30.11.2006 - 6.17 Standortentscheidung "Großsporthalle"
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.17
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 30.11.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:07
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
- Bearbeitung:
- Holger Klinkmann
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Weber bedankt sich bei der Verwaltung für die zügige Einbringung der Vorlage.
Alle Fraktionsvorsitzenden hatten in ihren Haushaltsreden angekündigt, noch in
diesem Jahr eine Entscheidung in der Sache haben zu wollen. Es wird aus der
Vorlage ersichtlich, dass sich die Möglichkeiten auf drei Standorte reduziert
haben. Es ist nachvollziehbar, dass der Standort Ischeland jetzt vorgeschlagen
wird und Herr Weber ist der Ansicht, dass jetzt zügig an der Schaffung des
Baurechts und der finanztechnischen Umsetzung gearbeitet werden sollte. Die
SPD-Fraktion wird sich daher für den Beschlussvorschlag aussprechen.
Der Standort Ischeland wird von der Fraktion
Bürger für Hagen ebenfalls befürwortet, teilt Herr Marscheider mit. Er
weist auf das Modell Quakenbrück hin, das von seiner Fraktion in die Diskussion
mit eingebracht worden ist. Er versteht daher den Punkt 2 a) des
Beschlussvorschlages so, dass auch die Prüfung eines Neubaus am Standort Ischeland
in Betracht kommt. Seiner Ansicht nach besteht zwischen den Fraktionen in drei
Punkten Konsens: Es soll eine erstligataugliche Halle entstehen, man möchte die
Kosten in den Griff bekommen und man möchte 2008 die Möglichkeit haben, in der
ersten Liga zu spielen. Er bittet, seine Aussagen zum Neubau mit ins Protokoll
zu übernehmen und bietet an, im Anschluss an die Sitzung Fragen zum
Quakenbrücker Modell, das im Raum aufgebaut steht, beantworten zu wollen. Den
Betrag von 5 Mio. € hat sich Herr Marscheider aktuell erneut bestätigen
lassen.
Herr Sondermeyer teilt für die Fraktion Die Linke.PDS mit, dass
man das Modell nicht torpedieren will, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass
sich seine Fraktion im Sport- und Freizeitausschuss am 29.11.2006 enthalten
hat, da sie den Standort Kirchenberg für die bessere Lösung hält. Hier könnte
aus Sicht seiner Fraktion zusammen mit dem Freizeitbad ein Sportzentrum
entstehen.
In Haspe gibt es Bestrebungen, etwas anderes
durchzusetzen. Daher weist Herr Thielmann darauf hin, dass eine
Protokollnotiz nicht ausreichen wird und formuliert die Bitte von Herrn
Marscheider als Änderungsantrag.
Herr Marscheider stimmt Herrn Thielmann zu. Er hat der Presse
entnommen, dass es vom Baurecht her einen Unterschied zwischen Ausbau und
Neubau der Halle gibt und möchte von der Verwaltung wissen, ob dem so ist, weil
er keine zeitlichen Verzögerungen entstehen lassen möchte.
Frau Grebe teilt mit, dass durch das selbe Planungsrecht Erweiterung sowie Abriß
und Neubau der Halle gedeckt werden. Es wird für beide Fälle ein Bebauungsplan
benötigt. Dieser wird noch im Dezember 2006 zur Einleitung kommen. Zeitlich hat
dies auch keine unterschiedlichen Auswirkungen auf das Bebauungsplanverfahren.
Der von Herrn Thielmann formulierte
Änderungsantrag wird von Herrn Asbeck befürwortet. Er hofft, dass mit
der anstehenden Entscheidung dann auch die Diskussionen über alternative
Standorte ein Ende haben werden. Es muss aus seiner Sicht dann konzentriert an
dem Standort gearbeitet werden, um den Zeitplan nicht ins Rutschen kommen zu
lassen.
Herr Riechel spricht sich ebenfalls für den Standort Ischeland aus. Seine Fraktion
ist der Ansicht, dass dies unter Schul- und Vereinssportsgesichtspunkten sowie
auch wegen der Zeitschiene, dem Finanzrahmen und der Infrastruktur richtig ist.
Er weist jedoch darauf hin, dass an diesem Standort ein Bebauungsplanverfahren
im Normenkontrollverfahren gescheitert ist. Herr Riechel möchte daher wissen,
ob Baurecht jetzt, nach so kurzer Zeit, zu erzielen sein wird, weil er nicht
erkennen kann, inwieweit sich die Sachlage geändert haben könnte. Er hätte
gerne eine Erklärung dafür, warum ein Neubau mit einem Umbau gleich behandelt
werden kann und hält es für möglich, dass man sich beim Umbau auf altes
Baurecht berufen könnte. Herr Riechel stimmt im Namen der Fraktion Bündnis 90 /
Die Grünen dem Änderungsantrag zu.
Frau Grebe erläutert, dass der alte Bebauungsplan für eine Mehrzweckhalle Baurecht
schaffen wollte und jetzt über eine Großsporthalle gesprochen wird. Dies hat
insbesondere Auswirkungen auf die Lärm- und Parkplatzsituation. Es besteht zwar
schon ein Sportpark, da jedoch die Nutzung durch die größere Anzahl von
Zuschauerplätzen intensiviert wird, muss dies durch einen neuen Bebauungsplan
sichergestellt werden. Es geht jedoch hier um eine andere Dimension als bei der
Mehrzweckhalle. Darüber hinaus hat das Normenkontrollverfahren wichtige
Erkenntnisse geliefert, die in die jetzige Bearbeitung mit einfließen werden.
