02.02.2006 - 2 Einwohnerfragestunde
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 02.02.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Frau P. möchte wissen, ob die Verwaltung beauftragt wurde die vorgelegten Gutachten
der Firma Rheinkalk zum Thema Grundwasser zu ergänzen.
Herr Dr. Bleicher informiert darüber, dass von der Firma Rheinkalk
ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet wurde. Die Verwaltung sei derzeit
dabei die vorliegenden Einwendungen abzuarbeiten und ein Erörterungstermin zu
koordinieren, indem alle Einwendungen diskutiert und abgewogen werden. Sollten
eingereichte Gutachten unvollständig sein, so stehe die Verwaltung mit dem
Antragsteller im Dialog, damit diese nachgearbeitet werden. Weitere Abwägungen
obliegen dem weiteren förmlichen Verfahren.
Frau L. fragt nach, ob Herr Oberbürgermeister Demnitz und die im Rat
vertretenen Fraktionen und Einzelvertreter bereit seien, die Ergebnisse der
Kommission zur Erhaltung des Kirchenbergbades bei der Beschlussfassung zur
Bäderkonzeption zu berücksichtigen oder der Kommission, falls nötig, mehr Zeit
einzuräumen, um die Standortfrage für ein Bad in Hohenlimburg auf Grundlage
gesicherter Fakten zu beantworten.
Herr Oberbürgermeister Demnitz bezieht sich bei seiner Antwort auf den
Beratungsgang der Verwaltungsvorlage und der damit abschließenden Beratung im
Rat am 02. März 2006. Sollten noch offene Fragen bestehen, so gehe Herr
Oberbürgermeister Demnitz davon aus, dass diese von Hagenbad geklärt
werden. Alle an die Verwaltung herangetretenen Fakten werden bei der
Beschlussfassung berücksichtigt. Die bisher vorliegenden Erkenntnisse
veranlassen Herr Oberbürgermeister Demnitz nicht, die vorgesehene
Beratungsfolge zu verändern.
Herr Thielmann bezieht sich auf einen bereits gestellten Antrag der FDP-Fraktion, wonach
unter anderem die Entscheidung zur Schließung der Hagener Bäder bis zum
31.12.2006 abgewartet werden sollte.
Herr Dr. Bücker erinnert, dass ein Einwohnerantrag vorläge, über den nach drei Monaten
der Rat zu entscheiden hätte.
Herr Grothe verneint die Frage von Frau T., ob die Strecke am Ischelandbad
als Ausweichroute für das LKW Routenkonzept vorgesehen sei.
Frau T. bezieht sich auf zwei verschiedene Aussagen von Herrn
Oberbürgermeister Demnitz zum geplanten Bäderkonzept und möchte wissen,
warum es zu den unterschiedlichen Aussagen käme.
Herr Oberbürgermeister Demnitz erklärt Frau T., dass die von ihm
gemachten Aussagen zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemacht wurden und jeweils
eine andere Ausgangsposition vorgelegen habe.
Frau S. fragt nach, bis zu welchen Betrag der städtische Haushalt für die
erforderlichen Baukosten belastetet werden soll. Ergänzend möchte Sie wissen,
aufgrund welcher Gutachter oder Berater der Betrag von 25 Millionen Euro
errechnet wurde.
Herr Oberbürgermeister Demnitz verdeutlicht, dass der Kostenrahmen zum Bäderkonzept
in Höhe von 25 Millionen Euro nicht überschritten werden dürfe. Das bestehende
Defizit, das durch den ÖPNV und die Hagener Bäder zurzeit hervorgerufen werde,
sei auf Dauer nicht zu finanzieren. Das Bäderkonzept soll zu den erforderlichen
Einsparungen beitragen. Zusätzlich entstehende Belastungen, die nicht durch
Einsparungen zu erzielen seien, müssen durch andere Sparmaßnahmen oder
entsprechende Mehreinnahmen aufgefangen werden. Herr Oberbürgermeister
Demnitz weist darauf hin, dass sich die heutige Beratung auf ein unter
Mitwirkung der Politik gefasstes Konzept beziehe. Eine Entscheidung werde
voraussichtlich am 02. März erfolgen.
Herr Thielmann erklärt, dass die FDP für die Errichtung eines Zentralbades einstehe.
Die vorliegenden Zahlen basieren auf einer Konzeptstudie. Planungen und Realisierungswünschen
können erst nach einer genauen Kostenveranschlagung vorgenommen werden.
Herr Dr. Ramrath bezieht sich in seiner Antwort auf die
Beratungen im Aufsichtsrat der HVG und versichert, dass die
Aufsichtsratmitglieder einen fundierte Entscheidungsprozess durchgeführt haben.
Die Geschäftsführung und der Vorstand haben eine ausgezeichnete Vorarbeit
geleistet.
Frau v. H. zitiert aus der Verwaltungsvorlage und möchte wissen, ob die Bäder
Hengstey, Hestert und Lennebad erhalten bleiben. Zusätzlich stellt Frau v.
H. Fragen zu zukünftigen Eintrittspreisen und den Fahrkartenpreisen des
ÖPNV.
Herr Oberbürgermeister Demnitz erklärt, dass die Eintrittspreise auf dem
jetzigen Niveau gehalten werden sollen. Dabei sei eine Anpassung hinsichtlich
der allgemeinen Entwicklung zu berücksichtigen. Die Fahrkartenpreise des ÖPNV
werden unverändert dem normalen Tarif angepasst. Ob die von Frau v. H.
angesprochenen Bäder eine Zukunft haben, werde von der Entscheidung der
politischen Vertreter abhängen.
