08.03.2023 - 3.3 Blaukreuz-Zentrum Hagen - Drachenherz HagenBeri...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.3
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Mi., 08.03.2023
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Reinke begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Frau Weixel und Herrn Kempa vom Blauen Kreuz Hagen.
Frau Weixel und Herr Kempa berichten über die Arbeit von Drachenherz Hagen (siehe Anlage zu TOP 3.2).
Frau Weixel weist darauf hin, dass es sehr schwer sei, an die Kinder heranzukommen, die bei suchtkranken Eltern leben würden. Hemmschwelle sei hierbei der dafür benötigte Antrag, der beim Jugendamt gestellt werden müsse.
Herr Reinke dankt für die Präsentation. Er erinnert an die Fahrt einer Delegation des Jugendhilfeausschusses nach Aachen zur Suchtberatung vor einigen Jahren. Dort habe es bereits ein solches Projekt gegeben, von dem man sehr begeistert gewesen sei. Anschließend habe man erfahren, dass ein solches Projekt in Hagen vom Blauen Kreuz installiert würde. Er dankt für diese Arbeit. Es sei deutlich geworden, was dort geleistet würde und wie schwer das teilweise sei.
Frau Besten ist dankbar, dass es ein solches Angebot in Hagen gibt.
Herr Kempa beantwortet Fragen von Frau Besten und Frau Köppen.
Er macht deutlich, dass die Problematik darin liege, dass man ausschließlich über die Hilfe zur Erziehung Zugang zu den Kindern bekomme. Andere Kinder könne man nicht aufnehmen.
Frau Köppen macht deutlich, dass sich das dann von dem Angebot unterscheide, das man 2018 kennengelernt habe. Sie finde es sehr schade, dass der einzige Zugang die Hilfe zur Erziehung sei.
Frau Weixel berichtet, dass der Aufbau des Angebotes erst mit einer Anschubfinanzierung der Aktion Mensch möglich gewesen sei. Mit Teilauslaufen der Finanzierung habe man den Kontakt zum Jugendamt gesucht und dann im Ergebnis einen Kooperationsvertrag geschlossen.Daher bediene man nach der Vereinbarung zuerst die Kinder, die vom Jugendamt vermittelt würden. Man hätte das Angebot als Träger sonst nicht dauerhaft finanzieren können. Vor Bestehen der Vereinbarung hätten die Kinder einfach auf sie zukommen können und ein Antrag sei nicht Voraussetzung gewesen.
Frau Lossau betont, dass sie sich daran erinnern könne, dass man seinerzeit in einigen Gesprächsrunden zusammen gesessen und überlegt habe, wie man das in die Rahmenbedingungen der Hilfen zur Erziehung einbauen könne. Frau Weixel habe beschrieben, dass es allein über die Antragstellung über das Jugendamt Zugang zu dem Hilfesystem gebe. Sie könne sich daran erinnern, dass man sehr niederschwellige Zugänge vereinbart habe, so dass „Selbstmelder“ sich bei dem Träger melden konnten und der Antrag nachgeliefert würde. Gerade sei der Eindruck entstanden, dass man nur diejenigen aufnehme, die vom Jugendamt geschickt würden.
Frau Weixel bestätigt die Ausführungen von Frau Lossau. Das Problem liege aber darin, dass die Eltern nicht bereit seien, einen solchen Antrag zu unterschreiben.
Frau Lossau macht deutlich, dass hier die Frage sei, wie man das kommuniziere. Man habe hier ein deutlich niederschwelligeres Verfahren geschaffen.
Frau Weixel bestätigt, dass es sich um eine „abgespeckte“ Version des ursprünglichen Antrages handele. Die große Hemmschwelle sei hierbei der Kontakt zum Jugendamt, den man scheue.
Herr Reinke betont, dass das nachvollziehbar sei.
Herr Meng regt an, in naher Zukunft einmal über eine „Charmeoffensive“ des Jugendamtes nachzudenken. Er macht deutlich, dass das Jugendamt keine Organisation sein solle, die angstbesetzt sei, sondern eher mit dem Gedanken an Unterstützung verbunden sein sollte.
