03.05.2006 - 7.2 Aufhebung des Bahnübergangs Herrenstraße
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.2
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 03.05.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:07
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 66 Fachbereich Planen und Bauen für Grün, Straßen und Brücken
- Bearbeitung:
- Jörg Winkler
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Bauhaus geht zunächst auf die seitens der Öffentlichkeit gestellten
Fragen ein. Es handele sich bei der Beseitigung des Bahnüberganges Herrenstraße
durchaus um eine zeitgemäße und immer noch notwendige Maßnahme. Die
Erschließung des Nahmertales sei für Hohenlimburg von großer Wichtigkeit und in
den letzten Jahren seien bereits mehrere mögliche Investoren wieder von
geplanten Vorhaben zurückgetreten mit Hinweis auf die vorhandenen Bahnschranken
an der Herrenstraße.
Sollten bei der Verwirklichung des Brückenbaus Mehrkosten auftreten,
würden diese ebenso aufgeteilt wie die geplanten Investitionskosten.
Außerdem sei auch die Verkehrssituation in der Lenneuferstraße
angesprochen worden. Er wolle hiermit an die Verkehrssituation in den 80er
Jahren erinnern, als die Hohenlimburger Kleinbahn noch die Lenneuferstraße und
den Engpass passiert habe. Seinerzeit habe entgegenkommender Verkehr anhalten
müssen. Seitdem habe sich die Situation entspannt. Gleichwohl sei es so, dass
wenn ein Bus oder anderes größeres Fahrzeug entgegenkomme, auch heute noch
“Verkehrsberuhigung” angesagt sei. Die Unfalllage sei mit der
Polizei besprochen worden und sei als unauffällig charakterisiert worden. Um
diesen trotzdem nicht wünschenswerten Engpass beseitigen zu wollen, müssten
ganz andere Maßnahmen ergriffen werden, die nie Bestandteil dieser Planung
gewesen seien. Im Rahmen der Verkehrsbesprechung habe man bereits darüber
nachgedacht, was passieren müsse, falls sich zu starker LKW-Gegenverkehr als
verkehrsbehindernd erweisen solle. Dort werde man dann eventuell ein
Halteverbot einrichten müssen. Dies wolle man jedoch nicht von Anfang an
machen, um die Anlieger nicht vor den Kopf zu stoßen. Sollte dies jedoch als
notwendig herausstellen, habe man Ersatzstellplätze im Nachgang vorgesehen.
Eine Überführung des Verkehrs nach Oege habe früher einmal als Vorentwurf
existiert, sei aber dann im Rahmen der Gesamtdiskussionen zurückgestellt
worden. Im Rahmen des Flächennutzungsplanes habe aber die heute vorgestellte
Planung Priorität erhalten.
Die Eisenbahnkreuzungsvereinbarung liege vom Bundesverkehrsminister
unterschrieben vor, d.h. die Grundlage für die Finanzierung der Maßnahme sei
damit gegeben. Man erwarte in Kürze den Bewilligungsbescheid des
Regierungspräsidenten aus Arnsberg. Der Bewilligungsbescheid beziehe sich auf
den Kostenanteil der Stadt. Er erinnert noch einmal daran, dass die Kosten
gedrittelt würden und auf Bund, Bahn und Stadt aufgeteilt würden, wobei der
städtische Anteil zu 80% gefördert werde.
Anschließend beginnt Herr Bauhaus, die vorliegende Verwaltungsvorlage und
die aushängenden Pläne zu erläutern.
Herr Leisten merkt an, es sei ein allgemeines Missverständnis in der
Politik, eine bereits veranschlagte Summe, wie im vorliegenden Fall die 18
Millionen Euro, für einen anderen, angeblich wichtigeren Zweck, ausgeben zu
können. Die Zuschussgeber hätten die Gelder zweckgebunden zur Verfügung
gestellt, man könne nicht frei darüber verfügen. Zudem habe man ein äußerst
langes Planungsverfahren durchlaufen. Er wolle auf die Wichtigkeit von Fluss-
und Bahnüberbrückung aufmerksam machen, da es auch für weitere Investitionen
wichtig sei, einen reibungslosen Verkehrsfluss zu ermöglichen.
