18.08.2020 - 3.5 Vorschlag der Fraktion Bündnis 90/Die GrünenHie...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3.5
- Sitzung:
-
Sitzung der Unterausschuss Mobilität
- Gremium:
- Unterausschuss Mobilität
- Datum:
- Di., 18.08.2020
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:02
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- FB69 - Umweltamt
- Bearbeitung:
- Stefan Schirmer
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Sporbeck erläutert zum interfraktionellen Antrag vom 18.08.2020 [Anlage 2 der Niederschrift], dass hinsichtlich der Spätverkehre zwar mit maximal einmaligem Umsteigen jeder Bereich in Hagen erreicht werden könne, die Wartezeiten jedoch bis zu einer Stunde dauern würden. Dies sei zu lang.
Die östliche Stadtmitte, Kabel, Garenfeld, Hohenlimburg und Eilpe/Dahl hätten derzeit lange Wartezeiten bei der Anbindung an den überregionalen Schienenverkehr.
Eventuell ließe sich durch eine Verschiebung der Abfahrminute 32 ab Rathaus um eine bessere Abdeckung der überregionalen Verbindungen erreichen.
Bei einer Aufspaltung des derzeit einheitlichen Knotens in zwei Knoten rechne man durchaus mit Verschlechterungen, insgesamt aber mit einer Verbesserung für 80% der Fahrgäste.
Ziel müsse sein, mit dem Nahverkehr schneller zu sein als zu Fuß.
Man sehe auch die Notwendigkeit zweier zusätzlicher Nachtexpress-Linien, die durch externe Gesellschaften bedient werden könnten.
Hinsichtlich Punkt 4 des Antrages informiert er darüber, dass ein Bus der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) nach 23:00 Uhr den Bahnhof Westerbauer anfahre. Statt danach leer zum Betriebshof nach Ennepetal zu fahren, könnte er eine Schleife über Baukloh fahren. Ähnliches gelte für den Bus nach Mitternacht, der am Vogelsang ende. Dieser könne noch über Westerbauer und Baukloh fahren.
Herr König wiederholt seine Skepsis gegenüber den linienscharfen Vorgaben.
Hinsichtlich des Nachtverkehrs könne er die Diskussion zur Anbindung an die Bahn nachvollziehen, aber diese Anschlüsse würden hauptsächlich diejenigen betreffen, die nach 22:00 Uhr am Bahnhof ankämen. Dies seien nicht viele Personen.
Er habe beim Nachtexpress stets als positiv empfunden, aus Hagener Nebenzentren kommend immer einen Anschluss in der Innenstadt zu finden.
Einen Betreiberwechsel für diverse Linien und damit eine zunehmende Privatisierung halte er für problematisch.
Er sehe die Hauptmängel in der Nichtanbindung einiger Stadtteile wie Berchum oder Emst/Bissingheim und halte daher den vorliegenden Antrag in dieser Form für nicht sinnvoll.
Herr Koch sieht den vorliegenden Antrag und den wiederholten Versuch, Verbesserungen durch grundlegende Änderungen zu erzielen, skeptisch.
Es bestehe Einigkeit darin, dass die Bedienungslücken im Nachtexpress-Netz geschlossen und möglicherweise auf Dauer die Taktfrequenzen erhöht werden sollten. Er halte es jedoch für gefährlich, ein bewährtes und bei den Kunden bekanntes Konzept auf den Prüfstand zu stellen. Man solle seiner Auffassung nach lieber behutsame Verbesserungen des bestehenden Konzeptes vornehmen. Es sei erst Mitte 2019 umgestellt worden.
Der Schätzung von Herrn Sporbeck, dass nur 20 % der Fahrgäste negativ betroffen sein würden, könne er sich aufgrund der Kundenrückmeldungen nicht anschließen.
Wenn man auf qualitativ hochwertige Bedienung Wert lege, auch hinsichtlich der Fahrzeuge, und sehr hohe Standards im Nahverkehrsplan festlege, könne man nicht Verkehrsdienstleistern Strecken in Hagen andienen, die mit Subunternehmern kooperieren würden, die diese Standards nicht erreichen würden.
Die Hagener Straßenbahn würde das Nachtverkehrsnetz nicht nur verbessern, sondern auch betreiben wollen.
