06.12.2006 - 7.8 Umgestaltung der Fläche des ehemaligen Koenigse...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.8
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 06.12.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB69 - Umweltamt
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Palsherm zeigt noch einmal den chronologischen Ablauf der bisherigen
Entwicklung auf. Eine wichtige Frage sei, ob die für ein
Planfeststellungsverfahren veranschlagten 100.000,00 € aus der dem
Werkhof zweckgebunden zur Verfügung gestellten Summe finanziert werden müssten.
Es seien noch eine ganze Anzahl ungeklärter Fragen zu beantworten. Eine
Zusammenkunft aller Verfahrensbeteiligter zwecks Klärung sei daher
erforderlich.
Herr Buschkühl verweist auf die vorliegenden zwei Varianten für den
Koenigsee. Variante 2 sei umsetzbar, was die rechtliche und finanzielle
Situation betreffe. Die Tümpellandschaft, die dort entstehen solle, werde
sicherlich auch zum Spielen einladen. Nach 11 Jahren solle nun endlich etwas
passieren. Variante 2 sei sinnvoll und verantwortbar, man solle jetzt endlich
zum Entschluss kommen. Detailfragen könnten noch zu einem späteren Zeitpunkt geklärt
werden.
Herr Sondermeyer erkundigt sich bei Herrn Dr. Braun, warum die Variante
0, nämlich das Biotop ganz in Ruhe zu lassen, nicht mit in die Abwägung
hineingenommen worden sei. Er sei im Rahmen der Akteneinsicht auf alte
Zeitungsartikel gestoßen. Seinerzeit sei gesagt worden, es sei gut, dass sich
die Natur zurückhole, was ihr gehöre. Heute wehe der Wind aus einer ganz
anderen Richtung. Im Vertrag heiße es, der Werkhof sei verpflichtet, die
Arbeiten zu marktüblichen Preisen durchzuführen. Er wolle nun von Dr. Schmidt
wissen, wie das bewerkstelligt werden könne. Fraglich sei für ihn auch, ob
nicht eine europaweite Ausschreibung erforderlich sei. Dies seien Aufträge, die
auch den örtlichen Handwerkern und Landschaftsbauern durchaus gut tun würden.
Herr Leisten meint, die letzten vier Wochen hätten bereits entscheidende
Erkenntnisse gebracht. Die Verwaltung in Hagen habe nie versucht, den
politischen Willen in Hohenlimburg ernsthaft
durchzusetzen. Es sei zudem verschwiegen worden, dass die Variante 1 in Arnsberg
auf offene Ohren gestoßen und als genehmigungsfähig angesehen worden war. Hier
sei immer das Gegenteil vermittelt worden. Aufgrund der anstehenden neu
zugeschnittenen Kompetenzen der Behörden zu Beginn des kommenden Jahres halte
er es ebenfalls für notwendig, sich noch einmal zusammenzusetzen. Alle beteiligten
Stellen sollten dann gemeinsam klären, welche Möglichkeiten bez. des Koenigsees
realisierbar seien. Er verliest einen alternativen Beschlussvorschlag.
Abzuklären sei zudem die wasserrechtliche Problematik und ob eine
Fortschreibung des Wasserrechtes z.B. für ein halbes Jahr möglich sei.
Herr Dr. Schmidt weist deutlich den Vorwurf zurück, dass sich die
Verwaltung in Arnsberg nicht ernsthaft bemüht habe, die Beschlüsse der
Bezirksvertretung zu realisieren. Es seien mindestens drei Gespräche mit den
entsprechenden Beteiligten dokumentiert, in welchen für den Aufstau geworben
worden sei. Man habe allerdings keine Briefe geschrieben und gebeten, dass
bestimmte Gesetze für Hagen nicht zu gelten haben. Er sei erstaunt, dass man
aus einem Nebensatz eine Zustimmung der Bezirksregierung zur Wiederaufstauung
lesen könne. Die Verwaltung könne niemanden raten, in ein Planfeststellungsverfahren
zu gehen, wenn keine Erfolgsaussichten bestehen. Dies sei der Punkt, weshalb
nie ein Antrag gestellt worden sei. Er habe den politischen Auftrag immer sehr
ernst genommen und hatte gehofft, dass im Rahmen des politischen Wechsels in
Arnsberg eine andere Einschätzung der Angelegenheit erfolgt wäre, was jedoch
nicht der Fall sei. Die Obere Landschaftsbehörde sei strikt gegen einen
Wiederaufstau gewesen.
Herr Reinke berichtet, er habe an einer Sitzung des Beschwerdeausschusses
teilgenommen, in welchem auch das Thema Koenigsee behandelt worden sei. Herr
Dr. Bücker habe dort seinen Vorschlag eingebracht. Man sei zu dem Schluss
gekommen, dass die Bezirksvertretung Hohenlimburg zuständig sei. Es werde daher
empfohlen, dass sich die BV Hohenlimburg noch einmal mit dem Vorschlag von
Herrn Dr. Bücker befasse. In der Bezirksvertretung sei ein Wiederaufstau immer
als schwierig, aber als möglich dargestellt worden. Daher habe er gehofft, dass
sich die Verwaltung dahingehend bemühe.
