12.09.2024 - 3.6 Bericht aus der Brückenkommission
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.6
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Do., 12.09.2024
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Herr Alexander berichtet, dass die Brückenkommission das erste Mal am 04.09.2024 getagt hat. Im Allris sind Protokolle und Anhänge hinterlegt. Der WBH hat über die Gesamtsituation der größten, verkehrsrelevanten Brücken berichtet. In der Brückenkommission geht es nicht ausschließlich um die Ebene 2, dennoch war sie in der ersten Sitzung der Themenschwerpunkt. Die Ebene 2 hat das Problem der Spannungsrisskorrosion, welche durch den Chlorideintrag (Streusatz + Wasser) herbeigeführt wurde.
Die Verwaltung hat erklärt wie die Umleitungen geplant sind, wie die Lichtsignalanlagen (LSA/Ampeln) zu schalten sind, ebenso das Beschilderungskonzept. Letzteres verzögert sich aufgrund von Lieferzeiten. Ein früheres Gutachten hat sich mit der Frage beschäftigt, wie eine Verkehrslösung in Hagen ohne die Ebene 2 aussehen könnte. Jedoch wurden bei dieser Untersuchung Rahmenbedingungen berücksichtigt, die heute nicht mehr vorliegen.
Aus diesem Grund ist eine aktualisierte Verkehrsuntersuchung durch ein externes Ingenieurbüro angezeigt, in der drei Varianten beschrieben werden sollen, alle ohne eine Ebene 2. Eine Leistungsbeschreibung wird nun erstellt und auf einer Vergabeplattform eingestellt werden.
Dabei wird mit hochwertigen, öffentlichen Personennahverkehr geplant, jedoch nicht explizit mit einer Straßenbahn, zumindest dort nicht, wo die Dringlichkeit einer Sanierung sehr hoch ist. Welche Brücke wann und mit welchem Vorlauf und mit welcher Abhängigkeit saniert wird, wird in einer Übersicht bezüglich Zeitplanung und Organisation graphisch dargestellt werden. Wie das aussehen wird, erklärt Herr Alexander am Beispiel Fuhrparkbrücke und Sperrpause. Die DB hat eine Sperrpause in Richtung Hamm in 2028 vorgesehen. Um das Verkehrsproblem nicht noch zu vergrößern, ist die Sanierung der Eckeseyer Brücke zu einem späteren Zeitpunkt geplant.
Grundsätzlich ist eine Sanierung aller sanierungsbedürftigen Brücken auf einmal verkehrstechnisch nicht machbar.
Zum Vorlauf gehört auch die Planung der Abrissarbeiten der Ebene 2.
Die nächste Sitzung der Brückenkommission soll Ende Oktober stattfinden, der genaue Termin steht aktuell noch nicht fest.
Herr Keune ergänzt, dass es bei der Terminfindung konkret um den 23.10. und 24.10.2024 geht. Bis dahin werden Ergebnisse aus Gutachten und ähnlichem erwartet, die dann vorgelegt werden.
In der nächsten Sitzung wird der Brückenkommission wie den folgenden Ausschüssen auch eine Vorlage zur Sanierung der Badstraßenbrücke vorgelegt.
Bis 2028 sind stabile Verkehrsverhältnisse angestrebt, das schließt die Ebene 2 wie auch die Badstraßenbrücke ein. In der Vorlage wird auch dargelegt werden, warum die Sanierung nun doch zeitnah sinnvoll ist und warum die Implementierung einer Straßenbahn hier nicht in Frage kommt.
Herr Römer schlägt vor, möglichst schnell grundsätzlich über die Wiedereinführung der Straßenbahn abzustimmen, damit diese die Planung und Diskussion zu den jeweiligen Brücken nicht unnötig verlängert.
Er möchte wissen, ob es bereits einen aktuellen Überblick über die Verkehrsströme im Stadtgebiet gibt. Nach seiner jüngsten Erfahrung ist die Ampelschaltung auf die neue Situation, Sperrung der Ebene 2, nicht eingestellt.
Herr Keune erwidert, dass genau diese Themen in der Brückenkommission besprochen wurden. Die von Herrn Römer beschriebene persönliche Erfahrung resultierte aus einem Verkehrsunfall und stellt nicht den Normalfall dar. Herr Keune erläutert, dass die Körnerstraße lediglich für den Anliegerverkehr gedacht ist und nicht als Querung durch die Innenstadt.
Herr Treß möchte wissen, ob die Einhaltung des LKW-Verkehrs verstärkt kontrolliert wird. Er möchte außerdem wissen, ob gegebenenfalls auch der Busverkehr sowie die LKW des Hagener Entsorgungsbetriebs GmbH (HEB) dort aus dem Verkehr genommen werden können. Ein vorzeitiger Ausfall der Fuhrparkbrücke wäre schlecht, daher die Frage nach weiteren Schutzmaßnahmen.
Herr Keune nimmt die Frage nach Verkehrsüberwachung für die Verwaltung vom Ordnungsamt mit und spricht sich für eine engere Überwachung aus. Diese ist nur mit einem hohen personellen Aufwand zu bewerkstelligen.
Bisher geht man davon aus, dass eine Befahrung durch Busse und den HEB, unter Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung, verträglich ist.
Dennoch, der Chlorideintrag ist ein Prozess im Verborgenen. Es besteht aber ein Monitoringverfahren, es wird auf Ankündigungsverhalten geachtet, so dass auf Rissbildung schnell reagiert werden kann.
Frau Masuch erzählt von einem Experten, der in Bezug auf den Brückeneinsturz in Dresden berichtet hat, dass in anderen Ländern Brücken mit standardisierten Modulen in kurzer Zeit errichtet werden. Sie fragt, ob das für Hagen oder ganz grundsätzlich eine Option ist.
Herr Alexander nimmt diese Frage für den WBH, respektive Brückenkommission, mit. Er weist jedoch darauf hin, dass aufgrund deutscher Regelungen und Sicherheitsvorschriften u.s.w. das, was in anderen Ländern umgesetzt wird, nicht ohne weiteres übertragbar ist.
Herr Keune ergänzt, dass bei entsprechender Vorbereitung durchaus mit Fertigteilen gearbeitet wird. Dies ist z.B. bei Autobahnbrücken machbar, einhergehend mit einer Sperrung über Nacht. Die Voraussetzungen bezüglich der Fuhrparkbrücke sind im Stadt- und Bahnverkehr aber grundlegend andere. Dennoch werden die Planungsbüros instruiert die Bauzeit zu minimieren, auch mithilfe von modularen Vorbereitungen.
Herr Ehrhardt verweist auf Dortmund, wo mittels Module schon Brücken entstanden sind. Zwar sind die Kosten höher, die Bauzeit jedoch erheblich verkürzt.
