26.10.2023 - 6.2 Hagenhorizonte2035 Zukunftsinitiative für den W...

Beschluss:
zur Kenntnis genommen
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Wortprotokoll

Herr Dr. Schmitt beschreibt HAGENhorizonte als einen Prozess, der viele der hier

Anwesenden beschäftigt hat (Anmerkung der Schriftführung: er wird begleitet von

Frau Kirsten Fischer, Herrn Burkhard Schwemin und Herrn Jörg Siegmann, von der

Hagen Wirtschaftsentwicklung GmbH) und zu dem der Impuls noch von der

vorherigen Geschäftsführung stammt. Der Prozess wird von einem sog. inneren

Zirkel gesteuert, der neben der Wirtschaftsentwicklung auch Beteiligte aus der

städtischen Verwaltungsspitze einschließt, Herrn Keune (VB 5), ebenso die

Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) sowie die

FernUniversität in Hagen. Mit der wissenschaftlichen Begleitung wurde das

Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos AG beauftragt. Zu Beginn des Prozesses gab

es zahlreiche Workshops, es wurden Experteninterviews mit vielen, relevanten

Hagener Akteuren geführt, aus der Wirtschaft, Forschung, Verbänden und Kammern.

Nach einem sehr dynamischen Start kam es mit der Pandemie zu einer Zäsur,

ebenso durch das Hochwasserereignis und auch durch den Geschäftsführerwechsel.

Der Prozess wurde mit Dienstantritt der neuen, aktuellen Geschäftsführung wieder

aufgenommen. Es gab eine Art Zwischenbericht mit allem was bis dahin erarbeitet

wurde, mit rund 30 Projekten. Aktuelle Ereignisse konnten derzeit noch nicht

berücksichtigt werden, so z.B. das Hochwasserereignis, Sprengung der Rahmede_Talbrücke, die Energiekrise. Die Zahl „30“ zeigt, dass sich auf wenige

Leuchtturmprojekte zu beschränken einem breiteren Ansatz gewichen ist. Es wurden

Felder mit Relevanz ermittelt- Industrie, Tourismus, Innenstadt, um diese noch

stärker zu akzentuieren. Zu Beginn des Jahres wurde ein überarbeiteter

Zwischenbericht vorgestellt, die Zahl der Projekte hatte sich da bereits auf 38 erhöht.

Dies wurde allgemein als zu viel wahrgenommen und in der Folge auf 27 Projekte

reduziert, daneben gibt es diverse Daueraufgaben. Trotzdem die Zahl 27 immer noch

recht hoch erscheint, konnte damit ein gesamtstädtischer Ansatz verwirklicht werden.

Rund ein Dutzend Projekte sind aktuell bereits in der Umsetzung bzw. stehen kurz

davor. Diese Projekte bilden den Kern des Endberichts, welcher der Vorlage

angehängt ist. Dieser besteht aus einer gründlichen Ausgangsanalyse des

Wirtschaftsstandorts Hagen bei der auch Erkenntnisse aus früheren Untersuchungen

miteingeflossen sind, ebenso aber auch Aktuelles wie Unternehmensbefragungen,

das neue Einzelhandelskonzept, etc. Daraus hat Prognos AG ein strategisches

Zielsystem abgeleitet, welches sich in acht Handlungsfeldern wiederspiegelt, wie z.B.

Vitale Innenstadt, Hagen Produktion, Hagen Tourismus. Der gesamtstädtische

Ansatz war erfolgreich, z.B. die FernUniversität wie auch der Unternehmerverein sind

jeweils mit drei Projekten involviert. Insgesamt wird mit rund 20 Partnern gearbeitet.

Alles in allem ein gutes Zwischenergebnis. Der offizielle Startschuss für die

Umsetzung erfolgt am morgigen Freitag, 28.10.2023, im Rahmen einer Veranstaltung

im M12. Manche Projekte mit entsprechender Reife konnten schon vor dem

offiziellen Start umgesetzt werden.

Der Endbericht ist trotz der Terminologie „Endbericht“ als eine Bestandsaufnahme zu

verstehen. Es geht um einen Zeitraum bis zum Jahre 2035, was auch bedeutet, dass

neue Ereignisse, Krisen etc den weiteren Verlauf beeinflussen können, sich

Prioritäten verschieben, weitere Aufgaben hinzukommen, Projekte ihre Relevanz

verlieren. Dazu gibt es eine Projektstruktur, welche das entsprechend steuern kann.

Die einzelnen Projekte können der Anlage der Vorlage entnommen werden. Die

Wirtschaftsentwicklung steht zur Beantwortung etwaiger Fragen zur Verfügung.

 

Frau Heuer bedankt sich für die tolle Initiative, an der ihr besonders gut gefällt, dass

sie schon so konkret ist, die Beteiligten explizit benannt sind, und auch dass sie so

sehr breit aufgestellt ist. Sie fragt nach der zukünftigen Gesprächs-/Expertenrunde,

bei der die Kommunalpolitik ausgeklammert sei. Die Politik könne bei der Umsetzung

hilfreich sein.

Frau Heuer beantragt, dass aus den acht Einzelbereichen halbjährlich oder jährlich

berichtet wird, um die Fortschritte beobachten zu können.

 

Herr Dr. Schmitt bedankt sich für die Anregung. Die Verknüpfung mit der

Kommunalpolitik ist kein Problem, da sie zur Steuerungsgruppe gehört und es den

SBW gibt. Der Endbericht sollte den Anfang regelmäßiger Berichterstattung im SBW

darstellen, so dass direkt Kritik geäußert werden kann, Anmerkungen aufgenommen

werden können und ein Austausch stattfinden kann.

