02.03.2006 - 5.2 Zukunftskonzeption und Neuausrichtung der Hagen...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.2
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 02.03.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/BC Beteiligungscontrolling
- Bearbeitung:
- Jürgen Reiß
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Hinweis des Schriftführers: Dieser Beratungspunkt wurde nach dem Tagesordnungspunkt I.5.1 beraten. Aus redaktionellen Gründen erfolgt die Protokollierung an dieser Stelle.
Herr Oberbürgermeister Demnitz geht kurz auf den als Tischvorlage ausgelegten Beschlussvorschlag der
CDU und SPD Fraktion ein, der als Anlage 3 Gegenstand der Niederschrift
ist.
Herr Röspel hebt hervor,
dass sich der Rat sehr intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt habe.
Insbesondere bedankt sich Herr Röspel für die gründliche Detailarbeit
und Sachinformation bei der Hagenbad AG. In seiner weiteren Stellungnahme
begründet Herr Röspel den von CDU und SPD gemeinsam eingereichten
Beschlussvorschlag und bittet die Ratsmitglieder diesem zuzustimmen.
Herr Marscheider bezieht
sich auf den gemeinsamen Beschlussvorschlag der CDU und SPD Fraktion und bittet
darum, die Entscheidung zum Bäderstandort Hohenlimburg um zwei Monate zu
verschieben. Die Bürger für Hagen stimmen dem Punkt 1 des Beschlussvorschlages
zu. Zu dem Punkt 2 schlägt Herr Marscheider vor, dass die Freibäder
Hengstey und Hestert weiterbetrieben werden, aber die endgültige Entscheidung
über den Standort Hohenlimburg, Kirchenbergbad oder Lennebad, um zwei Monate
aufgeschoben wird. Bis zu diesem Zeitpunkt sind entsprechende
Sanierungskonzepte mit einer Deckelung von 2 Millionen Euro und
Betreiberkonzepte mit einer Deckelung von 0,5 Millionen Euro vorzulegen. Zu dem
Punkt 3 beantragt Herr Marscheider, dass das Wort “dieser”
durch “von” ersetzt wird. Unter dem Punkt 4 beantragt Herr
Marscheider, den ersten Satz “Das Kirchenbergbad wird ab sofort nicht
mehr betrieben” ersatzlos zu streichen.
Herr Weber teilt die
Auffassung von Herrn Röspel bezüglich der Wichtigkeit der heute zu
treffenden Entscheidung hinsichtlich der Bäderkonzeption. Dabei geht Herr
Weber insbesondere auf das bisherige Verfahren und auf die Einbindung der
Öffentlichkeit ein. Die Diskussionen zu dieser Thematik seien in den
Stadtbezirken sehr ausführlich und intensiv durchgeführt worden. Zum jetzigen
Zeitpunkt lägen alle entscheidungsrelevanten Grundlagen vor, so dass eine
Entscheidung herbeiführt werden müsse. In seiner weiteren Stellungnahme bezieht
sich Herr Weber auf die seinerzeit beschlossenen Vorgaben der
Haushaltskonsolidierung und den damit angestrebten Ziele. Nach Prüfung der
vorgelegten Zahlen und Fakten der Hagenbad AG könne das Kirchenbergbad nicht
aufrecht erhalten werden. Herr Weber äußert sein Verständnis für die
Hohenlimburger Bürgerinnen und Bürger, bittet aber darum, für das Lennebad eine
einvernehmliche Konzeption zu finden, um in Hohenlimburg einen attraktiven
Standort zu erhalten.
Herr Sondermeyer ist von
dem Hohenlimburger Konzept überzeugt und bittet darum, den Hohenlimburger
Bürgerinnen und Bürgern noch eine Verlängerungsfrist bis zu einer endgültigen
Entscheidung einzuräumen. Ergänzend regt Herr Sondermeyer an, dass
Kirchenbergbad behindertengerecht auszubauen. Es bestehe die Möglichkeit, bei
den verschiedensten Stellen Zuschüsse zu beantragen. Herr Sondermeyer
beantragt für seine Fraktion, dass zu Punkt eins sowie zu den Punkten zwei bis
sieben und dem weitestgehenden Änderungsantrag geheim abgestimmt werde.
