02.03.2023 - 3.1 Anfrage nach § 5 der Geschäftsordnung des Rates...

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Wortprotokoll

Herr Dr. Bücker begrüßt die anwesenden Vertreterinnen der Verwaltung, namentlich Frau Möhl (in ihrer Funktion als Tierheimleitung) und Frau Meyer-Weinreich (in ihrer Funktion als Leiterin der Abteilung Verwaltung und Koordination des Umweltamtes). Er weist auf den vorliegenden Fragenkatalog zum Tierheim der Stadt Hagen hin, der von Frau Kuschel-Eisermann eingereicht wurde.

 

Frau Kuschel-Eisermann teilt mit, dass sie nicht mit der vorliegenden Beantwortung des Fragenkataloges zufrieden sei. Sie erklärt, dass sich ihre Kritik nicht gegen die Mitarbeiter des Tierheimes richte, die in ihren Augen ihr Bestes geben, es aber folgende Problematiken gäbe:

 

Bezüglich des Internetauftritts verweist Frau Kuschel-Eisermann beispielhaft auf andere Städte wie Bochum, Iserlohn, Witten oder Wetter. Dort würden gemeinsame Internetseiten mit dem Tierschutzverein gepflegt und eine ansprechende Tiervermittlung angeboten. Dies wäre in Hagen leider nicht der Fall, der Tierschutzverein würde lediglich am Rande der Internetseite des städtischen Tierheims erwähnt, nur eine geringe Anzahl vorhandenen Tiere seien in der Tiervermittlung zu finden, der Internetauftritt sei nicht emotional ansprechend. Ebenso sei der letzte Facebook-Post bereits lange her.

 

Im Weiteren erläutert Frau Kuschel-Eisermann die - aus ihrer Sicht- bestehenden Missstände bezüglich der Haltung, Fütterung und Reinigung von Kaninchen und anderen Kleintieren im Tierheim. Darüber hinaus sei der Fußboden im Bereich der Hundeunterbringung defekt und im Außenbereich gäbe es keine Liegemöglichkeiten für die Tiere. Der Innenbereich sei hingegen gut eingerichtet und erfreulicherweise sind viele Spielzeuge angeschafft worden. Allerdings fehle es an Personal, dass mit den Hunden spielt. Zusammenfassend sei der Innen- und Außenbereich des Tierheimes unordentlich, teilweise verschmutzt und nicht ansprechend gestaltet.

 

Auf die Katzengehege bezogen, berichtet Frau Kuschel-Eisermann, dass das Außengehege zwar hübsch gestaltet wurde, es aber an Klettermöglichkeiten fehle. Ebenfalls bedauert Frau Kuschel-Eisermann, dass die geplante Überdachung auch nach Jahren noch immer nicht fertiggestellt wurde.

 

Die Öffnungszeiten gewährleisten aus Sicht von Frau Kuschel-Eisermann keine ausreichende Betreuung und Versorgung der Tiere. Der einmal täglich anwesende Schließungsdienst, könne dies ebenfalls nicht kompensieren. Sie weist daraufhin, dass es keine festen Besuchszeiten gäbe. Besuchszeiten würden für Abwechslung und einen positiven Bezug zu Menschen bei den Tieren sorgen können. In anderen Tierheimen sei dies üblich.

 

Herr Dr. Bücker weist darauf hin, dass die Wortbeiträge von Frau Kuschel-Eisermann weit über die im Antrag formulierten Fragen hinaus gehen würden und ein Vorabhinweis sinnvoll gewesen wäre.

 

Frau Kuschel-Eisermann erklärt, dass Sie ihre Einwände gerne schriftlich zur Verfügung stellen könne und mit einer späteren Beantwortung einverstanden sei.

 

Frau Cramer teilt mit, dass aus Ihrer Sicht, die Kritik letztlich doch gegen das Personal des Tierheimes gerichtet sei und ein Personalmangel deutlich werde. Sie erachtet die Verwaltung als zuständig, da es sich um ein finanzielles und personelles Problem handle. Des Weiteren weist Frau Cramer darauf hin, dass die Tiere nicht gequält werden und selbst private Tierbesitzer eine solche, gewünschte Betreuung nicht gewährleisten könnten. Grundsätzlich betrachte Sie Frau Kuschel-Eisermanns Engagement als positiv, aber es gebe auch in anderen Bereichen in Hagen Handlungsbedarfe, die ggfs. Priorität hätten.

