02.11.2005 - 3 Bereitstellung außerplanmäßiger Haushaltsmittel...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mi., 02.11.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 46 Theater Hagen/Philharmonisches Orchester Hagen
- Bearbeitung:
- Bianca Hilken
Wortprotokoll
Herr Jörg stellt
erläutert, man habe vorab heute interfraktionelle Gespräche geführt und sei zu
dem Schluss gekommen, diese Vorlage heute nicht so zu beschließen. Man halte
sie für lückenhaft und für zum Teil inhaltlich falsch, da die Daten nicht
korrekt zusammengetragen wurden.
Daher rege man gemeinsam an, diese
Vorlage dem Rechnungsprüfungsamt vorzulegen, mit dem Ziel, eine vernünftige
Bilanz mit nachvollziehbaren Zahlen zu ermitteln und personelle
Verantwortlichkeiten heraus zu arbeiten.
Herr Koch hält dieses Vorgehen aus politischer Sicht für
nachvollziehbar, stellt aber klar, in der Praxis bedeute dies die sofortige
Einstellung des Zahlungsverkehrs für das Theater. Man bewege sich zur Zeit in
einem Rahmen, der weder rechtlich abgedeckt sei, noch einer Beschlussfassung
unterlegen habe. Wenn eine Entscheidung weiter geschoben werden solle, sehe er
keine Möglichkeit für die Verwaltung, die Verantwortung weiter zu übernehmen.
Herr Jörg setzt dem
entgegen, er sehe seinerseits keine Möglichkeit für die Politik, die
Verantwortung unter diesen Umständen zu übernehmen. Er bleibt dabei, die
Vorlage heute nicht zu beschließen. Das sei die Vereinbarung, die die
Fraktionen getroffen hätten und es könne nicht sein, dass man eine solche
Vorlage erhalte und dann gezwungen werde, sie zu beschließen.
Herr
Jörg wiederholt
seine Anregung, eine Prüfung durch das Rechnungsprüfungsamt vornehmen zu lassen,
verbunden mit der Bitte, dass sich die Verwaltung bis morgen Gedanken macht,
wie man aus der Situation heraus komme.
Herr Dr. Fischer teilt die
Meinung des Vorsitzenden und fürchtet, die Situation könne noch schlimmer sein,
als es in der Vorlage angedeutet wird.
Herr
Röspel fragt, warum
man diese Vorlage nicht wesentlich früher erhalten habe.
Herr
Jörg bestätigt,
diese Frage werde völlig zu Recht gestellt, es gebe da auch keinen politischen
Dissens.
Er stellt
aber auch klar, die Prüfung müsse auch aus Verantwortung dem Theater gegenüber
sehr sorgfältig erfolgen, denn man wolle auf keinen Fall dem Theater schaden.
Herr
Jörg formuliert
noch einmal den Vorschlag des KWA :
1.
Die
Verwaltung wird aufgefordert, bis morgen zur Sitzung des HFA Vorschläge zu
erarbeiten, wie man die drohende Zahlungsunfähigkeit des Theaters abwenden
kann.
2.
Das
Rechnungsprüfungsamt soll die heute hier vorliegende Vorlage prüfen, mit dem
Ziel, eine vernünftige Bilanz zu
ermitteln und die personellen Verantwortlichkeiten
konkret zuzuordnen.
Herr
Röspel formuliert
eine 3. Anregung : In der Vorlage heiße es, man solle am 24.11.05 im KWA über
einen eventuell möglichen Kontrakt beraten, er schlägt vor, diesen Termin in
den Dezember zu verlegen.
Herr
Jörg stimmt zu und
schlägt eine Sondersitzung des KWA im Dezember vor.
Herr
Millhoff zeigt sich
erschüttert, es sei ganz wichtig, keinen Schaden anzurichten, Das Theater müsse
auf jeden Fall zahlungsfähig bleiben, es sei sehr bedauerlich, dass so schlecht
gearbeitet worden sei.
Herr
Jörg stellt noch
mal klar, dass man auf keinen Fall dem Theater schaden wolle und betont dies
auch gegenüber der heute anwesenden Presse.
Man wolle
eine langfristige Sicherung des Theaters, aber man wolle ehrliche Zahlen, die
man auch verantworten könne.
Herr
Behm ist
erschrocken über einige Entscheidungen im Kulturbereich, es werde immer wieder
Geld ausgegeben, das die Stadt nicht habe.
Er ist der Meinung, die Finanzsituation habe doch sicher einen
jahrelangen Vorlauf gehabt.
In dieser
Zwangslage schlägt er vor, wenigstens einen Teilbetrag für das Theater
bereitzustellen.
Herr
Jörg betont, man
könne nicht den gesamten Kulturbereich über einen Kamm scheren, es gebe
erhebliche Unterschiede.
Man habe
ein verschärftes Interesse gegenüber den Bürgern ein Konzept zu finden, das die Finanzen des Theaters transparent
macht und Verständnis für die Situation des Theaters bei den Bürgern hervorruft.
Herr
Grothe bittet zu
unterscheiden zwischen der Frage, relativ kurzfristig 530.000 Euro zur
Verfügung zu stellen und der Frage, wie es mit dem Theater zukünftig
weitergehe. Diese Frage wolle man in einer der nächsten Sitzungen beantworten.
Die Bereitstellung
der 530.000 Euro sei jedoch zwingend kurzfristig zu entscheiden. Er gibt zu
bedenken, dass der Untersuchungsauftrag an das RPA bis morgen zur Sitzung des
HFA nicht abgearbeitet sein werde. Nach seinen Informationen ist die
Aufklärung, warum diese Summe zum jetzigen Zeitpunkt nötig ist, erst im Nachhinein möglich.
Frau
Kramps bittet
hinsichtlich der Verantwortlichkeiten doch die Untersuchungen erst abzuwarten,
es sei bereits zuviel Kritik zu einer Seite hin geübt worden.
Auch
sie stellt noch einmal klar, man wolle keine negativen Zeichen setzen, es sei
klar, dass man das Theater erhalten wolle aber es müsse Transparenz geschaffen
werden. Fehler, die gemacht wurden, wolle man aufdecken, um sie in Zukunft zu
vermeiden. Daher berate man auch in öffentlicher Sitzung, weil die
Öffentlichkeit ein Anrecht darauf habe, zu erfahren, wie die Politik mit der
Situation umgehe.
Herr
Dr. Fischer
fügt an, er sehe diese Vorlage auch vor dem Hintergrund der Geschehnisse im
Theater in den letzten Monaten, da habe eine führende Persönlichkeit
vorgerechnet, alles sei in Ordnung. Es sei nun die Pflicht der Politik, nach
der Verantwortlichkeit zu fragen.
Herr
Jörg faßt
nun die drei besprochenen Anregungen zusammen und läßt darüber beschließen.
Beschluss:
Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss regt an:
1. Die
Verwaltung wird aufgefordert, bis morgen zur Sitzung des Haupt- und
Finanzausschusses Vorschläge zu erarbeiten, wie man die
drohende
Zahlungsunfähigkeit
des Theaters abwenden kann.
2. Das
Rechnungsprüfungsamt soll die heute hier vorliegende Vorlage mit allen
Möglichkeiten prüfen, mit dem Ziel, eine vernünftige Bilanz
zu ermitteln und die
personellen Verantwortlichkeiten konkret zuzuordnen.
3. Die
Überlegungen über die Weiterführung des Kontraktes ab 2006 sollen in einer
Sondersitzung des Kultur- und Weiterbildungsausschusses im
Dezember behandelt
werden.
