26.04.2022 - 1.1 Präsentation für die Sportentwicklungsplanung
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1.1
- Gremium:
- Sport- und Freizeitausschuss
- Datum:
- Di., 26.04.2022
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Frau Dr. Thurn führ weiter aus, dass das IKPS Städte und Gemeinden bei Sportpolitischen Veränderungsprozessen beratend begleite. Ziel sei eine möglichst Sport- und bewegungsfreundliche Stadt, so Frau Dr. Thurn. Im weiteren Verlauf stellt Frau Dr. Thurn das Gesamtkonzept der Sportentwicklungsplanung vor. In ihrer Präsentation macht Frau Thurn Angaben zum aktuellen Stand und zu den weiteren Planungen.
Herr Thieser bedankt sich bei Frau Dr. Thurn für den Vortrag und gibt den Hinweis, dass die der erste Kontakt dieses Gremiums zu der Studie sei und eröffnet die Diskussion.
Herr Hoffmann fragt nach der Grundlage der erhobenen Daten.
Frau Dr. Thurn gibt an, dass man zuerst eine Bestandaufnahme der vorhandenen Sportanlagen erhoben habe und danach diese von der Verwaltung bewertet worden seien. Die Rückläufe der befragten Schulen seien positiv gewesen, eine persönliche Anschauung der Sportanlagen habe es nicht gegeben, da dies nicht Teil der Aufgabe gewesen sei.
Her Kriegel ergänzt, dass man dem IKPS im Vorfeld mit ausführlichen Informationen über die vorhandenen Sportanlagen habe zukommen lassen.
Herr Gronwald erkundigt sich nach der Sportart Handball, da er diese nicht in der Präsentation bemerkt habe
Frau Dr. Thurn antwortet, dass in Zwischenbericht lediglich eine Bestandsaufnahme der 15 wichtigsten Sportarten gemacht wurde. Die Sportart Handball sei dort nicht präsent. Frau Dr. Thurn gibt den Hinweis, dass bei der Umfrage lediglich Personen ab dem 10 Lebensjahr teilgenommen hätten.
Frau Besten fragt, in welchem Zeitraum die Befragung stattgefunden habe, da sie befürchtet, dass die Corona-Zeit einen Einfluss auf das Ergebnis gehabt haben könne und ob dies Berücksichtigt worden wäre.
Frau Dr. Thurn antwortet das die Befragung im Frühjahr 2021 stattgefunden und dass dies in der Fragestellung berücksichtigt worden sei.
Herr Schulte erkundigt sich, ob der hohe Migrationsanteil in Hagen bei der Befragung berücksichtigt wurde.
Frau Dr. Thurn gibt an, dass dies im Organisationsgrad nicht darstellbar sei, da diese Zahlen vom Landessportbund zur Verfügung gestellt worden seien und die Nationalität hieraus nicht hervor ginge. In der Befragung wurde dieser Punkt erfasst, jedoch sei dieser Teil der Bevölkerung hier unterrepräsentiert. Für den weiteren Verlauf der Studie sei es Ratsam, dass diese Bevölkerungsgruppen in den Beteiligungsprozess mit einbezogen würden, so Frau Dr. Thurn.
Herr Kriegel ergänzt, dass bei den circa 14.000 befragten Personen der Migrationsanteil repräsentativ berücksichtigt worden wäre, jedoch der Rücklauf nicht so groß gewesen sei.
Herr Thieser fragt, ob die Ergebnisse der Bilanzierungen mit den Erfahrungen des Servicezentrum Sport deckungsgleich wären.
Frau Dr. Thurn antwortet, dass bei vergleichbaren Studien häufig der subjektive Eindruck der Vereine nicht mit dem Ergebnis der objektiven Berechnungen übereinstimmen würde. So habe man die Vereine und die Schulen gefragt, ob die zur Verfügung stehenden Kapazitäten der Sportanlagen in ausreichendem Maße zur Verfügung stünden. Mehr als die Hälfte der befragten Schulen gab an, dass die Hallenkapazitäten nicht ausreichend seien. Viele Vereine gaben an, dass zu Wettkampfzeiten und im Sommer die angebotenen Zeiten ausreichend seien und im Winter die Kapazitäten nicht ausreichend zur Verfügung stünden. Hier stelle sich ein Unterschied zwischen Sporthallen und Sportplätzen da. Der organisatorische Umgang mit der Situation sei seitens der Stadt als gut zu werten. Eine Verbesserung wäre nicht lediglich durch ein höheres Angebot an Sportstätten zu erzielen. Bei der weiteren Planung sei zu prüfen, ob auch organisatorisch eine Optimierung zu erzielen sei.
Herr Thieser fragt, wie sich der, in der Umfrage benutzte Begriff Bewegungsfreundlichkeit, in Zusammenhang mit Schulen definiere.
