03.05.2006 - 7.1 Haushaltsplanberatungen 2006- Unterlagen liegen...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 03.05.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:07
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Hulvershorn stellt noch einmal Herrn Gerbersmann vor und erteilt ihm
das Wort.
Herr Gerbersmann stellt in seinem ausführlichen Redebeitrag die
derzeitige, allgemeine Haushaltslage der Stadt Hagen dar. Dabei stellt er vor
allem die gemeinsam erzielten Erfolge im abgelaufenen Haushaltsjahr 2005, aber
auch die zu bewältigenden Probleme der Zukunft heraus.
Herr Hulvershorn bedankt sich bei Herrn Gerbersmann für diesen Beitrag.
Herr Leisten erkundigt sich nach dem Ablauf der Beratungsfolge.
Herr Schierau schlägt vor, dieselbe Vorgehensweise wie in den Vorjahren
zu wählen.
Herr Palsherm erkundigt sich bei Herrn Gerbersmann, was für eine Summe
die Stadt Hagen in den Topf “Wiedervereinigung” zahle.
Herr Gerbersmann glaubt, es handele sich hier um eine Summe in Höhe von
4,1 Millionen Euro, ist sich jedoch nicht sicher und gibt die Frage weiter an
Herrn Schierau.
Herr Schierau nennt mehrere Zahlenbeispiele und sagt, im Durchschnitt
handele es sich um eine Summe in Höhe von 10 Millionen Euro pro Jahr seit 2004.
Herr Leisten äußert sich zur Verwendung der Schulpauschale auf Seite 2
und der Sportpauschale auf Seite 5 des bezirksbezogenen Haushaltes. Er sehe
eine einseitige Verlagerung der Gelder von Hohenlimburg nach Hagen. Er vermisse
die eine oder andere Schule aus Hohenlimburg. Zwar finde man dort auch die
Renovierung der Physik- und Chemieräume der Realschule Hohenlimburg, dies sei
jedoch die einzige Summe, die nach Hohenlimburg fließe. Man habe mit der
Pestalozzischule und der Kaufmannsschule an der Iserlohner Straße zwei Schule
mit erhöhtem Raumbedarf, zudem verfüge man mit dem ehemaligen Gymnasium in der
Gumprechtstraße zumindest über ein – wenn auch renovierungsbedürftiges
– Gebäude in städtischem Besitz. Er wolle auf Seite 200 des
bezirksbezogenen Haushaltes verweisen, wo man nachlesen könne, dass für die
Jahre 2006 und 2007 für Sanierungsmaßnahmen des Gebäudes in der Gumprechtstraße
jeweils 2,5 Millionen Euro eingeplant gewesen seien. Seinerzeit habe sich die
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHSöV) stark für dieses Gebäude
interessiert.
Zumindest solle man daher Planungsmittel für diese Schule vorhalten, bis
die Angelegenheiten Pestalozzischule und Kaufmannsschule abschließend geklärt
worden seien.
Herr Dr. Schmidt erwidert, er könne heute noch keine Planung “aus
einem Guss” vorstellen. Am Vortage habe es ein Treffen mit Landesvertretern
und dem Leiter der FHSöV gegeben. Die FHSöV habe ja möglichst schnell das
Gebäude in der Gasstraße verlassen sollen und man sei davon ausgegangen, dass
dies nun erfolge. Nun habe der Finanzminister des Landes die FHSöV gebeten, die
Planung um ein Jahr zurückzustellen, d.h. man habe die Stadt gebeten zu
überlegen, ob das Gebäude in der
Gasstraße ein Jahr länger als geplant zur Verfügung gestellt werden könne. Dies
ziehe natürlich einen erheblich wichtigen Baustein aus der Planung. Man wolle
eigentlich dem Land nicht signalisieren, den Vertrag mit der FHSöV zu
verlängern. Es gebe in Hagen genug andere Möglichkeiten, die Schule angemessen
unterzubringen. Seiner Ansicht nach sei es wichtig, baldmöglichst die
notwendigen Umzüge durchzuführen. Gestern habe der Schulausschuss für die Jahre
2007 und 2008 für Hohenlimburg eine Pauschale in Höhe von je 500.000,00 Euro
festgelegt, so dass die Interessen der Hohenlimburger durchaus berücksichtigt
würden.
