08.03.2006 - 5 Vorschlag zur Tagesordnung gem. § 6 Abs. 5 der ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 08.03.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Einleitend trägt Herr
Hulvershorn den ausliegenden Beschlussvorschlag und die dazugehörige Begründung
vor.
Herr Buschkühl bittet um die
Erlaubnis, bereits an dieser Stelle eine Anfrage gemäß § 6 Abs. 8 der
Geschäftsordnung zu stellen, da dies an dieser Stelle inhaltlich zum Thema
passe.
Anmerkung der
Schriftführerin:
Herrn
Buschkühls Frage wird auf den TOP 9 Anfragen gem. § 6 Abs. 8 GeschO
verschoben.
Herr Leisten beschwert sich
über die skandalösen Vorgänge der letzten vierzehn Tage. Seit 1974 sei er in
der Kommunalpolitik tätig und habe etwas Derartiges bislang noch nicht erlebt.
Er bezieht sich auf einen aktuellen Leserbrief, der die Dinge gut auf den Punkt
gebracht habe. In dem Leserbrief werde zu Recht gefordert, in dem Zusammenhang
einmal Ross und Reiter zu nennen. Dies wolle er nun, auch für das Protokoll,
tun.
Ross und Reiter bei dieser
Aktion sei für ihn in erster Linie Oberbürgermeister Peter Demnitz in seiner
Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der Hagener Verkehrsbetriebe. Was
dort geschehen sei, entziehe sich seinem Verständnisvermögen.
Zur Zeit kritisiere Herr
Demnitz öffentlich seinen Amtsvorgänger, Herrn Wilfried Horn.
Herr Horn sei 1999 mit der
Aussage angetreten, solange er Oberbürgermeister sei, werde das Kirchenbergbad
nicht geschlossen. Dieses Wort habe Herr Horn gehalten.
Herr Demnitz sei in den
letzten Kommunalwahlkampf mit der Proklamation gezogen, er wolle die
Stadtbezirke stärken, was offensichtlich nicht wahr sei. Seine Kritik beziehe
sich jedoch nicht nur auf die SPD in Hagen, sondern auch auf die Herren Fischer
und Asbeck, die massiv mit daran gearbeitet hätten, Hohenlimburg zu schaden.
Es habe überhaupt keinen
Anlass gegeben, diese Angelegenheit in dieser Form und Eile durchzuziehen.
Offensichtlich sei es darum gegangen, Hohenlimburg einmal deutlich zu zeigen,
wer am längeren Hebel sitze.
Er beglückwünsche die
kleineren Parteien im Hagener Stadtrat zu ihrer einsichtigen Stellungnahme zum
Bezirk Hohenlimburg.
Er zitiert an dieser Stelle
den § 37 Abs. 1 und Abs. 5 der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen
bezüglich der Zuständigkeiten der Bezirksvertretung und demonstriert daran das
Fehlverhalten des Rates der Stadt Hagen.
Herr Sondermeyer schließt sich
den Ausführungen von Herrn Leisten an und empfiehlt, einen Blick in das
Wahlprogramm der SPD zu werfen, in welchem stehe, dass alle Hagener Bäder
erhalten bleiben sollen. Er wolle aber vor allem hier seiner Sorge Ausdruck
verleihen, dass im Kirchenbergbad auch bei Eröffnung des Badebetriebes
vollendete Tatsachen geschaffen werden könnten, die die Fortführung des
Badebetriebes unter wirtschaftlichen oder technischen Gesichtspunkten unmöglich
machen könnten.
Er schlage deshalb vor, den
Beschlussvorschlag des Bezirksvorstehers noch entsprechend zu ergänzen, dass
technische Anlagen nicht verändert werden dürften, bis über den Rechtsstreit
entschieden sei.
Herr Palsherm äußert sich
positiv zu dem Beschlussvorschlag, die Bezirksvertretung sei tatsächlich
übergangen worden. Besonders Haspe fordere immer mehr Kompetenzen für die
Bezirksvertretung, und ausgerechnet aus Haspe sei der Vorschlag gekommen, das
Bad von heute auf morgen zuzumachen. Er wolle allerdings keine Namen nennen.
Die Schuld liege auch nicht allein bei einer Person. Das Bäderkonzept aus dem
Jahr 2000 sei bekannt, dort sei schon der Investitionsstau absehbar gewesen.
Die Fehler lägen auch in der Vergangenheit, in der vorigen Legislaturperiode
seien die Einsparungen in Höhe von 3 Millionen Euro beschlossen worden.
