10.06.2021 - 4.2 Vorschlag der SPD-Fraktionhier: Ausdünnung des ...

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Wortprotokoll

Herr Oberbürgermeister Schulz begrüßt Herrn Walter, Herrn Mohrherr vom Vorstand und Herrn Gothen vom Vorstandssekretariat der Sparkasse HagenHerdecke und erteilt Herrn Mohrherr das Wort.

 

Herr Mohrherr erläutert anhand einer Präsentation die Gegebenheiten bezüglich des Sparkassen-Filialnetzes. Um den öffentlichen Auftrag nach dem Sparkassengesetz erfüllen zu können, muss die Sparkasse einen Mindestumsatz erwirtschaften. Die Sparkasse steht auch im Wettbewerb zu anderen Bewerbern. Er führt zum Engagement der Gemeinwohlorientierung der Sparkasse HagenHerdecke aus. Er führt aus, dass viele Kunden mittlerweile bei der Sparkasse anrufen, anstatt den persönlichen Kontakt vor Ort in Anspruch zu nehmen. Die neuen, digitalen Zugangswege gehen somit vor allem zu Lasten der Geschäftsstellen. Er führt zu den Veränderungen und Angeboten aus, die die Sparkasse HagenHerdecke im Zuge der Digitalisierung angestrebt hat. Ein großer Anteil der Kundinnen und Kunden (60%) nutzt Online-Banking. Täglich nutzen circa 15.500 Personen die Internetseite der Sparkasse HagenHerdecke. Er fasst zusammen, dass sich die Sparkasse neuen Herausforderungen stellt, indem viele neue Wege gegangen werden. Die Kundinnen und Kunden fordern dies auch ein. Diese neuen Zugangswege benötigen natürlich auch eine gewisse Investition. Das bedeutet, dass dafür an anderer Stelle auch eine Einsparung erfolgen muss. Es ist ihm wichtig, dass die Sparkasse ihrem öffentlichen Auftrag nachkommt. Insgesamt nimmt die Entwicklung der Zweigstellen aller Banken in Deutschland deutlich ab. Er merkt an, dass die Bankenlandschaft in Hagen nach den Schließungen der Mitbewerber zwar dünn ist, die Sparkasse allerdings mehr Servicestellen hat, als die Mitbewerber zusammen. Nach der Umsetzung des Konzepts hat die Sparkasse HagenHerdecke noch sieben personenbesetzte Stellen, sowie zwei weitere nach Bedarfsberatung. Er fasst zusammen, dass die Sparkasse HagenHerdecke auf das veränderte Kundenverhalten reagiert, sich zukunftsfähig aufstellt, nach wie vor den öffentlichen Auftrag erfüllt, immer noch das größte Geschäftsstellennetz hat und die nachhaltige Ertragskraft der Sparkasse sichert und somit das Geschäftsmodell gewährleistet.

 

Herr Rudel merkt an, dass die Filialschließungen innerhalb der Hagener Bevölkerung thematisiert worden sind. Er führt aus, dass die Auswirkungen der Schließungen nicht absehbar sind. Er hätte die Diskussion mit der Sparkasse gerne früher geführt und überlegt, wie man mit den Schließungen umgeht. Er weist darauf hin, dass zukünftig bei weiteren Veränderungen die Politik frühzeitig mit einbezogen werden sollte, da eine Sparkasse ein wichtiger Punkt in der Stadtentwicklung darstellt. Weiterhin führt er aus, dass die Gewinnerzielung laut dem Sparkassengesetz nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes ist.

 

Herr Mohrherr erklärt, dass die Sparkasse natürlich zum Stadtbild gehört und nah an den Kundinnen und Kunden ist, diese allerdings die Geschäftsstellen nicht mehr ausreichend nutzen. Derzeit liegen fünf Beschwerden von Kundinnen und Kunden bezüglich der Schließungen bei der Sparkasse vor. Er merkt an, dass es dem Verwaltungsrat freisteht, Themen auf die Tagesordnung zu setzen, sofern dort Beratungsbedarf besteht. Er stimmt zu, dass die Gewinnerzielung nicht der Hauptzweck der Sparkasse ist, allerdings die Eigentümer, also Hagen und Herdecke, an einer Ausschüttung interessiert sind.

 

Herr Fritzsche bittet Herrn Mohrherr zur Sicherstellung der Bargeldversorgung und zu den Kriterien für den Betrieb der Geldautomaten auszuführen.

 

Herr Mohrherr verdeutlicht, dass Geldautomaten eine gewisse Verfügungsschwelle (Nutzungen pro Jahr) erreichen müssen, damit sie sich rechnen. Die Sparkasse hält allerdings nicht starr an der Schwelle fest, bemisst die Versorgung der Einwohner mit SB-Stellen und personenbesetzten Stellen anhand der in den Stadtteilen oder Bezirken lebenden Menschen.

 

Herr Hentschel fragt, was dafür spricht, weiterhin Kunde bei der Sparkasse zu bleiben, obwohl das Filialnetz immer weiter ausgedünnt wird.

 

Herr Mohrherr antwortet, dass die Sparkasse nach wie vor das dichteste Geschäftsstellennetz hat.

 

Herr Walter fragt nach, wie das neue Konzept bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angekommen ist. Weiterhin möchte er am Beispiel der wegfallenden SB-Stelle in Eppenhausen wissen, welche Varianten es für eine ältere Person gibt.

 

Herr Mohrherr antwortet, dass die Kundinnen und Kunden in Eppenhausen die SB-Stelle dort nicht ausreichend genutzt haben. Die Alternative ist die personenbesetzte Stelle auf Emst, der Bargeld-Bringservice oder die Möglichkeit, direkt nach dem Einkauf das Bargeld in den teilnehmenden Länden auszahlen zu lassen. Er führt aus, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten. Die Kundinnen und Kunden werden in die neuen Geschäftsstellen mitgezogen. In die verbleibenden Standorte wird nun weiter investiert.