Herr Palsherm erinnert an einen Ratsbeschluss aus dem Jahr 2000, in
welchem eine Flutung beschlossen worden sei. Zwischenzeitlich habe der Werkhof
das Gelände erworben. Der Beschluss habe immer noch Bestand. Jetzt, da die
Wasserrechte abliefen, komme etwas Bewegung in die Sache, jahrelang sei nichts
passiert.
Frau Timm-Bergs möchte klarstellen, dass sie nach wie vor eine Flutung
favorisiere. Die rechtlichen Voraussetzungen seien abzuklären. Sie sei nicht
dafür, ein 100.000,00 € teures Planfeststellungsverfahren anzugehen, wenn
diese Summe von der dem Werkhof bewilligten Summe abgezogen werden müsse. Sie
setzte ihre Hoffnung nun auf den Januar-Termin, in welchem man sich mit den
anderen Behörden zusammensetzen werde, um rechtliche Möglichkeiten auszuloten.
Sie bitte die Verwaltung, sich schriftlich in Arnsberg um eine
Fristverlängerung bezüglich der Wasserrechte zu bemühen.
Herr Buschkühl möchte endlich über den Beschlussvorschlag der Verwaltung
abstimmen. Der Antrag der CDU verzögere lediglich die endgültige Entscheidung.
11 Jahre seien seiner Ansicht nach genug Zeit gewesen, um Variantendiskussionen
zu führen.
Herr Dr. Braun stimmt Herrn Buschkühl zu. Der Zeitdruck entstehe nicht,
weil irgendwelche Wasserrechte ausliefen, sondern weil der Genehmigungsbescheid
aus Arnsberg vom 19.07.2000 stamme und in einem Gespräch am 25.01.06 noch
einmal gesagt worden sei, dass bis Mitte des Jahres eine Entscheidung
herbeigeführt worden sein solle. Dies sei noch einmal bis Ende 2006 verlängert
worden. Selbstverständlich stehe er für ein gemeinsames Gespräch im Januar zur
Verfügung, was die Angelegenheit jedoch nicht so weiterbringe, wie es der
Regierungspräsident fordere. Er weise zurück, dass die Verwaltung nicht mit der
nötigen Transparenz gearbeitet habe. In der letzten Vorlage sei eine
Kostenaufstellung enthalten gewesen. Die für Planung vorgesehenen 50.000,00
€ seien verbraucht worden. Die Variante 0 „Biotop“ sei nicht
verfolgt worden, weil diese nicht der Beschlusslage entsprochen habe. Man habe
mit der Bezirksregierung keinen regen Schriftwechsel gehabt, sondern sei
dorthin gefahren, um zu diskutieren, wie man die Wünsche der Bezirksvertretung
umsetzen könne. Es sei nicht richtig, für die größere Variante 1 ein positives
Signal bekommen zu haben. Man habe sich sogar gestritten, ob eventuell schon
die Entgegennahme eines solchen Antrages nicht eigentlich rechtswidrig sei. Dies
sei zwar verworfen worden, aber mit einer Genehmigung sei auf keinen Fall zu
rechnen, zumindest sei dies sehr unwahrscheinlich. Daraufhin habe Herr Krause davon
abgesehen einen solchen Antrag zu stellen. Dies sei auch aus den Akten für jedermann
ersichtlich. Aus den Akten sei ebenfalls zu erkennen, wie Herr Reichling sich
schon vor über 10 Jahren gefreut habe, wie toll sich dieses Biotop entwickele.
Die Überschrift in der Zeitung habe gelautet „Mutter Natur holt sich den
Koenigsee zurück“. Was nun von Herrn Dr. Bücker und Herrn Reichling
vorgeschlagen werde, sei aufgrund er derzeitigen Rechtlage nicht zu
verwirklichen. Über diese Variante könne gesprochen werden, aber nicht
ernsthaft mit in eine Entscheidung einbezogen werden.
