31.08.2006 - 1 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 31.08.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr P. fragt nach, ob sich an der Einstellungspraxis von 1 Euro Kräften durch
das Verbundbüro für gemeinnützige Arbeit in der Stresemannstraße aufgrund eines
tragischen Zwischenfalles bei der Werkhof GmbH im August 2005 etwas
entscheidend verändert habe.
In diesem Zusammenhang möchte Herr P.
wissen, ob Herrn Dr. Schmidt amtsärztliche oder polizeiliche
Untersuchungsergebnisse vorlägen, die den örtlichen Medien vorenthalten wurden
und, ob nach dem Tode des Werkhofs Mitarbeiter nennenswerte Verbesserungen für
die Arbeitslosengeld II Empfängern umgesetzt worden sind.
Weiter fragt Herr P. nach, warum seitens
der Stadt Hagen keine Traueranzeige zum Tode des ehemaligen
Werkhofsmitarbeiters veröffentlicht wurde. Aus diesem Grunde stellt Herr P.
die Frage, ob der Rat der Stadt Hagen anlässlich des Jahrestages zum Tode des
ehemaligen Werkhofsmitarbeiters eine Schweigeminute abhalte.
Ergänzend möchte Herr P. noch wissen, ob
die 1 Euro Kräfte den Stundenausfall am 17.08.2006 aufgrund des Besuches von
Herrn Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers finanziell erstattet bekommen.
Darüber hinaus möchte Herr P. wissen,
warum bei beim Werkhof wöchentlich 65 Neueinweisungen durchgeführt werden, wo
seiner Auffassung nach doch zu wenig Beschäftigung vorhanden wäre.
Zusätzlich bittet Herr P. um Auskunft,
warum die öffentliche Presseveranstaltung der SPD „60 Plus“ als
geschlossene Gesellschaft erklärt wurde, obwohl in den örtlichen Medien
offiziell dazu eingeladen worden sei.
Herr Dr. Schmidt wird die Fragen, die von allgemeinem
kommunalpolitischem Interesse sind schriftlich beantworten.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verweist auf die Geschäftordnung des Rates, die
nicht vorsehe, dass das die Bürgerinnen und Bürger beantragen könnten, wann und
wo der Rat der Stadt Hagen Gedenk- bzw. Schweigeminuten abhalte.
Herr O. möchte wissen, wann und von wem die Nutzungsänderung für das alte Betriebkrankenkassengebäude
von Krupp in der Obernahmer zur intensiv pädagogischen Einrichtung Obernahmer
beschlossen wurde. In diesem Zusammenhang fragt Herr O. nach, wann und
wo geprüft wurde, ob die intensiv pädagogischen Anforderungen den beteiligten
Jugendlichen entsprechen würden.
Herr O. fragt weiter nach, welche Ausschreibungen für Statik und Umbauarbeiten im
Zusammenhang mit dem Umbau des Gebäudes in der Obernahmer getätigt wurden.
Herr O. bittet um schriftliche Beantwortung seiner gestellten Fragen.
Auf eine Zusatzfrage von Herrn O. in Bezug
auf ein ihm gegenüber erteiltes Hausverbot seitens der Werkhof GmbH bittet Herr
Oberbürgermeister Demnitz, diese Frage direkt an den Werkhof zu stellen.
Weiter bezieht sich Herr O. auf einen
Zeitungsbericht der örtlichen Presse, worin sich Herr Dr. Christian Schmidt
öffentlich bei ihm entschuldige. Dies sei nach Auffassung von Herrn O.
nicht ausreichend. Er erwarte eine persönliche Entschuldigung von Herrn Dr.
Schmidt.
Herr Dr. Schmidt teilt mit, dass im Sozialausschuss über die
Angelegenheit sehr ausführlich berichtet wurde und sichert weitere
Mitarbeitergespräche zur besseren Verfahrensweise zu.
Frau H. fragt nach, in welchen städtischen Bereichen jeweils 1 Euro Kräfte eingesetzt
und in welchen Heimbereichen aufgrund eines Bundesgesetzes, zum Beispiel für Behinderte,
psychisch Kranke, in Altenheime sowie Pflegeheimen 1 Euro Kräfte von der ARGE
der Stadt Hagen eingestellt werden. In diesem Zusammenhang möchte Frau H.
wissen, inwieweit diese in versicherten Arbeitsverhältnissen stehen oder gegebenenfalls
in diese umgewandelt werden können.
Ergänzend richtet Frau H. eine Frage an
das Ratsmitglied Herr Manfred Weber, warum die Ratsfraktion Die
Linke.PDS auf der Homepage des Kreisverbandes nicht
über eine eigene Fraktionsseite verfüge.
Herr Oberbürgermeister Demnitz sichert eine schriftliche Beantwortung der
Fragen bezüglich der 1 Euro Kräfte zu. Die Frage zur Homepage möge Frau H.
bitte direkt an das Fraktionsbüro Die Linke.PDS richten.
Herr R. bittet um Auskunft, ob der Verwaltung oder den Mitgliedern des Rates der
Stadt Hagen Erkenntnisse vorlägen, welche Stoffe für die Geruchsbelastung der
Dolomitwerke, insbesondere der Steinfabrik, verantwortlich seien und ob
ausgeschlossen werden könne, dass diese Stoffe gesundheitsschädlich sind.
