25.09.2020 - 5.1 Welterbe-Projekt "Industrielle Kulturlandschaft...

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Wortprotokoll

Herr Walter bittet Frau Hanemann, die Gründe für das Ausscheiden des Hohenhofes aus dem Welterbe-Projekt zu erläutern.

 

Frau Hanemann  entschuldigt  sich zunächst bei den Ausschussmitgliedern für die  Einberufung  einer  Sondersitzung. Die Terminfristen würden dies erfordern, damit der bisherige Rat noch über die Teilnahme der Stadt Hagen am Antragsverfahren  entscheiden kann.  Eingangs  erläutert  sie den Ausschussmitgliedern die Vorlage und die  bisherigen Vorbereitungen seit 2011 für das Antragsverfahren.  Mit Schreiben vom 11.08.2020 hat die Industriedenkmalpflegestiftung einen inhaltlichen Wechsel vorgeschlagen und diesen mit geänderten Kriterien  begründet.

(Anmerkung der Schriftführung: Zu den inhaltlichen Ausführungen wird auf die Vorlage  0780/2020 unter dem TOP verwiesen.)

Frau Hanemann  geht auf die Gründe  ein,  warum der Hohenhof jetzt nicht mehr Gegenstand des überarbeiteten Antrages ist. Die neuen Kriterien  sind im Januar 2020 vorgestellt worden. Als  Alleinstellungsmerkmal des Ruhrgebietes seien im Lenkungskreis Städteregion  Ruhr 2030 die Verkehrswege herausgearbeitet  worden,  die dieses auszeichnen würden, sowie  ein geografisch abgegrenztes Gebiet. Viele Städte  aus dem Ruhrgebiet sind daran beteiligt . Der Hohenhof  ist nicht mehr Bestandteil des Verfahrens , da er nicht an einem bedeutenden Verkehrsnetz  liegt.  Alle  bedauern dies . Auf Vorschlag der Stiftung  ist in dem überarbeiteten Antrag der Hagener Hauptbahnhof  aufgenommen worden.  Aufgrund der neuen Kriterien hat der Oberbürgermeister auf Haus Harkorten hingewiesen, was diese vollumfänglich erfüllen würde.  Nach einem gemeinsamen Ortstermin ist dies als  7. Element  beim Antragsverfahren mit aufgenommen worden.  Die Aufnahme eines 8. Elementes lässt das Verfahren nicht zu.

Das Schreiben der Industriedenkmalpflegestiftung  ist im Sommer 2020 beim Oberbürgermeister  eingegangen,  mit der Bitte, dies in den politischen Gremien  vorzustellen und das Interesse an der Teilnahme am  Welterbeantrag der Stadt Hagen abzuklären. Nach Eingang aller Anträge entscheidet  die Kultusministerkonferenz   über diese. Anschließend  werden zwei Anträge ausgesucht, die an die UNESCO weitergeleitet  werden.

Frau Hanemann bittet den Ausschuss , dem Beschluss  zuzustimmen, damit der Oberbürgermeister  bis zum 15.11.2020 eine entsprechende Erklärung unterzeichnen kann.

 

Herr Walter bedankt sich bei Frau Hanemann und  fordert die Verwaltung auf,  Perspektiven  für den Hohenhof  aufzuzeigen, um  Fördermittel für diesen zu akquirieren,  da die Stadt Hagen diesen aus eigener Kraft nicht fördern könne.

 

Frau Hanemann führt aus, dass die Stadt Hagen für den  Hohenhof  im Moment starke Unterstützung für den Garten erhalte. Die  Wiederherstellung des Gartens nne  nicht aus städtischen Mitteln finanziert werden, sondern sei nur mit Hilfe von  Fördermitteln möglich. Der Hohenhof  ist  von seiner Bedeutung her in der Fachwelt  auf Landes-und Bundesebene  anerkannt.  Er ist  ein Aushängeschild für Hagen. Die Bausubstanz befindet  sich  in einem guten Zustand, während  Haus Harkorten kurz vor dem Verfall steht. Die Rekonstruktion des Gartens am Hohenhof sei ein gut gelungener  Antrag, der auch förderfähig sei. Haus Harkorten hingegen, das von einer Stiftung verwaltet würde, habe derzeit Probleme, die benötigten Eigenmittel darzustellen,  die es für die Verwendung der  bereits zugesagten Fördergelder benötigen würde.  

 

Herr Walter räumt ein, dass dies wenigstens eine Perspektive für den Hohenhof sei.

