14.09.2006 - 6.1 100 Einfamilienhausgrundstücke - erste Vermarkt...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 14.09.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Thielmann begrüßt die Vermarktung der Grundstücke. Er sieht jedoch bei den Vergaberichtlinien
Probleme. Hier soll von der Vergabe nach Höchstgebot abgewichen werden und
derjenige, der als erster ein Gebot für ein Grundstück abgibt, soll dieses auch
erhalten.
Der Beginn der ersten Vermarktungsphase wird von Herrn
Weber ebenfalls positiv bewertet. Er hält es für sinnvoll, daran zu
arbeiten, die Verfahrensschritte noch weiter zu verkürzen. Im Namen der
SPD-Fraktion bittet er darum, dass eine Darstellung eingebaut werden möge, wie
das Entstehen einer Bauverpflichtung für den Erwerber sichergestellt werden
kann. Dazu sollte ein Zeitraum festgelegt werden, nach dessen Ablauf das jeweilige
Grundstück automatisch an die Stadt zurückfallen würde, wenn bis dahin der Bauverpflichtung
nicht nachgekommen wurde. Ferner sollte sichergestellt werden, dass der Erwerb
für den Eigenbedarf und nicht im Namen Dritter erfolgt.
Herr Romberg schließt sich den Ausführungen von Herrn Thielmann und Herrn Weber an,
weist aber auf die Konfliktsituation für ein Grundstück an der Gabelsberger
Straße zwischen dem Bebauungsplan Nr. 6/67 und dem angrenzenden Industriegebiet
hin. Dies wurde in der Bezirksvertretung Haspe am 06.09.2006 thematisiert und
er bittet, hier mit der entsprechenden Vorsicht die Verhandlungen zu führen.
Der Optimismus der Vorredner wird von Herrn
Riechel nicht geteilt. Er weist darauf hin, dass die bisher ausgewiesenen
Baugebiete, wie z. B. Erlhagen und Kratzkopf, nicht ausgeschöpft werden und
dass an anderer Stelle deutliche Leerstände zu verzeichnen sind. Daher lehnt er
für die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen dieses Vorhaben ab, die Vorlage wird
er jedoch im Namen seiner Fraktion zur Kenntnis nehmen, da es sich bei der
ersten Vermarktungsphase weitestgehend um die Abarbeitung alter Bebauungspläne
handelt, zu denen Bündnis 90 / Die Grünen seinerzeit die Zustimmung gegeben
hat.
Herr Marscheider greift die Formulierung von Herrn Weber auf und
möchte erläutert bekommen, wie der Begriff "Dritte" definiert werden
soll. Er selbst möchte den Begriff so fassen, dass ein Familienmitglied für ein
anderes ein Grundstück erwerben kann.
Dem stimmt Herr Weber zu; es soll
verhindert werden, dass ein spekulativer Erwerb durch einen Bauträger für
Dritte stattfindet. Bezogen auf den Wortbeitrag von Herrn Romberg präzisiert
Herr Weber, dass bei Grundstücken, wie dem von Herrn Romberg beschriebenen,
eine Emissionsduldungsklausel eingebaut werden muss, sodass das angrenzende
Industriegebiet Berücksichtigung findet.
Frau Grebe stellt in Aussicht, dass im Zusammenhang mit der Vermarktung für jedes
Grundstück eine separate Vorlage erstellt wird. Hier geht es jedoch zunächst um
die Festlegung der Grundsätze, damit mit der Vermarktung begonnen werden kann.
Seit dem Ratsbeschluss von 2005 gibt es eine verstärkte Nachfrage nach diesen
Baugrundstücken und es sollte verhindert werden, dass sich Interessenten dem
Umland zuwenden, weil hier die Vermarktung nicht anläuft. Nicht zuletzt aus
diesem Grund plädiert Frau Grebe dafür, dass der erste Interessent für ein
Grundstück auch zum Zuge kommen sollte. Die Abwicklung nach
Höchstgebotverfahren hält sie für problematisch und weist darauf hin, dass nach
diesem Verfahren bereits mehrfach Grundstücke im Haupt- und Finanzausschuss
vorgestellt wurden, deren Interessenten dann doch nicht gekauft hat. Frau Grebe
schlägt daher vor, sich mit dem Preis an der Ermittlung der städtischen
Bewertungsstelle zu orientieren. Sie sichert zu, dass der Eigenbedarf festgeschrieben
werden soll.
Wenn in der Zukunft - voraussichtlich ab 2009 -
ein größeres Gebiet, wie z. B. der Willingsbruch, vermarktet werden soll,
könnte eine Verständigung über andere Modalitäten erfolgen.
Beschluss:
Die Vorlage wird zur Kenntnis genommen.
Die Vermarktung der Baugrundstücke soll
entsprechend ihrer jeweiligen Bebaubarkeit kurzfristig erfolgen. Der Verkauf
der Baugrundstücke erfolgt zu Verkehrswerten. Im Falle mehrerer Bewerbungen für
ein Baugrundstück soll der Verkauf bevorzugt an Familien mit Kindern erfolgen.
Die Verwaltung wird im März 2007 über den
Vermarktungserfolg und die weitere Entwicklung berichten.
