27.04.2006 - 6.1 Stellenplan 2006
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 27.04.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:15
- Anlass:
- normale Sitzung
- Vorlage:
-
0163/2006 Stellenplan 2006
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 19 Zentrale Steuerung
- Bearbeitung:
- Susanne Tschiesche
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Weber weist darauf hin, dass er in der vorletzten Sitzung des
Personalausschusses angekündigt hat, dass man sich künftig mit der
qualifizierten Einstufung der Spitzenämter befassen muss. Die Erfordernis sieht
er vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Der Stellenplan 2006
trägt dieser Situation noch nicht Rechnung. Im Rahmen des Stellenplanes 2005
wurden rd. 25 Beförderungen abgearbeitet. Für 2006 zeichnet sich die Tendenz
ab, dass aufgrund des gesetzlichen Rahmens rd. 120 Beförderungen durchgeführt
werden könnten. Herr Weber hält es vor diesem Hintergrund für dringend geboten,
in den Spitzenämtern, von einer Besoldungsgruppe A14 an aufwärts, zu prüfen, ob
die Bewertungen, die nach KGSt durchgeführt werden, wirklich richtig für eine
Gemeinde wie Hagen sind oder ob es evtl. einen Spielraum gibt, um hier nacharbeiten
zu können. Hierüber wird die SPD-Fraktion bis zur Ratssitzung am 11.05.2006
versuchen, Einigkeit zu erzielen. Grundsätzlich muss aus seiner Sicht mit der
Kostenentwicklung auch für die Zukunft und im Rahmen der
Haushaltskonsolidierung sensibel umgegangen werden.
Herr Röspel weist darauf hin, dass die Politik bis zur nächsten Ratssitzung noch
erheblichen Beratungsaufwand hat. Im Namen der CDU-Fraktion plädiert er dafür,
die anstehenden Beförderungen durchzuführen, da die betroffenen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vertrauensschutz genießen. Für die Zukunft ist
jedoch ein Eckpunktepapier zu entwickeln und es ist sowohl bei den Angestellten
als auch bei den Beamten der Stellenwert zu überprüfen.
Herr Thielmann stimmt Herrn Röspel bezüglich des Umgangs mit der Warteliste zu. Unter
finanziellen Gesichtspunkten ist jedoch für die Zukunft zu prüfen, ob alles,
was im Stellenplan verzeichnet wird, noch so zu leisten ist. Darüber hinaus
weist Herr Thielmann darauf hin, dass zukünftig auch zielgerichteter
auszubilden ist, um externe Einstellungen vermeiden zu können. Herr Thielmann
lehnt im Namen der FDP-Fraktion den Stellenplan 2006 in Gänze ab. Er hält die
Personalkosteneinsparungen in Höhe von rd. 0,5 % oder rd. 400.000 € für
zu gering, um eine dauerhafte Genehmigungsfähigkeit des Haushalts erzielen zu
können.
Herr Asbeck hält es auch bei den Angestellten für geboten, die Bewertung der
Stellen, die nach KGSt vorgenommen worden ist, zu überprüfen. Aus seiner Sicht
ist ggf. schon bei der Aufgabenverteilung darauf zu achten, dass der
Aufgabenzuschnitt so gewählt wird, dass dieser keine Hebung nach sich zieht.
Herr Riechel spricht den häufigen Vorwurf, die Verwaltung verfüge über zu wenig Fachkompetenz,
an. Er weist darauf hin, dass im Stellenplan 1214 Angestellte verzeichnet sind,
wovon 47 in einer Kategorie sind, die er als in einem höheren
Angestelltenverhältnis befindlich einstufen würde. Dies sind ca. 8 %.
Verglichen mit der Privatwirtschaft hält Herr Riechel die Quote nicht für zu
hoch. Im Beamtenbereich sind rd. 1000 Beschäftigte aufgelistet. Im höheren
Dienst arbeiten knapp 100 davon. Hier liegt die Quote bei 10 %. Auch diese
Quote hält er nicht für zu hoch. Insgesamt erscheint ihm die Gesamtquote - auf
die Konzerngröße bezogen - angemessen. Herr Riechel stellt die Frage, bei wievielen
Stellen, die im Rahmen des Konsolidierungsmanagements mit einem Einstellungsstop
versehen wurden, dieser wieder aufgehoben werden musste und mit welchem Personalkostenvolumen
die Aufhebung verbunden gewesen ist.
Herr Röspel stimmt zu, dass im Rahmen des Konsolidierungsmanagements Einstellungen
vorgenommen worden sind, um entsprechend auch Erfolge erzielen zu können. Er
weist aber darauf hin, dass ca. 18 Stellen im Bereich der ARGE neu geschaffen
wurden.
