26.05.2021 - 7.1 Zukunft und Bestand des städtischen Waldes im B...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

Herr Holl vom Wirtschaftsbetrieb Hagen berichtet ausführlich zur Thematik. Begonnen mit dem Sturm Friederike 2018 und der nachfolgenden Trockenperiode der Jahre 2018 bis 2020 habe dies den Nadelhölzern und den alten Buchenbeständen massiv zugesetzt. Der Holzmarkt sei in den letzten zwei Jahren stark zusammengebrochen. Jetzt gehe es wieder massiv nach oben, wovon Hagen nichts habe, da kein Nadelholz mehr vorhanden sei. So stehe man mit der Wiederaufforstung vor riesigen Aufgaben auch finanziell betrachtet. Ziel sei, pro Hektar vier bis fünf Baumarten zu etablieren, die dauerhaft einen Bestand bilden. Sollte beispielsweise eine Baumart dabei nicht funktionieren, habe man immer noch vier. Dies sei ein riesiger Aufwand, das Saatgut sei teilweise gar nicht zu bekommen. Auch gebe es für die Vielzahl von Flächen, die freigeräumt werden müssen, kaum ausreichend Unternehmen dafür. Flächen, die nicht abgeholzt werden / werden können, müssen für die nächsten 30 bis 40 Jahre gesperrt werden, da die Gefahr zu hoch sei, dort zu arbeiten.

Aus der Historie heraus gebe es in Hagen nur geringe Altbestände von Buchen und Eichen, dafür gab es aber große Bestände von Fichten, deren Flächen jetzt zur Neuaufforstung erst einmal freigeräumt werden müssten.

Aufgrund der derzeitig hohen Kosten für die Abholzung und Wiederaufforstung werde man das Ganze etwas nach hinten schieben.

Die Buche galt bis vor etwa 5 Jahren noch als klimaresistent. Mit Fortschreiten den Klimawandels könne man an vielen Orten feststellen, dass 150-jährige Buchen innerhalb von 4 bis 6 Wochen absterben.

 

Herr Heimhard pflichtet Herrn Holl bei, den Wald zukünftig anders aufforsten zu müssen. Dennoch sollte man bedenken, dass man weiterhin Holz brauche. So müssen weiterhin auch Baumarten angepflanzt werden, die Holz in Massen liefern, um eigene Bestände zu haben und nicht auf den Zukauf angewiesen sei.

 

Natürlich werde man auch weiterhin mit der Fichte arbeiten. Hier müssen jetzt aber die Standorte genauer ausgewählt werden bezüglich der Wasserversorgung.

Ferner müsse man umdenken, was den Erntezeitpunkt betreffe. Demnach früher ernten, um der Gefahr von Krankheiten und Sturmschäden vorzubeugen.

 

Herr Schroll möchte wissen, ob der städtische Wald, anders als bei privaten Waldbauern, unbedingt Holz für die Vermarktung bringen müsse. So gebe es verschiedene Konzepte, beispielsweise die Naturverjüngung oder aber Urwälder entstehen zu lassen.

 

Naturverjüngung werde auch zum großen Teil gemacht, so Her Holl. Aber eben nicht auf der gesamten Fläche, auf der bisher Fichten standen. Sonst komme man in 20 Jahren wieder in die gleiche Situation, wie wir sie heute haben. Ein Baumartenwechsel muss von Menschenhand passieren.

 

Auf die Frage von Herrn Neuhaus teilt Herr Holl mit, dass in den letzten 2 bis 3 Jahren etwa 30.000 Festmeter an Schadholz zusammengekommen sei.

Alle Flächen, die zu bewirtschaften sind, sollten auch bewirtschaftet werden, um eigenes Holz für die Bürger der Stadt zu haben. Die Flächen, an die man mit Maschinen nicht hinkomme, von denen es genügend gebe, überlasse man sich selbst. 

 

Herr Heimhard pflichtet Herr Holl bei, den Wald, der Geld koste, bewirtschaften zu müssen. Wege müssen unterhalten werden, Freischnitte müssen vorgenommen werden, um der Bevölkerung einen Erholungsort im Wald bieten zu können. So hoffe er auf die Unterstützung des Bundes, sowie auf den Erhalt der Bundeswaldprämie für die Stadt Hagen, um diese Gelder für die Aufforstung verwenden zu können.

 

Waldwirtschaft spreche ja nicht gegen die Natur, sondern der Wald sehe ja so aus in Hagen, weil er bewirtschaftet werde.

 

Herr Schroll möchte wissen, nach welchen Kriterien man die Baumarten zur Aufforstung aussuche.

 

Standorte und Baumarten, die miteinander harmonieren, seien hierbei ein großes Entscheidungskriterium, so Herr Holl. Auch sei man nicht an bestimmte Konzepte gebunden.

 

Auf die Frage von Frau Buczek teilt Herr Holl mit, dass der riesige Bedarf an Saatgut und Jungpflanzen nicht verfügbar sei.

 

Herr Schroll möchte von Herrn Holl wissen, ob es irgendetwas gebe, was man sich für die Arbeit wünsche, beispielsweise von der Politik.

 

Pflanzaktionen, wie man vielleicht annehme, seien zwar schön. Da dies aber aufwändig in der Vorbereitung sei, nicht unbedingt zielführend. Hier würden eher Spenden für die Aufforstungsarbeit helfen.

 

Herr Bihs fügt hinzu, dass man in dieser Sache um Geduld bitte. Die Vorbereitungen nehmen noch etwa 3 bis 5 Jahre in Anspruch und danach dauere es eben 30 Jahre, bis die Bäume entsprechend gewachsen seien.

 

Herr Dahme bedankt sich bei Herrn Holl für den interessanten und informativen Bericht.

 

Weitere Wortbeiträge gibt es nicht.

 

 

 

 

 

 

 

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Beschluss:

Der Bericht wird dankend zur Kenntnis genommen.

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Abstimmungsergebnis:

X

 Zur Kenntnis genommen