Zur Finanzierung möchte Herr Strüwer
wissen, ob in den in der Konzeptstudie genannten 7,4 Mio. € auch die in
einer Großsporthalle erforderlichen gastronomischen Vorrichtungen sowie die für
eine Beschallung, Videoleinwände und Vorrichtungen für die Abdeckung des
Sportbodens im Hinblick auf andere Veranstaltungen enthalten sind. Darüber
hinaus wird in der Vorlage darauf verwiesen, dass aufgrund der Hallenaufhängung
erhebliche Mehrkosten entstehen. Herr Strüwer möchte wissen, in welchem Umfang
diese entstehen werden.
Frau Grebe antwortet, dass sowohl die aufgezählten Einbauten als auch die Hallenaufhängung
ursächlich für die Kosten sind. Es handelt sich dabei nicht um Mehrkosten,
verdeutlicht Frau Grebe. Die Hallenerweiterung ist nur mit der Aufhängung
denkbar; ohne diese wird es eine ganz andere Halle geben. Frau Grebe führt
weiter aus, dass bisher noch kein Planungsauftrag erteilt wurde. Die derzeit
vorliegenden Pläne und Kosten sind überschlägig ermittelt worden. Verbindliche
Zahlen werden nach entsprechender Planung vorliegen. Frau Grebe sichert zu, zu
prüfen, was für eine bundesligataugliche Halle erforderlich sein wird. Jetzt
ist zunächst die Entscheidung für einen Standort wichtig.
Herr Romberg möchte wissen, ob mit der Planung schon vor Durchlaufen des Bebauungsplanverfahrens
begonnen werden soll. Er weist darauf hin, dass dies viel Geld kosten wird und
hält es daher für sinnvoller zu warten, bis der Bebauungsplan Rechtskraft
entfaltet hat, da auch erneut mit Klagen gerechnet werden muss.
Es soll ein gestuftes, paralleles Vorgehen
gewählt werden, teilt Frau Grebe mit. Es soll ein guter Planer gefunden
und mit diesem die Planung weiter konkretisiert werden, während das
Bebauungsplanverfahren durchlaufen wird. Würde man mit der Planung warten, bis
der Bebauungsplan Rechtskraft entfaltet hat, so könnte mit der Planung erst Ende
2007 / Anfang 2008 begonnen werden. Somit würde die Halle auch frühestens Ende
2009 fertig gestellt werden können. Frau Grebe erklärt, dass die Verwaltung der
Ansicht ist, dass die Parallelität in einem gewissen Umfang durchaus zu
vertreten ist.
Aus Sicht von Herrn Romberg ist ein
solches Verfahren vor dem Hintergrund der Finanzlage der Stadt nicht zu
verantworten, daher wird er dem Beschlussvorschlag nicht zustimmen.
Herr Asbeck erklärt, dass es der Meinung der CDU-Fraktion entspricht, das Verfahren
zügig durchzuführen. Das Bebauungsplanverfahren abzuwarten, wird dazu führen,
dass sich der Bau zeitlich zu weit nach hinten verschiebt. Er plädiert dafür,
den Standort ernsthaft und optimistisch ins Auge zu fassen, die Probleme zu
lösen und nicht weiter abzuwarten. Herr Asbeck führt als Beispiel, wo bereits
so verfahren wurde, die Realisierung der Neue Mitte Hagen an.
Den Standortstreit jetzt zu beenden, hält auch Herr
Weber für den richtigen Weg. Er kann die Sichtweise von Herrn Romberg nicht
nachvollziehen.
Herr Riechel stellt die Frage, ob man einen Fehler macht, wenn für die Großsporthalle
ohne Miteinbeziehung des neuen Multifunktionsbades ein Bebauungsplanverfahren
durchgeführt wird, statt einen Gesamtrahmenplan zu entwickeln.
Herr Grothe erläutert, dass zwei Bebauungspläne, einer für den Bereich des
Multifunktionsbades und einer für den der künftigen Ischelandhalle, den
Beratungsgang durchlaufen werden. Beide Pläne werden eng aufeinander abgestimmt
sein (z. B. Stellplätze und Verkehrsentwicklung).
Zum Abschluss der Diskussion lässt Herr
Oberbürgermeister Demnitz zunächst über den Punkt 1 des
Beschlussvorschlages abstimmen. Anschließend, weil dieser Punkt sich nicht
sinnvoll weiter unterteilen lässt, stellt er den Punkt 2 des Beschlussvorschlages
zur Abstimmung.
Beschluss:
1. Der Rat nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Abstimmungsergebnis: Einstimmig
beschlossen
Dafür: 18
Dagegen: 0
Enthaltungen: 1
2. Der Rat befürwortet die Erweiterung bzw. Errichtung einer Großsporthalle am
Standort Ischeland mit einer
Größenordnung von ca. 3.300
Zuschauerplätze
und beauftragt die Verwaltung
a) Varianten zu entwickeln und
hierbei alle Möglichkeiten einer Kostenreduzierung
auszuloten,
b) Finanzierungsmöglichkeiten
darzustellen, wobei der städt. Eigenanteil zwingend
unter 5 Mio. € liegen
muss (Sanierung einschließlich Erweiterung der Halle bzw.
Neubau),
c) mit der Phoenix Hagen GmbH
über eine angemessene Kostenbeteiligung zu
verhandeln,
d) in der Ratssitzung am
22.02.2007 zu berichten.
Anmerkung: Unter 2 a) ist "der
Erweiterung" entfallen.
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