26.10.2021 - 6.2 Einleitung des Planfeststellungsverfahrens 380 ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.2
- Sitzung:
-
Sitzung des Naturschutzbeirats
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Di., 26.10.2021
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:00
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
In den Sitzungen des Naturschutzbeirats am 10.05.2017 und am 14.06.2018 ist über dieses Thema beraten worden, siehe Drucksachennummer 0339/2017 und 0554/2018. Die Mitglieder des Naturschutzbeirats erhielten zur Vorbereitung dieser aktuellen Sitzung Diskussion und Beschluss dieser Drucksachennummern. Frau Selter liest den Beschluss der Drucksachennummer 005/2018 vor.
Herr Bögemann erläutert das Vorhaben und berichtet über die vergangenen Diskussionen über die Bestandstrasse und die Alternativtrasse. Der Naturschutzbeirat habe seinerzeit die verschiedenen Trassen intensiv geprüft und sich für die Bestandstrasse ausgesprochen. Folgende Argumente wurden erläutert: die Bestandstrasse existiert seit über 90 Jahren mit herangerückter Bebauung, die Anzahl der Masten könnte reduziert werden, die neue 220 kV-Leitung würde technisch als Abschirmung der 380 kV-Leitung wirken und die Eingriffe in Natur und Landschaft würden im Vergleich zur Alternativtrasse, bei der auch ein großer Verlust an Waldflächen entstehen würde, vermindert. Einige Maststandorte bei der Alternativtrasse müssten auch in Bereichen ehemaliger Kippen errichtet werden mit unsicherem Untergrund. Herr Bögemann stellt klar, dass der Naturschutzbeirat die Meinung der unteren Naturschutzbehörde, die Bestandstrasse zu favorisieren, unterstützt.
Frau Selter ergänzt nach ihrer Ortsbesichtigung weitere Argumente gegen die Alternativtrasse. Sie soll über den vom geologischen Dienst als Naturschutzdenkmal ausgewiesenen Steinbruch im Hasselbachtal verlaufen. Dieser ist auch Bestandteil der sogenannten Ozeanroute. Der GeoPark Ruhrgebiet habe große Bedenken, wenn dieser Bereich entwaldet würde. Die gewachsenen Bäume im Aufschluss dienen zudem als Stabilisierung der schützenswerten Faltenstruktur. Auch ein erhöhter Austritt von Radon könnte entstehen. Auch die Gründung eines Mastes auf der Deponie an der Schälker Landstraße mit durchschnittlich ca. 6 m mächtiger Auffüllung und erforderlicher Gründungstiefe von 30 Metern könnten nicht abschätzbare Auswirkungen auf das Grundwasser nach sich ziehen.
Herr Bögemann beantragt, dass die Vorsitzende Einblicke in die Offenlage nimmt und dort die Argumentation des Naturschutzbeirats wieder einbringt. Herr Alda unterstützt den Antrag und berichtet über sein Unverständnis gegenüber der Alternativtrasse in seiner damaligen politischen Zeit.
Frau Müller erläutert, dass aktuell die Verwaltung die Stellungnahme zur Offenlage des Planfeststellungsverfahrens im Rahmen der Beteiligung öffentlicher Belange erarbeitet. Der Naturschutzbeirat könne hierzu seine Stellungnahme an die untere Naturschutzbehörde abgeben.
Beschluss:
Der Naturschutzbeirat spricht sich für die beantragte Bestandstrasse und gegen die Alternativtrasse Hagen-Reh aus. Der Naturschutzbeirat beauftragt die Vorsitzende, Einblicke in die Offenlage zu nehmen und in einem Antrag und in einer Stellungnahme des Naturschutzbeirats an die untere Naturschutzbehörde die Argumentation des Naturschutzbeirats aus den Diskussionen zu den Drucksachennummern 0339/2017 und 0554/2018 wieder einzubringen.