Frau Dr. Thurn antwortet, dass der Begriff bewegungsfreundlich als eine Einschätzung der eigenen Schule zu verstehen sei. Ein bewegungsfreundlicher Schulhof einer Grundschule biete zum Beispiel Möglichkeiten zu Klettern und laufen. Durch eine Unterteilung in verschiedene Bereiche sei eine Entzerrung in den Unterrichtspausen erreichbar. Bei einer weiterführenden Schule gebe es andere Aspekte die zu beachten seien. Hier seien auch Bereiche zur Kommunikation und zum Austausch wichtig.
Frau Niemann bemerkt, dass in dem Gutachten viele Defizite aufgezeigt würden und fragt nach Verbesserungsvorschlägen, da sie diese in der Präsentation vermisst habe.
Frau Dr. Thurn bedankt sich für die Frage und antwortet, da es sich ja bisher um einen Zwischenbericht handelt fehle dieser Bereich noch. Auf der Grundlage der geschaffenen Analysen komme man im nächsten Schritt zusammen mit den Expertinnen und Experten vor Ort in den Dialog. Dieser solle in Workshops die nächste Arbeitsphase bilden, um Möglichkeiten der Verbesserung gemeinsam zu erarbeiten. So sollen gemeinsam konkrete Ziele und Empfehlungen entstehen, wie sich die Stadt Hagen in den nächsten zehn bis zwölf Jahren in den Bereichen Angebote, Organisation und Infrastruktur weiterentwickeln könnte.
Herr Hoffmann bemängelt die fehlende Erwähnung verschiedener Angebote auf Schulhöfen, wie Basketballkörbe oder Tischtennisplatten. Weiter stellt Herr Hoffmann die in dem Bericht erwähnte Angabe in Frage, dass im Vergleich zu anderen Städten in NRW eine deutlich geringere Anzahl von Personen in Vereinen gemeldet sei. So lag der landesweite Durchschnitt des Organisationsgrades bei etwa bei 29%. Herr Hoffman fragt, ob dazu mit Hagen vergleichbare Städte gegenübergestellt wurden.
Frau Dr. Thurn antwortet, dass sich Hagen bei den größeren Städten im Mittelmaß befände und stimmt zu, dass der Vergleich mit ländlichen Städten schwierig sei. Es sei trotzdem wichtig Verbesserungspotential zu ermitteln.
Herr Schulte stellt die in der Analyse erwähnte Möglichkeit, dass zu geringe Angebot an zu wenig kleinen Sporthallen mit der Aufteilung großer Sporthallen zu kompensieren in Frage. Herr Schulte befürchtet, dass so das Angebot der Nachfrage nicht gerecht würde.
Frau Dr. Thurn stimmt zu, dass es nicht nur um die Quantität, sondern auch um die Qualität der angebotenen Sporthallen ginge. Bisherige Ergebnisse böten lediglich einen Ausblick. Im weiteren Verlauf käme es darauf an, alle unterschiedlichen Aspekte mit einzubeziehen um dann gemeinsam Lösungsansetze zu erarbeiten. Es sei auch eine richtige Aufteilung der Sporthallen wichtig um ein möglichst wohnungsnahes Angebot zu erhalten.
Herr Hoffmann fragt nach einer Stellungnahme zu den Punkten Belange von Menschen mit Behinderung sind nicht betroffen und keine Auswirkungen auf den Klimaschutz, da diese Punkte in der Beschlussvorlage so gekennzeichnet wären Der Bereich finanzielle Auswirkungen sei offengelassen.
Frau Dr. Thurn antwortet, dass auch diese Aspekte Berücksichtigung finden sollten. Für den Personenkreis Behinderte Menschen möchte man in den weiteren Planungen eine entsprechende Vertretung mit einbeziehen.
Frau Niemann gibt an, dass sie noch weitere offene Fragen hat. Aus dem Gutachten ginge hervor, dass es in Hagen noch Bedarf an fünf weiteren Tennisanlagen gäbe. Hier bemerkt Frau Niemann, dass sie dies anzweifele da der Tennissport in Hagen keine hohe Priorität hätte. Weiter teilt Frau Niemann mit, dass ihr auch Aspekte Vereinsfremder Sportarten fehlen würden. In Bezug auf die Hagener topographischer Lage, fände die Nutzung diverser Waldwege und Gewässer keine Berücksichtigung. Es fehlen Vorschläge und eine Priorisierung, so Frau Niemann.