Herr Strüwer sagt, lediglich an zwei Stellen sei mit Vehemenz daran
gearbeitet worden, den politischen Willen der Bezirksvertretung umzusetzen. Erstens
sei dies in der Phase bis 1999 der Fall gewesen, als seitens der Stadt Hagen
darauf hingewiesen worden sei, dass die Verrohrung des Nahmerbaches so eng
gewesen sei, dass in einem Hochwasserfall die Wassermengen von den Rohren nicht
aufgenommen werden könnten. Dies sei in mehrfachen Schreiben nach Arnsberg
übermittelt worden. An einem bestimmten Punkt im Jahre 1999 habe die Stadt dann
aufgehört, an einem Rückhaltebecken festzuhalten,
was ein neu angestauter Koenigsee hätte sein können. Mit Vehemenz habe es dann
von Herrn Dr. Schmidt und Herrn Krause Anstrengungen zur Umsetzung des Energieparkes gegeben mit klarem Fokus auf
Beschäftigungsmöglichkeiten, Ökologie und Naherholung. Was sich ansonsten in
den Akten befinde, gebe keinen Hinweis auf einen Einsatz für die politischen
Beschlüsse. Es habe in keiner Weise eine Übermittlung von politischen
Beschlüssen oder Nachfragen gegeben. Er habe nur Hinweise auf dreimal
stattfindende Ortstermine finden können, in denen dann von den anderen
Behörden die Aspekte eingestreut worden
seien, die bedenklich seien. Die Politik habe immer geglaubt, ein
Planfeststellungsverfahren sei eingeleitet worden. Wenn man damit auf die Nase
gefallen wäre, hätte man Widerspruch einlegen können und hätte politisch gewusst,
wo man stehe.
Frau Sauerwein stimmt Variante 2 zu, weil sie umsetzbar sei und endlich
zu Ergebnissen führe. Gerade weil der Beschluss aus 2000 noch existent sei,
benötige man einen neuen Beschluss, um weiterzukommen. Zu allen Varianten habe
man jetzt genug Aussagen gehört. Herr Dr. Schmidt und Herr Dr. Braun hätten
erklärt, dass viel unternommen worden sei, um den politischen Willen
umzusetzen. Offenkundig werde ihnen nicht geglaubt oder tiefstes Misstrauen
entgegengebracht. Ihrer Ansicht nach könne man politisch beschließen was man
wolle, wenn dies jedoch rechtlich nicht durchsetzbar sei, nütze es nichts.
Gegen ein weiteres Gespräch im Januar mit allen Beteiligten sei sicherlich
nichts einzuwenden. Sie sehe dem mit Interesse entgegen, glaube aber, dass dies
die Angelegenheit lediglich verzögere. Sie ziehe eine Entscheidung vor.
Herr Niederköppern berichtet, Gespräche mit Pro Nahmer hätten erbracht,
die 500.000,00 € sollten lieber an einen wohltätigen Zweck zur Verfügung
gestellt werden, als einer Tümpellösung zuzustimmen. Er halte diese Ansicht für
richtig. Man solle jetzt nichts überstürzen und nicht einer falschen Lösung
zustimmen.
Herr Sondermeyer bittet Herrn Dr. Schmidt um schriftliche Beantwortung
seiner Fragen nach den Kosten bzw. marktüblichen Preisen.
Herr Dr. Braun habe von Planungskosten in Höhe von 50.000,00 €
gesprochen, nun seien aber bereits 61.000,00 € ausgegeben worden. Wie
verhalte es sich mit der Differenz?
Herr Dr. Schmidt kritisiert Herrn Sondermeyers Verhalten, ständig
Nebenkriegsschauplätze zu eröffnen. Er wäre froh über diese Fragen diskutieren
zu können, wenn man ein Planfeststellungsverfahren mit einem Ergebnis hätte.
Herr Sondermeyer solle davon ausgehen, dass die Bezirksvertretung, der Werkhof
und der Aufsichtsrat darauf achteten, dass die Aufträge korrekt vergeben
würden.
Herr Leisten meint, was vor 11 Jahren richtig gewesen sei, sei auch heute
noch richtig. Nur weil Herr Buschkühl keine Lust mehr zum Diskutieren habe sei
er nicht bereit, was 11 Jahre richtig war über Bord zu werfen. Die CDU stehe
weiterhin für eine ansehnliche Wasserfläche ein. Wenn im Januar noch ein
Erörterungstermin stattfinde, schlage er vor, die vorliegende
Verwaltungsvorlage komplett abzulehnen.
Frau Timm-Bergs schlägt vor, die Herren Dr. Bücker und Reichel ebenfalls
zu dem Erörterungstermin einzuladen.
Herr Eschenbach fasst den SPD- und CDU-Antrag zusammen, es ergeht
folgender
Beschluss:
Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Bezirksregierung in Arnsberg
einen Erörterungstermin bezüglich der Neugestaltung des Koenigsees zu
vereinbaren.
Um eine verbindliche Vorgehensweise abzusprechen, sollten neben
Vertretern der Bezirksvertretung und der Hagener Stadtverwaltung auch die für
die Entscheidungsfindung zuständigen und der Bezirksregierung nachgeordneten
Behörden teilnehmen.
Zielsetzung der Bezirksvertretung ist es abzuklären, unter welchen
Bedingungen und gegebenenfalls Ausnahmeregelungen die Wiederaufstauung des
Koenigsees möglich ist.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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|
1
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(wie Dokument)
|
1,5 MB
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2
|
(wie Dokument)
|
6,1 MB
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