 

Herr Römer bedankt sich für die Bemühungen von Frau Kuschel-Eisermann, sieht aber auch das Hauptproblem im Bereich Finanzen und Personal. Er regt an, eine Person zusätzlich zu beschäftigen, z.B. einen Handwerker, der zumindest einzelne Mängel beheben könne.

 

Herr Dr. Bücker erteilt Frau Möhl das Wort und erkundigt sich, inwieweit das Ehrenamt in die Tierheimarbeit eingebunden sei.

 

Frau Möhl bedankt sich für das Wort und nimmt wie folgt Stellung: Sie erklärt, dass lediglich die Hunde auf der Homepage zur Vermittlung angeboten werden, die auch entsprechend dazu freigegeben worden sind. Im Tierheim seien auch Hunde bzw. andere Tiere zu Gast als Pensionstiere oder es handle sich um Tiere, die sichergestellt wurden und im Tierheim aufbewahrt werden. Diese Tiere stünden selbstverständlich nicht zur Vermittlung zur Verfügung.

 

Bezüglich der Katzen bestehe eine ähnliche Situation wie bei den Hunden, allerdings habe man aufgrund von Zeit- bzw. Personalmangel es noch nicht geschafft, alle zur Vermittlung freigegebenen Tiere auf die Homepage aufzunehmen. Grundsätzlich ist Frau Möhl darüber erfreut, den Internetauftritt wieder aktiviert zu haben, dies war in der Vergangenheit nicht der Fall. Facebook sei eine Notlösung, um die Bürger*innen informieren zu können. Dabei gab es allerdings immer wieder Probleme seitens des Betreibers. Frau Möhl teilt bezüglich der Auffindbarkeit der Homepage mit, dass diese gut durch gängige Suchmaschinen gefunden werden könnten und der interessierte Bürger bzw. die interessierte Bürgerin direkt auf die Homepage weitergeleitet werde. Ansonsten sei man an die Vorgaben der Pressestelle der Stadtverwaltung gebunden.

 

Frau Meyer-Weinreich ergänzt, dass das Tierheim grundsätzlich an die Vorgaben der Pressestelle gebunden sei. Dies beziehe sich sowohl auf die Auffindbarkeit auf der Hagen.de-Seite als auch auf die Möglichkeit einer eigenständigen Internetseite für das Tierheim. Als städtisches Tierheim müsse der Internetauftritt über die Hagen.de-Seite wahrgenommen werden.

 

Frau Möhl teilt mit, dass bei den Kleintieren eine hohe Fluktuation vorliege, so dass es diesbezüglich auch schwer sei, dort immer einen aktuellen Stand zu halten. Sie würde es auch begrüßen, wenn sämtliche, zur Vermittlung zur Verfügung stehenden Tiere, auf der Internetseite vorgestellt würden. Dies sei aber aktuell nicht zu leisten, da sie allein den Internetaufritt betreue und sie noch weitere Aufgabenfelder habe.

Grundsätzlich arbeite man aber weiterhin an der Verbesserung der Internetpräsenz.

Bezogen auf die Haltung der Kaninchen erklärt Frau Möhl, dass die Zwischentüren der Geschlechtertrennung dienen und diese zur Zeit geschlossen seien. Grundsätzlich sehe sie für diese Türen keine Notwendigkeit. Als Tierärztin könne Frau Möhl am Kaninchenfutter nichts bemängeln.

 

Frau Kuschel-Eisermann erklärt, dass Sie aufgrund des Umfangs Ihrer Anfrage mit einer weiteren Beantwortung zu einem späteren Zeitpunkt einverstanden sei. Abschließend weist sie darauf hin, dass grundsätzlich mehr Personal im Tierheim eingesetzt werden müsse und ausreichend finanzielle Mittel u. a. durch Spenden und Erbschaften (im Tierschutzverein 900.000 Euro) vorhanden wären. Diesbezüglich sollte eine Kontaktaufnahme mit dem Tierschutzverein stattfinden.

