09.02.2022 - 6.2 Vorschlag der CDU-Fraktionhier: Auswirkungen vo...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Herr Schmidt bedankt sich bei der Verwaltung für die ausführliche Stellungnahme (siehe Anlage zu TOP 6.2). Man werde sich die Antwort in Ruhe anschauen und ggf. darauf zurückkommen.

 

Herr Goldbach betont, dass Frau Brück-Paschko vom Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz auch hier im Ausschuss sei. Sie sei dort für den Bereich der Kinder- und Jugendmedizin zuständig. Man habe die Fragen gemeinschaftlich beantwortet. Er bitte um Verständnis, dass sich nicht alle Fragen aus der Statistik ablesen ließen.

 

Frau Brück-Paschko erklärt, dass man in der Stellungnahme angegeben habe, dass keine Daten zu Long Covid vorlägen. Sie gehe davon aus, dass sich daraus die Fragestellung ergebe, warum diese nicht vorlägen. Sie berichtet, dass diese Infektion erfreulicherweise im Kinderalter relativ harmlos sei. Das zeige sich auch in Hagen.

Long Covid sei bei Erwachsenen als Folgesymptome nach zwölf Wochen definiert. Es fehle dafür eine einheitliche anerkannte Definition im Kinderalter. Es habe zwei gute Studien mit Schulkindern gegeben. Beide Studien seien zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen zero positiven oder zero negativen Kindern. Auch das Wissen eines Kindes darüber, ob es positiv getestet sei, habe keinen Einfluss auf die Ergebnisse gehabt.

Man habe durch Corona eine hohe Hintergrundaktivität von psychosomatischen Beschwerden, die aber keine klassischen Erkrankungssymptome seien.

Im Ergebnis bleibe festzuhalten, dass man erst einmal eine eindeutige verbindliche Definition benötige. Erst dann könne man auch einen Diagnoseschlüssel festlegen. Aus diesem Grund könne man diesbezüglich keine Daten liefern. Long Covid sei letztendlich auch eine Ausschlussdiagnose.

 

Herr Reinke bedankt sich bei Frau Brück-Paschko für ihre Ausführungen.

 

Frau Dr. Opterbeck ergänzt die Ausführungen aus ihrer Sicht.

Sie berichtet, dass man im Beratungszentrum gemerkt habe, dass die Pandemie deutliche Spuren bei den Kindern und Jugendlichen hinterlassen habe. Insbesondere seit Beginn des neuen Schuljahres hätten die Anfragen deutlich zugenommen. Das breite Spektrum gehe über sozialen Rückzug, Selbstmordgedanken, depressive Tendenzen bei jungen Menschen und beispielsweise Zunahme von Gewalttätigkeit in der Schule. Man habe alle  Anfragen bearbeitet. Es gebe auch Kinder, die umfassendere Hilfe benötigten. Man stehe daher auch in engem Austausch mit Professor Fricke vom Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, der im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie als leitender Arzt tätig sei. Man habe einen Fragebogen entwickelt, der zu Beginn des neuen Schuljahres an die Schulen versandt worden sei. So habe man herausfinden wollen, wo die Bedarfe der Schüler und Schülerinnen seien. Auf Grundlage dieser Ergebnisse habe man Gruppenangebote im Rahmen von „Aufholen nach Corona“ entwickelt. Diese seien auch teilweise schon gestartet. Es gehe darum, die Kinder in die Ressourcen- und Selbstwertstärkung zu bringen. Auch Bewegung sei hier ein wichtiger Baustein. Sie gehe davon aus, dass die Folgen der Pandemie noch lange nachwirken würden.

 

Herr Reinke schildert eine Unterhaltung mit einer Mutter, die ihm vom Homeschooling berichtet habe. Was die Kinder am meisten vermissten, seien soziale Kontakte.

Sie habe deutlich gemacht, dass die Kinder keine Nachhilfe, sondern dringend soziale Kontakte benötigten. Viele Klassenfahrten seien in der Vergangenheit ausgefallen.

Das sei das, was die Kindern belaste.

 

Frau Dr. Opterbeck berichtet, dass die Gruppen, die von ihnen gestaltet worden seien, auf die Ressourcenstärkung der Kinder abzielten. Das Selbstwertgefühl der Kinder solle gestärkt werden. Es ginge dabei nicht um Nachhilfeunterricht. Das primäre Ziel sei, dass die Kinder mit Freude aus den Veranstaltungen gingen.  

