12.03.2024 - 4 Vorstellung der aktuellen Forsteinrichtung des WBH
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4
- Sitzung:
-
Sitzung des Naturschutzbeirats
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Di., 12.03.2024
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:04
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Fleischmann kritisiert in einer Einführung zu dem Thema den Beschluss vom 02.12.2021 der Vorlage 1059/2021 „Umwandlung des Hagener Wirtschaftswaldes in einen Klimawald als Jahrhundertprojekt in Hagen“.
Herr Holl, WBH, stellt die aktuelle Forsteinrichtung anhand der dem Protokoll als Anlage beigefügten Präsentation vor.
Herr Holl antwortet auf die Anfragen aus dem Gremium.
Auf die Anfrage von Herrn Alda zu den verstärkten Nutzergruppen verweist Herr Holl auf die Zunahme der Nutzungen durch die Corona-Zeit, in der mehr Menschen im Wald aufgehalten hätten. Sehr kritisch bewertet er die Zunahme des Mountainbikings und hier besonders die Planung der Stadt, den Hagener Wald als Montainbikepark umzustrukturieren. Er sehe dadurch alle Ökosystemleistungen, die der Wald auch für die Bürger und Bürgerinnen leistet, gefährdet und hofft auf eine entsprechende kritische Haltung seitens des Naturschutzbeirats.
Auf die Anfrage von Herrn Dr. Dr. Hülsbusch bzgl. der Baumarten, die aufgeastet werden antwortet Herr Holl, dass es sich hauptsächlich hierbei um geeignete Douglasien und Kirschen handle. Wie viele in den Rotbuchenaltholzbeständen bereits abgestorben seien, könne er nicht konkret sagen, es gebe auch nicht mehr so viele in dieser Altersklasse.
Frau Raschke unterstützt die kritische Haltung zu den Mountainbikeparcouren und äußert die dringende Bitte an die Verwaltung, den Naturschutzbeirat vor Festlegung dieser Trassen zu beteiligen. Weiterhin fragt sie, welche Baumarten am stärksten trockenheitsresistent seien. Herr Holl antwortet, fremdländische Arten aus südlichen Regionen hätten genetische Vorteile. Rot- und Traubeneiche, Weiß- und Küstentanne sowie Esskastanie hätten die Trockenheit gut überstanden.
Auf den Hinweis von Frau Selter auf Baumschutzhüllen aus Holz anstelle von Plastik erläutert Herr Holl die Vorteile der Plastikhüllen durch das Entstehen eines für das Anwachsen der Bäume förderlichen Mikroklimas in diesen.
Frau Tommack fragt, ob es in Altholzbeständen überhaupt keinen Einschlag mehr gebe, wofür das Holz hauptsächlich verwertet werde oder exportiert werde und fragt nach der Definition der Aussage, die Ausweisung von Stilllegungsflächen geschehe dort, wo es Sinn mache. Herr Holl erläutert an konkreten Flächen die Herausnahme der Fläche aus der Nutzung als Zusammenspiel aus ökologischen und ökonomischen Aspekten. Es könne keine pauschale Aussage gegeben werden, Altholzbestände aus der Nutzung zu nehmen. Die Bewirtschaftung erfolge im Stadtwald blockweise, jedes Jahr würden in einem Bereich alle Bestände durchgesehen und Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung durchgeführt. Das meiste Sortiment sei Palettenholz, Bahnschwellen, Brennholz. Momentan erfolge nur noch ein Export in die Niederlande.
Frau Tommack schlägt vor, unabhängig von ökonomischen Aspekten oder der Sinnhaftigkeit spezieller Flächen, größere Waldflächen aus der Nutzung zu nehmen und sich selbst entwickeln zu lassen. Herr Holl sieht das sehr kritisch, ohne pflegerisches Eingreifen würde viele Mischbaumarten durch die Buche verdrängt werden. Auch weist er auf den steigenden Bedarf an Holz hin.
Herr Dr. Dr. Hülsbusch steht dem Vorschlag von Frau Tommack ebenfalls kritisch gegenüber und plädiert für eine naturgemäße Waldbewirtschaftung und der Gewinnung des Wertstoffes Holz vor Ort anstatt eines Imports aus dem Ausland.
Herr Gockel sagt dem Naturschutzbeirat eine frühzeitige Einbindung in die Planungen der Mountainbiketrails zu, zum aktuellen Zeitpunkt liegt der unteren Naturschutzbehörde allerdings noch keine Karten vor. Eine Einbindung der unteren Naturschutzbehörde sei noch nicht erfolgt.
Frau Selter bedankt sich bei den Herren Fleischmann und Holl für die Präsentation.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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969,8 kB
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