Frau Dr. Thurn antwortet, dass man sich in einer Zwischenphase befände und noch keine finalen Lösungen der Sportentwicklungsplanung vorstellen würde. Es handele sich um die Ergebnisse nach der Bedarfs- und Bestandsanalyse. Bei den Tennisplätzen handele es sich um eine Bilanz der Zahlen aus den Angaben der Bevölkerung und den vorhandenen Tennisplätzen. Demnach gäbe es eine Überkapazität an Außen Tennisplätzen und ein Defizit an fünf Hallentennisplätzen. Nach den Angaben des Deutschen Tennisverbandes relativieren sich diese Angaben ein wenig, so Frau Dr. Thurn. Bei den Punkten Lauf- und Fahrradsport würden die vorhandenen Wege und die Topographie mit einbezogen. Frau Dr. Thurn wiederholt, dass man im weiteren Austausch den Umgang mit den Angaben erarbeiten werde, dies sei der nächste Schritt. Die Finale Analyse werde mit den Beteiligungsprozessen, den Ergebnissen und Empfehlungen ergänzt. Nach der inhaltlichen Phase werde es eine letzte Sitzung mit der Steuerungsgruppe geben, dort würde eine Priorisierung der Empfehlungen erfolgen.
Herr Thieser erkundigt sich, ob die Ergebnisse der Analyse durch die Stadtverwaltung mitgetragen würden.
Herr Keune bestätigt dies.
Frau Niemann erkundigt sich, ob die Fragen, welche Projekte umgesetzt und wo diese durchgeführt werden sollen ebenso in der Steuerungsgruppe beantwortet würden wie die Frage der Finanzierung.
Frau Dr. Thurn antwortet auf die Frage der Finanzierung, dass diese innerhalb der Studie nicht beantwortet werden könne. Im Endergebnis könne man Aspekte zu den unterschiedlichen Bereichen bezüglich der verschiedenen Sportstätten und den Örtlichkeiten empfehlen. Ebenso würde eine Priorisierung aufgezeigt.
Herr Kriegel erläutert, dass in dem Lenkungskreis Herr Raab und Herr Kriegel selber vertreten seien. Ebenso gäbe es Vertreter der Schulen und des Stadtsportbundes. Zusammen mit dem IKPS hätten zwei Tagungen stattgefunden. Bereits im Oktober 2020 sei die Sportentwicklungsplanung in Auftrag gegeben worden. Corona beding läge erst jetzt der Zwischenbericht vor. Herr Kriegel untermauert, dass erst jetzt die Hauptaufgabe mit den Workshops begänne und in der schlussendlichen Zusammenkunft des Lenkungskreises ein abschließender Bericht mit einer Priorisierung erstellt würde. Dieser Abschlussbericht würde dann dem Sport- und Freizeitausschuss vorgelegt werden. Erst danach würde es einen politischen Beschluss geben.
Auf die vorhergehende Frage von Herrn Thieser, ob die Ergebnisse der Analyse durch die Stadtverwaltung mitgetragen würden, antwortet Herr Kriegel, dass es auch seitens der Stadtverwaltung zu vielen Punkten kritische Fragen gäbe. Da es aber bisher lediglich eine Bestandsaufname aufgrund der Befragung von Schulen, Kindergärten und der Bevölkerung sei, sei man gehalten, diesen Zwischenbericht zu akzeptieren. Herr Kriegel geht davon aus, dass die Ergebnisse in den kommenden Workshops optimiert werden können.
Herr Thieser merkt an, dass die Mitglieder des Sport- und Freizeitausschusses erstmalig mit dem Zwischenbericht konfrontiert würden. Somit sei die Vielzahl an Fragen zu erklären. Weiter äußert Herr Thieser die Besorgnis, dass letztendlich ein Ergebnis vorliegen könne, Welches auf statistischen Zahlen beruhe. Es wäre wichtig eine Lösung zu erhalten, welche auf die realen Sportpolitischen Gegebenheiten dieser Stadt angepasst sei. Ein Vergleich mit anderen Städten sei unterschiedlich darstellbar, hier schließt sich Herr Thieser den zuvor getätigten Aussagen von Herrn Hoffmann an. Es müsse nun viel Diskutiert und eine Vielzahl von Fragen zusammengestellt werden um letztendlich zu einem positiven Ergebnis zu kommen.
Herr Hoffman erkundigt sich nach den bisher angefallenen, sowie nach den noch zu erwartenden Kosten der Studie.
Herr Kriegel antwortet, dass ein Betrag von 60.000 Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt sei. Dies sei bekannt, da es ja so beschlossen worden sei.
Frau Niemann gibt an, dass die Fraktion der CDU noch weitere Beratungen in Anspruch nehmen möchte und bittet darum, die Vorlage als erst Lesung zu behandeln.
Herr Thieser weist darauf hin, dass man noch bei der Präsentation und nicht bei der Beschlussvorlage sei.
Herr Gronwald äußert den Wunsch, dass die Präsentation zusammen mit der Niederschrift an das Gremium übermittelt wird.
Herr Thieser bedankt sich bei Frau Dr. Thurn und wünscht ihr eine gute Heimreise.
Anlagen
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(wie Dokument)
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