Herr Leisten erwidert, dann sei man hier ja doch auf dem richtigen Wege.
Bezüglich der Sportpauschale wolle er noch einmal nachhaken. Er sehe in erster
Linie die Investitionsschwerpunkte Emst und Ischeland. In Hohenlimburg
versuchten seit längerer Zeit zwei Vereine, Kunstrasenplätze auf ihren
Sportplätzen zu installieren. Diese Vereine hätten sogar angeboten, bis zu 50%
der Anschaffungskosten durch Sponsorengelder abzudecken. Er wolle nun gern
wissen, wo man dies einbringen könne. Es gebe ja zudem für 2006 durchaus noch
nicht verplante Gelder.
Herr Dr. Schmidt antwortet, das zuständige Beschlussorgan sei der
Sportausschuss und der Rat. Wenn man über Sponsorengelder verfüge, könne man
diese sicher über eine Einnahmeposition vereinnahmen, Spenden seien sicher
immer willkommen. Wenn man meine, etwas solle aus der Sportpauschale gefördert
werden, so könne man dies offiziell dem Sportausschuss vorschlagen.
Herr Schierau spricht ebenfalls die Schul- und Sportpauschalen an und
meint, den Ausführungen von Herrn Dr. Schmidt sei nichts mehr hinzuzufügen. Er
wolle aber auch noch einmal betonen, dass der Schulausschuss gestern
beschlossen habe, für 2007 und 2008 jeweils 500.000,00 € für die
Gumprechtstraße bereitzustellen.
Die Ausstattung von Sportplätzen mit Kunstrasen sei eine Entscheidung des
Sport- und Freizeitausschusses, der nächste Woche tagen werde und plane, eine
Prioritätenliste aufzustellen.
Er schlage vor, bei der Besprechung des Haushaltes für 2006 mit dem
Verwaltungshaushalt auf der Seite 173 zu beginnen. Dort finde man die 49.000,00
€, die der Bezirksvertretung Hohenlimburg zur Verfügung stünden und
bereits per Beschluss verteilt worden seien. Dieser Beschluss werde über die
Veränderungsliste entsprechend umgesetzt.
Auf Seite 175 finde man den Finanzierungsbeitrag für das Schloss
Hohenlimburg. Diesem habe der Kultur- und Weiterbildungsausschuss zugestimmt,
so dass der städtische Finanzierungsbeitrag für die Fortführung des Schloss-
und Heimatmuseums in Hohenlimburg gesichert sei. Auf Seite 180 stehe die
Unterhaltung der Kanustrecke, für die immer ein bestimmter Betrag vorsorglich
eingeplant sei. Auf Seite 184 sei die Unterhaltung des jüdischen Friedhofes zu
finden. Dies sei lediglich ein Durchreichen des Landeszuschusses, der für
diesen Teilbereich gewährt werde. Dies sei nun die letzte Haushaltsstelle im
Bereich des Verwaltungshaushaltes.
Herr Leisten äußert sich noch einmal zu der Seite 180. Er wolle wissen,
ob es sich bei den veranschlagten 15.000,00 € um Gelder handele, die
eingesetzt würden, um gewisse regelmäßig auftretende Schäden an der Kanustrecke
zu beseitigen. Vor einiger Zeit sei eine Diskussion geführt worden, die
Wettkampfbedeutung der Lenne hier aufzuwerten und einen Aus- und Umbau der
Strecke anzugehen. Er frage, wo dafür der richtige Ansatzpunkt sei, ob an
dieser Stelle Gelder für eine solche Planung veranschlagt werden müssten, oder
ob es auch noch andere Möglichkeiten gebe, eventuell sogar Landesmittel zur
Verfügung gestellt zu bekommen.
Herr Schierau entgegnet, hier handele es sich um eine vermögenswirksame
Ausgabe, die im zweiten Teil der Beratung besprochen werden müsste. Zudem sei
es fraglich, ob sich das Land finanziell in der Lage sehe, solche Maßnahmen zu
unterstützen. Dies müsse über die Fachverwaltung abgeklärt werden. Die
Sportverwaltung müsste gemeinsam mit dem Sportverein eine Konzeption vorlegen,
wofür seitens der Bezirksvertretung ein Prüfauftrag erteilt werden könne.
