19.10.2005 - 7 Situation der Schüler mit Migrationshintergrund...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7
- Sitzung:
-
Sitzung des Integrationsrates
- Datum:
- Mi., 19.10.2005
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:30
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Schulrat Flader nimmt Bezug auf die zurückgehenden Zahlen an
Asylbewerbern und führt aus, daß somit weniger Kinder in Hagen eingeschult
werden, die gar nicht deutsch sprechen können.
Die Anmeldung für Schulanfänger und die damit verbundene Einschulungsuntersuchung
sind auf November vorgezogen worden. Sollten hier sprachliche Defizite
festgestellt werden, werden die Kinder zur Teilnahme an einem Sprachkurs
verpflichtet.
Für Schulen mit hohem Ausländeranteil werden zusätzliche Lehrerstellen
zur Verfügung gestellt. Im Sekundarbereich erwähnt er besonders die
Hauptschulen Remberg (Internationale Förderklasse) und Heubing.
Auch bei Schwierigkeiten gegen Ende der Schulpflicht gibt es besondere
Fördermöglichkeiten, so z. B. das Schulmüdenprojekt in der Franzstraße. Die
Mitarbeiter des Projektes halten engen Kontakt zu den Betrieben und haben schon
etliche Jugendliche in Jobs vermittelt oder sie so stabilisiert, daß sie einen
Schulabschluß machen konnten.
Weiter spricht sich Herr Flader für die von der RAA geplanten Mutter
– Kind – Kurse aus. Muttersprache spielt auch für in Hagen geborene
Kinder in der Familie eine wichtige Rolle. Dies soll in den Kursen gezielt
genutzt werden.
Auf dem Gebiet des schulischen Muttersprachenunterrichts bestehen große
personelle Probleme. Es wird künftig nicht mehr möglich sein, bei der
Alphabetisierung Muttersprachenlehrer einzubeziehen.
Herr Severjan weist darauf hin, daß schon die normale Versorgung mit
Unterricht nicht sichergestellt ist. So sollen, sagt er, 38 Kinder, die an der
Vincke- Schule zum Muttersprachenunterricht angemeldet sind, in Eckesey
unterrichtet werden.
Der Schulrat entgegnet, daß es immer schwieriger wird, im
Vormittagsbereich den gewünschten Unterricht anzubieten. Es werde in nächster
Zeit verstärkt Angebote am Nachmittag geben.
Herr Severjan stimmt dieser Lösung zu, wenn der o. a. Transport der
Kinder zu anderen Schulen dadurch entfällt.
Herr Öztaskin äußert die Meinung, es sei politisches Ziel, den
Muttersprachenunterricht durch den Nachmittagsunterricht “auszutrocknen”
In der Folge diskutiert der Integrationsrat auf Nachfrage von Herrn
Köhler über die Abschaffung der Schulbezirksgrenzen. Frau Herms lehnt die
Abschaffung der Bezirke ab. Herr Oberste-Berghaus spricht sich dafür aus.
Herr Flader führt aus, daß sich zukünftig über Lernstandserhebungen eine
Art “Schulranking” ergeben werde, daß sicher die Entswcheidung der
Eltern beeinflusse. Andererseits werde aber die Größe der jeweiligen
Schulgebäude dem freien Elternwillen eine Grenze setzen.
Herr Severjan spricht sich für mehr Wettbewerb im Schulwesen aus, will
aber wissen, nach welchen Kriterien die Schüler selektiert werden.
Herr Flader stellt dar, daß in der neuen Schuleingangsphase nicht
selektiert werden wird. Es wird keine Rückstellung in den Schulkindergarten
mehr geben. Alle Kinder, egal welcher Leistungsfähigkeit, gehören in eine
Schule.
Ranking, so Herr Flader, bedeutet nicht die Einteilung in gute und
schlechte Schulen, sondern eine Aufgabendifferenzierung nach Problemlagen.
Herr Köhler gibt zu bedenken, daß durch die Auflösung der Schulbezirke
alte Kindergartenfreundschaften und feste Bezüge der Kinder in der
Nachbarschaft auseinandergerissen werden könnten.
Herr Öztaskin nimmt am 31. 10. an einer Veranstaltung mit der
Schulministerin teil. Er bittet die Mitglieder, ihm eventuelle Fragen an die
Ministerin frühzeitig mitzuteilen.
