden. Dies sei in der Vergangenheit bei ihr geschehen und jetzt auch bei einem Betreuer des Taubenhauses. Die Politik müsse eine Lösung der Problematik wollen, dann werde sie auch gefunden. Herr Bell antwortet auf die Ausführungen von Frau Keppe, dass das Thema kontrovers diskutiert werde. Dennoch seien sich alle darin einig, dass die Tauben reduziert werden müssten. Die Problematik der Fütterungsstellen sei klar und es bestehe Einigkeit darüber, dass betreute Fütterungsstellen vorhanden sein müssen. Die Tiere ließen sich an diesen Stellen konzentrieren, was insbesondere am Bahnhof sinnvoll sei. Abzulehnen sei dagegen die Einrichtung einer ungewissen Anzahl von Fütterungsplätzen an Stellen im gesamten Stadtgebiet, an denen sich Tauben aufhalten. Hierdurch sei eine Konzentration der Tiere auf wenige Bereiche nicht mehr möglich, zudem würde dies die Menschen animieren, an diesen Fütterungsplätzen auch ungeeignetes Futter auszulegen. Die bisher erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes werde hierdurch einen Rückschritt erleiden. Frau Kramps macht anschließend deutlich, dass nicht allein Frau Keppe sich seit Jahren um die Tauben kümmere, es gebe viele ehrenamtlich Tätige, die sich in gleicher Weise um die Tiere bemühten. Insbesondere die Arbeit im Taubenhaus sei sehr arbeitsintensiv und erfordere das Engagement vieler Helferinnen und Helfer. Das Taubenhaus im ehemaligen Stadtarchiv gelte inzwischen auch über die Grenzen der Stadt Hagen hinaus als Beispiel für Effektivität bei der Reduzierung von Tauben. Man könne den Verantwortlichen nicht unterstellen, dass sie nicht darum bemüht seien, das Konzept weiter zu führen. Schon seit Jahren werde nach einem weiteren Standort für einen betreuten Taubenschlag gesucht, viele Hausbesitzer weigerten sich jedoch, ihre Dächer oder Dachböden zur Verfügung zu stellen. Über die Finanzierung eines weiteren Taubenschlags könne man erst sprechen, wenn ein Standort gefunden wäre. Zurzeit stünde nicht einmal das Geld für das Futter im Taubenhaus zur Verfügung, dieses werde vom Tierschutzverein bezahlt. Es müsse eine Haushaltsstelle eingerichtet werden, aus der die Mittel für die Betreuung und Fütterung der Tiere entnommen werden könnten. Darum müsse sich die Politik kümmern. Die Forderung nach weiteren Futterplätzen im Stadtgebiet sei sinnlos, dies führe nur dazu, dass unkontrolliert gefüttert würde. Herr Stankewitz weist darauf hin, dass er der Vorlage entnommen habe, dass der von den Antragstellerinnen geforderte Arbeitskreis bereits existiere. Insofern sehe er keinen Handlungsbedarf mehr. Herr Voigt schließt sich den Ausführungen von Frau Kramps hinsichtlich der Einrichtung von weiteren Fütterungsplätzen an. Die Einrichtung eines weiteren betreuten Taubenschlags hält auch er für sinnvoll, meint aber, dass es keinen Sinn habe, die Verwaltung mit der Suche nach einem Standort zu beauftragen, wenn die Finanzierung nicht gesichert sei. Frau Kramps macht noch einmal deutlich dass es darum ginge, zunächst überhaupt einen Standort zu haben, dann könne man Mittel hierfür einwerben. Anders herum sei dies nicht möglich. Herr Lenz berichtet von seinen Erfahrungen mit der Taubenproblematik und meint, dass der Bestand durch den Einsatz des Hormons wirksam reduziert werden konnte. Es sei schade, dass das Hormon nicht mehr zum Einsatz komme. Herr Romberg fasst die Wortbeiträge zusammen und stellt fest, dass Einigkeit darüber bestehe, keine weiteren Fütterungsplätze einzurichten. Die Verwaltung solle aufgefordert werden, weiter intensiv nach einem Standort für einen weiteren Taubenschlag zu suchen, danach könne die Finanzierung geklärt werden. Das Thema sollte weiter im Ausschuss behandelt  werden.

 

Anmerkung der Schriftführerin: Frau Keppe überreichte Herrn Romberg im Anschluss an die Sitzung einige Fotos und Broschüren zum Thema Tauben. Die Fotos sind der Niederschrift als Anlage 01 beigefügt, die Broschüren können bei der Geschäftsstelle angefordert werden.

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Beschluss:


Der Ausschuss für Beschwerden, Anregungen, Bürgerdienste und Ordnungspartnerschaften sieht in dem von der Verwaltung vorgelegten Konzept einen vernünftigen Ansatz zur Lösung der Taubenproblematik und empfiehlt der Verwaltung und den zuständigen politischen Gremien

 

  1. die bisherigen Fütterungsplätze beizubehalten, bis die weitere Unterbringung der Tauben geklärt ist, jedoch keine weiteren Fütterungsplätze einzurichten
  2. die Suche nach einem Standort für einen weiteren Taubenschlag zu intensivieren
  3. nach Findung des Standortes die Finanzierung zu klären, auch unter Einbeziehung privater Investoren.

 

Der Bürgerantrag wird ansonsten vertagt, die Verwaltung möge in angemessener Zeit über den Fortschritt der Angelegenheit berichten.

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Abstimmungsergebnis:

X

 Einstimmig beschlossen