 

Frau Meyer-Weinreich weist darauf hin, dass das Umweltamt stets bemüht sei, neues Personal für das Tierheim zu gewinnen, dazu müsse aber eine entsprechende Genehmigung und die finanziellen Mittel seitens der Verwaltung vorliegen. Daran scheitere es leider oftmals, umso mehr sei man über die neue Tierheimleitung erfreut. Man versuche nun häufiger einige Dinge durch Erbschaften und Spenden zu finanzieren, ebenso suche man auch nach einer geeigneten und kostengünstigeren Lösung für die Katzenüberdachung. In der Vergangenheit wurden dazu Sonnensegel getestet, diese führten aber nicht zum gewünschten Erfolg.

 

Frau Möhl teilt mit, dass Sie aktuell dabei sei, verschiedene Angebote für die Katzenüberdachung einzuholen, um diese der Verwaltung zur Prüfung vorzulegen. Des Weiteren berichtet Frau Möhl, dass verschiedene Informations- und Kennenlernaktionen des Tierheimes angeboten werden, u. a. Führungen für Schulklassen. Sie möchte aber weiterhin an der aktuellen Terminvergabe festhalten, da diese der besseren Koordination der Mitarbeiter*innen diene und den Stress für die Tiere minimiere. Es habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass gerade an den Wochenenden viele Besucher*innen ohne Absicht auf eine Tieradoption das Tierheim besuchten, dies führte zu unnötigem Stress für die Tiere, vor allem bei den Hunden.

 

Herr Römer erkundigt sich, ob nicht eine Unterbringung der Hunde an anderer Stelle möglich sei, so dass diese weniger durch Besucherströme belastet werden. Er erklärt, dass interessierte Besucher auch potentielle Spender seien.

 

Frau Möhl erläutert den U-förmigen Aufbau des Tierheims und erklärt, dass keine andere Anordnung möglich sei, bei der der Besucher nicht an allen Tieren vorbei gehen müssten. Sie weist darauf hin, dass auch die sichergestellten Tiere von den Besucherströmen betroffen wären. Diese Tiere stehen nicht zur Vermittlung zur Verfügung und geraten unnötig in eine Stresssituation.

 

Herr Adam bedankt sich für die ausführlichen Informationen und weist darauf hin, dass in der Fraktion Die Grünen/Bündnis 90 Tierschutz eine wichtige Rolle spiele. Er hoffe nicht, dass der Eindruck erweckt wurde, man wolle die Arbeit von Frau Möhl hinterfragen, die Sachkompetenz läge ganz klar bei ihr. Herr Adam regt an, die Kommunikation zwischen Politik und Verwaltung zu verbessern, um Spenden zielgerichtet für Maßnahmen im Tierheim zu Verfügung stellen zu können.

Dabei sei man auf Frau Möhl angewiesen, die durch ihre Arbeit vor Ort einen Überblick über die Prioritäten habe.

 

Herr Kretschmann regt an - zwecks personeller Unterstützung - Kontakt mit der Freiwilligenzentrale aufzunehmen.

 

Frau Meyer-Weinreich erklärt, dass das Tierheim bereits mit der Freiwilligenzentrale in Kontakt stehe. Das Tierheim werde durch ehrenamtliche Mitarbeiter tatkräftig unterstützt, leider sei es häufig der Fall, dass die Helferinnen und Helfer altersbedingt oder aufgrund eines Umzugs nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Sie berichtet, dass das Tierheim ebenfalls über Bundesfreiwilligendienststellen und einer 16i-Kraft (Maßnahme des Jobcenters) verfüge.

 

Herr Dr. Bücker bedankt sich bei Frau Möhl und Frau Meyer-Weinreich für ihre Sitzungsteilnahme. Da der Fokus stark auf das Tierheim gelenkt wurde, regt Herr Dr. Bücker an, dass die einzelnen Parteien und Fraktionen im nächsten Doppelhaushalt das Tierheim stärker berücksichtigen mögen und dadurch umfassender zu unterstützen.

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Anlagen zur Vorlage

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