17.09.2024 - 4 Vortrag zum "Hitzeaktionsplan" durch Herrn Timo...

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Wortprotokoll

Herr Klein ruft den Tagesordnungspunkt auf, verweist auf zwei aktuelle Presseartikel dazu und bittet Herrn Stockmann um seinen Vortrag.

 

Herr Stockmann erläutert kurz seinen Werdegang bis zum Klimaanpassungsmanager bei der Stadt Hagen.

Anhand der beiliegenden PowerPoint-Präsentation (siehe Anlage) erklärt Herr Stockmann die Auswirkungen der Klimaveränderungen in Hagen.  Dabei sei deutlich erkennbar, dass der Trend steigend sei. Die Klimaanalysekarte zeigt deutlich auf, dass sich die Hitze speziell in Altenhagen, Wehringhausen und im Zentrum staut. Der Grund dafür sei eine dichte Bebauung und dadurch entstandene versiegelte Flächen, dies stünde im Gegensatz zu einer ländlichen Gegend. Ein besonderes Augenmerk liege auf den hitzegefährdeten Risikogruppen und den Gesundheitsrisiken. Erschreckend sei am Beispiel Sommer 2022 dargestellt, dass es im heißesten Sommer in Europa, seit Beginn der Aufzeichnungen, zu 61.000 Hitzetoten und davon allein 8.000 Hitzetoten  in Deutschland gekommen sei.

Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung habe das Umweltamt in Verbindung mit dem Gesundheitsamt begonnen einen Hitzeaktionsplan zu entwickeln. Dieser fasse Maßnahmen, um auf hitzebedingte Gesundheitsrisiken reagieren und verringern zu können, zusammen und diene dem Bevölkerungsschutz.

Hierbei sei eine Aufteilung in kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen vorgenommen worden. Zu den ersten Aktionen gehören die Vernetzungen mit relevanten Akteuren und die Planung von Workshops. Weiter sei u.a. eine Bürgerumfrage bis zum 30. Oktober 2024 geplant und der Ausbau des „Refill“ Konzeptes (kostenloses Trinkwasser) solle voran getrieben werden. Viele weitere Maßnahmen werden geplant und in Angriff genommen. Hierbei erhoffe man sich auch vom Seniorenbeirat Unterstützung wie z. B. beim Hitzetelefon   und setzt auf die Multiplikatoren-Rolle des SB. Auch können in den Begegnungsstätten der Stadtbezirke dazu Vorträge gehalten und die interessierten Menschen informiert werden.

 

Herr Klein bedankt sich für den ausführlichen Vortrag und erfragt, ob es eine zeitliche Befristung für das Projekt gäbe.

 

Herr Stockmann verneint dies. 

 

Herr Klein blickt besorgt auf die Warming Stripes ( Klimastreifen= einfache grafische Visualisierung wissenschaftlicher Daten ) und erinnert an die vom Seniorenbeirat  angeregte Installation von Trinkwasserbrunnen, die in Hagen leider bisher nicht umgesetzt worden seien. Besonders traurig sei dies, weil viele Städte  in der Bundesrepublik sowie europäische Städte diese längst aufgestellt haben. Insoweit habe das Projekt die volle Unterstützung des Seniorenbeirates.  

 

Herr Höfig erfragt, ob die Informationsquelle nur online zu erhalten sei.

 

Herr Stockmann teilt mit, dass viele Anregungen dazu kamen, dass das Radio ein guter Multiplikator sei.

 

Herr Böcker erfragt, ob die Abfrage nur online durchgeführt werde.

 

Herr Stockmann erklärt, dass die Abfrage durchaus in Papierform erfolge.

 

Herr Homm bedankt sich ebenfalls für den aufschlussreichen Vortrag und erfragt, ob kurzfristige Maßnahmen auch tatsächlich kurzfristig wie z. B. mobile Baumscheiben, Begrünung umgesetzt werden können. Für Kinder wäre die Hemmschwelle doch recht groß in ein Geschäft zu gehen, um sich eine Trinkflasche auffüllen zu lassen, daher wäre die kurzfristige Aufstellung von Trinkwasserbrunnen sehr wichtig.