Herr Marscheider teilt für die Fraktion Bürger für Hagen mit,
dass diese den Stellenplan 2006 ablehnen wird. Er fordert ein
Personalentwicklungskonzept für die Stadt Hagen, damit es künftig nicht mehr
vorkommt, dass aufgrund fehlender Personalentwicklungsplanung bei Ausscheiden
von Mitarbeitern externe Einstellungen erforderlich werden, da in der
Verwaltung niemand über die entsprechende Qualifikation verfügt.
Herr Asbeck weist auf die heute deutlich schwierigere gesamtwirtschaftliche
Situation hin, die dazu führt, dass qualifizierte Personen, die sich früher
nicht bei einer Kommune beworben hätten, aufgrund der Arbeitsplatzsicherheit
heute bewerben.
Dieser Sichtweise stimmt Herr Weber zu. Er
gibt jedoch zu bedenken, dass man auch in Betracht ziehen muss, dass es in der
Stadt Hagen viele Menschen gibt, denen wesentlich mehr als den Beschäftigten in
der Verwaltung abverlangt wird. Aus seiner Sicht ist daher eine Überprüfung der
Aufgabenfelder vor einer Beförderung dringend geboten. Herr Weber
erläutert, dass das Ergebnis durchaus zeigen kann, dass heute schon richtig
verfahren wird, dass dies jedoch die Überprüfung nicht entbehrlich macht.
Bezüglich der Personalentwicklung weist er darauf hin, dass nicht zuletzt aufgrund
der Ausgründungen in den letzten 10 bis 15 Jahren keine ernsthafte
Personalreduzierung vorgenommen worden sei.
Herr Oberbürgermeister Demnitz stimmt der Politik zu, dass es ihr Recht ist,
die Personalkosten zu diskutieren. Er gibt aber auch die bereits existierenden
Leistungsverdichtungen und deren Folgen zu bedenken. Aus Sicht des
Oberbürgermeisters rückt der Zeitpunkt näher, wo aufgrund der
Leistungsverdichtungen der Wegfall von Aufgaben diskutiert werden muss. Ferner
spricht er die rd. 120 Beförderungen, die in diesem Jahr anstehen, an. Diese
sind aufgrund der aktuellen Haushaltslage möglich. Herr Oberbürgermeister
Demnitz weist darauf hin, dass es - auch unter dem Gesichtspunkt der Mitarbeitermotivation
- das falsche Signal wäre, denen, die bereits lange auf eine Beförderung
warten, diese nicht zu gewähren. Dies nicht zuletzt auch aus Gründen des Vertrauensschutzes
und um Leistungsanreize zu schaffen. Grundsätzlich hält er es aber durchaus für
sinnvoll, sich über die Verwaltungsstruktur und den Stellenkegel Gedanken zu
machen. Herr Oberbürgermeister Demnitz plädiert dafür, die Überlegungen nicht
für das aktuelle Verfahren anzustellen und schlägt vor, den Punkt ohne
Beschlussfassung zur Entscheidung auf den Rat am 11.05.2006 zu vertagen. Er
sagt darüber hinaus zu, dass die gestellten Fragen bis zur Ratssitzung geklärt
und in die Politik eingespeist werden.
Bedenken, so zu verfahren, bestehen nicht.
Beschluss:
Der Stellenplan 2006 wird gemäß der Anlagen 2 und 4 beschlossen.
Die Vorlage enthält folgende Anlagen:
Anlage 1: Erläuterungen der bedeutsamen Stellenplanveränderungen
Anlage 1a: Stellungnahmen des Steuerungsdienstes VB 4/S sowie des Fachbereiches Jugend und Soziales zu den Anfragen aus der Sitzung des Personalausschusses vom 08.03.2006
Anlage 2: a) Globale Ausweisung aller Stellen für Beamte, Angestellte und Arbeiter
b) Stellenübersicht aller Dienstkräfte in der Probe- und Ausbildungszeit
Anlage 3: Stellenplanveränderungsliste
Anlage 4: Stellenübersicht - Aufteilung nach der Gliederung (Unterabschnitte)
Anlage 5: Übersicht der Durchschnittspersonalkosten (gleichartige Fälle)
Die Änderungen, die sich aus der Anhörung mit dem Gesamtpersonalrat ergeben haben, sind in die Veränderungsliste (Anlage 3) entsprechend eingearbeitet. In der Anlage 1a sind diese Veränderungen detailliert aufgeführt.
Die Vorlage wird am 12.05.2006 realisiert.