Ein gemischtes Netz sei nicht über die Leitstelle disponierbar und bei Störungsfällen schlecht handhabbar.
Herr Staat ergänzt, dass er bereits vor über einem Jahr von der VER die Rückmeldung erhalten habe, dass man die Linie 511 nicht verschieben könne, da diese feste Anschlüsse im Ennepe-Ruhr-Kreis habe.
Auch die Idee mit den nach Westerbauer einfahrenden Bussen sei schon einmal bei der VER angefragt und mit Hinweis auf die Dienstpläne und überlange Dienstzeiten abgewiesen worden.
Herr Sporbeck vertritt die Auffassung, dass mit der VER nochmals gesprochen werden könne. Ihm sei auch keine Vorlage bekannt, in der bisherige Prüfungen dargelegt worden seien.
Bis auf die Achsen Richtung Halden und über die Fleyer Straße könnte eine halbstündliche Bedienung erfolgen. Durch die Umstellung von drei Fahrten zum Halbknoten auf zwei Fahrten im Vollknoten wären Kilometer übrig, die man zur Anbindung von Bissingheim nutzen könnte.
Zu den Bereichen, die nur stündlich angefahren werden könnten, wären Fahrgastzahlen interessant.
Im Nachgang zu den Ausführungen von Herrn Staat hinsichtlich des gegenläufigen Ringes über Hohenlimburg teilt er mit, dass der NE1 laut Fahrplan von der Stadtmitte nach Hohenlimburg 25 Minuten benötige und der andere 24 Minuten. Dies seien addiert 49 Minuten, nicht die vorgetragenen 62.
Die Hagener Straßenbahn könne gerne einen eigenen Netzentwurf erstellen.
Herr Staat weist darauf hin, dass die insgesamt 49 Minuten ab Stadtmitte korrekt seien. In den Anträgen sei es aber um die Verbindung ab Hauptbahnhof gegangen.
Herr Ludwig empfiehlt aufgrund der zahlreichen Detaildiskussionen bilaterale Gespräche zwischen Politik und Hagener Straßenbahn.
Er plädiere auch dafür, Mitarbeiter der anderen Verkehrsunternehmen in den Ausschuss einzuladen, damit diese die Probleme in Hagen verstehen und als politischen Auftrag mit in ihre Kommunen nehmen könnten.
Herr König hält letzteres nicht für weiterführend. Dies müsse auf politischer Ebene geklärt werden.
Herr Keune merkt an, dass der beschlossene Nahverkehrsplan Grundlage für das weitere Handeln sei. Er habe es so verstanden, dass grundsätzliche Änderungen in die Fortschreibung gehören würden, nicht in unterjährige Maßnahmen.
Darin, Mitarbeiter aus anderen Verkehrsbetrieben oder Kommunen in die Sitzung einzuladen, sehe er keinen Sinn. Die Oberbürgermeister und Vorstände der Nahverkehrsunternehmen hätten sich darauf verständigt, bis 2023 harmonisierte Nahverkehrspläne vorzulegen. Dies sei der richtige Ansatz.
Herr Homm stellt klar, dass gemeint gewesen sei, dass man sich über Gemeinsamkeiten von Nahverkehrsplänen unterhalten solle – so wie Herr Keune es ausgeführt habe.
Beschluss:
Der Unterausschusses Mobilität bittet den Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität, folgenden Beschluss zu fassen:
1. Die Hagener Straßenbahn AG (HST) wird beauftragt, bis zur ersten Sitzung des für den ÖPNV zuständigen Gremiums in der kommenden Ratsperiode folgende Verbesserungen auf der Basis der gegenwärtigen Fahrtenhäufigkeiten zu untersuchen und die finanziellen Auswirkungen zusammenzustellen, damit eine Beauftragung rechtzeitig zum Fahrplanwechsel im Juni 2021 erfolgen kann:
a. Die HST prüft, ob die gegenwärtige Abfahrtszeiten der Busse im Spätverkehr bezogen auf Umsteiger vorrangig von und ggf. zu den Zügen des regionalen Schienenverkehrs am Hagener Hbf in der gegenwärtigen Lage optimal sind und/oder ob durch eine Verschiebung eine weitgehend gleichmäßige Umsteigezeit zu allen Hagener Ortsteilen erreichbar ist.
