04.05.2022 - 3.6 Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Ausl...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Herr Reinke begrüßt zu diesem Tagesordnungspunkt Herrn Faber, der heute Frau Lossau vertritt und Frau Geitner und Herrn Thiel vom Agnesheim Funkenhausen des Sozialedienstes katholischer Frauen. 

 

Herr Faber berichtet über die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern in Hagen und geht dabei insbesondere auf die Umas aus der Unkraine ein  (siehe Anlage zu TOP 3.6).

 

Herr Thiel und Frau Geitner präsentieren das Verfahren „Uma-Clearing und Leaving Care“.

 

Herr Reinke dankt für den interessanten Einblick. Er fragt, wie viele Wohngruppen und wie viele unbegleitete minderjährige Ausländer es im Agnesheim Funkenhausen  gebe. Er stellt fest, dass „Careleaver“ ein gängiger Fachbegriff sei. Diesen habe er bisher noch nicht gehört.

 

Herr Thiel berichtet,dass in der einen Wohngruppe aktuell 12 Jugendliche mit Fluchthindergrund wohnten. Einige Jugendliche habe man bereits in den Verselbständigungsbereich überführen können. Dort lebten sie in trägereigenen Wohnungen und würden noch sehr engmaschig begleitet. Das seien noch einmal 8 bis 12 Prozesse. Somit würden ca. 20 junge Menschen aktuell begleitet.

 

Der Fachbegriff „Careleaver“ habe durch die SGB VIII-Reform im vergangenen Sommer etwas Aufwind bekommen. Seinerzeit seien die Rechte und die Verantwortlichkeiten für diesen Übergang seitens des Gesetzgebers gestärkt worden.

 

Frau Köppen dankt für den Vortrag. Wie Herr Reinke bereits ausgeführt habe, sei dieser Bereich für den Ausschuss von besonderem Interesse. Es stelle sich die Frage, wie es nach dem Ende der Jugendhilfe weitergehe. Wenn jemand mit 16 oder 17 Jahren komme, sei die Volljährigkeit und damit das Ende der Hilfe zur Erziehung schnell erreicht und der Zeitraum für gelingende Prozesse relativ kurz. Hilfe zur Erziehung könne aber auch über das 18. Lebensjahr hinaus bewilligt werden. Sie fragt, ob das in der Praxis gelinge. Wie viele junge Erwachsene seien in einer Ausbildung und wie viel von ihnen machten einen Schulabschluß? Gelinge es tatsächlich, die jungen Menschen in solche Strukturen zu bringen, die eine Integration ermöglichten?

 

Frau Geitner berichtet, dass viele ihrer Umas einen Schulabschluss machten. Die Motivation sei hoch. Eine Ausbildung zu finden, sei schwierig. In den letzten Jahren hätten ca. 30 Prozent eine Ausbildung beendet. Viele hätten auch das Ziel, Abitur zu machen.

 

Herr Thiel nimmt Bezug auf das Spannungsfeld „Hilfe für junge Volljährige“. Jeder  Prozess sei sehr unterschiedlich. Es sei in Kooperation mit dem Jugendamt ein ständiges Abwägen. Es sei für für alle Beteiligten jedes Mal ein spannender Prozess, gemeinsam etwas für den Jugendlichen zu gestalten, was die Komplexität aller Rahmenbedingungen möglichst zielführend zusammenführe. Man mache die Erfahrung, dass je jünger die Jugendlichen seien, desto höher die Erfolgsaussichten einer gelungenen Integration seien.   

 

Frau Köppen fragt, ob es therapeutische Angebote für die geflüchteten Jugendlichen gebe und wenn ja, ob diese ausreichten.

 

Herr Thiel bestätigt, dass es solche Angebote gebe. Man habe auch über das Hagener Stadtgebiet hinaus gute Netzwerkpartner. Grundsätzlich sei dort allerdings bei den Angeboten noch „Luft nach oben“. Es brauche dabei neben der fachlichen auch eine kulturelle Kompetenz.  

 

Herr Reinke stellt fest, dass das wichtige und gute Informationen seien. Er dankt für die Präsentation und wünscht weiterhin viel Erfolg.

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Anlagen