Herr Feste bezieht sich in
seiner Wortmeldung auf die Verwaltungsvorlage und auf den gemeinsamen
Beschlussvorschlag der CDU und SPD Fraktion. Dabei geht Herr Feste auf
die im Beschlussvorschlag festgeschriebenen Baukosten ein. Herr Feste
ist entschieden gegen eine Schließung des Kirchenbergbades in Hohenlimburg und
beantragt, dass die Entscheidung in der Standortfrage Hohenlimburg um zwei
Monate verschoben werden soll. Ergänzend beantragt Herr Feste, dass
unter Punkt vier des Beschlussvorschlages der CDU und SPD Fraktion der erste
Satz “Das Kirchenbergbad wird ab sofort nicht mehr betrieben”
gestrichen wird. Herr Feste verdeutlicht, dass das Lennebad für die
Hohenlimburger unattraktiv und keine Alternative sei.
Herr Riechel fasst die
Entscheidungsgrundlagen zusammen und bewertet die Vorarbeiten von der Hagenbad
AG und Verwaltung als sehr gut. Seine Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen werden
sich diesem zukunftsorientierten, attraktiven Bädergesamtkonzept, das den
Bedarfen und der Wirtschaftlichkeit gerecht werde, anschließen. Herr Riechel
beantragt zusätzlich, unter dem Punkt vier nach dem dritten Satz des
Beschlussvorschlages von CDU und SPD Fraktion, den Zusatzsatz “Diese
Standorte sind vorrangig einer Freizeitnachfolgenutzung zuzuführen” mit
aufzunehmen.
Herr Strüwer betont, dass
die heute zu treffende Entscheidung für die nächsten beiden Jahrzehnte
richtungsweisend sei. Es sei sehr erfreulich, dass voraussichtlich die Belange
der einzelnen Stadtteile berücksichtigt werden. Herr Strüwer widerspricht
aber der in dem Beschlussvorschlag von CDU und SPD vertretenen Auffassung, dass
die bevorzugte Entscheidung in Sachen Lennebad die Richtige sei und geht in
seiner Begründung auf die Attraktivität und der damit zusammenhängenden
Infrastruktur des Kirchenbergbades ein. Das Kirchenbergbad wäre eine ideale
Ergänzung zum Zentralbad am Ischeland. Herr Strüwer gibt zu bedenken,
dass sich die Anzahl der Schul- und Vereinssportler immens erhöhen werde. Diese
Situation könne erhebliche Kapazitätsprobleme hervorrufen. Im weiteren Verlauf
seiner Stellungnahme bezieht sich Herr Strüwer auf die erforderlichen
Investitionskosten des Kirchenberg- und Lennebades und stellt in diesem
Zusammenhang den Vorschlag der eingerichteten Expertengruppe aus Hohenlimburg
vor. Die Reduzierung von Betriebskosten sei nur möglich, wenn die privaten
Vereine sich bereit erklären würden, die Personalkosten zu senken. Das
Interesse der Vereine sei aber nur vorhanden, wenn diese auch einen
entsprechenden Nutzwert erkennen könnten. Vor diesem Hintergrund appelliert Herr
Strüwer an alle Ratsmitglieder, sich die Fakten zu vergegenwärtigen und
eine Entscheidung zum Standort Hohenlimburg um zwei Monate zu verschieben.
Herr Thielmann erklärt für
die FDP-Fraktion, dass die Freibäder Hestert und Hengstey mit flexiblen
Öffnungszeiten in den Monaten Mai bis September weiter betrieben werden sollen.