 

Frau Masuch schließt sich inhaltlich an die Aussage von Frau Heuer an und bedankt sich für die umfassende Übersicht. Sie fragt nach einigen strategischen Ansätzen und damit verbundene Projekte: Skepsis habe sie bezüglich Tourismus und einigen Schaufensterprojekten als imagefördernd. Tagestouristen fördern zwar die Mobilität, viel mehr sollte die Zielgruppe die hohe Zahl an Einpendlern sein, die eventuell

Bewohner werden und die Stadt weiterbringen könnten. Zweiter Punkt: Thema

Kommunikation- soll ein integrierter Kommunikationsansatz verfolgt werden? Dann

sollten sämtliche städtische Gesellschaften beteiligt sein, da die Kommunikation da

anscheinend auseinanderlaufe und unübersichtlich sei. Die Frage sei, inwieweit der

SBW miteinbezogen würde oder ob es nur um eine Kenntnisnahme gehe.

 

Herr Dr. Schmitt bestätigt, dass Tourismus und Image zusammenhängen. Die

Befragungen der Unternehmen haben ergeben, dass das Image des Standorts

Hagen der am zweitschlechtesten bewerteten Standortfaktor ist und sich auf viele

Arbeitsbereiche der Unternehmen auswirkt, z.B. auch auf das Thema

Fachkräftemangel. Hagen hat ein Imageproblem, so die Reflektion aus der

Befragung der Unternehmer. Hagen kann mit guten „touristischen Produkten“, wie es

Frau Fischer formuliert, mit positiven Merkmalen das Image nach außen prägen. Ein

Beispiel das Projekt „Hagen Trails“, ein möglichst attraktives Angebot für

Mountainbiker in den Hagener Wäldern, welches aber auch der Sicherheit und dem

Naturschutz gerecht wird. Das kann Anziehungspunkt mit einer gewissen Strahlkraft

sein, es besteht hier auch eine Lagegunst. Wenn das gelingt, dann ist Hagen mit

seinem Waldreichtum, mit Freizeitsport, Aufenthaltsqualität nach außen hin im

Gespräch und das kann dem Thema Image durchaus zuträglich sein. Tourismus

kann beim Image wirken, bei Einpendlern wie eigentlich bei Jedermann, der sich

damit befasst. Was die Kommunikation angeht- das wissenschaftliche Fundament für

den Strategieprozess- ist zu „eckig“, es wird etwas verständlicheres benötigt. Es wird

eine Auswahl an Projekten mit Strahlkraft ins „Schaufenster gestellt“ in Form eines

Printproduktes, worin sechs Projekte sehr anschaulich mit Bildmaterial und Grafiken

dargestellt werden, welches mit der Internetseite korrespondiert und dort ggf.

aktualisiert wird, mitunter durch die Eingaben von den beteiligten Partnern.

Rückkopplung und Einflussnahme durch die Kommunalpolitik- wurde schon auf die

Frage von Frau Heuer beantwortet.

 

Frau Masuch zeigt sich mit dem Tourismusansatz noch nicht zufrieden. Es wird

Aufmerksamkeit erregt, zuletzt durch das Hengsteysee-Areal. Es gibt aber auch

Kollisionen mit dem Wald, es ist ein höherer Aufwand zu betreiben, was in der

Stadtentwicklungsrunde besprochen werden sollte.

Im Übrigen tragen auch die Unternehmen, allein schon rein äußerlich, zum Image der

Stadt bei. Da gibt es auch noch Ansatzmöglichkeiten, die sich möglicherweise aus

dem „Grüne Brücke“- Projekt ergeben.

 

Herr Ehrhardt denkt, dass es ein sehr interessantes Projekt ist, weil sich auch sehr

viele Leute daran beteiligt haben und auch aktiv an den Projekten beteiligen. Die

Stadt hat große Probleme in vielen Bereichen, z.B. hat die Firma Westfalia einen

Insolvenzantrag gestellt. Es gibt viele Unternehmen, die Hagen verlassen. Da wäre

es wünschenswert, mutiger zu sein, größer zu denken. Denkbar wäre ein großer

runder Tisch mit allen Fachbereichen sowie potentiellen Investoren, um die

Möglichkeiten der Umsetzung von Projekten zu beraten. In Zusammenarbeit mit der

Wirtschaftsförderung kann eine Art „Willkommenskultur für Investitionen“ ausgebaut

werden.

 

Herr Panzer hat den Eindruck, dass es sich um „alten Wein in neuen Schläuchen“

handelt. Bei den strategischen Zielen bzw. Themenfeldern steht, welcher Punkt das

aus dem Programm ISEK in 2020 war. Prognos AG hat viele interessante

Informationen gebracht, die Broschüre ist professionell gemacht. Dennoch ist es

fraglich, ob damit ein Prozess in Gang kommt.

Diskussionen über den Standort wurden bisher selten geführt. Tourismus ist nur ein

weicher Standortfaktor, es gibt sicher noch andere.

Es wird begrüßt, wie Frau Heuer zugesagt, regelmäßig umfassend zu allen

Projekten zu berichten, damit der Projektprozess greifbarer wird.

 

Herr Klepper bittet Herrn Dr. Schmitt künftig entsprechend nach Aktualität zu berichten, wenigstens einmal im Jahr

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Beschluss:

 

Der Ausschuss für Stadt-, Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung nimmt den Endbericht von HAGENhorizonte 2035 zur Kenntnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

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 Zur Kenntnis genommen

 

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Anlagen zur Vorlage

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