08.02.2006 - 7.7 Offene Ganztagsgrundschule - Berichte der Start...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.7
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 08.02.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Jürgens teilt mit,
jährlich würden Berichte über die offenen Ganztagsschulen vorgelegt. Der
vorliegende Bericht beziehe sich auf die Starter I Schulen. In Hohenlimburg
sei bislang lediglich die Heideschule dabeigewesen. Inzwischen seien jedoch
weitere Schule gestartet, unter anderem die Grundschule Im Kley und die
Regenbogenschule.
Für weitere Schulen würden in
naher Zukunft entsprechende Anträge gestellt.
Frau Schönke macht darauf
aufmerksam, dass bei nahezu allen Schulen unter den Punkten Kritik und
Perspektiven erwähnt werde, der Einsatz von Mitarbeitern aus dem
Arbeitsmarktprogramm könne keine langfristige Lösung sein. Sie wolle daher
nachfragen, ob in dieser Hinsicht Hilfen angedacht seien, um ein besseres
Betreuungskonzept zu ermöglichen. Außerdem wolle sie die Zahlungsmoral bei den
Mittagessen ansprechen und wissen, ob man es nicht anders regeln könne, als
dass die Eltern ihren Kindern jeden Tag fünf Euro für ein Mittagessen mitgeben
müssten.
Herr Dr. Schmidt bestätigt,
dass es sich hier um eine bedrückende Situation handele. Von den
Betreuungspersonen würden Zwischenlösungen gefunden, damit kein Kind leer
ausgehen müsse. Es seien unhaltbare Zustände, dass einige Kinder weder Essen
noch Geld mit in die Schule bekämen. Diese Problematik ließe sich nur durch
entsprechende Umlagen lösen, wodurch die Stärkeren die Schwächeren stützten.
Selbstverständlich würde man sich freuen, wenn das Betreuungsangebot qualitativ
auch mit entsprechendem Personal unterstützt werden könnte, was jedoch durch
eine Deckelung aufgrund der begrenzten Landesmittel und Elternbeiträge leider
nicht möglich sei. Zur Zeit schwanke man zwischen Betreuung und guter
pädagogischer Arbeit.
Das Versprechen der alten
Landesregierung, die Kommunen würden durch die Einrichtung von Ganztagsschulen
nicht mehr belastet, sei nicht richtig gewesen, die Mehrbelastung betrage
mehrere hunderttausend Euro. Unter Berücksichtigung der Themen demographischer
Wandel und familienfreundliches Hagen müssten Politiker sich positiv
entscheiden, diese Kosten zu tragen. Zur Zeit sei eine Lösung der
Mittagessen-Frage noch nicht in Sicht, daher müssten zur Zeit die Starken noch
die Schwachen tragen.
Herr Buschkühl fragt, ob der
Teil der Eltern überwiege, der es sich einfach nicht leisten könne, das
Mittagessen zu bezahlen, oder eher der Teil, der nicht gewillt sei zu zahlen.
Herr Dr. Schmidt erwidert,
dies sei schwer zu beantworten. Es gebe bezüglich der Monatsbeiträge die
gleiche einkommensabhängige Staffelung wie bei den Kindergartenbeiträgen. Man
habe geschätzt, fünfzig Euro monatlich müssten vereinnahmt werden, tatsächlich
jedoch bekomme man lediglich ungefähr zwanzig bis dreißig Euro. Da könne man
fast sagen, man verzichte auf die zwanzig Euro, da es fast mehr Arbeit
verursache, das Geld zu anzumahnen, als es Nutzen bringe. Ihm selbst schwebe
vor, ein System zu finden, den Hagener Familien die Kinderbetreuung von 0 bis 3
Jahren, Kindergarten- und Ganztagsbetreuung in einem Paket mit entsprechenden
Vergünstigungen präsentiert zu bekommen. Diese Vorschläge seien momentan nicht
gesetzeskonform.
Die Landesgesetze
verpflichteten die Kommunen im Moment, Kindergartenbeiträge zu fordern. Er
arbeite mit den Kollegen an einer Lösung, die es für Familien vorteilhaft mache
in Hagen zu leben, da gute pädagogische Betreuung für einen erschwinglichen
Kostenbeitrag zu haben sei. Im Frühjahr werde man versuchen, vom Kämmerer der
Stadt Hagen mehr Mittel für die Kinderbetreuung der 0-3jährigen Kinder zu
bekommen. Er gebe zu, dass diese Überlegungen nicht die Probleme des
Mittagessens lösen würden, ebenso nicht das Problem der in Einzelfällen nicht
so hochwertigen pädagogischen Betreuung.
Im Rahmen des Bündnisses für
Familie gebe es zur Zeit recht viele ziemlich fordernde Arbeitsgruppen. Darin
arbeiteten und diskutierten zur Zeit etwa 100 bis 150 Personen, er erwarte sich
viele Impulse für ein familienfreundliches Hagen.
Herr Strüwer möchte darauf
hinweisen, dass am 08.03 06 eine Vorlage, die sich mit diesem Thema befasse,
auch in der Bezirksvertretung beraten werde.
Unter finanziellen
Gesichtspunkten sei die Angelegenheit sehr schwierig. Die Stadt Hagen habe bereits
800.000,00 Euro überplanmäßig zur Verfügung gestellt, um überhaupt den
derzeitigen Status aufrechterhalten zu können. Sie werde vermutlich gezwungen
sein, erneut zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen.
Herr Dr. Schmidt informiert,
man habe zur Zeit die Anträge für die Hauptschulen vorbereitet und auf den Weg
gebracht. Die Landesregierung habe den Gemeinden auferlegt, dass auch die
Hauptschulen eine Ganztagsbetreuung bekommen können. Es werde geschätzt, dass
aufgrund der finanziellen Unterstützung durch das Land dieses Jahr maximal zwei
Hauptschulen zusätzlich eine Ganztagsbetreuung bekommen könnten.
Es ergeht folgender