Allerdings sei dies erst für das Folgejahr möglich.
Die Kosten für das planerische Gutachten zur Untersuchung des
Kirchenberg-Bades würden im Bereich des Rechtsamtes veranschlagt und tauchten
nicht bei der Bezirksvertretung auf. Das Geld werde zusätzlich zur Verfügung
stehen.
Herr Arnusch stellt eine Frage zu den Haushaltsansätzen auf den Seiten
174, 176 und 177. Er wolle wissen, warum
diese auf “0” gesetzt seien.
Herr Schierau erklärt, die Ansätze seien mit “0” ausgewiesen,
da bei Erstellung des Entwurfs der Beschluss der Bezirksvertretung Hohenlimburg
zur Mittelverteilung noch nicht vorgelegen habe. Die beschlossenen Summen
würden noch eingefügt.
Er wolle nun – falls keine weiteren Fragen bestünden – auf
den Vermögenshaushalt zu sprechen kommen wollen. Auf Seiten 186, 187 gehe es um
die Erneuerung des Physik- und Chemieraumes der Realschule Hohenlimburg, auf
den Seiten 188, 189 um die Neugestaltung des Lenneparks. Es sei gemeinsam
gelungen, die Maßnahmen, die aus Verkehrssicherheitsgründen bzw. aus
rechtlichen Gründen notwendig gewesen seien, in den letzten Jahren
durchzuführen. Es stehe noch aus, den Wunsch nach einer Verschönerung und
Qualitätssteigerung zu befriedigen. Sollte eine Genehmigung des Haushaltes
erreicht werden, werde man dann auch nach Absprache mit der Bezirksvertretung
die 250.000,00 € kassenwirksamer Mittel und 50.000,00 € aus
Verpflichtungsermächtigung in diesem und nächstem Jahr für eine
Qualitätsverbesserung des Lenneparks einsetzen können.
Herr Leisten erwidert, seit 1999 habe man die Renovierung des Lenneparks
konsequent vorangetrieben. Im Rahmen der der Bezirksvertretung zur Verfügung
stehenden bescheidenen Mittel habe man schon einige kleinere Erfolge erzielt.
Er halte es dennoch für eine Hagener Aufgabe, den Hohenlimburger Lennepark in
Ordnung zu halten. Man sei seinerzeit an den Rat herangetreten, der dann
entsprechend beschlossen habe, eine Summe dafür, aufgeteilt in drei Jahresraten,
zur Verfügung zu stellen. Könne man denn davon ausgehen, dass die bestehende
Planung nach einer Genehmigung des Haushaltes tatsächlich umgesetzt werden
könne?
Herr Schierau bestätigt dies, allerdings setze dies unbedingt eine
Genehmigung des Haushaltes voraus. Er weist noch einmal darauf hin, dass man
seinerzeit gemeinsam darum gerungen und sich auch gemeinsam darauf geeinigt
habe, zunächst Verkehrssicherungsmaßnahmen im Lennepark durchzuführen. Nach
Genehmigung des Haushaltsplanes und Haushaltssicherungskonzeptes sei es
sicherlich wünschenswert, auch noch die geplanten Verschönerungen
durchzuführen.
Auf Seite 190 gehe es um die Gumprechtstraße, dabei beziehe er sich noch
einmal kurz auf das bereits dazu Gesagte. Nun komme er zur Seite 192, zur Erschließung
des Gewerbegebietes Sudfeldstraße. Die Gesamterschließung solle vorangetrieben
werden.
Anschließend befinde man sich im Bereich der Gemeindestraßen. Vielleicht
wundere man sich, dass hier immer noch die Kettenbrücke stehe. Dies liege
daran, dass immer noch Restzahlungen zu leisten seien und erst in diesem Jahr
die Landeszuschüsse zuflössen. Man habe zwar die Genehmigung für einen
vorzeitigen Maßnahmebeginn bekommen, was jedoch nicht bedeutet habe, auch den
Zuschuss eher zu bekommen, was eine Vorfinanzierung notwendig gemacht habe. Auf
Seite 196 stehe der Bahnübergang Herrenstraße, wozu sich Herr Bauhaus noch
ausführlich äußern werde.