 

Herr Asbeck  äußert, sich mit dem Ausscheiden des Hohenhofes aus dem Antragsverfahren  nicht einverstanden  erklären zu wollen. Die Verwaltung habe zu  schnell klein beigegeben und nicht gekämpft. Der Hohenhof  gehört zur Route der Industriekultur und habe  eine weitaus größere Bedeutung in seiner Entwicklung und  Architektur  als das Haus Harkorten. Über das Thorn Prikker-Fenster im Hagener Hauptbahnhof  habe man eine Verbindung zum Hohenhof. Daher  möchte er die Verwaltung beauftragen, den Hohenhof  erneut  in das Antragsverfahren zu integrieren Darauf bestehe er. Seiner Meinung nach würde die Mathildenhöhe  in Darmstadt  Hagen ausstechen.  Die Bedeutung des Hagener Impulses komme ihm in der Vorlage zur kurz. Die Verwaltung  könne den Hohenhof nicht  einfach fallen lassen. Dessen Umfeld könne  viel mehr gesichert werden, wenn dieser  Weltkulturerbe würde. Daher schlägt er vor, die Verwaltung zu beauftragen, weitere Bemühungen zu unternehmen, um  Argumente für den Verbleib des Hohenhofes im Antragsverfahren zu finden, z.B. über den Architekten Henry van de Velde. Die Vorlage bringe seiner Ansicht nach zum Ausdruck,  dass der Hohenhof nicht die Bedeutung  bekomme, die ihm gebühre.

 

Frau Hanemann erklärt Herrn Asbeck, dass sich auch Frau Dr. Schulte sehr für den Hohenhof eingesetzt habe. In vielen Punkten würde sie,- Frau Hanemann,- Herrn Asbeck sogar Recht geben. Es sei nicht so, dass Haus Harkorten in das Antragsverfahren aufgenommen worden ist, weil der Hohenhof rausgenommen wurde. Die Kriterien  des Verfahrens seien geändert worden und neu definiert worden. Die Stadt Hagen sei Teil eines Antrags und  könne darauf nicht viel  Einfluss nehmen und hier insistieren. Der Antrag wird vom Land gestellt. Der Vorschlag, den Hohenhof im Zusammenhang mit  van de Velde zu promoten, wäre Grundlage für einen  anderen  Antrag. Dies habe nichts  damit zu tun, dass der Hohenhof  nicht Weltkulturerbestatus habe, -jedoch nicht im Rahmen der Industriekultur Ruhrgebiet.

 

Herr Walter lenkt ein, dass Frau Hanemann  hier einen Weg aufgezeigt habe,  um die Fristen einzuhalten und  diesen Antrag zu unterstützen.  Für die Zukunft  könnte die Verwaltung beauftrag werden,  mit einem anderen Projekt gezielt den Hohenhof  zu fördern. 

 

Herr Dr. Fischer  zeigt Verständnis für den Ärger von Herrn Asbeck . Mit dieser Entscheidung seien 10 Jahre Arbeit des Ausschusses und auch  von Frau Dr. Schulte für den Hohenhof dahin. Hier sei das Datum 15.11.2020 gesetzt, zu welchem  der Oberbürgermeister die Erklärung zur Teilnahme in dem Welterbeantrag des Landes NRW unterschrieben haben müsse.  Das vorgestellte Projekt hält er für sinnvoll . Es habe ihn überzeugt. Damit bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA Metropole Ruhr 2027)  der Hohenhof Berücksichtigung  finden würde,  müsse daran noch einiges getan werden. Dann  habe Hagen seiner Meinung nach  schon eine ganze Menge erreicht.

 

Herr Asbeck ist der Auffassung, dass die Stadt Hagen sich nur  an dem Antragsverfahren  beteiligen sollte, wenn dieses  auch den Hohenhof enthalten würde. Wenn der Hohenhof ggf. später Teil des Welterbes würde, hätte man auch das dortige Umfeld gesichert und aufgewertet. Die Aufnahme  des Hauptbahnhofs hingegen in den Antrag betrachte  er eher skeptisch im Hinblick  auf  künftige städtebauliche Veränderungen.  Beim Hohenhof hingegen gebe es  keine Planungen,  die dem entgegensprechen würden. Seiner Meinung nach  könne man mit anderen Orten im Antragsverfahren,  wie z.B. dem Hauptbahnhof, in spätere Konflikte kommen mit dem, was dort geplant sei. Um dies zu untermauern, führt  Herr Asbeck die Planungen zum  Bahnhof in Dresden an . Die Stadt Hagen bzw. die Verwaltung habe sich seiner Meinung nach  nicht mit genügend  Energie eingesetzt und zu schnell klein beigegeben. In den übergeordneten Gremien müsse dies deutlich gemacht  werden und Argumente für den Verbleib des Hohenhofes gefunden werden.