Er werde den
Beschlussvorschlag unterstützen, die Vorgehensweise in der Beratungsfolge könne
man nur als diktatorisch bezeichnen.
Herr Eschenbach sagt, er wolle
nicht einer Seite die Schuld zuschieben, SPD und CDU zusammen trügen die
Schuld, dass über die Köpfe der Bezirksvertretung und der Expertenkommission
hinweg entschieden worden sei. Er fühle sich hintergangen, als habe man die
Bezirksvertretung sich beschäftigen lassen, damit sie auf keine anderen Ideen
komme. Man habe das Gefühl, dass die Entscheidungen bereits im Vorfeld gefällt
worden seien, die Fraktionen in Hagen hätten alle auflaufen lassen. Er halte
nichts davon, über die Vergangenheit zu diskutieren, das bringe niemanden
weiter. Jetzt gehe es darum, das Recht der Bezirksvertretung wahrzunehmen.
Herr Niederköppern meint, die
Schließung des Kirchenbergbades sei eine eklatante Benachteiligung gegenüber
den anderen Bädern. Hinter der Schließung zu einem früheren Zeitpunkt als 2009
stecke ein perfider Plan, der von langer Hand vorbereitet worden sei.
Herr Eisermann sagt, es sei an
der Zeit, nach den am 02.03.06 passierten Ungeheuerlichkeiten nun reinen Tisch
zu machen. Er sei in diesem Jahr seit 25 Jahren Mitglied in der CDU und habe
sich noch nie dermaßen für die CDU geschämt wie in den vergangenen sechs Tagen.
Das Vertrauen der Bevölkerung in die Lokalpolitik sei durch das Verhalten von
Leuten wie Peter Asbeck, Dr. Dieter Fischer und Ellen Neuhaus mit Füßen
getreten worden. Nicht nur das Vertrauen der Hohenlimburger, sondern auch das
Vertrauen der Hagener Bürger in die Politik sei beschädigt worden.
Herr Leisten möchte die Worte
von Herrn Eschenbach unterstreichen. Noch bevor die Fraktionsvorsitzenden des
Rates sich das erste Ergebnis der Expertenkommission hätten vorstellen lassen,
sei Stunden vorher am selben Tage bereits die Entscheidung gefallen.
Herr Dr. Schmidt erwidert,
seine Auffassung in der Angelegenheit sei bekannt. Trotzdem wolle er drei Dinge
dazu sagen. Erstens wolle er selbstverständlich gemeinsam mit dem Rechtsamt
intensiv prüfen lassen, was an Gründen für eine Beanstandung vorgetragen worden
sei. Zweitens könne und dürfe er sich nicht zu politischer Kritik an Personen
äußern. Drittens wolle er sich jedoch äußern zu der Kritik an Herrn Peter
Demnitz in seiner Funktion als Oberbürgermeister. Er wolle hier diese Kritik
nachdrücklich zurückweisen. Der Oberbürgermeister habe die im Rat gefassten
Beschlüsse nach bestem Wissen und Gewissen vorbereitet, wie es seiner Aufgabe
entspreche. Egal, was für ein Beschluss im Rat gefasst worden sei, halte er die
Vorgehensweise der Bezirksvertretung, den Oberbürgermeister in seiner Funktion
zu kritisieren, nicht für in Ordnung.
Herr Arnusch teilt die Meinung
von Herrn Dr. Schmidt. Beide Fraktionen wüssten, wer an diesen Dingen beteiligt
gewesen sei, wer diese Dinge durchgeführt habe. Er halte es für falsch, hier
den Oberbürgermeister anzugreifen, weil er eine Funktion wahrzunehmen und
auszuführen habe. An dem Antrag seien CDU und SPD beteiligt gewesen, beide
hätten diesen Antrag eingereicht, welcher im Rat beschlossen worden sei. Die
erste Aufgabe des Oberbürgermeisters bestehe darin, den Beschluss erst einmal
anzunehmen und auch umzusetzen. Auch das stehe so in der Gemeindeordnung.
Es habe keinen Sinn, sich
gegenseitig zu kritisieren. Man solle diesen Beschlussvorschlag beschließen,
das müsse man als Hohenlimburger für Hohenlimburg tun. Man müsse sich jedoch
auch bei den Leuten in den Fraktionen bedanken, die im Sinne Hohenlimburgs
abgestimmt hätten. Er wolle vorschlagen, die Nennung von Namen nunmehr
wegzulassen.
