01.09.2021 - 1 Mitteilungen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 1
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mi., 01.09.2021
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:07
- Anlass:
- normale Sitzung
Wortprotokoll
Herr Walter begrüßt alle Anwesenden zur heutigen Sitzung des Kultur- und Weiterbildungsausschusses.
Anschließend nimmt Herr Walter die reale Verpflichtung aller anwesenden Ausschussmitglieder insbesondere der anwesenden sachkundigen Bürgerinnen und Bürger vor.
Frau Kaufmann möchte zunächst über die aktuelle Situation vor dem Hintergrund der Hochwasserkatastrophe und der Corona Pandemie für die städtischen Einrichtungen Bücherei, Max-Reger-Musikschule und der Volkshochschule berichten.
Zur Situation in den Büchereien kann Frau Kaufmann glücklicherweise berichten, dass keine der Stadtbüchereien Schäden durch die Flut davongetragen hätten. Ungeachtet dessen, mussten die Büchereien aufgrund der stadtweiten Folgeschäden der Flut in der Zeit vom 15.07. – 26.07.2021 schließen.
Pandemiebedingt konnten die Büchereien ab dem 07.06.2021 wieder öffnen, die Zentralbücherei allerdings zunächst noch mit reduzierten Öffnungszeiten. Alle Büchereien fungierten bis zum 15.08.2021 zunächst noch als reine „Ausleihbüchereien“.
Trotz Corona habe die Stadtbücherei an verschiedenen und besonderen Aktionen rund um die Sommerferien teilgenommen. Unter anderem beteiligte sie sich am Hagener Urlaubskorb, bot die Lesemonster-AG und den Sommer-Lese-Club für Kinder und Jugendliche an und es fand ein digitaler Spieletag statt.
Ab dem 16.08.2021 konnte die Zentralbücherei „Auf der Springe“ wieder zu den regulären Öffnungszeiten zurückkehren und weitere Angebote konnten wieder aufgenommen werden.
Frau Kaufmann hofft, dass alle gewohnten Angebote der Stadtbüchereien bis zum Jahresende sukzessive wieder ausgebaut werden können.
Allerdings betont Frau Kaufmann auch, falls die Pandemie-Lage es notwendige mache, könnten alle Stadtbüchereiangebote kurzfristig und zeitweise wieder ausgesetzt werden.
Bei der Max-Reger-Musikschule sehe die Situation etwas anders aus. Durch die radikal veränderten Rahmenbedingungen musste ein Um- bzw. Neudenken stattfinden um nach Ausweichmöglichkeiten zu den traditionellen Unterrichtsformen zu suchen. Frau Kaufmann berichtet, dass das Thema der digitalen Unterrichtsform auch für die Musikschule in den Vordergrund gerückt sei. Heute, nach fast zwei Jahren pandemischer Beeinträchtigung, freue sich Frau Kaufmann berichten zu können, dass sich die Musikschule mit ihren Lehrkräften und der Verwaltung soweit darauf eingestellt haben, dass ein relativ normaler Unterrichtsbetrieb, ob in Präsenz in kleineren Gruppen, als Einzelunterricht oder auch digital weiterhin möglich sei.
Die Hochwasserkatastrophe habe die Raumsituation der Musikschule insofern stark beeinträchtigt, als dass der komplette Unterricht aus dem Rock-Pop-Keller ausgelagert werden musste. Aufgrund des Wasserschadens und der daraus resultierenden Schimmelbildung müsse der komplette Keller kernsaniert werden. Dieses werde mindestens bis November 2021 dauern. Allerdings seien auch hier die Erfahrungen aus dem digitalen Unterricht sehr nützlich gewesen, denn da, wo keine geeigneten Ersatzräumlichkeiten gefunden werden konnten, seien die Lehrkräfte wieder weitgehend auf Online-Unterricht umgestiegen.
Abschließend möchte Frau Kaufmann noch einen kurzen Blick auf die Volkshochschule werfen. Diese habe seit Beginn der Corona Krise stets in jedem Semester ein regulär geplantes Programm herausgebracht und habe dann unterjährig die Angebote an die jeweils geltenden Corona-Regeln angepasst. Auch das allgemeine Online-Kursangebot sei seit Frühjahr 2020 erheblich ausgeweitet worden. In dieser Situation sei es besonders wichtig gewesen, die abschlussbezogenen Kurse auch im Lockdown weiter stattfinden zu lassen. Dazu wurden für die Teilnehmenden, die nicht über eine entsprechende Hardware verfügen, Chromebooks angeschafft, die bei der Volkshochschule ausgeliehen werden können.
Frau Kaufmann teilt weiter mit, dass zu Beginn des neuen Semester 21-2 alle Kurse grundsätzlich so starten könnten, wie im Programm ausgeschrieben.
Das Anmeldeverhalten zeige, dass Outdoor-Angebote sehr gut nachgefragt und angenommen würden.
Die Villa Post als „Haupthaus“ der Volkshochschule sei vom Hochwasser glücklicherweise nicht betroffen gewesen. Hingegen sei das Allerwelthaus sehr stark betroffen. Der Raum, in dem normalerweise ein Integrationskurs stattfinde stehe auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung.
Grundsätzlich sei man trotz des Hochwassers in den Einrichtungen gut durch die Katastrophe gekommen und mit einigen Einschränkungen sei auch die Volkshochschule voll funktionsfähig und weiterhin dabei ihre Formate, ob nun Online oder in Präsenz, auszubauen bzw. auszuführen.
