12.09.2023 - 4.1 Präsentation zu den letzten 18 Jahren Grabungsf...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.1
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 12.09.2023
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:01
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zur diesem Tagesordnungspunkt begrüßt Herr Walter die Referenten, Prof. Dr. Michael Baales von der LWL-Archäologie für Westfalen und Wolfgang Heuschen, Grabungsleiter der Stadtarchäologie Hagen.
Herr Prof. Dr. Baales und Herr Heuschen berichten über die Ergebnisse der Grabungsforschungen an der Blätterhöhle Hagen anhand einer Power-Point-Präsentation.
Anmerkung der Schriftführung: die Präsentation ist als Anlage 1 dieser Niederschrift hinzugefügt.
Anschließend möchte Herr Prof. Dr. Baales nochmal auf die Wichtigkeit des Blätterhöhlenprojektes hinweisen, und dass das Projekt aufgrund der nicht vollständig gesicherten Finanzierung ab dem Jahr 2024 gefährdet sei.
Anmerkung der Schriftführung: der schriftlich verfasste Vermerk von Herrn Prof. Dr. Baales zur aktuellen Finanzsituation des Blätterhöhlenprojektes wurde zur Information und zur weiteren Diskussionsgrundlage diesem Protokoll als Anlage 2 hinzugefügt.
Herr Fritzsche möchte gerne wissen, ob es für diese Spätneolithische Zeitrechnung typisch gewesen sei, dass keine Grabbeigaben beigefügt worden seien.
Weiterhin habe er die Besonderheit der Funde der Blätterhöhle so verstanden, dass bei der Auswertung der Funde festgestellt worden sei, dass Jäger/Sammler und Sesshafte deutlich länger parallel existiert haben müssten, als bisher angenommen.
Herr Prof. Dr. Baales bestätigt die Annahme von Herrn Fritzsche, u.a. sei dies auch ein Punkt gewesen, der die Funde der Blätterhöhle international bekannt gemacht habe.
Das Fehlen von Grabbeigaben sei für diese Zeitrechnung eher untypisch. In diese Richtung müsse noch weiter geforscht werden.
Herr Röspel möchte gerne wissen, wie hoch der benötigte Kostenrahmen sei, um die Fortführung des Grabungsprojektes sicherstellen zu können.
Herr Prof. Dr. Baales benennt als kritischen Punkt der Finanzierung die fehlende Stelle eines Grabungsleiters. Hierfür sei die Einrichtung eine Archäologiestelle nach TVöD 13 notwendig.
Frau Soddemann möchte darauf hinweisen, dass das Thema Blätterhöhle grundsätzlich im Kontext der Unteren Denkmalbehörde betrachtet werden müsse. Im Bereich der Unteren Denkmalbehörde seien auch schon bestimmte Fragen zur Blätterhöhle angekommen und diskutiert worden.
Herr Dr. Fehske möchte gerne wissen, was die Archäologen wünschenswerter Weise an Funden erwarten würden, wenn sie in der Höhle weiter nach hinten anstatt nach unten graben würden.
Herr Heuschen antwortet, dass jede Grabungssaison ihre größeren und kleineren Sensationen hervorbringe und er glaube, dass an der Blätterhöhle auch Menschheitsgeschichte geschrieben werde.
Herr Prof. Dr. Baales möchte im Zusammenhang mit der heutigen Präsentation den Journalisten Herrn Bachmann vorstellen. Herr Bachmann konnte für die Erstellung einer Publikation über die Blätterhöhle zum 20-jährigen Jubiläum im Jahr 2024 gewonnen werden. Auch hierfür wünsche sich das Grabungsteam eine finanzielle Unterstützung seitens der Stadt Hagen in Form eines Druckkostenzuschusses oder ähnliches.
Herr Jostes möchte wissen, ob für das Projekt Blätterhöhle evtl. die Perspektive bestehen könne, die Höhle in einem größeren landschafts- und sicherungsarchäologischen Kontext zu stellen. Dieses würde sich insbesondere dafür eignen, noch andere bzw. weitere Fördergelder zu akquirieren.
So wünschenswert die Intention des Grabungsteams auch sei, eine entsprechende Grabungsleiterstelle zu verstetigen, desto schwieriger sei die Umsetzung unter Berücksichtigung der finanziellen Situation der Stadt Hagen.
Da sei es tatsächlich etwas aussichtsreicher, einen entsprechenden Druckkostenzuschuss für die Publikation zu erhalten, als über die Einrichtung einer Stelle im Bereich TVöD 13 zu sprechen.
Herr Prof. Dr. Baales antwortet, dass er es für äußerst wichtig erachte, die Perspektiven für den Fundplatz der Blätterhöhle erfolgreich weiterzuführen und nach vorne zu bringen. Dieses könne nur mit einem beständigen Grabungsleiter geschehen, der die speziellen Verhältnisse vor der Höhle kennen müsse.
Zusätzlich bestehe die Gefahr, dass die Förderung, die am Status der Stadtarchäologie hänge, seitens des Ministeriums ungewiss sei.
Nicht zuletzt seien bei einer arbeitsfähigen Stadtarchäologie weitere Synergieeffekte möglich.
Herr Röspel möchte wissen, wo sich die Fundstücke aus der Blätterhöhle befänden.
Herr Prof. Dr. Baales antwortet, dass die allermeisten Fundstücke bis zum Jahr 2014 in Werdringen aufbewahrt und ausgestellt werden. Ab dem Jahr 2020 gehörten die Fundstücke, laut dem neuen Denkmalschutzgesetz, dem Land Nordrhein-Westfalen und befänden sich somit bei der LWL-Archäologie für Westfalen.
Abschließend möchte Herr Heuschen noch darauf hinweisen, dass zum Ende der diesjährigen Grabungskampagne erneut ein öffentlicher Vortrag angeboten werde, zu diesem er die Ausschussmitglieder bereits heute einladen möchte.
Herr Walter bedankt sich bei den Vortragenden Herrn Heuschen und Herrn Prof. Dr. Baales. Er hoffe, dass eine Regelung getroffen werden könne, die für alle Seiten tragbar sei und die Grabungen fortgeführt werden könnten.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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10,1 MB
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2
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(wie Dokument)
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34,4 kB
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