Herr Leisten erwidert, er habe
nicht den Oberbürgermeister in seinem Amt kritisiert, sondern aufgrund seiner
persönlichen Aussage im Wahlkampf, er wolle sich für eine Stärkung der
Stadtbezirke einsetzen. Das Ergebnis sei ja nun erkennbar, das Versprechen sei
gebrochen worden. Hingegen habe Wilfried Horn seinerzeit sein Wahlversprechen,
in seiner Amtszeit das Kirchenbergbad nicht zu schließen, gehalten. Dies sei
für ihn eine politische Kritik, die er jederzeit wiederholen und unterschreiben
werde.
Frau Fischbach geht auf den
Beitrag von Herrn Sondermeyer ein und hält es für wichtig, dass ein solcher
Passus mit in den Beschlussvorschlag aufgenommen werde. Sie wolle dies hiermit
befürworten.
Herr Buschkühl sagt, er wolle
sich nicht an der Diskussion beteiligen, wer von den großen Parteien mehr
Verantwortung für die derzeitige Lage trage. Er wolle aber darauf aufmerksam
machen, dass bei kleinen Koalitionen die Ratsmitglieder eines jeden
Stadtbezirkes entscheidendes Mitspracherecht haben. Im vorliegenden Fall jedoch
könne man sehen, dass gemacht werden könne, was man wolle. Er sehe den
Beschluss zwar als legal und demokratisch, aber die vollständige Entmachtung
der kleinen Parteien lasse ihn daran zweifeln, ob eine solche große Koalition
legitim sei.
Herr Akkaya möchte auf den
Beitrag von Herrn Leisten eingehen. Es stimme, dass beide Fraktionen sich auf
das Bäderkonzept geeinigt hätten.
Er wolle aber noch einmal
darauf aufmerksam machen, dass während Herrn Horns Amtszeit nichts für das
Kirchenbergbad getan worden sei. Die maroden Zustände seien schon damals
bekannt gewesen. Zudem seien die Einsparungen in Höhe von 3 Millionen Euro
ebenfalls in der Regierungszeit von Herrn Horn gemacht worden. Andererseits
mache es keinen Sinn, sich gegenseitig die Schuld zuzuweisen, man solle
weiterhin gemeinsam an der Sache weiterarbeiten.
Herr Hulvershorn trägt an
dieser Stelle einige Zitate zum Thema Bäder in Hagen aus der bisherigen
Presseberichterstattung vor.
Aus diesen Zitaten geht
eindeutig hervor, dass bislang von einer kurzfristigen Schließung des
Kirchenbergbades nicht die Rede war. Bislang konnte davon ausgegangen werden,
dass bis zur Realisierung des Zentralbades alle Hagener Bäder abgesehen vom
Ischelandbad in Betrieb blieben. Noch am Tag der Ratssitzung habe der Leiter
des Amtes des Oberbürgermeisters der Presse mitgeteilt, dass der
Oberbürgermeister nicht davon ausgehe, dass über die sofortige Schließung
entschieden werde, da dies auch nicht aus den Beschlussvorlagen des Rates
hervorgehe. Daraus sei ersichtlich, dass der Beschlussvorschlag von CDU und SPD
weder mit der Verwaltung, noch mit dem Aufsichtsrat der Hagenbad abgestimmt
worden sei. In beiden Gremien sei ja Herr Demnitz eingebunden.
Herr Königsfeld formuliert den
von Frau Fischbach vorgeschlagenen Ergänzungsantrag, wie er zur Abstimmung
erklärt werden soll.
Anmerkung der Schriftführerin:
Der
Beschlussvorschlag des Bezirksvorstehers mit Begründung wird Bestandteil der
Niederschrift (Anlage 1)
Daraufhin ergeht folgender
Beschluss:
Die Bezirksvertretung
Hohenlimburg fordert den Oberbürgermeister der Stadt Hagen auf, den Beschluss
des Rates der Stadt Hagen zu Ziff. 4 des SPD/CDU Antrages vom 02.03.2006 zur
Zukunftskonzeption und Neuausrichtung der Hagener Bäder zu beanstanden und
dafür Sorge zu tragen, dass die Hagenbad GmbH bis zur Entscheidung in einer
ordentlichen Sitzung der Bezirksvertretung Hohenlimburg über die zukünftige Nutzung
des Grundstückes Kirchenberg-Bad die sofortige Schließung des Bades nicht
vollziehen kann.
Ergänzend wird der
Oberbürgermeister aufgefordert dafür zu sorgen, dass vorschnell keine
Veränderungen vorgenommen werden, die den Betrieb des Bades nicht mehr
ermöglichen.