Herr Jochen Weber fügt hinzu, dass die großen Fraktionen
flächendeckend eine Bäderlandschaft erhalten wollen. Vermutlich sei aus diesem
Grund das Sparziel von 3 Millionen Euro nicht erreichbar. Ein Zuschuss müsse
deshalb zur Verfügung gestellt werden.
Frau R. fragt Herrn Dr. Schmidt, seit wann der Werkhof für Vermittlungstätigkeiten
auf den ersten Arbeitsmarkt zuständig sei und in welcher Weise der Werkhof seit
Einführung von Hartz IV Langzeitarbeitslose in diesen vermittelt habe. Darüber
hinaus möchte Frau R. wissen, worin die Zusätzlichkeit der Arbeiten zum
Abriss der Konzertmuschel in Hohenlimburg gelegen habe, der von Mitarbeitern
des Forstamtes durchgeführt wurde. Frau R. möchte von Herrn Idel
wissen, warum sie für das Kopieren von Informationsmaterial bei der Stadt pro
Kopie 0,50 Euro bezahlen müsse.
Herr Oberbürgermeister Demnitz bittet Frau R., die Frage zu den Kopien
mit Herrn Idel in einem persönlichen Gespräch zu erörtern, weil dies
keine Frage von allgemeinem kommunalpolitischen Interesse sei.
Herr Dr. Schmidt erklärt, dass der Werkhof größtes Mitglied des
Trägerverbundes sei. Darüber hinaus unterbreite der Trägerverbund
Arbeitsangebote, auch an die Stadt Hagen, die von der ARGE begutachtet werden.
Der Personalrat der Stadt Hagen prüfe die Gemeinnützigkeit der Arbeitsangebote.
Damit sei sichergestellt, dass die erforderlichen Kriterien erfüllt werden.
Üblicherweise nehmen viele Beschäftigte an Qualifizierungen teil, die nicht
immer mit der praktischen Tätigkeit im Zusammenhang stehen. Aus diesen
unterschiedlichen Arbeitsgelegenheiten konnten viele Beschäftige in den ersten
Arbeitsmarkt vermittelt werden. Hagen läge im Vergleich mit anderen Gemeinden
in NRW in einem Spitzenbereich.
Herr Sch. fragt nach, wie viele 1 Euro Kräfte in karitativen Einrichtungen tätig seien
und ob Herr Oberbürgermeister Demnitz davon überzeugt sei, dass die 1 Euro
Kräfte die Arbeitsplätze auf den regulären Arbeitsmarkt nicht vernichten
würden.
Herr Oberbürgermeister Demnitz betont, dass Rat und Verwaltung sehr
verantwortungsvoll mit dieser schweren Aufgabe umgehen.
Frau Kingreen verweist auf die in der Ratssitzung am 17.11.2005 gestellte Anfrage von
der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen und sichert Herrn Sch. zu, ihm diese
und das dazugehörige Antwortschreiben zukommen zu lassen.
Herr Z. stellt die in der Niederschrift als Anlage 1 beigefügten Fragen.
Herr Dr. Schmidt sichert eine schriftliche Antwort zu.
Herr O. möchte wissen, wie hoch die Ausgabe im Bereich der Energiekostenrückstandsübernahme
sei und in wie vielen Fällen diese als Darlehen oder Beihilfe gewährt werden.
Weiter möchte Herr O. wissen, wie hoch der Rahmenbetrag sei, wenn diese
Darlehen oder Beihilfen rückgefördert werden.
Herr Dr. Schmidt teilt mit, dass eine neue
Pauschalkosteneinschätzung der mark-E hinsichtlich der Heizkostenentwicklung
2006 vorläge. Die Beträge werden nach Anhörung in den zuständigen Gremien und
Ausschüssen voraussichtlich angehoben. Die gesetzlichen Regelungen zu Hartz IV
sehen in der Regel vor, Energiekostenrückstände durch Darlehen zu übernehmen.
Aus datenschutzwürdigen Interessen kann eine sofortige detaillierte Berechnung
nicht erfolgen. Herr Dr. Schmidt bietet Herrn O. an, sich einen Beratungstermin
bei seinen zuständigen Sachbearbeiter geben zu lassen.
Auf der Frage von Herrn O. hinsichtlich
der Energiekostenrückstandsübernahme, erklärt Herr Steuber, dass
Energierückstände je nach Einzelfall als Beihilfe oder als Darlehen übernommen
werden. Es käme auf die Angemessenheit an. Die Kosten der Unterkunft werden
durch die Verwaltung regelmäßig analysiert. Zurzeit sei genügend Wohnraum in
Hagen vorhanden, so dass eine Abweichung der bestehenden Regelung nicht
anstehe.
Herr O. möchte zusätzlich wissen, wie viele kw/h pro
Jahr einem von Hartz IV betroffenen Bürger zur Verfügung gestellt werden.
Herr Dr. Schmidt wird die Frage aufnehmen und die Antwort der
Niederschrift beifügen.
Hinweis des Schriftführers: Eine
Regelung zur Zuweisung von einer bestimmten Anzahl an kw/h pro Jahr besteht
nach Aussagen der Fachverwaltung nicht.
Herr Oberbürgermeister Demnitz entzieht Herrn O. das Wort, weil dieser
keine weiteren Fragen von allgemeinem kommunalpolitischen Interesse stellt.
Herr P. stellt Detailfragen zu Bewilligungszeiträumen und einzelnen
Festsetzungsbescheiden. Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt fest, dass
dies keine Fragen von allgemeinem politischen Interesse sind. Herr
Oberbürgermeister Demnitz entzieht Herrn P. dass Wort und ruft ihn
zur Ordnung. Herr Oberbürgermeister Demnitz macht von seinem Hausrecht
Gebrauch und verweist Herrn P. aus dem Ratssaal.