Darüber hinaus sei seine Fraktion der Auffassung, dass wegen des Spardrucks
bezüglich der drei Millionen Euro pro Jahr Zuschussdeckelung, die Vereine mit herangezogen
werden müssen, um die Personalkosten zu reduzieren. Die Vereine seien hierzu
bereit. Eine Entscheidung zur Schließung des Kirchenbergbades müsse nicht heute
getroffen werden. Herr Thielmann macht deutlich, dass der Bau eines
Zentralbades am Ischeland zur Attraktivität von Hagen beitragen werde. Die FDP
stimme den Vorschlag zu, dass die Baukosten in Höhe von fünfundzwanzig
Millionen Euro im Beschluss festgeschrieben werden sollen. Abschließend spricht
sich Herr Thielmann ausdrücklich gegen eine geheime Abstimmung aus und
beantragt eine namentliche Abstimmung zu Punkt eins und zu den Punkten zwei bis
sieben des Beschlussvorschlages von der CDU und SPD Fraktion.
Auf Antrag von Herrn Marscheider unterbricht Herr
Oberbürgermeister Demnitz die Ratssitzung für eine kurze Pause von 16.35.
bis 16.55 Uhr.
Herr Weber erklärt, dass
man sich interfraktionell darauf geeinigt habe, die Ergänzung der Fraktion
Bündnis 90/ Die Grünen, zu Punkt vier des Beschlussvorschlages der CDU und SPD
Fraktion im Beschlussvorschlag nach dem Wort “zuzuführen” wie folgt
aufzunehmen: “ Hierbei sind auch Freizeitbelange zu
berücksichtigen”.
Herr Oberbürgermeister Demnitz weist Herrn Sondermeyer darauf hin, dass sein Antrag auf geheime
Abstimmung zu Punkt eins sowie zu den Punkten zwei bis sieben nicht sinnvoll
erscheine, weil sich die Punkt logisch miteinander verknüpfen würden.
Herr Sondermeyer teilt die
Auffassung von Herrn Oberbürgermeister Demnitz nicht, weil es bei einer
so wichtigen Entscheidung keinerlei Fraktionszwang geben sollte.
Herr Weber argumentiert
dahingehend, dass die Öffentlichkeit ein Recht darauf habe, wie sich die
einzelnen Ratsmitglieder in der Frage zur Bäderkonzeption entscheiden werden
und widerspricht dem Antrag von Herrn Sondermeyer auf geheime Abstimmung.
Herr Marscheider
widerspricht dem Antrag von Herrn Weber.
Herr Oberbürgermeister Demnitz lässt darüber abstimmen, ob eine geheime Abstimmung erfolgen soll.
Abstimmungsergebnis: Dafür: 14
Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt fest, dass im weiteren Verlauf des Abstimmungsverfahren geheim
abgestimmt wird.
Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt fest, dass es zu dem Punkt eins des Beschlussvorschlages der CDU
und SPD Fraktion keine Änderungsanträge gibt. Herr Oberbürgermeister Demnitz
verliest den Punkt eins des Beschlussvorschlages der CDU und SPD Fraktion und
lässt in geheimer Wahl darüber abstimmen.
Abstimmungsergebnis: Mit Mehrheit
beschlossen
Ja: 49
Nein: 08
Enthaltungen: 00
Auf die Empfehlung von Herrn Thielmann, über die Punkte zwei bis
sieben des Beschlussvorschlages der CDU und SPD Fraktion im Block abzustimmen,
erklärt Herr
Oberbürgermeister Demnitz
noch mal das weitere Abstimmungsverfahren und bittet die Mitglieder des Rates
so zu Verfahren. Demnach wäre der Punkt zwei des Beschlussvorschlages der CDU
und SPD Fraktion der weitestgehende.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verliest den Punkt zwei des Beschlussvorschlages der CDU und SPD
Fraktion und lässt in geheimer Wahl darüber abstimmen.
Abstimmungsergebnis: Mit Mehrheit
beschlossen
Ja: 37
Nein: 20
Enthaltungen: 00
Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt fest, dass sich der Änderungsantrag von Herrn Marscheider
zu Punkt drei des Beschlussvorschlages der CDU und SPD Fraktion erledigt habe.