 

Herr Stockmannhrt aus, dass er just am Abend von 22 Uhr bis 5 Uhr am Morgen  mit dem Verein  Unsichtbar e.V.“ in der Stadt unterwegs sei, um mit Obdachlosen ins Gespräch zu kommen. Die Aufgabe des Vereins sei es sich nachts um die Obdachlosen zu kümmern, die städtischen Streetworker seien tagsüber für sie da.  Es seien Kühltücher bestellt worden, die bei übergießen mit (kaltem, lauwarmem, selbst mit kochendem) Wasser und anschließendem Schwingen durch die Luft eiskalt würden. Auch Trinkflaschen und die Postkarten mit den Tipps zum Verhalten bei akuter Hitze würden ausgehändigt werden. Man werde auch für die Streetworker Vorträge anbieten, um im Notfall schnell handeln zu können.

Die Vorträge für Obdachlose sowie für Schwangere/Kleinkinder seien ebenfalls kurzfristig angedacht.

Im Oktober werde man im 2. Workshop über die Priorisierung der Maßnahmen sprechen und die Umsetzung angehen.

Man erhoffe sich auch Unterstützung von Ehrenamtlichen, denn gerade als das Hitzetelefon angelaufen sei und 500 Personen angerufen werden sollten, sei dies ohne Unterstützung nicht zu schaffen gewesen.

 

Herr Frank spricht sich zustimmend dafür aus, die Thematik auch in den Arbeitskreis der Begegnungsstätten einzubringen. Diesem wohnt Frau Krause, als Leitung der Freiwilligenzentrale, ebenfalls bei und somit könnten sich auch Ehrenamtliche mit einbringen.

 

Herr Klein schlägt vor, den Vortrag der Niederschrift beizulegen.

 

Herr Höfig weist auf die vielen Ehrenamtlichen beim Kinderschutzbund hin und meint, dass man mit positiver Ansprache schon Unterstützung bekommen könnte.

 

Herr Klein sieht das Thema Ehrenamtliche eher kritisch, bemerkt jedoch positiv, dass es durch die beiden Artikel in der Zeitung zu einer Sensibilisierung für das Thema „Auswirkungen der Hitze“ in der Bevölkerung gekommen sei.

 

Herr Rehbogen greift nochmals die Installation der Trinkwasserbrunnen auf und weist auf die „Aktuelle Stunde“ im WDR im Frühjahr diesen Jahres hin. Dort wurde bei steigenden Temperaturen berichtet, dass Dortmund bereits 30 Brunnen, in Bochum 24 und in Hagen 0 aufgestellt worden seien.

Er bemerkt, dass die Einführung des Refill-Aufklebers (Geschäfte mit dem Aufkleber bieten kostenfreies Leitungswasser für jedes mitgebrachte Trinkgefäß an) in den Schaufenstern durchaus eine gute Entwicklung seien, jedoch fragt er sich, wie alle angrenzenden Kommunen die Trinkwasserbrunnen umsetzen, nur Hagen nicht.

Das Thema sei schon lange vom Seniorenbeirat vorangetrieben worden.

 

Herr Klein bemerkt, dass es auch eine Frage der Altersstruktur sei. Die heutigen 50-jährigen Menschen könnten vielleicht erst mit 70 oder 80 erkennen, warum das Thema so wichtig sei.

Grundsätzlich sei es unschön, wie mit dem Seniorenbeirat zu diesem Thema umgegangen werde.

 

Herr Stockmannhr aus, dass nicht nur die Trinkwasserbrunnen ein großes Thema seien, sondern vielmehr auch die öffentlichen Toiletten. Es stelle sich in vielen Gesprächen heraus, dass diese viel dringender gebraucht würden. Insoweit solle auch dieses Thema „nette  Toilette“ vorangetrieben werden.

 

Herr Gövercile fragt an, ob es für die Innenstadt ähnlich wie beim Feueralarm einen öffentlichen Sammelplatz gäbe.

 

Herr Stockmann erklärt, dass eine andere Maßnahme, die gerade umgesetzt werde „Stadtplan für heiße Tage“ den Bürgern die Möglichkeit gäbe einzutragen, wo sie sich gerne an heißen Tagen aufhalten möchten und wo eher nicht. Daraus könne dann eine digitale Seite oder einen Flyer zur Ansicht erstellt werden. Daraus würden dann auch Plätze erkennbar werden, wo man sich einfindet bei großer Hitze.

 

Herr Klein bedankt sich für den ausführlichen und sehr aufschlussreichen Vortrag und den Austausch.

 

 

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