 

Herr Oberbürgermeister Schulz weist darauf hin, dass Herr Walter nach der Sicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum inhaltlichen Konzept gefragt hat.

 

Herr Mohrherr führt aus, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vollkommen hinter dem Konzept stehen

 

Herr König merkt an, dass 40 % der Kundinnen und Kunden kein Online-Banking betreiben und somit ein Problem damit haben könnten ihre Überweisungen abzugeben. Auch das Ausweichen in andere, personenbesetzte Servicestellen sieht er – gerade für nicht motorisierte Kundinnen und Kunden – kritisch. Er bemängelt die Erreichbarkeit von Geldautomaten in einigen Teilen des Stadtgebietes. Er fragt, ob Spielraum in dem Konzept besteht, sodass ggf. nach ein paar Wochen oder Monaten über ein Nachsteuern in einzelnen Bereichen nachgedacht werden kann.

 

Herr Schmidt führt aus, dass Sparkassen ein Teil der Infrastruktur sind. Der Dialog mit der Politik sollte daher gepflegt werden. Er verdeutlicht die Entwicklung des Sparkassen-Netzes am Beispiel von Hohenlimburg.

 

Herr Klepper hält das Konzept für ausgewogen. Die Sparkasse ist in allen Stadtteilen vorhanden und die Versorgung somit sichergestellt. Ihm ist wichtig, dass die Sparkasse weiterhin mit einem tragfähigen Geschäftskonzept arbeitet. Er dankt dem Sparkassen-Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

 

Herr Mohrherr geht davon aus, dass der Anteil der Online-Banking-Nutzer künftig steigen wird. Er wiederholt, dass die Sparkasse nach wie vor, das dichteste Netz in Hagen bietet. Er unterstreicht, dass das Konzept im Verwaltungsrat vorgestellt und 14 Tage später im Verwaltungsrat beschlossen worden ist. Es gibt eine Empfehlung des Sparkassenverbandes, nach der bei etwa 45.000 Einwohnern eine personenbesetzte Filiale vorgehalten werden soll. In Hagen und Herdecke gibt es addiert 220.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Dies würde fünf personenbesetzte Geschäftsstellen ausmachen. Die Sparkasse HagenHerdecke hat nach dem neuen Konzept sieben Geschäftsstellen, sowie zwei weitere nach Bedarf. Er ist der Auffassung, dass die Sparkasse HagenHerdecke somit das Zielbild 2030 des Sparkassenverbandes bereits erfüllt. Eine nachträgliche Änderung des Konzeptes hält er nicht für möglich.

 

Herr Geitz fragt, ob er richtig verstanden hat, dass im Wesentlichen die Digitalisierung und die Nullzins-Politik zu den Veränderungen geführt haben.

 

Herr Mohrherr bestätigt dies.

 

Herr Geitz weist auf die Kausalität zwischen der Nullzins-Politik und den notwendigen Veränderungen bei der Sparkasse hin und er ist der Meinung, dass so den Sparkassen die Schuld zugeschoben wird.

 

Herr Thieser hält die Entscheidung, auf die Niedrigzinsphase und die Entscheidungen der Wettbewerber zu reagieren, für richtig. Er wünscht sich, dass in der Zukunft vor Entscheidungen des Verwaltungsrates eine Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss stattfinden würde. Somit kann eine gemeinsame Diskussion über die Strategie der Sparkasse HagenHerdecke stattfinden. Er wirbt für einen andere Form des Miteinanders, um die Identifikation des Rates mit der Sparkasse erheblich zu fördern.

 

Herr König merkt an, dass die Niedrigzins-Politik für den städtischen Haushalt ein Segen ist.

 

Herr Mohrherr wiederholt, dass die Sparkasse HagenHerdecke vor Ort das größte Angebot hat und wirbt für die Identifikation des Rates mit der Sparkasse.

 

Herr Hentschel ist sich über die Herausforderungen der Banken bewusst. Er merkt an, dass die Kundenzufriedenheit sehr wichtig ist.

 

Herr Rudel äußert die Bitte, dass künftig ein Austausch zwischen dem Rat und der Sparkasse HagenHerdecke stattfindet, sofern Veränderungen geplant sind.

 

Herr Frank Walter verweist darauf, dass es Regularien gibt wie zu kommunizieren ist. Die Sparkasse geht einer Diskussion nicht grundsätzlich aus dem Weg, hält sich allerdings hierbei an die Regeln. Da die Kundinnen und Kunden im Geschäftsbereich leben, ist es das Interesse der Sparkasse, jeder Kundin und jedem Kunden den bestmöglichen Service zu bieten. Zum Thema Stadtteilpolitik merkt er an, dass neben der Ausschüttung an die Stadt, eine Summe von über 6 Mio. € Gewerbesteuern an die Stadt Hagen gezahlt wird. Er richtet den Blick nach vorne und ist der Meinung, dass das Konzept eine weitere Anpassung des Geschäftsstellennetzes in den kommenden Jahren nicht notwendig macht.

 

Herr Oberbürgermeister Schulz dankt für den Bericht des Vorstandes.

 

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Beschluss:

 

Der Vorstand der Sparkasse HagenHerdecke berichtet in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses über die Einschnitte im Filialnetz, die das neue Vertriebskonzept mit sich bringen soll.

 

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Abstimmungsergebnis:

 

 X

 Ohne Beschlussfassung

 

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Anlagen zur Vorlage

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