Herr Palsherm ergänzt, auch die geplante Fußgängerüberquerung sei
angesichts der bereits geschehenen Unfälle sehr wichtig. Man solle zudem jede
Chance nutzen, Oege und Nahmer zu fördern, man solle folglich zustimmen.
Herr Bauhaus erläutert weiter ausführlich Vorlage und aushängende Pläne
und macht darauf aufmerksam, dass der Baubeschluss zuständigkeitshalber vom
Stadtentwicklungsausschuss gefasst werden müsse.
Herr Hulvershorn fragt, ob der Zugang zum Bahnhof bestehen bleibe oder
verändert werde.
Herr Bauhaus erwidert, die Erreichbarkeit des Bahnsteiges sei nicht
Bestandteil der Eisenbahnkreuzungsmaßnahme. Er selbst habe schon seit langem
gefordert, den Bahnsteig behindertengerecht zu gestalten. Dieser Aspekt sei
auch im Rahmen des Programmes “100 Bahnhöfe” in Nordrhein-Westfalen
untersucht worden, der Bahnsteig sollte mit Tunnel und Rampe erreichbar werden.
Dies sei jedoch nicht möglich gewesen, weil der Bahnsteig zu schmal sei und am
Ende des Bahnsteigs der Fahrleitungsmast stehe, der maßgeblich die gesamte
Fahrleitung des Bahnhofs Hohenlimburg halte.
Der Bebauungsplan biete jedoch immer noch die Möglichkeit, eine Treppe
und/oder einen Fahrstuhl vom Brückenbauwerk zum Bahnsteig führen zu lassen.
Dies sei jedoch nicht Sache der Stadt, auch nicht Sache der Bahn. Andererseits
seien die baulichen Gegebenheiten auch relativ beengt, um eine solche Maßnahme
sinnvoll durchzuführen.
Die Bahn habe in den bislang geführten Gesprächen für das Jahr 2008
angekündigt, dann aufgrund eines neuen Programms in der Lage zu sein, Mittel
für eine behindertengerechte Ausgestaltung des Bahnhofes beantragen zu können.
Herr Arnusch fragt, ob das nette alte Bahngebäude mit dem dort
vorhandenen Parkplatz unverändert bleibe.
Herr Bauhaus erwidert, aufgrund des größeren Radius der Straße entfalle
dieser Bereich völlig und erläutert dies noch einmal an dem aushängenden Plan.
Herr Leisten gibt die Entwicklung der Geschäfte in der Herrenstraße zu
bedenken und fragt, ob Parkflächen direkt an die neue Unterführung angebunden
werden könnten.
Herr Bauhaus antwortet, dies sei schwierig, da dies im Bebauungsplan
flächentechnisch festgelegt sei. Allerdings seien die Wege ja auch nicht weit.
Er wolle anregen, die Flächen auf der anderen Seite der Bahn zu Parkflächen
umzufunktionieren. Dann müsse ein entsprechender Auftrag an die Verwaltung
gestellt werden, im Zuge der Brückenbaumaßnahme entsprechende Planungen
vorzunehmen. Diskussionen zu diesem Thema habe es bereits gegeben.
Es ergeht folgender
Beschluss:
1.
Die
Bezirksvertretung Hohenlimburg und der Stadtentwicklungsausschuss nehmen die
Vorlage zur Kenntnis.
2.
Der
Stadtentwicklungsausschuss beschließt die Ausführung der Baumaßnahme
“Aufhebung des Bahnüberganges Herrenstraße” in der vorgestellten
Art und Weise gemäß dieser Vorlage.
3.
Als Bauzeit
werden ca. 36 Monate angesetzt, so dass zum Jahresende 2009 die Maßnahme
abgeschlossen werden kann.