Herr Fuchs möchte gerne an die Mitteilungen von Frau Kaufmann anknüpfen. Die städtischen Museen und auch das Emil Schumacher Museum seien im Großen und Ganzen recht glimpflich aus der Flutkatastrophe herausgekommen. Mit Ausnahme des Hohenhofs, der leider einen Wasserschaden verzeichnen musste.
Insgesamt gesehen belaste die Einrichtungen aber die andauernde Corona-Pandemie. Die Besucher seien immer noch sehr zurückhaltend und es sei nicht einfach, wieder in den Normalbetrieb zu kommen. Bei einigen Veranstaltungen gelänge dies ansatzweise, wie zum Beispiel die Veranstaltungen im Rahmen des Urlaubskorbes oder auch bei dem ein oder anderen Führungsangebot. Aber die breite Masse der Besucher tue sich immer noch schwer damit ein Museum zu besuchen. Die Ursachen hierfür könnten durchaus auch bei den geltenden Hygienemaßnahmen liegen.
Ein kleiner aber auch wichtiger Befreiungsschlag für die Kultur in Hagen war die diesjährige Durchführung der Veranstaltungsreihe Muschelsalat. Unter Corona-Bedingungen sei an geeigneten Spielorten, wie die Kampfbahn Boelerheide, ein durchweg gut organisiertes Programm angeboten worden, welches auch bei den Besuchern positive Resonanzen auslöste.
Damit möchte Herr Fuchs seine Ergänzungen aus dem Fachbereich Kultur zum Thema Corona beenden, würde aber gerne das Wort an Dr. Blank übergeben, der kurz etwas zum Thema Aktenrettung der Stadt Hagen und dem Versteckfund aus nationalsozialistischer Zeit in Hagen-Eckesey berichten möchte.
Zunächst möchte Dr. Blank kurz etwas zu dem Versteckfund aus nationalsozialistischer Zeit in Hagen-Eckesey berichten (Anmerkung der Schriftführerin: der ausführliche Bericht ist als Anlage 1 dieser Niederschrift zugefügt).
Des Weiteren berichtet Dr. Blank, dass das Stadtarchiv Hagen vom Krisenstab der Stadt Hagen federführend beauftragt worden sei, eine Projektgruppe zu initiieren, die sich um die durch das Hochwasser beschädigten und zerstörten Akten kümmern solle. Um diese Aufgabe personell leisten zu können, musste zunächst das Stadtarchiv für vier Wochen geschlossen werden. Bei einer ersten Sichtung der Bestände habe sich herausgestellt, dass sich die Schäden auf zwei Verwaltungsgebäude konzentrieren würden. Zum einen auf das Rathaus in Hohenlimburg und zum anderen auf das Rathaus II. Gerade im Rathaus II sei die vorgefundene Situation katastrophal gewesen. Zusammenfassend sei zu berichten, dass mehrere Kilometer von Akten beschädigt worden seien, davon der Großteil irreparabel.
Derzeit stehe die Projektgruppe in Verhandlung mit mehreren Unternehmen, um die Akten, die noch zu erhalten seien, fachmännisch restaurieren zu lassen.
Abschließend könne festgestellt werden, dass ca. 2/3 Drittel der Akten zerstört worden seien. Glücklicherweise seien aber meistens keine Akten von stadtgeschichtlicher Relevanz dabei gewesen.
Interessanterweise seien bei der Sichtung der Akten in Hohenlimburg unbekannte Akten zur Eingemeindung von Hohenlimburg gefunden worden, diese würden nun ebenfalls noch auf ihren Inhalt hin geprüft.
Herr Fuchs möchte noch mitteilen, dass derzeit eine Vorlage erstellt werde, die den Hohenhof betreffe (Anmerkung der Schriftführerin: Vorlage 0673/2021 - Villa Hohenhof - Rekonstruktion der historischen Gartenanlage
hier: Teilnahme der Stadt Hagen am Förderaufruf REACT-EU und Durchführung der Maßnahme im Rahmen der IGA 2027). Aktuell sei die Vorlage noch nicht so weit, dass sie in dieser Sitzung des Kultur- und Weiterbildungsausschusses hätte beraten werden können. Grundsätzlich sei diese Maßnahme und damit auch die Vorlage federführend in dem Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung geplant und erarbeitet worden. Der Fachbereich Kultur sei selbstverständlich beteiligt worden, um die Maßnahme aus der kunsthistorischen Sicht zu betrachten. Möglicherweise werde es aufgrund der engen Zeitschiene des Förderprogramms eine Beratungsfolge geben, die den Kultur- und Weiterbildungsausschuss erst nach der Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Hagen vorsehe.
Herr Fuchs bittet an dieser Stelle um Verständnis, dass die Beratungsfolge in diesem Fall nicht eingehalten werden könne.
Herr König findet es bedauerlich, wenn der zuständige Ausschuss erst nach der Ratsentscheidung beteiligt werde. Er bittet um einen Zeitplan, aus dem erkennbar sei, seit wann das Förderprogramm bekannt sei, seit wann die Verwaltung an einer Vorlage arbeite und warum die Eingabe in die Gremien so lange gedauert habe.
Herr Fuchs sagt zu, eine derartige Auflistung zum Protokoll zu geben (Anmerkung der Schriftführung: ein Zeitplan ist als Anlage 2 dieser Niederschrift hinzugefügt).
Herr Walter stellt fest, dass keine weiteren Mitteilungen vorliegen.
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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86,1 kB
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2
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(wie Dokument)
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95,7 kB
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