b. Zwischen Hagen Hbf und/oder Stadtmitte sowie den Ortsteilszentren Boele/Helfe, Eilpe, Haspe, Hohenlimburg und Vorhalle werden die NE-Linien so verteilt, dass die Abfahrten stadtauswärts in der Zeit zwischen ca. 22:15 und 0:30 Uhr und stadteinwärts mit ca. halbstündlich versetzten Fahrten auf den genannten Relationen durchgeführt werden können.
c. Die HST prüft nach den gleichen Kriterien folgenden Vorschlag:
I. Gegenwärtige Abfahrten zur Minute 32 ab Stadtmitte nach: Hbf – Helfe – Boele – Bathey und zurück (u.z.) / Reh – Hohenlimburg – Emsterfeld – Stadtmitte /Hbf – Kuhlerkamp– Haspe – Westerbauer/Baukloh u.z. / Hbf – Haspe – Gevelsberg u.z. / Eilpe – Sterbecke u.z. / Garenfeld u.z. / Boelerheide – Herdecke – Am Nacken/Schanze u.z.
II. versetzte Abfahrten dazu zur Minute 02 ab Stadtmitte nach: Emsterfeld – Hohenlimburg – Reh – Stadtmitte, Eilpe – Breckerfeld u.z. / Hbf – Hestert – Haspe
– Westerbauer u.z. / Hbf – Brockhausen u.z. / Remberg – Herbeck u.z. / Fleyer Straße – Helfe – Kabel u.z. / Linie 511 Hbf – Haspe – Ennepetal u.z.
III. die Einführung einer zusätzlichen neuen Linie in der Relation von Stadtmitte über den Remberg nach Bissingheim u.z. analog der heutigen Linie 541 zur Abfahrtsminute 32 (gemäß der gegenwärtigen Abfahrten)
d. Falls eine Überschreitung des vereinbarten Budgets auftritt, macht die HST Umsetzungs-vorschläge, mit denen der bisherige Finanzrahmen eingehalten werden kann.
2. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, zum Aufgabenträger Ennepe-Ruhr-Kreis Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel, mittelfristig die Linie 511 in das neue Fahrplankonzept im Stadtgebiet Hagen aufzunehmen (symmetrischer Fahrplan im Tagesverkehr). Kurzfristiges Ziel ist darüber hinaus die Einbeziehung der Linie 511 in den Spätverkehr im Stadtgebiet Hagen zur Ermöglichung eines 30-Minuten-Taktes zwischen der Hagener Stadtmitte und dem Hasper Zentrum. HST und Verkehrsgesellschaft Ennepe/Ruhr GmbH werden in die Umsetzung einbezogen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob im laufenden Haushalt die Finanzierung von einer oder zwei zusätzlichen NE-Linien im Stadtgebiet Hagen im gegenwärtig üblichen Leistungsumfang durch die Busverkehr Rheinland GmbH (BVR) möglich ist. Die Leistungen sollen zur Minute 32 verkehren und im Rahmen des öffentlichen Dienstleistungsauftrags für die Linie 591 erbracht werden.
Dabei ist für die Kalkulation je eine zusätzliche Linie von Hbf/Stadtmitte ggf. über Boelerheide nach Boele und Kabel sowie über Reh und Elsey nach Hohenlimburg anzusetzen.
Die Verwaltung berichtet über die finanzielle Situation in der ersten Sitzung des für den ÖPNV zuständigen Gremiums in der kommenden Ratsperiode und macht ggf. einen Umsetzungsvorschlag.
4. Die Verwaltung wird beauftragt zu überprüfen, ob die Relation S-Bahnhalt Hagen-Westerbauer – Baukloh im Spätverkehr durch die Verkehrsgesellschaft Ennepe/Ruhr GmbH durchgeführt werden kann und welche Auswirkungen sich daraus ergeben.
Die Verwaltung berichtet in der ersten Sitzung des für den ÖPNV zuständigen Gremiums in der kommenden Ratsperiode und macht ggf. einen Umsetzungsvorschlag.
Anlagen zur Vorlage
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