20.03.2024 - 6.1 Vorstellung der Ergebnisse des aktuellen Forste...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Umweltausschuss
- Datum:
- Mi., 20.03.2024
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:02
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Holl stellt anhand einer Präsentation [dem Protokoll als Anlage beigefügt] das Forsteinrichtungswerk der WBH-Waldflächen vor.
Herr Borchert möchte wissen, ob es im Laubbestand Zuwächse gegeben habe oder die dargestellten erhöhten Anteile durch den starken Rückgang der Fichte zu erklären seien.
Herr Holl erklärt, die Diagramme seien auf die Fläche bezogen. Da die zugrunde gelegte Gesamtfläche gleichbleibe, könne man einen Zuwachs des Eichenbestandes ableiten.
Herr Voigt fasst zusammen, der Rückgang der Fichte sei auf den Borkenkäferbefall und das Unwetter Kyrill zurückzuführen. Er fragt nach, inwiefern der gesunkene Bestand zu bemängeln sei, da die klimaschützende Wirkung im Gegensatz zu Laubbäumen nach gängiger Auffassung deutlich geringer sei. Zudem möchte er wissen, warum der Borkenkäfer vorrangig die Fichten befalle.
Herr Holl erklärt, dass es sich beim in Rede stehende Borkenkäfer zumeist um den „Buchdrucker“ handele, welcher auf Fichten spezialisiert sei. Der Rückgang des Fichtenbestandes sei differenziert zu betrachten. Aus Sicht des Naturschutzes sei es eher positiv zu bewerten. Insbesondere biete sich die Möglichkeit, auf den entstandenen Freiflächen klimaresistente Baumarten anbauen zu können. Auf der anderen Seite sei ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden entstanden.
Herr Dr. Bücker führt aus, es gebe über 70 Borkenkäferarten in Deutschland. Er möchte wissen, wie es um die Empfindlichkeit der in Hagen angebauten amerikanischen Eiche gegenüber der Buche sowie hinsichtlich des Bedrängungswachstums stehe.
Herr Holl führt aus, dass die amerikanische Roteiche mit den Bedingungen deutlich besser zurechtgekommen sei als der alte Buchenbestand. Die Roteiche sei keine invasive Art und lasse sich zusammen mit anderen Bäumen anbauen.
Frau Knüppel erläutert, in Hagen werde zunehmend die Douglasie als nicht-heimische Art nachgepflanzt. Sie fragt nach, ob sich in eine höhere Anfälligkeit der Jungbäume im Vergleich zu anderen Arten zeige. Weiter möchte sie wissen, ob die Annahme, ein Nadelwald habe eine geringere Kühlwirkung als ein Laubwald, zutreffe.
Herr Holl entgegnet, die Douglasie werde schon sei den 1980er Jahren gepflanzt. Es gebe Exemplare, welche bereits über 100 Jahre alt seien. Man baue in Hagen mit Ausnahme der Eiche keine Baumart mehr im Reinbestand an. Die Douglasie sei seiner Erfahrung nach in der Jugend nicht anfälliger als andere Baumarten. Bei allen Bäumen komme es vorrangig auf den Standort an. Bezüglich der Kühlwirkung sei die richtige Mischung entscheidend. Man müsse sowohl die ökologischen als auch die wirtschaftlichen Faktoren berücksichtigen.
Herr Hegenberg nimmt Bezug auf einen in der Westfalenpost erschienenen Artikel zur Thematik der Mountainbikefahrer in den Hagener Wäldern. Er wünsche sich eine differenzierte Einschätzung von Herrn Holl.
Herr Holl weist darauf hin, dass das Fahrradfahren im Wald laut Forstgesetz lediglich auf den Wegen gestattet sei. Die Praxis der Mountainbikefahrer, Singletrails durch den Wald zu errichten, sei hingegen illegal. Der Plan der Hagener Wirtschaftsförderung, diese Errichtungen zu gestatten, gefährde die in der Präsentation skizzierten Ziele stark. Die Anreicherung von Totholz sowie die Bejagung im Rahmen der Aufforstung sei dann nicht mehr zu gewährleisten. Im Stadtwald gebe es zudem ohnehin diverse Konfliktpotenziale durch Reiter, Sportler, Wanderer und viele weitere Akteure.
Herr Borchert fragt nach, ob eine Bejagung vor dem Verbiss durch Rehe schütze. Dies sei durch Aussagen in den Medien in Zweifel gestellt worden.
Herr Holl führt aus, dass die herrschende Meinung innerhalb der Wissenschaft aufzeige, dass eine stringente Bejagung den Rehwildverbiss reduziere. Der zitierte Autor Peter Wohlleben arbeite nicht wissenschaftlich und sei daher nicht als Quelle heranzuziehen.
Herr Dr. Bücker nimmt Bezug auf die Lärche und möchte wissen, wie sich die Baumart trotz des Borkenkäferbefalls und der Trockenheit so stark erholt habe.
Herr Holl entgegnet, in den ersten Wellen sei die Lärche nicht befallen worden. Man habe die Fichten abgeräumt und den Lärchenbestand erhalten, sodass dieser sich aussamen könne.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
975,3 kB
|