 

Herr Goldbach erklärt, dass das Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“ zwei Säulen habe. Im schulischen Bereich gehe es um das Thema Lernförderung  und Aufholen und im Bereich der Jugendhilfe um Kinder- und Jugendarbeit. Er bewerte das positiv, da genau dieser Bereich in den Fokus genommen werde. In der Kürze der Zeit habe man keinen Statusbericht über die sehr vielseitigen Maßnahmen fertigen können, die bereits angelaufen seien oder in Kürze anliefen. Der Großteil der Maßnahmen finde im Jahre 2022 statt. Er schlägt vor, vor oder nach der Sommerpause einen Erfahrungsbericht über die unterschiedlichen Maßnahmen und deren Wirkung zu machen.

 

Herr Reinke dankt Herrn Goldbach für die wertvollen Hinweise.

 

Frau Kaufmann ergänzt, dass die Programme im schulischen Bereich in ähnlicher Weise aufgelegt worden bzw. noch in der Entstehung seien.  Bei dem großen Programm der Landesregierung „Extra-Geld“ würden die Schulen darin unterstützt, die Folgen der Pandemie so gut wie möglich aufzuarbeiten und auszugleichen. Sie schlage vor, diesen Teil in den geplanten Bericht miteinzubauen, damit der Ausschuss einen Gesamtüberblick darüber habe, wie man in Hagen aufgestellt sei. Insgesamt habe man auch mit Unterstützung und dem Engagement der Schulen das Projekt so gut genutzt, wie es irgendwie gehe.

 

Frau Keller teilt mit, dass man eine positive Nachricht vom Landesjugendamt bekommen habe. Nicht alle Kommunen hätten das Geld in Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro so verplanen können, dass es auch tatsächlich abgeflossen sei. In Hagen sei das mit einem Betrag in Höhe von 400.000 € für das Jahr 2021 weitestgehend gelungen. Was im Jahre 2021 nicht verbraucht worden sei, hätte man theo-

retisch zurückzahlen müssen. Das Land habe zugelassen, dass die Mittel ins Jahr 2022 übertragen werden können. In Hagen sei es dabei um einen Betrag in Höhe von 25.000 € gegangen. Dieser Betrag könne zusätzlich zu dem Topf in Höhe von 825.000 € in diesem Jahr verausgabt werden.In der AG 1 werde man erörtern, welche Projekte man damit finanzieren könne.

 

Herr Reinke zeigt sich erfreut darüber, dass die nicht verausgabten Mittel aus 2021 weiterhin genutzt werden könnten. Das sei eine gute Nachricht.

 

Frau Köppen weist darauf hin, dass die Kinder und Jugendlichen in Hagen im letzten Jahr zusätzlich vom Hochwasser betroffen gewesen seien. Auch dadurch sei es zu traumatischen Erlebnissen gekommen. Gerade weil einige Kinder doppelt betroffen seien, befürworte sie die Vielzahl der Maßnahmen. Davon würden alle Kinder und Jugendlichen in Hagen profitieren, die im letzten Jahr einiges durchgemacht hätten.

 

Herr Reinke bedankt sich bei Frau Dr. Brück-Paschko, Frau Dr. Opterbeck, Fau Kaufmann, Frau Keller und Herrn Goldbach. Das Thema werde den Ausschuss weiterhin begleiten. Ergänzende Berichte seien in Aussicht gestellt worden. 

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Beschluss:

 

 

Der Jugendhilfeausschuss beauftragt die Verwaltung, zu folgenden Fragen Stellung zu nehmen:

 

  • Wie wirkt sich die Pandemie mit ihren Einschränkungen auf Kinder und Jugendliche in Hagen aus?
  • Wie viele Kinder und Jugendliche wurden seit Beginn der Corona-Pandemie ein- bzw. mehrmals in Quarantäne geschickt?
  • Wie viele Kinder und Jugendliche sind seither an Corona erkrankt?
  • Gibt es Fälle von Long Covid in der Hagener Schülerschaft?
  • Welche Projekte im Programm "Aufholen nach Corona" laufen derzeit?
    • Stößt die Umsetzung auf positive Resonanz bei Schülern wie Eltern?
    • Erfüllen die Projekte die in sie gesetzten Erwartungen?

Welche lokalen Erkenntnisse hat das Jugendamt bzw. der ASD hinsichtlich zunehmender Gewalt und Verhaltensauffälligkeiten in unserer Stadt?

 

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Abstimmungsergebnis:

 

X

 Ohne Beschlussfassung

 

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Anlagen zur Vorlage

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Anlagen