21.06.2022 - 3.5 Versorgung Wohnungsloser mit einer psychischen ...

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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Frau Engelhardt begrüßt Herrn Dümpelmann zu diesem Tagesordnungspunkt.

 

Herr Dümpelmann erinnert daran, dass man im März 2020 eine gemeinsame Verwaltungsvorlage des Fachbereiches Jugend und Soziales (55) und des Fachbereiches Gesundheit und Verbraucherschutz (53) diskutiert habe. Die Fachstelle Wohnraum-sicherung habe seinerzeit zum Fachbereich 55 gehört. Mittlerweile gehöre sie zum neu gegründeten Fachbereich Integration, Zuwanderung und Wohnraumsicherung (56). Es sei damals entschieden worden, die Vorlage als 1. Lesung zu betrachten und weiter an dem Konzept zu arbeiten. Dann hätten Corona und die Umstrukturierungen die weitere Entwicklung verzögert. Seit Anfang des Jahres gebe es diesbezüglich Kontakte vom Fachbereich 53 zum Fachbereich 56. Es solle bis spätestens Ende des Jahres weiter an der Konzeption gearbeitet werden, um die Versorgung wohnungsloser psychisch kranker Menschen in Hagen zu verbessern.

Unabhängig davon habe man im August letzten Jahres im sozialpsychiatrischen Dienst eine neue Stelle einrichten können. Man habe entschieden, dass 19,5 Stunden dieser Stelle ausschließlich für die Versorgung wohnungsloser Menschen verwendet würden. Diese Stelle sei mit Frau Roussel-Dahlen besetzt worden. Leider sei Frau Roussel-Dahlen heute erkrankt und könne die vorbereitete Präsentation über ihre bisherige Tätigkeit nicht vorstellen (siehe Anlage zu TOP 3.5). Von daher werde er das übernehmen.

 

 

Frau Cramer bedankt sich für den Bericht. Sie habe sich noch einmal intensiv mit der Vorlage beschäftigt. Sie nimmt Bezug auf die aufgeführten Störungen nach der ICD-10-Verordnung. Es handele sich dabei um ein breites Spektrum an Diagnosen, für deren Behandlung ihres Erachtens ein großes Mitarbeiterstab benötigt werde.

 

Herr Dümpelmann weist darauf hin, dass der sozial-psychiatrische Dienst nicht selbst behandele. Er vermittle die entsprechende Hilfe und schaue, welche Stelle in dem Fall weiterhelfen könne. Man versuche, die Menschen an Fachärzte, Kliniken und Beratungsstellen zu vermitteln. 

 

Herr Dr. Krauß-Hoffmann betont, dass das Thema psychischer Erkrankungen und  Belastungen fraglos eine Thematik sei, die die Gesellschaft auch zukünftig verstärkt beschäftigen werde. Es sei gut, dass der Fachbereich Gesundheit in dem Bereich gut aufgestellt sei. Er wolle hier den Wunsch aus dem Jahr 2020/2021 in Erinnerung rufen, dass ein integriertes Gesamtkonzept vorgelegt werde. Das sei seiner Fraktion immer noch ein großes Anliegen. Der hier vorgestellte Bereich sei ein Modul für eine Zielgruppe. Wichtig sei, das Thema „Wohungslose“ insgesamt in den Blick zu nehmen. Es sollte Transparenz darüber hergestellt werden, welche unterschiedlichen Personengruppen betroffen seien und dargestellt werden, welche Hilfsangebote gemacht werden könnten. Er bittet abschließend, dass die Verwaltung dem Ausschuss noch in diesem Jahr ein integriertes Gesamtkonzept vorlege. Er bedankt sich für das vorgestellte wichtige Modul.

 

Herr Dümpelmann teilt mit, dass man seit Januar in intensiven Gesprächen mit dem Fachbereich 56 sei. Er gehe davon aus, dass man bis zum Ende des Jahres weitere Ergebnisse liefern könne.

 

Herr Dr. Krauß-Hoffmann stellt fest, dass er festhalten wolle, dass man hiermit die Rückmeldung der Verwaltung habe, dass bis Ende des Jahres nicht nur Abstimmungsgespräche zwischen den Fachbereichen stattgefunden hätten, sondern entsprechende Ergebnisse auf dem Weg zu einem integrierten Gesamtkonzept vorgelegt würden, über die man diskutieren könne. Er halte das für einen notwendigen Baustein der Sozialpolitik in Hagen. 

 

Herr Sondermeyer bedankt sich ganz herzlich bei Herrn Dümpelmann für den Vortrag und die wertvolle Arbeit, die in dem Bereich geleistet werde. Er spricht die oft nicht vorhandene Krankenversicherung bei den Menschen an. Es gebe zwar die Krankenversicherungspflicht, die aber aus den verschiedensten Gründen nicht immer durchgesetzt werden könnte. Er bittet Herrn Dümpelmann um Darstellung, wie es mit der Versorgung der Betroffenen durch niedergelassene Neurologen, Psychiater oder Therapeuten aussehe. Die Menschen befänden sich ja in den meisten Fällen in Akutsituationen, in der eine rasche Hilfe angebracht sei. Oft sei die Wartezeit viel zu lang.

 

Herr Dümpelmann merkt an, dass man das unterschiedlich betrachten müsse. Es gebe einerseits die fachärztliche Behandlung bei den niedergelassenen Psychiatern, wo es durchaus möglich sei, in überschaubaren Zeiträumen von ca. 3 Monaten einen Termin zu bekommen. Für besonders schwere Fälle gebe es die Möglichkeit, die Institutsambulanz in Boele einzubeziehen. Anders sehe es bei der psycho-therapeutischen Behandlung aus. Wenn man sich die KV-Zahlen anschaue, sei Hagen gut versorgt. In der Praxis sehe das oft ganz anders aus. Es gebe lange Wartezeiten von einem halben bis zu einem Jahr. Die Betroffenen stünden natürlich auch auf mehreren Wartelisten, so dass man auch Glück haben könne, eher an der Reihe zu sein.

 

Herr Sondermeyer fragt nach den Menschen, die trotz einer Krankenversicherungspflicht nicht krankenversichert seien. Könne Herr Dümpelmann dazu etwas sagen?

 

Herr Dümpelmann teilt mit, dass ihm dazu keine Zahlen vorlägen. Es gebe zwar eine Krankenversicherungsplicht. Das setze aber den Bezug von Leistungen voraus. Es sei wichtig, die Betroffenen in einen Leistungsbezug zu bekommen. In anderen Fällen müsse man Ratenvereinbarungen im Fall von nicht bezahlten Beiträgen vereinbaren.

 

Frau Engelhardt dankt herzlich für den Bericht. Es sei deutlich geworden, dass noch eine Menge zu tun sei. 

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Anlagen