Herr Marscheider zieht
zusätzlich seinen Änderungsantrag zu Punkt vier des Beschlussvorschlages der
CDU und SPD Fraktion, Streichung des ersten Satzes “Das Kirchenbergbad
wird ab sofort nicht mehr betrieben”, zurück.
Herrn Thielmann schlägt vor,
den Punkt vier des Beschlussvorschlages der CDU und SPD Fraktion vorzuziehen,
so dass im Anschluss daran über die Punkte drei, fünf, sechs und sieben im
Block abgestimmt werden kann.
Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt zu dem Vorschlag von Herrn Thielmann das Einvernehmen des Rates
fest.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verliest den Punkt vier des Beschlussvorschlages der CDU und SPD
Fraktion mit dem Ergänzungsvorschlag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen und
lässt in geheimer Wahl darüber abstimmen.
Abstimmungsergebnis: Mit Mehrheit
beschlossen
Ja: 38
Nein: 19
Enthaltungen: 00
Herr Oberbürgermeister Demnitz verliest die Punkte drei, fünf, sechs und sieben des
Beschlussvorschlages der CDU und SPD Fraktion und lässt in geheimer Wahl darüber
abstimmen.
Abstimmungsergebnis: Mit Mehrheit beschlossen
Ja: 45
Nein: 11
Enthaltungen: 01
Beschluss:
1.
Der Rat der Stadt Hagen
beschließt die Errichtung eines zentralen Sport- und Freizeitbades am jetzigen
Freibadstandort Ischeland auf der Grundlage der Empfehlungen der HVG/Hagenbad
GmbH entsprechend der HVG-Drucksache 01/06.
Die Baukosten werden mit max.
25 Mio € zzgl. Baunebenkosten festgeschrieben .
Abstimmungsergebnis. Ja: 49
Nein: 08
Enthaltung: 00
2.
Die Freibäder Hengstey und
Hestert sowie das Lennebad Hohenlimburg werden weiterbetrieben.
Abstimmungsergebnis. Ja: 37
Nein: 20
Enthaltung: 00
3.
Der jährliche Zuschuss für den
Betrieb dieser vier Bäder soll max. 4,5 Mio € nicht überschreiten.
Abstimmungsergebnis. Ja: 45
Nein: 11
Enthaltung: 01
4.
Das Kirchenbergbad wird ab
sofort nicht mehr betrieben. Das Stadtbad Boele
und das Willi-Weyer-Bad sind mit der Inbetriebnahme des zentralen Sport-
und Freizeitbades zu schließen. Diese Standorte sind einer Nachfolgenutzung
zuzuführen. Hierbei sind auch Freizeitbelange zu berücksichtigen.
Mögliche Erlöse aus
Nachverwertungen sind zur Deckung von Bau- und Baunebenkosten bzw. zur
Zuschusssenkung zu verwenden.
Abstimmungsergebnis. Ja: 38
Nein: 19
Enthaltung: 00
5.
Lehrschwimmbecken werden
weiter betrieben und sollen möglichst zeitnah in die Verantwortung der Hagenbad
GmbH übergehen.
Abstimmungsergebnis. Ja: 45
Nein: 11
Enthaltung: 01
6.
Die Umsetzung der
Bäderkonzeption erfolgt unter tarifvertraglicher Absicherung der derzeitigen
Beschäftigten.
Abstimmungsergebnis. Ja: 45
Nein: 11
Enthaltung: 01
7.
Der Rat beauftragt den/die
Vertreter/in in einer noch anzuberaumenden Gesellschafterversammlung von HVG
bzw. Hagendbad GmbH, die Geschäftsführung der Hagener Versorgungs- und
Verkehrsgesellschaft mbH (HVG) bzw. Hagenbad GmbH zu beauftragen, die unter den
Ziffern 1. bis 6. dargestellte Bäderkonzeption umzusetzen und alle dafür
notwendigen Genehmigungsverfahren und Ausführungsplanungen einzuleiten.
Abstimmungsergebnis. Ja: 45
Nein: 11
Enthaltung: 01
