06.02.2006 - 4.2 der SPD-Fraktion: Verkehrsproblematik Eilper St...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.2
- Gremium:
- Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
- Datum:
- Mo., 06.02.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- 31 Zentrales Bürgeramt
- Bearbeitung:
- Iris Kappel
Wortprotokoll
Herr Grzechista trägt im Folgenden anhand verschiedener Folien mittels
eines Overheadprojektors das Projekt “Eilper Tunnel” vor.
Zunächst schildert er die unzumutbaren Wohnverhältnisse aufgrund des
hohen Verkehrsaufkommens in der unteren Selbecker Straße. Er erläutert, dass z.
Zt. dieser Straßenabschnitt mit der Anzahl von täglich ca. 17.000 Fahrzeugen
belastet ist und zeigt zur Erläuterung die der Niederschrift beigefügten
Anlagen 15 und 16. In diesem Zusammenhang weißt Herr Grzechista darauf hin,
dass sich in diesem hoch belasteten Straßenabschnitt auch die Grundschule Eilpe
befindet. Außerdem erläutert er, dass im Moment dort ca. 280 Wohneinheiten leer
stehen, was auch im direkten Zusammenhang mit der hohen Verkehrsdichte zu sehen
ist.
Weiter geht Herr Grzechista auf die als Anlage 17 der Niederschrift
beigefügten Folie ein, und erläutert, dass es sich bei diesen Zahlen um die
aktuelle Verteilung des Verkehres im Straßennetz handelt.
Herr Grzechista stellt nun die Idee einer Tunnelverbindung, ausgehend von
der Eilper Straße etwa in Höhe der z. Zt. geschlossenen Veranstaltungsstätte
“Tor2” bis zur Selbecker Straße, etwa in Höhe der nicht mehr
betriebenen Gaststätte Felsenkeller, vor. Hinter den jeweiligen Straßen
befindet sich eine Steilwand bzw. eine 10 – 12 Meter hohe Betonmauer. Der
direkte Durchstieg würde sich bei geradem Verlauf auf eine Länge –von ca.
450 – 500 Meter erstrecken. Ein vergleichbarer Tunnel ist in der Nähe von
Velbert mit finanziellen Mitteln in Höhe von 20 Mio. Euro entstanden.
Jetzt stellt Herr Grzechista drei verschieden Varianten vor, die er mit
Hilfe von EDV Verfahren zur Verkehrsplanung erstellt hat, die auch bei der
Stadt Hagen verwendet werden.
Die erste Möglichkeit (Anlage 18) beschreibt die geringste Auslastung des
Tunnels. Hier könnten nicht ganz die Hälfte der Verkehre durch den Tunnel
abgeführt werden, die bisher durch die untere Selbecker Straße fließen. Die
Selbecker - und Eilper Straße würden bei dieser Variante kaum baulich
verändert. Trotzdem würde sich schon hier eine positive Kosten-Nutzenrechnung
ergeben.
Die zweite Variante (Anlage 19) beinhaltet restriktive Maßnahmen wie
Durchfahrverbote und einen leichten Rückbau der beiden Straßen. Bei diesem
Model könnten über 10.000 Fahrzeuge durch den Tunnel abgeführt werden.
Das optimalste Szenario wäre die radikalste Lösung (Anlage 20), d.h.
mittels erheblichem Rückbau der Selbecker- und Eilper Straße, sowie
Zwangssperrung, könnten ca. 13.000 bis 14.000 Fahrzeuge durch den Tunnel
abgeleitet werden. Diese Möglichkeit würde allerdings auch weitere finanzielle
Mittel erfordern.
In seinen weiteren Erläuterungen legt Herr Grzechista die zweite Variante
zu Grunde. Er stellt nochmals die erhebliche Entlastung der Selbecker Straße
heraus, weißt aber auch auf die starke Entlastung der Eilper Straße vom Eilper
Denkmal bis zum “Tor2” hin, die auch Thema im Projekt
“Stadtumbau West” ist. Der Straßenabschnitt vom “Tor2”
bis zur “Tankstelle Tucht” müsste allerdings ein höheres
Verkehrsaufkommen in Kauf nehmen. In Höhe der Einmündung der Eilper Straße auf
die B54 würden dann alle Verkehrsströme wieder zusammengeführt.
Schließlich fasst Herr Grzechista zusammen, dass ca. 10.000 Fahrzeuge
weniger durch den Eilper Ortskern fahren würden und eine um ca. 700 – 800
Meter kürzere Strecke zurücklegen müssten, was bedeutet, dass 500 Liter
Treibstoff pro Tag weniger im Eilper Ortskern verbrannt werden. Ein weiterer
positiver Effekt wäre die schnellere Erreichbarkeit der oberen Selbecke für
Rettungsfahrzeuge. Hier könnten dann die Rettungsfahrzeuge 1 – 1,5
Minuten schneller eintreffen.
Herr Wölm dankt Herrn Grzechista für die Ausführungen und gibt die
Diskussion, an der sich Frau Ellner, sowie die Herren Wölm, Christian Schulz,
Grzechista, Dr. Lemme und Herr Neuhaus beteiligen, frei.
Zur Sprache kommt die Finanzierung des “Eilper Tunnels”. Hier
wäre eine Bezuschussung durch das Land in Höhe von 80 Prozent denkbar. Herr Dr.
Lemme weißt darauf hin, dass in diesem Zusammenhang auch eine Möglichkeit für
Rechtsabbieger bei der Einmündung Eilper Straße – B54 nochmals zu
überdenken ist, zumal mit Hilfe des Projektes Stadtumbau West hierfür
finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
Auch wird der Aspekt der Erreichbarkeit des “Eilpe-Zentrums”
wird diskutiert.
Herr Wölm betont, dass durch eine mögliche Landesförderung für den
“Eilpe-Tunnel” keine der weiteren größeren verkehrslenkenden
Maßnahmen in Hagen, wie z.B. die Bahnhofshinterfahrung oder die Boeler
Ortsumgehung, beeinflusst werden.
Herr Neuhaus weißt darauf hin, dass es wichtig ist darauf zu achten,
keine gegenläufigen Maßnahmen im Bereich des “Stadtumbau West” von
der Verwaltung oder vom Planungsbüro umzusetzen, bzw. von der Bezirksvertretung
zu beschließen.