Das sich anschließende Investitionsprogramm spiegele den
Vermögenshaushalt noch einmal wieder.
Herr Arnusch fragt zur Seite 192, Energiepark Obernahmer, ob die aufgeführte Maßnahme durchgeführt
worden sei, oder diese aufgrund des Konsolidierungsprogramms entfalle.
Herr Schierau verweist auf Seite 193, wo ersichtlich sei, dass die Gelder
geflossen seien und damit die gemachte Zusage in vollem Umfang erfüllt worden
sei.
Herr Buschkühl fragt, was aus den für die Wiederherstellung des
Königssees dem Werkhof zur Verfügung gestellten 500.000,00 € geworden und
wie der aktuelle Stand der Entwicklung sei.
Herr Dr. Schmidt antwortet, am Stand der Angelegenheit habe sich nichts
geändert. Man sei sich weiterhin uneinig über die Einschätzung des inzwischen
veränderten Königssees. Man hoffe, und es gebe auch deutliche Signale, dass mit
dem Wechsel in der Bezirksregierung sich die Einstellung zu der Angelegenheit
ändere. Es sei ein zähes Ringen. Insofern könne er keine Hoffnung machen, dass
innerhalb kürzester Zeit eine Lösung existiere. Irgendwann müsse man einen
Schlussstrich ziehen und sich die Frage stellen, ob es überhaupt noch eine
Chance gebe oder nicht. Dann müsse der Werkhof überlegen, wenn sich ein See
nicht realisieren lasse, was mit dem
Geld geschehen solle, wie es auch vor zwei Jahren per Vertrag festgelegt worden
sei. Dann werde das Geld in Arbeitsförderungsmaßnahmen eingesetzt.
Herr Leisten fragt, ob Herr Dr. Schmidt glaube, dass das Projekt
Königssee zum Scheitern verurteilt sei.
Herr Dr. Schmidt verneint dies definitiv. Er sei zwar für diesen Bereich
nicht mehr zuständig und daher nicht so gut informiert, aber er werde sich für
die nächste Sitzung der Bezirksvertretung erkundigen. Er wisse, dass ein
Landtagsabgeordneter noch vor den Sommerferien eine Nahmerkonferenz einberufen
wolle, auf welcher etliche Dinge, die derzeit zur Diskussion stünden, wie z.B,
Werk IV, Werkhof, Gesundheitskonzept, Erschließung und Königssee auf die
Tagesordnung gesetzt werden würden.
Herr Eschenbach ergänzt, ihn interessiere die Frage des Königssees
ebenfalls brennend. Er habe vor ein paar Wochen bereits eine Anfrage gestartet.
Vielleicht solle man als Bezirksvertretung noch einmal nachhaken.
Herr Buschkühl meint, wenn bei Nichtwiederherstellung des Königssees das
Geld anderweitig verwendet werde, stelle sich die Frage, ob nicht eine Frist
gesetzt werden solle, bis wann verhandelt werden könne. Irgendwann müsse ja
einmal klar sein, ob der Damm zu retten sei. Nach Auskunft der Oberen
Wasserbehörde sei er nicht zu retten, sei zu instabil. Wenn es dann keine
Wasserfläche mehr geben solle, dann solle das Gelände nach der festgesetzten
Frist zumindest wieder vernünftig hergerichtet werden.
Herr Dr. Schmidt empfiehlt, das Thema Königssee auf die nächste
Tagesordnung zu setzen und Herr Königsfeld möge die Untere und Obere
Wasserbehörde, Obere Landschaftsbehörde und den Werkhof einladen. Dann könne
man sich die verschiedenen Ansichten anhören und sich eine Meinung zum Thema
Königssee bilden.
Herr Schierau bittet um folgenden
Beschluss:
1.
Die
Bezirksvertretung Hohenlimburg stimmt der vorgelegten Fassung des
-
Verwaltungshaushalts
-
Vermögenshaushalts
-
Investitionsprogramms
nach erfolgter Beratung zu.
2.
Aufgrund der
heutigen Beschlussfassung über den Auftrag “Fachplanerische Begutachtung
Kirchenbergbad” sind 8.300,00 € in der Haushaltsstelle 0230 656
00005 zur Verfügung zu stellen.