Er fragt, ob und wenn ja, in welcher Form es eine Zusammenarbeit mit den Eltern gebe.
Herr Kempa bestätigt, dass das Jugendamt bei vielen Eltern kein gutes Image habe. Man verbinde damit eine ausgeübte Kontrolle. Man versuche, in Gesprächen mit den Eltern diesen Eindruck richtig zu stellen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern sehe so aus, dass man beispielsweise Elternabende anbiete. Er beschreibt, in welcher Form man sich regelmäßig mit den Eltern austauscht. Das laufe zurzeit sehr gut.
Frau Soddemann betont, dass Herr Meng ihr aus dem Herzen gesprochen habe. Man müsse gemeinschaftlich daran arbeiten, dass sich dieses Bild in der Gesellschaft dahingehend verändere, dass das Jugendamt eine Unterstützung sei. Sie könne zusagen, dass man das positiv darstellen wolle, wie wichtig und positiv die Rolle des Jugendamtes für die Kinder sei. Man sei im Gespräch, wie man das als Stadt anders aufbereiten und darstellen könne.
Herr Meng dankt für die Antwort. Die wahre Kunst werde sein, dass dabei beachtet werden müsse, dass das staatliche Wächteramt trotzdem noch im Jugendamt liege.
Herr Schmidt merkt an, dass es auch ihm um das Thema der Zusammenarbeit mit den Eltern gehe. Er betont, wie wichtig es sei, die Eltern mit ins Boot zu nehmen.
Aus eigener beruflicher Erfahrung könne er sagen, dass 90 Prozent der Kinder, die verhaltensauffällig oder kriminell würden, Kinder von suchtkranken Eltern seien. Er betont, dass er diese Arbeit großartig findet. Er könne sie sowohl im kriminalpräventiven als auch im gesellschaftlichspolitischen Bereich unterstützen und bedanke sich ganz herzlich dafür.
Herr Reinke schließt sich den Ausführungen von Herrn Schmidt an. Er wünscht viel Kraft für die weitere Arbeit.
Herr Reinke begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Frau Weixel und Herrn Kempa vom Blauen Kreuz Hagen.
Frau Weixel und Herr Kempa berichtetn über die Arbeit von Drachenherz Hagen (siehe Anlage zu TOP 3.2).
Frau Weixel weist darauf hin, dass es sehr schwer sei, an die Kinder heranzukommen, die bei suchtkranken Eltern leben würden. Hemmschwelle sei hierbei der dafür benötigte Antrag, der beim Jugendamt gestellt werden müsse.
Herr Reinke dankt für die Präsentation. Er erinnert an die Fahrt einer Delegation des Jugendhilfeausschusses nach Aachen zur Suchtberatung vor einigen Jahren. Dort habe es bereits ein solches Projekt gegeben, von dem man sehr begeistert gewesen sei. Anschließend habe man erfahren, dass ein solches Projekt in Hagen vom Blauen Kreuz installiert würden.Er dankt für diese Arbeit. Es sei deutlich geworden, was dort geleistet würde und wie schwer das teilweise sei.
Frau Besten ist dankbar, dass es ein solches Angebot in Hagen gibt.
Herr Kempa beantwortet Fragen von Frau Besten und Frau Köppen.
Er macht deutlich, dass die Problematik darin liege, dass man ausschließlich über die Hilfe zur Erziehung Zugang zu den Kindern bekomme. Andere Kinder könne man nicht aufnehmen.
Frau Köppen macht deutlich, dass sich das dann von dem Angebot unterscheide, das man 2018 kennengelernt habe. Sie finde es sehr schade, dass der einzige Zugang die Hilfe zur Erziehung sei.