Herr Dr. Bleicher antwortet, dass der Landschaftsbeirat in seiner
letzten Sitzung eine entsprechende Fragestellung in Auftrag gegeben habe. Das
Staatliche Umweltamt habe als zuständige Behörde eine Stellungnahme dazu
abgegeben, die dem Landschaftsbeirat und dem Umweltausschuss zur Kenntnis
gegeben wurde. Diese Antwort kann auf Wunsch dem Fragesteller zur Verfügung
gestellt werden. Herr Dr. Bleicher weist darauf hin, dass das Staatliche
Umweltamt für alle weiteren Fragen die entsprechende Überwachungsbehörde sei.
Frau Kampmann teilt mit, dass das von Herrn Dr. Bleicher bezifferte Gutachten
die Frage nach den Inhaltstoffen nicht beinhalte. Darüber hinaus werde die
Frage der Gesundheitsgefährdung nur oberflächlich beantwortet.
Herr Dr. Bleicher verdeutlicht erneut, dass die Stadt Hagen auf
die Stellungnahme des Staatlichen Umweltamtes keinen Einfluss ausüben könne.
Ergänzend fragt Herr R. nach, ob die
Verwaltung oder die Mitglieder des Rates nicht eine Verpflichtung darin sehen
würden, die angesprochenen Inhaltsstoffe selbstständig zu ermitteln, vor dem
Hintergrund, dass es ein Entwicklungsgebiet unteres Lennetal gäbe, indem die
Verwaltung die Verantwortung übernommen, habe für gesundes Wohnen zu sorgen.
Herr Dr. Bleicher sichert zu, dass die Verwaltung bei Fragen im
Rahmen der Gesundheitsgefährdung, die in dem Zuständigkeitsbereich einer anderen
Behörde lägen, eine entsprechende Hilfestellung leisten werde.
Herr Riechel bezweifelt die Auffassung von Herrn Dr. Bleicher, weil die Stadt
Hagen für den Gesundheitszustand ihrer Bürgerinnen und Bürger verantwortlich
sei. Wenn das vorliegende Gutachten zweifelhaft ist, so sei es die Aufgabe der
Verwaltung im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht dafür zu sorgen, dass eine
lückenlose Aufklärung erfolge.
Herr Jochen Weber unterstützt die Auffassung von Herrn Riechel
und regt an, dass die Verwaltung aus Vorsorgegesichtspunkten tätig werden
sollte. Dem Umweltausschuss sowie den Bürgerinnen und Bürgern sollte nach der
Aufklärung der Angelegenheit eine entsprechende Information zur Verfügung
gestellt werden.
Herr Dr. Bleicher bestätigt erneut, dass die Verwaltung nach wie
vor bei Anfragen aus dem Landschaftsbeirat, dem Umweltausschuss oder der
Einwohnerfragestunde unterstützend tätig werde. Herr Dr. Bleicher bittet
aber um Verständnis, dass die Stadt Hagen keinen Einfluss auf die Tiefe der
Information seitens des Staatlichen Umweltamtes habe. Die Stadt Hagen werde
einen Mitarbeiter des Staatlichen Umweltamtes in den Umweltausschuss einladen,
um noch offene Fragen zu erörtern.
Herr Sch. fragt nach, ob es neue Erkenntnisse darüber gäbe, wie vielen Kinder von
Hartz IV betroffenen Eltern der Stadt Hagen keine Schulbücher zur Verfügung stehen.
Herr Dr. Schmidt berichtet, dass nach seinen Informationen den
betroffenen Kindern über Fördervereine und Ausleihen geholfen werde. Sollte es
aber Einzelfälle geben, in dem ein von Hartz IV betroffenes Kind keine
Schulbücher habe, so werde die Stadt Hagen sofort helfen.
Herr Kortmann führt aus, dass dem Schulverwaltungsamt keine Fälle bekannt sind, in
denen keine Schulbücher zur Verfügung stehen.
Auf eine Zusatzanmerkung von Herrn Sch.,
dass in diesem Jahr alle von Hartz IV betroffenen Kinder keine Schulbücher
erhalten haben, bittet Herr Dr. Schmidt erneut darum, dass sich die
betroffenen Eltern mit der Schulleitung oder dem Schulverwaltungsamt in
Verbindung setzen sollen. Die Verwaltung werde dann die nötigen Hilfen veranlassen.
Herr B. bittet um Auskunft, inwieweit die Änderung des Flächennutzungsplanes im Hagener
Süden voranschreite und weist darauf hin, dass er eine Änderung aufgrund des
bestehenden Ökosystems nicht für erforderlich halte.
Herr Dr. Schmidt stellt heraus, dass der Flächennutzungsplan für
die gesamte Stadt Hagen neu aufgestellt werde und informiert über ein
bestehendes geordnetes Anhörungsverfahren, welches mit vielfältigen
Veranstaltungen in den Bezirken stattfinde. Die Bürgerinnen und Bürger des
Hagener Südens haben somit die Möglichkeit, die Inhalte bei der Aufstellung des
Flächennutzungsplanes zu beeinflussen.
Herr G. merkt an, dass den Hartz IV Empfängern in Hagen Nebenkosten abgezogen
werden, die aber nicht an den entsprechenden Energieversorger weitergegeben
bzw. abgerechnet werden. In diesem Zusammenhang möchte Herr G. wissen,
wie die ARGE Hagen mit diesen Geldern umgehe und wohin diese fließen.
Herr Dr. Schmidt wird die Angelegenheit prüfen und sichert eine
schriftliche Beantwortung zu.