 

Herr Walter bedankt sich bei Frau Hanemann für deren Ausführungen.

 

Herr Bleicher versichert  Herrn Asbeck, dass alles seitens der Verwaltungsspitze zusammen mit der Fachverwaltung  unternommen  worden sei, den Hohenhof  als einen Bestandteil des Antragsverfahrens  behalten zu können. Die Perspektive für den Hohenhof,- sei bezogen auf dieses eine Projekt,-  jedoch völlig aussichtslos. Dieser passe nicht ins Projekt. Es sei eine Riesenchance für Hagen,  durch die Teilnahme an dem Antrag und später,- ggfs. durch den Erhalt des Welterbe-Status,-  an überregionale Fördermöglichkeiten zu gelangen. Die Spielregeln dafür mache nicht die Stadt Hagen. Wenn die Ausschussmitglieder  jedoch auf dem  Hohenhof  bestehen würden, könne die Stadt Hagen nicht  am Antragsverfahren teilnehmen.  Das Verfahren sei dringlich, da der Oberbürgermeister bis zum 15.11.2020 für die Stadt Hagen das Interesse an der Teilnahme in dem Welterbeantrag des Landes NRW mit seiner Unterschrift bestätigen muss. Er appelliert eindringlich an die Mitglieder, diese Chance unbedingt  zu nutzen. Er pflichtet Herrn Asbeck bei, dass weiter an der Entwicklung des Hohenhofes gearbeitet werden müsse, jedoch nicht in diesem Projekt.

 

Herr Specht lenkt ein und äußert die Hoffnung, dass der Hohenhof vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen eines anderen Projektes  als Weltkulturerbe berücksichtigt werden könnte. Es sei wichtig, jetzt dabei zu bleiben und nicht aufgrund des Ausscheidens des Hohenhofes komplett aus dem Projekt auszusteigen.    

 

Frau Bartscher  äußert, dass es zwar einerseits bedauerlich sei, dass der Hohenhof nicht mehr Teil des Projektes sei, andererseits werde sie  den Antrag auf jeden Fall unterstützen, damit  Hagen teilnehmen kann. Dem Vorschlag von Herrn Walter stimmt sie zu. Es sei nicht sinnvoll,  den Hohenhof  um jeden Preis in den Antrag  integrieren zu wollen.

 

Herr Walter fasst den Auftrag an die Verwaltung zusammen. Bezüglich des Hohenhofes  soll sich  diese speziell auf die  IGA 2027 vorbereiten, damit dieser dann Berücksichtigung findet.  

 

Frau Engelhardt  schlägt vor, dass der Oberbürgermeister den genannten Aspekt von Herrn Asbeck  zuvor abklärt, inwieweit  bei einem  Element wie dem Hauptbahnhof im Antrag mit späteren  Konsequenzen bezüglich der Gestaltung des Bahnhofsumfeldes zu rechnen sei.

 

 

Frau Hanemann  ergänzt  zu ihren vorherigen Erklärungen,  dass in erster Linie die Deutsche Bahn von künftigen Entwicklungen als Eigentümerin betroffen sei. Die Stadt Hagen ist bei keinem der 7 eingebrachten Elemente  betroffene  Eigentümerin.  Ziel der Stadtentwicklung sei es immer, das Umfeld der Welterbestädte aufzuwerten, hier z.B. den  Bahnhofsvorplatz und die Empfangshalle. Dies ginge  immer konform mit dem Welterbekommitte und werde von diesem  befürwortet.  Es sei auch eher von Vorteil, um in andere Gremien und an andere Fördertöpfe zu gelangen. Dadurch könne eher ein positiver Effekt  für die Stadt erzielt werden. 

 

Herr Asbeck fragt nach, warum die Verwaltung  keinen Einwand erhoben habe und mit einem Zusatz darauf bestehen würde, dass der Hohenhof miteinbezogen werde. Es würde ihn interessieren, ob andere Städte auch so schnell resignieren  und ihre Vorhaben zurückziehen würden,  um andere Projekte zu bevorzugen.  Er werde der Vorlage so nicht zustimmen und  erklärt, diese Entscheidung im Ausschuss  sehr zu bedauern.  

 

Herr Arndt erkundigt sich bei Herrn Bleicher, ob es möglich sei, dem Antrag  als 8. Element den Hohenhof hinzuzufügen oder aber ob dadurch der komplette  Antrag gefährdet werde.

 

Herr Bleicher  antwortet, dass es keine Option für ein 8. Element im Antragsverfahren gibt. Das wesentliche Element  des Antrages sind  jetzt die Verkehrswege.

