24.05.2022 - 2 Vorstellung des Angebotes für Menschen mit Behi...

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Wortprotokoll

Herr Wirth begrüßt Herrn Dr. Stockmann vom Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe und übergibt ihm das Wort.

 

Herr Dr. Stockmann weist darauf hin, dass das Krankenhaus zur Evangelischen Stiftung Volmarstein gehört. Anhand einer PowerPoint-Präsentation stellt er das Angebot des Krankenhauses für Menschen mit Behinderung vor. Durch die Einführung des § 119 c SGB V konnten medizinische Behandlungszentren für Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen eingerichtet werden. Das ambulante Behandlungszentrum in Haspe wurde 2019 gegründet, seit Ende 2021 gibt es hier auch einen stationären Bereich mit 18 Betten in Einzelzimmern und zwei Doppelzimmern, in denen auch Begleitpersonen aufgenommen werden können.

Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren körperlichen Behinderungen wurden bislang im Medizinsystem oftmals nicht ausreichend versorgt. Personal in Arztpraxen und in Krankenhäusern habe oftmals nicht genügend Zeit, um sich ausgiebig mit Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen. Im medizinischen Behandlungszentrum sind etwas mehr Pflegekräfte als sonst üblich beschäftigt, so gibt es zum Beispiel immer zwei Nachtwachen. Das Behandlungszentrum liegt ruhig in einem Trakt des Seniorenheims neben dem Gebäude des Krankenhauses. Zwei Internisten übernehmen die ärztliche Versorgung, zusätzlich stehen alle Fachabteilungen des Krankenhauses zur Verfügung. Auch Menschen mit einem Beinbruch können im Behandlungszentrum betreut werden.

 

Der Schwerpunkt des Angebotes richtet sich an Menschen mit einer geistigen Behinderung. Deutschlandweit gibt es erst 60 dieser Einrichtungen, so zum Beispiel in Aachen, Essen, Bielefeld und seit 2019 auch in Hagen.

 

Herr Dr. Stockmann weist darauf hin, dass Krankenhausaufenthalte gut vorbereitet werden müssten, im Krankenhaus versuche man dann möglichst viele der vorgetragenen Probleme zu lösen, die Menschen sollen dort gut versorgt werden. Er weist darauf hin, dass alle Menschen einen Anspruch auf gute medizinische Versorgung haben. Im Behandlungszentrum kümmere man sich ganzheitlich um die Menschen, mehrere Disziplinen würden hier gut zusammenarbeiten.

 

Auf Nachfrage von Herrn Quadt erläutert Herr Dr. Stockmann, dass alle Menschen im Krankenhaus eine Maske tragen müssen, alle Mitarbeiter seien gegen Corona geimpft, für Patienten würden die Mitarbeiter keine Gefahr darstellen.

 

Herr Quadt fragt, wie man im Behandlungszentrum mit dem Thema Triage umgehen würde.

 

Herr Dr. Stockmann erklärt, dass er es bislang noch nicht erlebt habe, dass alle Plätze voll belegt seien. Man könne auch in andere Krankenhäuser verlegen oder zum Beispiel auf Beatmungsgeräte aus dem OP-Bereich zurückgreifen. Situationen, in denen man abwägen müsse, wen man zuerst behandelt, würden jedoch unterschwellig immer wieder passieren. Grundsatz sei jedoch immer eine Aussage des Ethikrates der Klinik: Wir helfen jedem, der kommt.

Auf Nachfrage berichtet er, dass Menschen ab 18 Jahren im Behandlungszentrum betreut werden können.

 

Frau Sladek fragt, ob auch Menschen mit Doppeldiagnosen behandelt würden, also Menschen mit einer psychischen Behinderung und einer geistigen Behinderung.

 

Herr Dr. Stockmann bejaht diese Frage, auch diese Menschen hätten einen Anspruch auf gute medizinische Leistungen.

 

Herr Wirth fragt, wie hoch der Bedarf sei und wer aufgenommen werde. Herr Dr. Stockmann erläutert, dass das Zentrum auch Menschen aus Bochum, Dortmund, Wuppertal und dem Bergischen Land betreue. Voraussetzung für die Aufnahme im ambulanten Behandlungszentrum sei eine Schwerbehinderung von mind. 70 % und einem Merkzeichen. Des Weiteren gebe es einen Diagnosen-Katalog, Menschen mit Sprachstörungen würden immer aufgenommen. Für die stationäre Aufnahme gebe es keine Voraussetzungen. Auf Nachfrage teilt er mit, dass auch Menschen mit einer Demenz oder gehörlose Menschen behandelt werden können.

 

Herr Dr. Stockmann beantwortet weitere Fragen zum medizinischen Behandlungszentrum.

 

Weitere Einzelheiten können der Präsentation entnommen werden, diese ist dem Protokoll als Anlage beigefügt.

 

Herr Wirth weist Herrn Dr. Stockmann und alle Anwesenden darauf hin, dass der Caritasverband wieder eine Ausstellung erarbeitet habe: Behinderung im Wandel der Zeit – vorgeburtliche Diagnostik, Ausstellungeröffnung sei am 13.06.2022 um
14.00 Uhr in der Johanniskirche Hagen.

 

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