Frau Weixel berichtet, dass der Aufbau des Angebotes erst mit einer Anschubfinanzierung der Aktion Mensch möglich gewesen sei. Mit Teilauslaufen der Finanzierung habe man den Kontakt zum Jugendamt gesucht und dann im Ergebnis einen Kooperationsvertrag geschlossen.Daher bediene man nach der Vereibarung zuerst die Kinder, die vom Jugendamt vermittelt würden. Man hätte das Angebot als Träger nicht dauerhaft finanzieren können. Vor Bestehen der Vereinbarung hätten die Kinder einfach auf sie zukommen können und ein Antrag sei nicht Voraussetzung gewesen.
Frau Lossau betont, dass sie sich daran erinnern könne, dass man seinerzeit in einigen Gesprächsrunden zusammen gesessen habe und überlegt habe, wie man das in die Rahmenbedingungen der Hilfen zur Erziehung eingebauen könne. Frau Weixel habe beschrieben, dass es allein über die Antragstellung über das Jugendamt Zugang zu dem Hilfesystem gebe. Sie könne sich daran erinnern, dass man sehr niederschwellige Zugänge vereinbart habe, so dass „Selbstmelder“ sich bei dem Träger melden konnten und der Antrag nachgeliefert würde. Gerade sei der Eindruck entstanden, dass man nur diejenigen aufnehme, die vom Jugendamt geschickt würden.
Frau Weixel bestätigt die Ausführungen von Frau Lossau. Das Problem liege aber darin, dass die Eltern nicht bereits seien, einen solche Antrag zu unterschreiben.
Frau Lossau macht deutlich, dass hier die Frage sei, wie man das kommuniziere.Man habe hier ein deutlich niederschwelligeres Verfahren geschaffen.
Frau Weixel bestätigt, dass es sich um eine „abgespeckte“ Version des ursprünglichen Antrages handele. Die große Hemmschwelle sei hierbei der Kontakt zum Jugendamt, den man scheue.
Herr Reinke betont, dass das nachvollziehbar sei.
Herr Meng regt an, in naher Zukunft einmal über eine „Charmeoffensive“ des Jugendamtes nachzudenken. Er macht deutlich, dass das Jugendamt keine Organisation sein solle, die angstbesetzt sei, sondern eher mit den Gedanken an Unterstützung verbunden sein sollte.
Er fragt, ob und wenn ja, in welcher Form es eine Zusammenarbeit mit den Eltern gebe.
Herr Kempa bestätigt, dass das Jugendamt bei vielen Eltern kein gutes Image habe. Man verbinde damit eine ausgeübte Kontrolle. Man versuche, in Gesprächen mit den Eltern, diesen Eindruck richtig zu stellen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern sehe so aus, dass man beispielsweise Elternabende anbiete. Er beschreibt, in welcher Form man sich regelmäßig mit den Eltern austauscht. Das laufe zurzeit sehr gut.
Frau Soddemann betont, dass Herr Meng ihr aus dem Herzen gesprochen habe. Man müsse gemeinschaftlich daran arbeiten, dass sich dieses Bild in der Gesellschaft dahingehend verändere, dass das Jugendamt eine Unterstützung sei. Sie könne zusagen, dass man das positiv darstellen wolle, wie wichtig und positiv die Rolle des Jugendamtes für die Kinder sei. Man sei im Gespräch, wie man das als Stadt anders aufbereiten und darstellen könne.
Herr Meng dankt für die Antwort. Die wahre Kunst werde sein, dass dabei beachtet werden müsse, dass das staatliche Wächteramt trotzdem noch im Jugendamt liege.
Herr Schmidt merkt an, dass es auch ihm um das Thema der Zusammenarbeit mit den Eltern gehe. Er betont, wie wichtig es sei, die Eltern mit ins Boot zu nehmen.
Aus eigener beruflicher Erfahrung könne er sagen, dass 90 Prozent der Kinder, die verhaltensauffällig oder kriminell würden, Kinder von suchtkranken Eltern seien. Er betont, dass er diese Arbeit großartig findet. Er könne sie sowohl im kriminalpräventiven als auch im gesellschaftlichspolitischen Bereich unterstützen und bedanke sich ganz herzlich dafür.
Herr Reinke schließt sich den Ausführungen von Herrn Schmidt an. Er wünscht viel Kraft für die weitere Arbeit.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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655,1 kB
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