Dadurch hat sich die Aufstellung geändert und  kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Daher passt der Hohenhof nicht mehr in dieses Projekt. Der Ausschuss  kann nur die 7 vorgestellten Elemente beschließen.

 

Frau Hanemann  ergänzt, dass der Antrag  weltweit in Konkurrenz  zu anderen Welterbestädten steht. Wichtig sei, das Alleinstellungsmerkmal  des Ruhrgebietes herauszuarbeiten. Dies sind  die Verkehrswege und alles, was damit im Zusammenhang steht. Das Gebiet  muss  klar eingegrenzt  und definiert  sein. Ihrer Meinung nach würde es sich  hier um einen sehr gut durchdachten Förderantrag mit einem Alleinstellungsmerkmal handeln , mit dem man in Konkurrenz zu anderen Welterbestädten gehen könnte. Der Hohenhof werde keinesfalls  herabgewürdigt.  Das eine (Haus Harkorten) habe mit dem anderen (Hohenhof) nichts zu tun. Sie stimmt Herrn Bleicher zu, dass es keine Option für ein 8. Element gibt.

 

Herr Dr. Fischer  zitiert wie folgt aus der Erläuterung der Vorlage:“ Den außergewöhnlichen universellen Wert (OUV) stellt die industrielle Kulturlandschaft des Ruhrgebietes dar, weil sie Zeugnis für die einschneidende Epoche der großmaßstäblichen Schwerindustrie in Kontinentaleuropa zwischen den Jahren 1850 bis 1950ist.“ Daher  räumt er ein, dass dieses Alleinstellungsmerkmal  tatsächlich nicht zum Hohenhof passen würde.

 

Herr Voigt schlägt vor, dass die Verwaltung einmal darstellen solle, welche Anstrengungen  unternommen würden und welche Projekte geplant seien,  damit der Hohenhof   zu einem späteren Zeitpunkt Weltkulturerbe werden könnte. Der Ablauf der IGA 2027 könne einmal dargestellt werden. Im vorliegenden Antragsverfahren  habe der Ausschuss  jedoch keine andere Möglichkeit als zuzustimmen.

 

Frau Hanemann erklärt sich gerne dazu bereit, den Ausschussmitgliedern die Planungen  zur  IGA und den Status Quo  der Arbeiten im Garten des Hohenhofes vorzustellen.

 

Herr Fritzsche schlägt vor, mit dem neuen Kulturausschuss einen gemeinsamen Ortstermin in der Gartenanlage des Hohenhofes  zu unternehmen, um sich gemeinsam vor Ort ein Bild vom bisherigen Umsetzungsstand  machen zu können.

 

Herr Walter erklärt, dass er diesen Vorschlag  sehr begrüßen würde.

 

Frau Hanemann  erläutert, dass die Ausgrabungen Fortschritte machten. Im Garten tue  sich etwas. Gerne sei sie auch bereit, dem Ausschuss Haus Harkorten zu  zeigen.

 

Herr Walter ergänzt, dass er  gerne zeitgleich zum Ortstermin eine Ausschusssitzung im Hohenhof  abhalten würde. Die  Verwaltung  wird beauftragt, diesen Termin  zu organisieren.

Da keine  weiteren Fragen mehr vorliegen, stellt er den Antrag zur  Abstimmung.

 

 

 

 

 

 

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Beschluss:

 

1.Die Stadt Hagen unterstützt den Welterbe-Antrag des Landes NRW „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ und ist mit der Gebietsauswahl und den Elementen im Stadtgebiet einverstanden.

 

2.Die Verwaltung wird beauftragt, Möglichkeiten vorzustellen, den Hohenhof überregional förderfähig zu machen.

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Abstimmungsergebnis zu 1.

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

SPD

4

0

0

CDU

3

1

0

Bündnis 90/ Die Grünen

1

0

0

Hagen Aktiv

1

0

0

Die Linke

1

0

0

AfD

1

0

0

FDP

-

-

-

BfHo/Piraten Hagen

1

0

0

 

 

 

x

 Mit Mehrheit beschlossen

 

Dafür:

12

Dagegen:

1

Enthaltungen:

0

 

 

 

Abstimmungsergebnis zum Ergänzungsbeschluss unter  2.

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

SPD

4

0

0

CDU

4

0

0

Bündnis 90/ Die Grünen

1

0

0

Hagen Aktiv

1

0

0

Die Linke

1

0

0

AfD

1

0

0

FDP

-

-

-

BfHo/Piraten Hagen

1

0

0

 

 

 

x

 Einstimmig  beschlossen

 

Dafür:

13

Dagegen:

0

Enthaltungen:

0

 

 

 

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Anlagen zur Vorlage